'Im Stress sein' - neue Mode oder was?!

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Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 19:01 Uhr

Also irgendwie versteh ich so einige Leute nicht (mehr).
Ständig sind sie im (Dauer-)Stress.

Fragt man, warum: Ja... Ich hab soooo viel zu tun. Ich mußte hierhin, dahin, [bla...].

Aber selbst die, die NICHT arbeiten, 'nur' ein Kind haben, sind im Dauerstress! Wie kann das gehen?
Kind hierhin, Haushalt, Einkaufen, Mann, ...! #zitter

Dazu die kinderlosen: Auch NUR im Stress. Aufstehen, Arbeit, Sport, Freunde. STRESS!#schock

Positiv fallen mir dagegen die Frauen/Männer auf, die Kinder und Beruf vereinen. Dazu merkwürdigerweise auch einen Haushalt haben und so manche auch Freunde.
Die quarken mich komischerweise nicht mit ihrem Dauerstress zu.#kratz

Selbst ich fühle mich zeitweise genötigt, ebenfalls zu behaupten, dass ich gestresst bin.
Bin ich eigentlich nicht... Nur ich will ja auch nicht als unterfordert rüberkommen oder so.

Ist euch das auch schon aufgefallen, dass im 'Stress' sein, die absolute Mode geworden ist?

Danke, fürs Zuhören,

Gestresstes SE vom Schreiben #schwitz

Beitrag von nisivogel2604 09.02.11 - 19:07 Uhr

Vielleicht hat das was mit unserer Leistungsgesellschaft zu tun.

Wer nicht im Stress ist tut nicht genug, ist also nutzlos oder so #kratz

Wer keinen Stress hat wird als faul abgestempelt und dann kommen diese : ich schaff aber noch viel mehr als du und bin sowieso viel besser Sprüche

Ich geb zu, ich bin auch manchmal im Stress. Aber wenn ich wirklich im Stress bin, hab ich keine Zeit gleichzeitig andere Leute vollzunölen ;-)

lg

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 19:44 Uhr

Zumal man diese Leute komischerweise ununterbrochen im Netz findet...

Merkwürdig. ;-)

Beitrag von theowaigel.lookalike 09.02.11 - 19:08 Uhr

Hallo- ich finde das Leben anstrengend, und das ist nicht einmal so negativ gemeint, wie es klingt.
Ich bin dankbar für jede Minute Aufatmen, das aber von Herzen.

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 20:12 Uhr

Immerhin hast Du schonmal ein anderes Wort benutzt!

Beitrag von bensu1 09.02.11 - 19:11 Uhr

hallo,

du hast recht, es scheint so, als ob man nur etwas leistet, wenn man "im stress" ist.

meine beste freundin sagt schon im ersten (spätestens im zweiten) satz, das sie sooo viel zu tun hat. obwohl sie eine haushälterin hat, kinderlos ist, spätestens um 18 uhr zu hause ist und am wochenende ausschlafen kann.

aber was weiß ich schon, ich bin ja "nur" hausfrau und mutter, ich darf ja auch nichts sagen... :-p

lg
karin

Beitrag von sandra7.12.75 09.02.11 - 20:33 Uhr

Oh,gestresst vom Nichtstun würd ich sagen #schwitz#schwitz.

Das Leben ist schon hart und ungerecht#rofl#rofl.

lg Sandra

Beitrag von bensu1 09.02.11 - 21:01 Uhr

du sagst es ;-)

Beitrag von silver206 09.02.11 - 19:20 Uhr

Hallo,

komisch, genau darüber habe ich mir heute auch Gedanken gemacht. Ich war die letzten 7 Monate auch total im Streß.

Mein Baby ist ein absolutes Schreikind, die ersten Monate (!!) habe ich ununterbrochen gestillt, nebenher noch meinen 4jährigen und einen Mann, der beruflich nur am Wochenende zu Hause ist.

Was hab ich mir gewünscht, Arbeiten gehen zu dürfen....

