Wie haltet ihr es mit pädagogisch fragwürdigen Geschenken?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von hanni123 09.02.11 - 10:51 Uhr

Huhu,

aus aktuellem Anlass frage ich mal in die Runde:
Wenn euer Kind sich etwas (zu besonderen Anlässen) wünscht, was jetzt nicht unbedingt dem entspricht, was man so als "pädagogisch wertvoll" ansieht, erfüllt ihr diesen Wunsch oder nicht? Wo ist bei euch die Grenze?
Ich weiss, dass das jeder andere Massstäbe hat, aber es gibt ja eher sinnbefreite Spielzeuge und dann welche, die man (persönlich) einfach unpassend findet.
Hätte ich z. B. eine Tochter, die sich eine Barbie wünschen würde, bekäme sie diese wohl, auch wenn ich selbst dem Frauenbild "Barbie" negativ gegenüberstehe.
Mein Sohn hat sich ein halbes Jahr lang einen "LEGO Hero" gewünscht, den er dann zum 4. Geburtstag auch bekommen hat. Meine Mutter ist darüber sehr schockiert.
Wobei ich mich arg schwertun würde, wäre ein sogenannter "Lernlaptop". Ich lasse meinen Sohn im Zweifelsfall lieber am Wochenende mal an den PC.

Wie haltet ihr das?

LG

Hanna

Beitrag von handy12345 09.02.11 - 11:09 Uhr

Hallo,

also ich achte im Allgemeinen schon darauf, was ich meinen Kindern kaufe, bzw. dass es auch Lern- und Förderspiele sind.

Aber wenn sie sich etwas so sehr wünschen, wie zB Barbie oder Ds, bekommen sie es auch zum Geburtstag oder zu Weihnachten.

Sie sollen ja auch noch Kinder sein und spielen dürfen

Beitrag von hexe3113 09.02.11 - 11:16 Uhr

Hallo,

ich hoffe mal, dass ich meine Kinder soviel mit "wertvollem Input" füttere, dass auch ein weniger pädagogisches Spielzeug nicht so sehr ins Gewicht fällt und sie deshalb gleich "abstumpfen" würden...;-)

Ne, im Ernst, bis auf die Pistole, die sich mein Sohn gewünscht hat, habe ich stets versucht, ihm seine Herzenswünsche zu erfüllen...

...und die beiden Kleinen (3,5 und 6 Jahre) haben auch ihren Lernlaptop bekommen, wobei der mal mehr, mal weniger gefragt ist.

Im Grossen und Ganzen seh ich sowas eher locker.

Gruß,

Andrea

Beitrag von daisy80 09.02.11 - 11:42 Uhr

Und selbst die Pistole ist gaaaaanz so unpädagogisch nicht ;-)

Auch der Umgang mit Gut und Böse sollte gelernt werden, sich stark und überlegen fühlen ist auch mal (!) gut für die Entwicklung und kämpfen, rangeln und Macht und Ohnmacht erproben sind auch wichtig.

Wobei ich da auch persönlich nicht den authentisch nachgemachten Meuchelpuffer bevorzugen würde, sondern eher die Phantasie, dass der abgebrochene Ast zum Laserschwert wird ;-)

Beitrag von hexe3113 09.02.11 - 12:01 Uhr

Hallo,

da musste ich gerdade echt lachen...

Du glaubst es nicht, der Opa meines Mannes (zu dem Zeitpunkt übrigens 92 Jahre alt) hat meinem Sohn kurz vor seinem Tod im September 2010 aus einem stinknormalen Brett ein Gewehr geschnitzt...;-)

...und das darf er natürlich behalten und wird auch sehr in Ehren gehalten.

Aber von MIR hat er es ja nicht bekommen.#schein

Gruß,

Andrea

Beitrag von daisy80 09.02.11 - 12:21 Uhr

Ja, das fänd ich jetzt auch absolut okay.
Opas und Uropas sind schon was Tolles ;-)

Beitrag von josephine2003 09.02.11 - 11:25 Uhr

Warum genau sollten Kinder denn nicht einfach auch mal mit etwas spielen, weil es ihnen gefällt und sie amüsiert?

Über den Krampf allem einen pädagogischen Sinn zu geben, vergessen viele, dass nur Freude ein Ergebnis bringt und zum Fördern nicht nur fordern und "anregen" sondern auch "lassen" gehört.

Abgesehen davon, fördert Lego beim bauen die Motorik und beim Rollenspiel den Umgang mit sozialen Formen.

