Offener Biss, Zahnarzt, Logopäde zweite Meinung einholen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von asphaltblase 09.02.11 - 10:00 Uhr

Hallo,

Emelie hat einen leichten offenen Biss weil sie zum einem am Daumen nuckelt und zum anderen ihre Zunger immer gegen die Zähne presst. Jetzt hat unser Zahnarzt uns zum Logopäden geschickt. Dort waren wir auch. Dieser meinte aber das er da aus seiner Sicht nichts machen könne und wir sollen doch mal zum Osteopathen gehen. Was soll der denn machen?
Irgendwie finde ich dieses ganze hin und her ziemlich unbefriedigend. Würdet ihr nochmal zu einem anderen Zahnarzt gehen um euch eine zweite Meinung einzuholen?

lg
melanie

Beitrag von johanna1972 09.02.11 - 10:13 Uhr

Hallo Melanie,

Max hat auch einen offenen Biss und wir waren mit ihm beim Kiefernorthopäden und beim Logopäden. Der Kiefernorthopäde hat uns an den Logopäden verwiesen und dort sind wir auch mit Max in Behandlung, da er nicht richtig aufgrund des offenen Bisses sch, ch sprechen kann.
Ich würde vielleicht nochmal einen Logopäden aufsuchen - was meint denn der Kinderarzt?

LG Johanna

Beitrag von ellannajoe 09.02.11 - 11:30 Uhr

Hallo Melanie,

mein Sohn hatte mit 3 ebenfalls einen offenen Biss. Mit 2 1/2 wurde uns empfohlen, den Schnuller wegzunehmen. Dies habe ich abgelehnt, da ich fand, die Zeit war noch nicht reif und es daher mehr schaden anrichten würde, wenn ich es tue.

Mit 3 1/2 hat er seinen Schnuller freiwillig abgegeben, man konnte förmlich zu sehen, wie sich der offene Biss schloss. Heute ist er 5 und es ist nichts mehr zu sehen.

Meine Vorgängerin sprach ja von Lispeln, das macht mein Sohn immernoch. Ist allerdings auch ein Problem meines Mannes gewesen, welches sich von alleine erledigt hat.

#winke

Beitrag von cori0815 09.02.11 - 19:46 Uhr

hi melanie!

Zum Logopäden musst du ja eigentlich nur, wenn es auch sprachliche Defizite (also bezüglich der Aussprache) gibt. Das MUSS ja nicht sein, ist aber häufig bei einem offenen Biss der Fall.

Ich würde tatsächlich den Weg zum Osteopathen machen, da unser uns in vielen Fällen weiter half, ohne dass ich vorher dran glaubte. Das ist doch auf jeden Fall einen Versuch wert. Denn durch den Schnuller nimmt ja nicht nur das Gebiss, sondern auch der Gaumen, also im Grunde der ganze Mundbereich eine veränderte Form ein und vielleicht kann da der Osteopath etwas bewirken?

Und befrag doch den Osteopathen zu der Logopäden-Sache nochmal, vielleicht kann er dir auch einen Rat diesbezüglich geben. Mein Sohn lispelt übrigens auch, hat aber keinen offenen Biss - es ist also nicht nur eine Nuckel-Nachwirkung :-)

LG
cori

Beitrag von luzie2 09.02.11 - 23:51 Uhr

Hallo Melanie,
natürlich kannst Du noch eine zweite Meinung bei einem anderen Zahnarzt einholen.
Ich denke jedoch, dass er Dir das gleiche sagen wird. Wichtig ist aber auch, dass sie sich das Daumenlutschen abgewöhnt. Dadurch wird der offene Biß immer größer werden, der Unterkiefer verlagert sich weiter nach hinten, und die Zunge drückt sich immer weiter zwischen Ober-und Unterkiefer. Besonders stark geschieht dies beim Schlucken. Die Zunge ist ein Muskel und hat eine ziemliche Kraft. Jetzt überlege einmal, wie oft man am Tage schluckt, und die Zunge so jedesmal zwischen Ok und UK drückt. Dadurch verbreitert sich der Spalt immer mehr. Du könntest Dir aber auch einen Termin bei einem guten Kieferorthopäden geben lassen, der Dich noch besser als ein "normaler" Zahnarzt aufklären kann. Hier kann niemand beurteilen wie stark der offene Biß ist.
Ein Logopäde ist nicht nur für`s Sprechen zuständig, sondern übt auch das richtige Schlucken mit dem Kind. Das kann sich eine Weile hinziehen, hat aber Erfolg.
Ich bin Zahnarzthelferin, und meine Tochter hat sich im Alter von knapp 5J. die OK Frontzähne beim Trampolinspringen herausgerissen #schock!! Sie ist mit dem Gesicht ins Fangnetz gefallen, die Zähnchen paßten genau in die kleinen Maschen #zitter.
Die bleibenden Zähne ließen noch lange Zeit auf sich warten (konnte man auf den Röntgenbildern sehen). Dadurch schob sie nun unbewußt beim Schlucken, und auch in der Ruheposition die Zunge ständig in den Zwischenraum. Langsam öffnete sich der Biß, der Spalt wurde immer größer. Wir sind knapp ein Jahr zum Logopäden gegangen. Es hat geholfen. Heute ist der Biß wieder normal, sie spricht ein schönes "s", die bleibenden Zähne sind kerzengerade, und sie hat kein "Hasengebiß" ;-).

LG Kiki