Engelgeschichte

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Beitrag von gobiam 09.02.11 - 16:44 Uhr

Vor langer Zeit suchte ich eine Engelgeschichte - leider konnt mir keiner weiter helfen. Nun hab ich sie selbst gefunden und umgeschrieben und wollte sie euch nicht vorenthalten.
Da am 5.2. mein Neffe, juchhu ich werde Patentante, auf die Welt gekommen ist, werde ich bei ihm zu Hause demnächste gelbe Gummistifel aufs Fenster stellen mit der geschichte darin.
Im Original ist sie von Barbara Wittmund und heißt: Hier soll ich abld auf ein Kidn aufpassen":

Letzt war ich kurz bei euch, aber leider war niemand zu Hause, selbst Albert und Sigrid (Oma und Opa von Julius) nicht. Ich bin also die Eingangstreppe wieder hinunter zum Auto gelaufen und als ich zu euren Wohnungsfenstern hoch schaute, blieb ich erstaunt stehen. Dort oben kniete ein kleiner Engel auf der Küchenfensterbank, hatte beide Hände an die Scheibe gelegt und drückte ganz fest seine kleine Engelnase an die Glasscheibe. Es dauerte bestimmt eine halbe Minute, bis ich endlich etwas sagen konnte, so erstaunt war ich von dem Anblick.
„Es ist leider niemand zu Hause“, sagte ich.
Erschrocken drehte er sich um. „Oh ich habe dich gar nicht kommen hören.“
Er setzte sich auf die Fensterbank und ließ die Beine baumeln. Da sah ich, dass er kleine gelbe Gummistiefel trug.
„Kann ich dir helfen?“, fragte ich.
„Na ja“, druckste er traurig herum, „ ich habe einen neuen Auftrag bekommen, und ich wollte schon mal schauen, wo ich die nächste Zeit verbringe, denn hier soll ich bald auf ein Kind aufpassen. Aber ich war noch nie auf einem Hof mit Schafen und Hirschen, direkt an der Durchfahrtsstraße, und ich weiß nicht, ob ich das schaffe!“
Da saß er nun, baumelte mit seinen kleinen gelben Gummistiefeln und hatte silberne Tränen in den Augen. „Das ist mein erster Auftrag als Schutzengel und ich will es doch besonders gut machen!“
„Wie wäre es, wenn ich dir hier draußen alles einmal zeige? Ich bin zwar auch nur zu Besuch hier, aber wo die Schafe wohnen, die Hirsche ihre Weide haben und Magdalen oft spielt, das weiß ich schon. Und dann bist du ja sicher nicht alleine hier, Magdalens (Julius große Schwester)Schutzengel ist doch auch jeden Tag hier“, versicherte ich ihm und stellte mich vor.
„Ja, ich weiß wie du heißt“, schmunzelte er, „denn deinen, die deiner Kinder und Magdalens Schutzengel kenne ich auch!“
Ich drehte mich in alle Richtungen und schaute. Nun lachte er: „Du kannst ihn nicht sehen.“
„Ja, aber ich kann doch auch dich sehen“, fragte ich erstaunt.
„Das liegt daran, dass ich ja noch nicht angefangen habe, als Schutzengel zu arbeiten. Noch ist das Baby ja im Bauch, da braucht es mich noch nicht. Es ist ja immer bei der Mama. Aber ich merke schon, dass es nun bald auf die Welt kommen will!“
Da kam er herunter geflogen und setzte sich auf meine Schulter. Es fühlt sich schon komisch an, wenn ein kleiner Engel auf den Schultern sitzt – vor allem, wenn er gelbe Gummistiefel trägt. Denn ein Engel wiegt rein gar nichts, er ist federleicht.
„Ist das Engelgeruch, was ich rieche?“, fragte ich schüchtern.
„Oh nein! Wir Engel riechen eigentlich gar nicht. Ich glaube es sind meine Gummistiefel.“
Da musste ich ihn einfach fragen: „ Sag mal, tragen alle Engel Gummistiefel?“
„Nein, nein“, lachte er laut, „die habe ich mir besorgt. Ich wollte doch gut vorbereitet sein. Ich dachte mir, im Dorf und auf einem Hof mit so vielen Tieren sind sie vielleicht ganz nützlich.“
„Ich glaube, du bist genau der Richtige für den Job“, lachte ich zurück.
Und dann machten wir uns auf den Weg in den Stall und durch die Gemüsebeete, die noch ganz kahl waren, zum Hirschgatter. Ich zeigte ihm die Garagen–Baustelle und den Park, in dem wir im Sommer Jürgens Geburtstag gefeiert hatten. Der Engel war sichtlich erstaunt. Die Kinnlade war ständig unten und die Augen wurden immer größer. Am Ende sagte er: „Ich glaube jetzt weiß ich, worauf ich alles achten muss. Das war wirklich ganz lieb von dir, dass du mir alles gezeigt hast.“
Wir waren jetzt wieder an eurer Haustür angekommen mit den vielen Treppenstufen vor und im Haus. Er setzte sich auf den Drachenkopf eurer Regenrinne.
„Und jetzt?“ fragte ich ihn.
„Jetzt muss ich bald nach Fulda ins Herz-Jesu-Krankenhaus“, sagte er ein wenig aufgeregt, „aber das ist gut so. Jetzt kenne ich mich hier schon ein bisschen aus und das Baby will jetzt auf die Welt kommen!“
„Darf ich noch etwas fragen?“, sagte ich leise.
„Na klar!“
„Weißt du was es wird: ein Junge oder ein Mädchen?“
„Ja natürlich weiß ich das“, grinste er, „aber das darf ich dir nicht verraten.“
„Na gut. Ist auch schon in Ordnung. Kann ich denn noch etwas für dich tun?“
„Könntest du mir Ersatzgummistiefel besorgen? So ungefähr Größe 22? Das wäre mir eine große Hilfe. Du kannst sie einfach vor eines der Fenster oben stellen. Dort finde ich sie am besten. Obwohl sich das Baby jetzt doch fast eine Woche länger Zeit gelassen hat, kam ich einfach noch nicht dazu - und jetzt noch schnell welche besorgen: nein, das dauert zu lange“, sagte er und schüttelte dabei seinen Kopf, dass seine rötlichen Haare hin und her flogen.
„Welche Farbe sollen die Gummistiefel denn haben?“, fragte ich amüsiert.
„Ich glaube zu meinem weißen Hemdchen, passt am ehesten Gelb. Was meinst du?“, grinste er mich an.
„Ja, das stimmt. – Okay, dann fahr ich jetzt los nach Hause. Sehen wir uns denn noch mal wieder?“
„Das glaube ich nicht“, sagte er leise, „aber du weißt ja jetzt, dass es mich gibt. Und wenn du mal wieder etwas Engelhaftes riechst, dann sind es bestimmt meine gelben Gummistiefel.“

Mit besten Grüßen gobiam

Beitrag von two-butteflies 09.02.11 - 16:56 Uhr

SCHÖN!!!!

Ich hab richtig Gänsehaut bekommen!

Lg Jo

Beitrag von melina24-09-07 09.02.11 - 19:37 Uhr

süüüß