ist es eine ausrede?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von buexe 09.02.11 - 14:44 Uhr

hallo liebe männer,

entschuldigt, dass ich hier poste, doch nur so erreiche ich wirklich die, an die die Frage gerichtet ist...
ich hoffe sehr, ihr könnt mir etwas weiterhelfen.

ich habe mich hals über kopf in einen mann verliebt - er sich wohl auch in mich.
unsere konstellation ist sehr schwierig, da ich derzeit (noch) verheiratet bin und zwei kinder habe. er weit weg lebt.
ist aber alles zu überwinden - wenn da nicht dieses eine schlimme problem wäre...#aerger

er (26) zweifelt, oder anders gesagt grübelt darüber nach, ob er jemals meine kinder lieben kann, oder sie als "seine" ansehen kann - mit dem wissen, dass sie nicht die eigenen sind. er wünscht sich familie - hat aber gleichzeitig angst vor uns (angst davor, meinen erwartungen in bezug auf meine kinder nicht gerecht werden zu können- es nicht schaffen wird sie zu lieben-dass wir uns ins unglück stürzen)#gruebel

ich weiß, dass hier wahrscheinlich ausschließlich väter unterwegs sind, aber dennoch hoffe ich, ihr könnt mir eine unabhängige, neutrale und ernstgemeinte antwort auf meine frage geben (vielleicht auch aus der sicht eines 26 jährigen singles)

habt ihr auch eine frau mit kindern "genommen"?
hattet oder habt ihr probleme mit bereits "vorhandenen" kindern?
wie seid ihr "zusammengewachsen"?
gab oder gibt es schwierigkeiten?
könnt ihr seine ängste verstehen?

oder glaubt ihr, dass das alles reine ausreden sind? er in wirklichkeit einfach noch nicht bereit ist? liebe noch etwas in "freiheit" leben möchte?

vielen dank an alle die versuchen werden (mir zu helfen) seine gedankengänge zu verstehen.
#liebdrueck

Beitrag von super_mama 09.02.11 - 15:04 Uhr

Hallo,

ich bin zwar kein Mann, aber vlt hilft es dir weiter.
Ich habe ein Kind mit in die Beziehung gebracht. Mein Freund fand den Kleinen (damals gerade 2) sehr süss, wollte aber nie Kinder haben. So hab ich mich auch gefragt ob es überhaupt etwas bringt ... denn wenn er meinen Sohn nicht akzeptieren kann, dann ist er kein Mann für mich.
Ich / Wir haben lange gewartet bis der Kleine überhaupt merken durfte das wir mehr als nur Freunde sind.

Er hat sich um ihn gekümmert und bemüht, ohne das ich es ihm aufgezwungen habe. Ich hab die 2 nicht allein sitzen lassen nach dem motto "Nun seht zu wie ihr klar kommt", sondern blieb anfangs immer dabei und gab Hilfestellung wenn es hakte. Das war allerdings nur einmal nötig, die 2 waren sehr schnell ein eingeschworenes Team.

Richtig als Papa hat er sich gefühlt als mein Sohn ins KKH musste mit Verdacht auf Krebs. Er hat so mitgelitten und war jeden Tag da, brachte Spielsachen, spielte mit ihm damit ich mich etwas ausruhen konnte (war ein totales Wrack, verständlicher Weise). Er fuhr täglich nach der Arbeit die 50 Km in die Kinderklinik und blieb bei uns bis wir fast einschliefen.

Lass deinem Freund Zeit. Es ist gar nicht nötig das er sie so liebt als sein es seine eigenen Kinder, auch wenn es ganz sicher der wünschenswerteste Fall ist, aber zweng es ihm nicht auf.

LG

Beitrag von weiß nicht 09.02.11 - 15:10 Uhr

Ob das eine Ausrede ist oder ob er wirklich so empfindet, kann nur er wissen.

Ich kann dir nur sagen, ich liebe z.B. die Kinder von meinem Freund nicht. Muss ich auch nicht. Ich mag sie, aber mehr auch nicht. Geliebt werden sie von ihrer Mutter und ihrem Vater das reicht. Ich trete da mehr als eine Art Freundin auf.

Allerdings leben diese Kinder bei ihrer Mutter. Ich habe nur am WE Kontakt zu ihnen und das auch nicht immer.

Es gibt allerdings auch Patchworkfamilien, da liebt der Stiefvater/die Stiefmutter die Kinder des Partners wie die eigenen. Auch das ist möglich.

Sprich in Ruhe mit dem Mann darüber. Ob er sich ein Leben mit Dir und dem Kind vorstellen kann. Evtl. eben nicht als liebender Ersatzvater, sondern als Freund des Kindes

Beitrag von gustav-g 09.02.11 - 16:03 Uhr

"... glaubt ihr, dass das alles reine ausreden sind?"