Der Streß ist aber eher durch das ewige Geplärre meines Babys ausgelöst worden und die viele Arbeit, die einfach liegen geblieben ist. Es hat mich einfach oft genervt, mit dem Kind an Brust auf dem Sofa zu sitzen und ganz genau zu wissen, du müsstest jetzt eigentlich mal einkaufen gehen oder Wäsche waschen o.ä. Aber es ging nicht- dieses Kind hat nur gebrüllt.

Seit ein paar Tagen ist er wie ausgewechselt- und ich genieße es. Kein Streß mehr, ich kann einkaufen gehen, ohne dass einen Hinz und Kunz fragen: Ach, was hat er denn? Hat er Hunger?
Man, keine Ahnung, was er hat- er spricht so undeutlich! Ja, da war ich extrem oft gestresst.

Er beschäftigt sich mal alleine, so dass ich auf Toilette gehen kann ohne das Kind in der Manduca zu haben. Ich kann sogar den Müll rausbringen *juchhu*

Ich bin ganz ehrlich, diesen Streß wünsche ich keinem- aber ich hab auch nie gesagt: Ich bin im Streß.

Ich stand 7 Monate unter Strom und das hat man mir bestimmt angemerkt.

Ich hätte die "Mode" lieber nicht mitgemacht und die Babyzeit genossen, aber was soll´s.


LG Irene, total streßfrei die letzten Tage und hoffentlich auch die zukünftigen...

Beitrag von spatzl27 09.02.11 - 19:27 Uhr

Hallo,

sehr interessant was Du da schreibst.
Ich hab da mal eben in mich hinein gehört und mich mal unter die Lupe genommen, wie ich, die eigentlich im Dauerstress ist (leider tatsächlich) so drauf ist.

Also ich muss dazu sagen, dass ich wirklich viel um die Ohren habe. Bevor ich aber zu jedem der es hören will - oder auch nicht - sage, dass ich Stress habe, versuche ich MICH selbst so zu strukturieren, dass es einfach funktioniert.

Termine so zu legen, dass ich nicht von einem zum anderen hetzen muss. Bewusst Freiräume schaffen, um das Privatleben nicht hinten an stehen zu lassen. So geht man dem aus dem Weg ein ständig durch die Gegend hetzendes Etwas zu sein, das genervt ist.

Man kann sich auch selbst Stress machen. Ich weiß, dass mir beruflicher Stress sehr schnell auf den Magen schlägt. Bevor ich auf die Bretter knall, zieh ich die Bremse und das geht ganz gut. So kann ich entspannt trotz Stress, auch mal die Beine hoch legen.

Ich weiß, dass ich Stress hab, ziemlichen Stress, aber damit muss ich mich nicht profilieren oder hausieren gehen. Ich hab mich schließlich für mein Leben, so wie es ist und meinen Job entschieden.
Getreu dem Motto: "Love it, change it or leave it!"

Grüßle Spatzl

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 20:17 Uhr

Ich sehe das auch so wie Du: Wenn ich wirklich total am Ende meiner Kräfte bin, habe ich nicht mehr die Zeit JEDEN drauf aufmerksam zu machen. Schließlich muß ich dann einfach nur noch funktionieren bzw. dem ein Ende machen und optimieren. (Wie Du schon geschrieben hattest.)

Will ich allerdings auf meine Person aufmerksam machen, dann kann ich jedem lang und breit erzählen, was los ist, um dann gehätschelt zu werden.

Leider begegnen mir oft Menschen, die dieses scheinbar nötig haben.

Ich will auch nicht alle über einen Kamm scheren, der eine so, der andere so.
Mein Vater ist schon mit 2 Terminen pro Tag überlastet und artet in Stress aus. ;-) Aber der ist schon etwas älter und 'darf' das.

Beitrag von spatzl27 09.02.11 - 20:38 Uhr

Ich denke auch, es ist ein Unterschied ob ein Mensch wirklich von Stress gezeichnet ist. Sprich: ausbrennt, körperliche Beschwerden entwickelt. Der darf das meiner Meinung auch sagen. Ist in meinen Augen auch irgendwie ein Schutzschild. Nicht noch mehr sich auflasten zu müssen..

Aber eben die Menschen, die permanent über Stress reden, haben wahrscheinlich kein anderes Thema. Gibt Leute die nen ganz starken Fokus auf ihrer Person brauchen.

