Wir müssen morgen unseren Hund abgeben

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von snak77 09.02.11 - 15:19 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich weis gar nich, wo ich anfangen soll. Meine Augen sind rotgeweint, ich kann nicht mehr.

Wir haben seit 4 Jahren unseren Labrador, eine Seele von Hund. Er ist das liebste Tier, was ich kenne, verträgt sich mit allen und jedem. Alles war perfekt, wir leben in einem Haus am Wald und haben auch einen See gleich in der Nähe. Optimale Bedingungen also.

Im Jahr 2009 kam unser Sohn zur Welt, ein absolutes Wunschkind.
Es klappte wirklich alles sehr gut nur ist es mittlerweile so, dass mein Mann und ich vollzeit arbeiten gehen, unser Kleiner ist in der Kinderkrippe.

Wenn wir nach Hause kommen, will unser Kleiner natürlich unsere Aufmerksamkeit, die er auch bekommt. Nur leider muss unser Hund zurückstecken, wir können ihm einfach zeitlich nicht mehr gerecht werden.
Die Spaziergänge sind auf ein Minimum reduziert.

Ich liebe natürlich meinen Hund über alles und gerade deshlab fällt es mir so unsaglich schwer, mir eingestehen zu müssen, dass wir ihm nicht mehr gerecht werden können und ihm das bieten können, was er braucht und auch immer hatte: unheimlich viel Zeit und Aufmerksamkeit.

Ich habe das Gefühl, er ist traurig und "leidet" im Stillen. Das tut mir so weh.

Schweren Herzens haben wir nun beschlossen, dass wir unseren Hund in eine Familie geben werden, die ihm ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lässt. Es ist im Sinne unseres Hundes.

Morgen ist es soweit und ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich weiß nicht, wie ich den Tag morgen überstehen soll.

Wann werde ich meine Trauer überwinden, werde ich überhaupt jemals wieder lachen können?

Nichts und niemand kann mich trösten und mir den Schmerz nehmen, aber ich denke es ist die beste Entscheidung im Sinne unseres Hundes.

Das musste mal raus. Danke fürs Lesen.

tieftraurige Grüße

Snak77

Beitrag von minimoeller 09.02.11 - 15:39 Uhr

Hallo Snak77,

Oh je, Du tust mir leid. Ich kann gut verstehen, dass Du traurig bist.

Aber Du hast zum Wohle Deines Tieres entschieden. Und das alleine zählt!

Dein Hund wird sich an seine neuen Menschen gewöhnen. Du hast sie ja sicherlich mit viel Mühe ausgesucht und er wird es bestimmt gut bei ihnen haben.

Sicherlich ist es möglich, ab und zu mal ein paar Fotos von ihm zu bekommen. Oder sie schreiben Dir, wie es ihm so geht. Besuchen wird schwierig sein, denn das würde den Hund nur durcheinander bringen.

Ich habe auch schon einmal eine ähnliche Situation gehabt, nur anders herum. Das heißt, ich war das neue Frauchen. Die erste Woche hat der Hund ziemlich getrauert aber nach und nach hat sie sich ihrer neuen Familie angeschlossen. Und die Altbesitzer waren auch ganz rührend. Wir haben bis zum Tod der Hündin engen Kontakt gehalten.

Morgen wird es schwer für Dich, aber Du schaffst das schon. Deinem Hund zuliebe.

Alles Liebe und viel Kraft für morgen.

#blume

Beitrag von snak77 09.02.11 - 16:38 Uhr

Danke für Deine aufmunternden Worte.

Ich wünsche wirklich niemanden , dass er mal in so eine Situation kommt. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass wir unseren Hund abgeben werden.

Ich bin immer noch am Weinen, mag nicht an Morgen denken.

Mein Hund liegt hier neben mir und weiß nicht, dass es die letzten Stunden zusammen sind. #heul

Aber ich werde stark sein müssen, denn ich will nur das beste für ihn.

LG

Beitrag von litalia 09.02.11 - 15:44 Uhr

hmmmm :-)

meine meinung ist: wenn man sich hund und kind "anschafft" dann richtet man sein leben danach aus!

in 5 jahren kannst du ja auch nicht sagen "wir haben nicht mehr so viel zeit für unser kind, bei anderen eltern hätte er es besser, geben wir ihn ab"

würde nicht die möglichkeit bestehen dass du halbtags arbeitest? und wenn nicht, würde es nicht die möglichkeit geben einen "hundesitter" zu arrangieren? ... also jemand der mal ne große runde läuft wenn ihr arbeiten seit? den hund beschäftigt etc? vielleicht eine nachbarin? ein schüler/schülein die tierlieb ist und sich so gerne etwas dazu verdient?

es GIBT möglichkeiten... wenn man nur will.

alles gute.