Ja

"er in wirklichkeit einfach noch nicht bereit ist?"

Ja

"liebe noch etwas in "freiheit" leben möchte?"

Ja

Noch Fragen ?

Beitrag von frieda05 09.02.11 - 16:07 Uhr

unterschreibe ich

GzG
Irmi

Beitrag von pcp 09.02.11 - 17:13 Uhr

Er hat die Hose voll und gibt es auch noch zu. Find ich gar nicht mal so schlecht.

Aber ob ihr deshalb eine Chance habt, keine Ahnung... ?

lg

Beitrag von echtjetzt 09.02.11 - 17:21 Uhr

Ich fühle mich geradezu berufen, diese Frage zu beantworten.

Ich war 26 als ich mit meiner Freundin zusammen kam, die ein Kind hatte (immer noch hat).

Ein paar Wochen vorher hätte ich jedem den Vogel gezeigt, der mir hätte erzählen wollen, dass ich mich bald in das Thema Erziehung bzw. Umgang mit Kleinkindern einarbeiten müsse.

Am Anfang hatte ich auch Zweifel, klar. Aber ich war verliebt. Wer verliebt ist kann zwar irgendwo zweifeln, aber im Endeffekt trotzdem nix dagegen machen.

Das Kind.. Hmm.. Liebe ich es? Ist vielleicht Definitionssache aber ich würde schon sagen.

Na ja, das ganze hat nicht funktioniert, was aber nichts mit dem Kind zu tun hatte (zu dem ich immer noch Kontakt habe, btw).

Also so wie du die Situation beschreibst würde ich sagen, er möchte den Schritt nicht gehen und redet um den heißen Brei.

Sorry. :-(

Beitrag von gemeinhardt 09.02.11 - 20:20 Uhr

Ich finde es sehr realistisch und richtig und erwachsen, sich über diese Frage gedanken zu machen und nein, ich würde nicht sofort behaupten, das sei eine Ausrede. warum auch?

Jeder der eigene Kinder hat, weiß das die Gefühlsmäßige Differenz zu nicht-eigenen Kindern groß ist und das ist normal.
Niemand liebt wie die eigenen Eltern und wenn das doch mal gelingt, so ist es - denke ich - selten.

Aber ich finde auch: dass es nicht der Anspruch sein muss, dass ein neuer Partner die Kinder lieben muss. Mögen wäre eine gute Vorraussetzung für die Beziehung, aber lieben muss er sie nicht.
Mein Partner akzeptiert meine Kinder völlig und erzieht sie mit mir. Ich glaube nicht das er sie liebt so wie ihr Vater sie liebt und das ist auch völlig ok. Den Anspruch habe ich nicht. Ich finde das wäre zuviel verlangt.

Ich glaube aber auch, das er es nicht rausfinden wird, wenn er es nicht ausprobiert... so ist das mit den meisten Dingen.

Rede mit ihm. Sei offen und ehrlich. Überleg Dir vorher, was Du erwartest und überprüfe obs realistisch ist.
Gib ihm das Gefühl, das er Dir sagen kann wie es für ihn ist. Lass ihn das ganze mit Dir erörtern. Das kann natürlich für Dich als Mama schmerzhaft sein, aber ich finde eh, das es für ne gute Vorraussetzung ist, das man sich auch die Dinge sagen kann, die nicht angenehm und schön sind.

Alles LIebe!
Cor

Beitrag von klara001 10.02.11 - 14:11 Uhr

Bin auch "nur" eine Mutter die einen 8jährigen Sohn mit in die Ehe gebracht hat. ;-)
Mein Mann ist sieben Jahre jünger wie ich. Auch er hatte anfangs als wir uns kennenlernten Angst ob er das ganze mit Kind und Familie gebacken bekommt bzw. gebacken bekommen will.
Gut, wer meinen anderen Beitrag gelesen hat wird merken er hat es immer noch nicht ganz hinbekommen.
Aber er hat sich damals trotz der ganzen Angst bewusst für Kind und Familie entschieden. Und auch wenn ihm das ganze noch so neu und unbekannt war, die beiden haben sich vom ersten Tag an lieb gehabt.
Kennt er deine Kinder? Wenn nein könnt ihr doch noch gar nichts sagen. Lass sie doch mal ein bisschen einander beschnuppern. Sie müssen ja nicht gleich wissen dass mehr dahinter ist.
Wenn ihm was an dir liegt dann wird auch alles gut.
Dass er Angst hat ist ganz normal. Er wird auch viel Zeit brauchen sich daran zu gewöhnen und das wird dir zuweilen schwer fallen. Weil du das ganze ja gewohnt bist.