Der Programmleiter der seinerzeit das erste Mal die Biene Maja im deutschen Fernsehen zeigen ließ berichtete mal, dass er wütende Anrufe und Briefe bekam, da diese Sendung keinen pädagogischen Nutzen bringe sondern die Kinder "lediglich" amüsiere, viele heutige Diskussionen über Spielzeug erinnert mich daran wieder.

Beitrag von kati543 09.02.11 - 11:35 Uhr

Also ganz ehrlich frage ich mich, welches Spielzeug denn pädagogisch fragwürdig sein kann. Alles Spielzeug kann man nutzen, um etwas zu lernen - oder man nutzt es falsch und lernt eben nichts.
Und manchmal muß ein Kind auch einfach einen Wunsch erfüllt bekommen. Und wenn es wirklich absoluter Schund ist - aber das wird es dann eben sehen, wenn es zusammenfällt und kaputt geht. Und so ist selbst das sinnloseste Spielzeug pädagogisch wertvoll. ;-)

Beitrag von h-m 09.02.11 - 11:39 Uhr

Ich mache mir da nicht so viele Gedanken und erfülle solche Wünsche, solange es sich im normalen finanziellen Rahmen bewegt.

Ich behaupte auch einfach mal, dass Kinder auch mit "pädagogisch wertlosem" Spielzeug etwas lernen können.

Barbie mag DIR nicht gefallen, aber Dein Kind kann damit genauso schöne, fantasievolle Rollenspiele veranstalten wie mit Playmobil/Schleich-Figuren/Lego/Puppenhaus-Püppchen. Das Umziehen und Frisieren der Barbiepuppen kann ganz schön kniffelig sein und die Feinmotorik fördern (die Kleidung ist recht eng).

Das Zusammenbauen eines Lego Hero fördert ebenfalls die Feinmotorik und die Auge-Hand-Koordination, danach können damit ebenfalls Rollenspiele gespielt werden.

So einen Kindercomputer hatte meine Tochter auch, man sollte sich keine Illusionen über den Lerneffekt machen. #rofl War die ersten Wochen sehr interessant und wurde dann phasenweise mal mehr, mal weniger, mal gar nicht bespielt. Also was soll's.

Beitrag von silasi 09.02.11 - 11:57 Uhr

Hm, meine Tochter will seit zwei Jahren unbedingt einen Nintendo DS, weil ALLE (#augen) anderen Kindern auch einen haben... #aerger Ich sagte ihr, dass wir das erst einmal besprechen muessen und darueber nachdenken wollen, wenn sie etwas aelter ist. Fand sie zwar nicht fair, hat sie aber abgenickt und verstanden. Sie beschaeftigt sich auch so mit vielen anderen Dingen, malen, "Briefe schreiben", Buecher angucken, puzzeln etc. Seit Weihnachten hat sie einen Lernlaptop und ist ganz begeistert davon. Wir schraenken allerdings die Zeit ein, in der sie daran sitzen und knobeln darf. Manchmal sitze ich zusammen mit ihr davor und haben gemeinsam Spass. Wir sehen aber immer auf die Uhr und beschraenken die Computerzeit auf hoechstens eine Stunde. Meistens hoert sie selbst aber viel frueher auf, denn Lernen strengt eben auch an. Da holt sie sich direkt ein bisschen Abwechslung und Entspannung, macht sich Musik oder ein Hoerspiel an, holt ein Buch raus und verzieht sich auf ihr Bett oder malt ganz versunken. :-) Ich sehe daher das Problem "Lernlaptop" gar nicht als Problem, sondern als taegliche kleine Herausforderung fuer neugierige und wissbegierige kleine noch nicht ausgepowerte Kinder. #sonne

LG silasi

Beitrag von ellannajoe 09.02.11 - 12:00 Uhr

Hallo,

wir erfüllen ziemlich viele Wünsche unseres Sohnes (5), dass war schon immer so. Ob es pädagogisch Wertvoll ist, ist mir schnuppe.

Ich kenne jetzt auch kein Sinnbefreites Spielzeug, ach doch das von MCD. Es macht trotzdem ne Weile spaß.

#winke

Beitrag von hanni123 09.02.11 - 13:14 Uhr

Danke für eure Antworten, ich sehe das auch so! ;-)

LG

Hanna

Beitrag von erstes-huhn 09.02.11 - 13:23 Uhr

Ich halte in Bezug auf Weihnachts und Geburtstagsgeschenke die Zügel voll in der Hand.