Beitrag von snak77 09.02.11 - 16:42 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Du kannst mir glauben, es ist die schwerste Entscheidung, die ich jemals treffen musste.

Und glaube mir, wir haben alles, aber auch wirklich alles versucht, um diesen Schritt nicht gehen zu müssen.

Wenn es nach uns gehen würde, würden wir den Hund liebend gern behalten. Es gibt leider keine Möglichkeiten, halbtags zu arbeiten oder einen Hundesitter zu beauftragen.

So schwer es mir fällt und so weh es auch tut, ich handele hier nur im Sinne meines Hundes. Ihn gehen lassen zu müssen, in eine Familie, die mehr Zeit für ihn und seine Bedürfnisse hat, bricht mir das Herz.

Beitrag von cosmicdoodle 09.02.11 - 18:17 Uhr

Hallo!

Also, ich verstehe Dich überhaupt nicht! Auf der einen Seite weißt Du nicht, ob Du jemals wieder wirst lachen können, so sehr liebst Du diesen Hund, auf der anderen Seite schiebst Du ihn ab, weil es unbequem wird, ihn artgerecht zu halten.

Ich habe hier zwei Hunde, die beschäftigt werden wollen. Beide sind agil und aufgeweckt. Wir gehen beide Vollzeit arbeiten und dennoch schaffen wir es, unseren Hunden ein gutes Leben zu ermöglichen. Wir haben kein Kind, aber selbst wenn wir eins hätten, würden wir es schaffen und beide Hunde behalten. Es wäre sicher noch viel anstrengender als jetzt aber nicht im Traum würde mir einfallen, einen meiner beiden Lieblinge weg zu geben, da müsste ich schon im Koma liegen!

Warum ist es Euch nicht möglich, einen Hundesitter zu finden? Wenn man sucht, findet man auch. Vielleicht dauert es mal ein paar Monate, aber ich bezweifle, dass Ihr es versucht habt. Unsere Hunde werden seit 4 Jahren von ein und derselben Gassi-Frau tagsüber versorgt, die habe ich über eine Tierheimseite gefunden. Das kostet natürlich etwas, aber ich denke, man weiß vorher, was man sich antut, wenn man sich einen Hund anschafft und welche Verantwortung man übernimmt.

Nun habt Ihr Euch entschieden und gebt Euren treuen Begleiter, den Ihr so sehr liebt (???????) in andere Hände. Das ist die eine Sache. Was mich annervt, ist Dein Gejammere. Es zwingt Dich niemand, den Hund wegzugeben. Ihr seid beide gesund, Euer Kind ist gesund.... ich verstehe das Problem nicht mal ansatzweise!

Wie Du darauf kommst, dass Du im Sinne Deines Hundes handelst, ist mir ein Rätsel. Gesteh Dir ein, dass Du zu bequem bist, eine Lösung zu finden, um den Hund behalten und artgerecht auslasten zu können! Und bitte hör auf zu jammern, das ist ja schrecklich!

Deinem ach so geliebten Hund wünsche ich ein tolles neues Zuhause, wo er hoffentlich für immer bleiben kann und wo er wirklich absolut und bedingungslos geliebt wird.

Cosmic

Beitrag von alkesh 09.02.11 - 21:33 Uhr

Das unterschreib ich mal, trifft voll ins Schwarze!

Beitrag von miriamama 10.02.11 - 02:55 Uhr

Ich unterschreibe es auch so!

Ein Hund ist wie zb ein Kind auch ein Familienmitglied und wenn ich mich dafür entscheide, dann trage ich selbstverständlich die Verantwortung!

Beitrag von honeygirly18 10.02.11 - 19:06 Uhr

Hi,

besser hätte ich es nicht schreiben können! Hätte noch das eine oder andere !!!!!!! mehr gesetzt!!!!

LG

Beitrag von cosmicdoodle 10.02.11 - 19:17 Uhr

Hallöchen!

Danke! Ist aber auch wahr... am schlimmsten finde ich echt das Gejammere und das Heischen nach Mitleid! Null Mitleid bekommen sie von mir, ich habe davon nichts mehr übrig, ist alles für ihren Hund drauf gegangen!

