Beistandschaft oder Rechtsanwalt?

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von andra35 09.02.11 - 11:27 Uhr

Hallo

Mein Ex zahlt seid letzten Jahr Oktober keinen Unterhalt mehr.
Hat er eingestellt, weil er zur Zeit nicht in der Lage ist zu arbeiten.

Unterhaltsvorschuß bekomme ich, bez. das Kind auch NICHT, weil die 72 Monate schon ausgeschöpft sind.
Den Kindergeldzuschlag von 180 Euro gibt es auch nicht, weil ich einige Euros über die Grenze liege.

Nun zu meiner Frage.
Soll das nun das Jugendamt oder der Anwalt klären? Jugendamt wäre kostenlos, aber dauert lange...
Ich denke auch oft drüber nach, auf den Unterhalt zu verzichten. Er kümmert sich nicht mehr uns Kind, dann bräuchte man sich auch gar nicht mehr mit ihm befassen und kann das Thema hinter sich lassen, um endlich Ruhe zu haben.

Wie würdet ihr es angehen? Hat jemand Erfahrungsberichte vielleicht?

Beitrag von manavgat 09.02.11 - 11:43 Uhr

Anwältin.

Zusätzlich Strafanzeige mit Strafantrag wegen Unterhaltspflichtverletzung.

Gruß

Manavgat

Beitrag von parzifal 09.02.11 - 11:57 Uhr

Wenn er z.B. nachprüfbare Angaben verweigert warum er nicht arbeiten kann macht das Sinn.

Aufgrund Deines Rates bist Du wohl darüber informiert dass er keinen guten Grund hat nicht zu zahlen. Könntest Du ihn nennen?

Ich hätte nämlich nach dem geschilderten Sachverhalt erst nachgefragt, ob die TE denn den Grund kennt warum er nicht zahlen könne.

Ein Strafantrag ist keine Kleinigkeit. Dieser sollte kein Schnellschuss aus der Hüfte sein.

Beitrag von manavgat 09.02.11 - 14:36 Uhr

der Richter kann klären, ob der Mann einen Grund hat.


Es ist nicht Sache der KM ihr Geld zu verballern, um das rauszufinden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von parzifal 09.02.11 - 22:50 Uhr

Mir leuchtet nicht ein, weshalb die TE ihr Geld nicht für ein Telefongespräch oder Briefmarke "verballern" sollte um nachzufragen warum er konkret kein Unterhalt mehr zahlen könne.

Wenn dann keine befriedigende nachprüfbare Antwort kommt kann man immer noch Strafanzeige stellen.

Eine Strafanzeige sollte aber nicht erstes sondern letztes Mittel sein. Man stellt nicht leichtfertig Strafanzeigen.

Gruß
parzifal

Beitrag von dk-mel 09.02.11 - 13:24 Uhr

anwalt.

und vergiss nicht, dass es geld fürs kind ist, nicht deins, worauf du auch verzichten könntest (leg es eben fürn führerschein/erste eigene whg zurück)...

und persönlich: grad, wenn er sich nicht kümmert, würde ich auf unterhalt bestehen!

selbst, wenn er nicht arbeiten kann, muss er dennoch unterhalt zahlen. je nach selbstbehalt...

Beitrag von joshimaus 09.02.11 - 14:25 Uhr

Huhu,

Kann man Dich gar nicht über VK anschreiben ?

Lg Joshimaus

Beitrag von andra35 09.02.11 - 20:31 Uhr

Hallo

Stimmt, habe ich geändert. :-)

Beitrag von zahnweh 09.02.11 - 15:10 Uhr

Hallo,

ich hab mich damals ans JA gewendet wegen Beistandschaft. Das war der schnellste Antrag, der je durch war. Innerhalb einer Woche hatte ich die Bestätigung, dass sie sich drum kümmern. Und das ging dann auch ruckzuck. Ok, der KV hat auch mitgemacht und sich denen nicht in den Weg gestellt. Gemeckert schon und versucht so wenig wie möglich zu zahlen. Ganz verweigert hat er sich nicht.

Ganz drauf verzichten würde ich nicht. Lieber durchsetzen und für's Kind ansparen. Die teuren Klassenfahrten und Ausbildung und co. werden sicher noch kommen...

Beitrag von ppg 09.02.11 - 18:42 Uhr

Mein Ex kann nicht arbeiten. Er ist psychisch krank, das ist attestiert.

Damit ist er aus der Nummer raus. Jugendamt winkt ab, Anwalt auch. Strafanzeige ist bei dieser Begründung auch nicht möglich.

Wenn es bei Dir ähnlich ist, dann kannst Du Dir den ganzen Stress ersparen, denn Du wirst nichts bekommen , außer grauen Haaren.

Bedenke auch Kinder merken irgendwann von alleine , wer sich für die wirklich wichtigen Dinge im Leben verantwortlich gezeigt hat.

Ute

Beitrag von ronja74 09.02.11 - 21:22 Uhr

Ich weiß, hier raten alle immer zu einem Anwalt, weil die Jugendämter oft SEHR langsam sind.
Aber ich würde das ausprobieren. Die Beistandschaft beenden kannst Du jederzeit, wenn es Dir nicht schnell genug geht, aber der Vorteil ist ja nun wirklich der Kostenfaktor.

Nicht alle Jugendämter sind lahmarschig. Ich bin mit meinem Jugendamt sehr zufrieden gewesen und habe inzwischen einen vollstreckbaren Titel UND der Vater zahlt.

Parallel dazu empfehle ich auf JEDEN Fall eine Strafanzeige wegen Verletzung der Unterhaltspflicht...

Viel Erfolg!