Zu diesen Tagen kommen hier nur Geschenke an, die ich gekauft oder ausgesucht habe. Das haben auch alle akzeptiert, ich habe das mal in großer Verwandetschaftrunde angesprochen.

Trotzdem kommt hier noch viel "Müll" an. Da versuche ich immer die Sachen so schnell, wie möglich verschwinden zu lassen. Erst in den Keller, werden die 6Monate nicht nachgerfragt kommen sie in den richtigen Müll.

Das klappt gut und wir haben nicht so viel Spielzeug, das sich stapelt.

Beitrag von lena1309 09.02.11 - 13:30 Uhr

Hallo,

ich bin jetzt einfach mal ehrlich: Ich ignoriere jegliche Kennzeichnung.
Denn ich habe schon einige Spielzeuge gesehen, die "pädagogisch wertvoll" sein sollen, die in meinen Augen Mist sind.

Und auf einem Ast, Sandkasten oder an einer Pfütze steht auch kein Schild, das es pädagogisch wertvoll ist.

Meine Kinder müssen schon genug Pädagogen in der Familie ertragen, da darf das Spielzeug gerne mal für Erwachsene völlig blödsinnig sein.

LG
M.

Beitrag von zahnweh 09.02.11 - 14:39 Uhr

Hallo,

ich überlege vor allem zwischen "pädagogisch nicht wertvoll" und "schädlich", sowie: hat sie Freude dran, wünscht es sich wirklich oder ist es ein Ecken-Verstaubgeschenk.


Ansonsten mache ich es so.
+ Länger Herzenswünsche erfülle ich selbst oder sage sie einzelnen Personen weiter mit Rückmeldung, ob sie erfüllt werden.

Einziger Aspekt: sie sollten nicht schädlich sein. Bzw. später bei Filmen FSK passend sein. Und Spielekonsolen/Lerncomputer fallen bei mir je nach Alter und Gerät unter schädlich .... Gründe gibt es mehrere. Augen zu sehr zu kneifen. Batteriefach leicht zu öffnen...

+ Wünsche oder Ideen verteile ich auf die, die mich fragen.

Beim Verteilen mache ich es aber so, dass ich direkt dazu schreibe
- das ist ihr Wunsch, finde ich gut
- das wünscht sie sich, wird sie von mir nicht bekommen (weil), wenn sie es von anderen bekommt, kein Problem :-)
- wünscht sie sich sehr, ich hätte aber die Bitte, dass sie es NICHT bekommt.
1. füge ich eine Begründung an. Vllt. kann man mich ja doch überzeugen ;-)
2. setze ich ihren Wunsch mit auf die Liste. Tue ich es nicht, sagt sie es sowieso jedem :-p


Pädagogisch wertvoll muss nicht alles sein. Zumal ich in vielem auch Neues entdecke. Mit dem Hero kann man Rollenspiele spielen. Mit Barbies ebenso. Wenn es ihr Spaß macht.

Haba Spiele finde ich zwar pädagogisch sehr wertvoll gemacht, aber wenn sie damit ankommt, wir beide nur gelangweilt davor sitzen (nicht bei allen, aber bei einigen) und beide die Geduld verlieren oder ich jedes mal eine andere Ausrede finde, weil ich keine Lust dazu habe.... geht das pädagogisch wertvolle mit der Zeit auch verloren, bzw. wird zum Gegenteil.

Es sollte sich die Waage halten. Zwischen der Menge der Sachen (wenn sie überwiegend "gutes" Spielzeug hat, darf sich auch mal was anderes dazwischen schmuggeln), zwischen Spaß und Lernen. Wobei man auch mit einer Hero Figur was lernen kann. ... z.B. sich mit Worten wehren/im Spiel wehren, wenn zwei Figuren gegeneinander kämpfen, können sich die Kinder damit kräftemäßig (un)ausgeglichen auch verbal einiges einfallen lassen und "trainieren".

Beitrag von kathrincat 09.02.11 - 16:25 Uhr

die kinder sollen ja spaß daran haben, ob nun barbie, lernco. ....

Beitrag von morla29 10.02.11 - 20:51 Uhr

Hallo Hanna,

auf die Frage, was sie denn zu Weihnachten bekommen hat sagte meine Große: Keinen Staubsauger.

Deshalb gibts das, was sie sich wünscht. Es sind Kinder.

Ich seh das nicht so eng.

Wollte auch mit Lego anfangen. Sagte dann beim Wunschzettelschreiben: Wünscht ihr Euch Lego? Antwort: Nein, die haben wir im Kindergarten.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3,5 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)