LG,
Cosmic

Beitrag von minimoeller 09.02.11 - 17:10 Uhr

Das ist Quatsch, was Du da schreibst.

Du kannst Dein Leben nicht im Vorraus planen! Sicherlich ist es schade aber es ist das Beste für das Tier!

Beitrag von snak77 09.02.11 - 17:13 Uhr

Du hast Recht, danke.

Hätten wir vorher gewußt, dass es mal so kommt, hätten wir uns ganz sicher keinen Hund gekauft.

Es bricht mir das Herz, ihn weggeben zu müssen, aber für ihn ist es das Beste.

Und ich wünsche niemanden, jemals so eine Entscheidung treffen zu müssen.

Beitrag von alkesh 09.02.11 - 21:30 Uhr

Wenn man sich unsicher ist, lässt man es einfach bleiben, ist ja kein Geheimnis das Hunde viel Arbeit machen und alt werden im vergleich zu anderen Haustieren!

Beitrag von gwen123 09.02.11 - 15:58 Uhr

Hi. Hauptsache nicht ins Tierheim. Man merkt, das Du nur das Beste für ihn wollt. Und auch wenn es unendlich schwer werden wird, so ist Deine Entscheidung die einzig Richtige.

Beitrag von snak77 09.02.11 - 16:45 Uhr

Niemals nie würde ich ihn ins Tierheim geben, das kannst Du mir glauben.

Ich leide hier unendlich, auch wenn es meine Entscheidung war, aber wenn ich sehe, dass aus einem einst fröhlichen Hund, ein trauriger geworden ist, bricht es mir das Herz und ich kann nicht mehr länger nur zuschauen.

Er tut mir so sehr leid, aber es ist das beste für ihn. Er wird in Zukunft sehr viel mehr Zeit und Aufmerksamkeit bekommen. Mir tut es so weh, dass ich ihm das nicht mehr bieten kann.

Beitrag von gwen123 09.02.11 - 16:49 Uhr

Ich hatte so eine Situation zum Glück noch nicht, kann aber Deine Zerissenheit verstehen. Kommst Dir bestimmt vor wie eine Verräterin dem Hund gegenüber. Solche Gedanken hätte ich zumindest, aber...

Es kann nur besser für ihn werden. Auch wenn er es am Anfang nicht verstehen wird.

Viel Kraft für morgen und die Zeit "danach"#liebdrueck

Beitrag von snak77 09.02.11 - 16:51 Uhr

Du hast recht, ich komme mir vor, als ob ich ihn im Stich lassen würde.

Er ist Gott sei Dank sehr gut sozialisiert und er geht auch mit jedem mit. Er ist unheimlich aufgeschlossen un daher bin ich mir fast sicher, dass er sich schnell einleben wird und uns dann hoffentlich vergessen wird #heul

Beitrag von gwen123 09.02.11 - 16:54 Uhr

Wird er aber nicht. Wie geht Dein Mann damit um?

Beitrag von snak77 09.02.11 - 16:57 Uhr

Genau so wie ich. Hier ist "Land unter".
Er ist genau so tierlieb wie ich, uns fällt es uns beiden sehr schwer, aber noch schwerer ist es, für den Hund keine Zeit mehr zu haben und zusehen zu müssen, wie er leidet.

Das können wir beide nicht!

Beitrag von gwen123 09.02.11 - 17:04 Uhr

Und genau daran sieht man, das ihr ihn liebt. Die neuen Herrchen/Frauchen werden alles dafür tun, das er die Umstellung gut meistert. Schreibt am Besten alle Vorlieben und Abneigungen auf.

Wie habt ihr die neuen Besitzer gefunden?

Beitrag von julianstantchen 09.02.11 - 18:04 Uhr

Hallo,

ich hab jetzt nur kurz Zeit.

Habt ihr mal an einen Gassigeher gedacht?

Viele Leute würden gerne mit einem Hund regelmäßig gehen, scheuen aber Kosten oder haben auch zu wenig Zeit.

Wäre das eine Option?

lg

Beitrag von maddytaddy 09.02.11 - 18:32 Uhr

Hi,

Ganz ehrlich: Von mir gibts kein Mitleid. Wenn du jetzt geschrieben hättest, dass ihr bei der Anschaffung des Hundes nicht wusstet, dass du später Vollzeit arbeiten gehen musst und das ihr versucht habt einen Hundesitter zu finden.. Dann wäres es was anderes.