Ich denke Menschen, die wirklich Stress haben, die brauchens nicht auszusprechen, denen glaubt man es ungesagt.

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 20:48 Uhr

'Aber eben die Menschen, die permanent über Stress reden, haben wahrscheinlich kein anderes Thema. Gibt Leute die nen ganz starken Fokus auf ihrer Person brauchen.'

That's it.

Beitrag von ayshe 09.02.11 - 19:28 Uhr

Das ist der Freizeitstreß.
Ich habe manchmal den Eindruck, der kommt aus der Langeweile oder weil manche meinen, sie müßten eben alles mögliche mitmachen.

Ein Post in Erziehung finde ich gerade passend.

Eine Mutter, die teils arbeitet, nach Hause kommt, kocht, zum Kiga Kinder abholen und schnell zu Hause sein muß.
In der ganzen Zeit, der Hektik, weil das Essen kalt wird oder verkohlt, dann muß es auch sofort zum Turnen...bleibt natürlich keine Minute mehr, die das Kind mal etwas tun kann oder darf, sich nciht selbst in Ruhe anziehen, denn dauert eben, Autotür schließen, weil klappt nicht schnell genug, Streß, hektik, Kind natürlich voll ausgeschaltet und am Wüten...

Das ist selbstgemachter Streß.
Man kann echt einiges vermeiden, wenn man will.
Hier eben, muß man ja nicht unbedingt mittags warm essen, muß auch nicht einen Termin nach dem anderen machen.
Wenn man Zeit schafft, sind auch die Kinder ruhiger und man selber eben auch.


Ich glaube, manche brauchen das irgendwie, vllt wie eine Sucht oder eine Selbstbestätigung oder so.
Vieles davon ist doch total überflüssig.

Beitrag von theowaigel.lookalike 09.02.11 - 19:31 Uhr

Es ist eine Sucht! Da gebe ich dir absolut Recht. Wenn man lange, lange Zeit auf einem gewissen Stressniveau gewesen ist, ist es unheimlich schwierig, sich wieder auf ein anderes Level einzupegeln.

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 20:52 Uhr

Ayshe, Du hast Recht.

Beitrag von laboe 10.02.11 - 22:19 Uhr

#proBesser hätte man es nicht formulieren können.#pro

Ich hab auch so Bekannte, die mit ihren Babys schon diesen Freizeitstress voll ausleben.#zitter Und wenn man sich dann drüber unterhält, dann kommen immer so Sprüche: "Naja, der Kleine macht das alles ja auch ganz toll mit, der findet das klasse"... Naja, wenn er auch von kleinauf nichts anderes kennt, ist das ja auch klar...#augen

Wir genießen einen ausgeglichenen Tagesrhythmus, der uns Erwachsenen und den Kindern guttut.#liebdrueck

Laboe

Beitrag von shakira0619 09.02.11 - 19:41 Uhr

Hallo!

Ich gehe Streß möglichst aus dem Weg.

Ich hatte mal eine Freundin, die sich pro Tag mit 3 Freundinnen verabredete. Selbst an meinem Junggesellinnenabschied musste sie nach 2 Stunden los, weil sie sich noch mit Dings und Bums treffen wollte.
Wie gesagt, ich "hatte" diese Freundin. Ich habe mich bei ihr total unwichtig gefühlt. Wer zuviel unter einen Hut bringen will, dem scheint nichts wirklich wichtig zu sein.

Wenn ich mich mit einer Freundin verabrede, dann nehme ich mir die Zeit.

Also "Mode" ist Streß bei mir nicht. Ich empfinde Streß meistens als negativ.

Liebe Grüße

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 19:48 Uhr

So eine Freundin hatte ich auch mal - Stressig, sage ich Dir!
Sofern sie schon den Mund aufmachte, war ich auch schon gestresst, von ihrem ach so stressigen Tag.
Leider kam ich nie dazu, meinen eigenen zu erzählen. Aber der wäre im Leben NIE so stressig gewesen.

Aber deswegen ist es auch u. A. die Ex von mir.

Beitrag von shakira0619 09.02.11 - 19:56 Uhr

Ja, das stimmt. Wenn solche Leute dann erzählen, stresst es einen wirklich irgendwie. #schock

Da fällt mir zu "meiner Exfreundin" noch was ein. Wir arbeiten in der gleichen Firma am PC und jeden Morgen, wenn ich mein Outlook öffnete, hatte ich eine E-Mail von ihr, in der sie mir ihren ganzen letzten Tag schilderte.

Es hörte sich immer an wie ein Tagebucheintrag, aber immer eine Seite lang. Und einmal hat sie nen Fehler gemacht und vergessen, die Anrede zu ändern.

Sie hat wirklich JEDEN Tag ein und dieselbe "Tagebuch-Mail" an ihre zig verschiedenen Freundinnen gemailt.

Das heißt, wir dachten alle, daß sie nur "MIR" schreibt, aber in Wahrheit hat sie einen allgemeinen Text geschrieben und den dann nacheinander an alle ihre Mädels geschickt. So hatte man immer das Gefühl, daß sie Interesse hat. Wie gesagt, als sie mich einmal mit falschem Namen ansprach, kam das ganze raus. Pralle fand ich das nicht.

Beitrag von schwarzesetwas 09.02.11 - 20:54 Uhr

#rofl
Ich falle vom Hocker...

Besagte 'Ex' von mir hat das gleiche getan, nur in der Kneipe, wo wir zusammen gearbeitet haben.
Sie hat das JEDEM Gast/Freund/Bekannten erzählt.

Irgendwann konnte ich sogar jedes Satzzeichen mitreden.

Beitrag von ms.luna 09.02.11 - 19:43 Uhr

ICh weiß genau was du meinst, und finde das auch obernervig.

Buuuuhuuuuhuuu...ich hab ja soooo einen Streß....Ja, nee, is richtig.
Der meiste Streß ist selbst gemacht, und die Leute die damit hausieren gehen suchen meiner Meinung nach nur Anerkennung.

Ich hab zwei Kids ( 10 & 2 also Vorpubertät und Trotzphase..tolle Mische:-p
)
Dazu habe ich noch eine Firma ( 6 Mitarbeiter) , einen Mann , einen Hund, einen Haushalt und sogar ein paar sehr gute Freunde.
Aber Streß hab ich nicht. Ich gönn mir auch mal einen Mittagschlaf wenn der kleine schläft und die Große Hausaufgaben macht.

Allerdings hab ich eine Bekannte, die keine Kinder hat, keine Hobbies und nur den Job und die stirbt ja nahezu vor Streß.
Hat nie Zeit #augen


Aber Streß empfindet auch jeder anders.....

So, dass war mein Statement dazu #winke

Beitrag von gh1954 09.02.11 - 19:48 Uhr

>>>Ist euch das auch schon aufgefallen, dass im 'Stress' sein, die absolute Mode geworden ist?<<<

Das war vor 25 Jahren schon so.

Beitrag von wasteline 09.02.11 - 19:49 Uhr

Mein Job, meine Kinder (als sie noch klein waren), meine Freunde, meine Freizeit.........alles nur positiver Stress. Deshalb musste ich mich nie beklagen.

Beitrag von lilli1983 09.02.11 - 20:00 Uhr

Es gibt auch zweierlei Arten von Mensch: Die, die dauernd betonen wie schlecht es ihnen geht und jeden Tag vom Stress erzählen. Meine Kollegin ist so eine. Sie ist von frühs bis abends an der Arbeit, mault nur rum, hat scheinbar kein anderes Leben wie nur Arbeit. Und alles ist sooo stressig und alles tut ihr weh und die Probleme daheim.....
Und dann gibts die, die auch Stress haben, es aber nicht betonen. Ich denke, ich bin ehr dieser Typ. Ich muss täglich 80 km fahren, arbeite 30 Std/Woche, hab ein Kind, Haushalt und Mann. Ich habe eine phsychische Krankheit, die mir sehr zu schaffen macht und ich deshalb sehr aggressive Beruhigungstabletten nehmen muss. Und so den Arbeitstag rumbekommen muss.
Aber ich jammere nicht vor anderen rum, nur in der Familie rede ich über sowas.
Und außerdem, den meißten Stress macht man sich doch selbst!