Kommen du und dein Mann gleichzeitig heim? Warum kann dann nicht einer ne Stunde auf euren Sohn aufpassen und der andere geht in dieser Zeit eine große Runde?

Schon mal einen Aushang im Supermarkt/beim Tierarzt/usw. gemacht? Ich treffe beim Spazierengehen öfter Leute (meistens rüstige Senioren) die unentgeltlich mit Hunden spazieren gehen. Und das nicht nur ab und an sondern täglich!

Es dauert zwar vielleicht ne Zeit und man muss eventuell doch was zahlen, aber unmöglich ist es nicht einen Hundesitter zu finden!

LG

Beitrag von hoeppy 09.02.11 - 19:05 Uhr

Hallo,


"Wer etwas will ,findet Wege....wer etwas nicht will,findet Gründe...."

Mitleid bekommst Du von mir auch nicht. Meine ehem. Vermieter haben auch einen Hund. Meine Tante hatte einen Hund. Beide Hunde waren viel allein weil die Besitzer arbeiten müssen.
Doch dann kamen sie heim und der Hund kam zu seinem Recht.
Ihr habt ein Kind und deswegen keine Zeit mehr für den Hund...

Ich stell mir euch gerade vor...Ihr bespielt wahrscheinlich den ganzen Abend euer Kind und der Hund schaut in die Röhre.
Warum kann nicht einer von euch ne Stunde mit dem Hund raus?
Warum kann das Kind nicht mit Gassi gehen.

Dein Satz "wir müssen unseren Hund abgeben" stößt mir bitter auf.
Ihr "müsst" ihn nicht abgeben sondern ihr wollt ihn abgeben. Sonst würdet ihr Wege finden wie ihr ihm gerecht werden könnt.

Jetzt versteckt ihr euch unter dem Deckmantel "wir handeln im Sinne des Hundes weil es ihm dort viel besser geht"

Klar doch. Vielleicht geht es ihm wirklich in einigen Monaten dort besser. Doch weißt Du auch wie sehr er morgen und die nächste Zeit leiden wird?

Sitz weiter daheim rum und versinke in Selbstmitleid. Scheinbar fühlst Du Dich damit besser wenn Du weinst und "leidest" das Du ihn morgen abgibst. Beruhigt das Gewissen- nicht wahr...

Ganz ehrlich-ich würde mich mit meinem Mann auf den Hosenboden setzen und Mittel und Wege finden. Es gibt genug Teenies, die für 70 Euro im Monat jeden Tag ne Stunde mit dem Hund raus gehen.
Abends einer von euch oder ihr als Familie zusammen und schon ist der Hund zufrieden gestellt.

Aber da kommt wieder mein Satz:

Wer etwas will ,findet wege....wer etwas nicht will,findet gründe....

Mona

Beitrag von aberalleachtung 09.02.11 - 19:26 Uhr

...ich kann mich hoeppy nur anschliessen !

sicher ist es immernoch besser so, als den hund ins tierheim zu geben, aber eine lösung findet sich immer.

unser whisky #hund ist auch tagsüber allein- weil wir beide vollzeit arbeiten- dafür bekommt er aber vor der arbeit eine riesen gassirunde( und dafür stehen wir abwechselnd weit vor arbeitsbeginn auf) und nach der arbeit das gleiche.
anfangs hatte ich auch keinen vollzeitjob und er hat sich ganz fix daran gewohnt und verpennt den tag im körbchen...
ich würde ihn niemals her geben- und wenn ich für einen halben monatslohn einen hundesitter angagieren müsste.

aber jeder hat einen anderen stellenwert für seinen treuen kameraden.

sorg dann wenigstens für ein gutes neues zuhause,

lg andrea

Beitrag von minimoeller 09.02.11 - 20:11 Uhr

Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass ein Mensch verurteilt wird, der sich - nach seinem besten Wissen und Gewissen - gegen ein Tier entscheidet!

Niemand kann sein Leben vorhersehen! Wär ja schön, dann hätten wir alle weniger Probleme.

Ich bin auch kein Befürworten schneller Entscheidungen. Aber hier habe ich das Gefühl, dass man der Userin Unrecht tut. Die jetztigen Lebensumstände sprechen nunmal gegen den Hund. Punkt.

Der Hund wird ein neues Zuhause finden, indem es ihm gut gegen wird. Warum muss denn der Hund auf Gedeih und Verderb bei dem Erstbesitzer bleiben, wenn es ihm dort wesentlich "schlechter" geht???

Man muss auch mal realistisch bleiben!

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