Stillen – Babystress, Fläschchen – Papastress

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von vhayleen 09.02.11 - 20:14 Uhr

Ich wollte einfach mal hören, ob ich die einzige bin, die mit einer solchen Situation zu kämpfen hat, oder ob jemand mir einen guten Tipp geben kann.

Folgendes:

Meine Kleine (2 Monate alt) hatte es noch nie einfach mit dem Trinken. Schon im Krankenhaus war das Anlegen die reinste Qual und statt sich satt zu trinken hat sie sich müde geschriehen. Zu Hause klappte es dann Dank meiner großartigen Nachsorgehebamme etwas besser. Dennoch hat sie einfach zu wenig getrunken und da sie immer mehr abgenommen hatte, sollte ich anfangen zu zu füttern. So langsam normalisierte sich das Gewicht wieder, und die Kleine konnte ganz entspannt ihre Milchportion genießen. Das Stillen war/ist für meine Kleine der pure Stress: Trotz Stillhütchen findet sie die Brustwarze nicht richtig, hat sie sie endlich saugt sie zwei drei Mal, dreht dann ihren Kopf weg und das Such-Drama beginnt von Neuem. Und wenn sie sich dann mal festgenuckelt hat, saugt sie nicht richtig und ich sitze pro Brust ca 45 min da. (Das Ganze voll zu beschreiben würde zu lange dauern)
Es hat sich jetzt also bei uns so eingespielt, dass ich Abends voll stille, und das solange die Kleine will, und tagsüber Pre-Nahrung gebe. Seitdem ist die Kleine wirklich viel ruhiger und zufriedener, mir geht es auch prima damit.

ABER:

Jetzt macht mir mein Mann den totalen Kopfstress. „Wie kannst du unserem Kind nur so Kunstzeug füttern?“ „Da weiß ja keiner was drin ist, stell dir mal vor du müsstest sowas trinken“ Psychischer Stress eben. Was natürlich dazu führt, dass ich ein elendiges schlechtes Gewissen habe, wenn meine Kleine das Fläschchen bekommt.
Und jetzt weiss ich nicht was ich tun soll. Wieder versuchen voll zu stillen und das ganze Schreidrama der Kleinen (was jetzt ja nur noch abends ist) den ganzen Tag antun? Wieder riskieren, dass sie abnimmt?

(Abgepumpt hatte ich zu Anfang, aber wegen des großen Zeitaufwandes – 1,5 Std Stillen + 0,5 Std Fläschchen + 0,5 Std Abpumpen – und das alle 3 Std war mir zu heftig)

Beitrag von ines7986 09.02.11 - 20:22 Uhr

Lass dir bloß nichts einreden, die Babynahrung heute ist echt gut.

Ich hatte auch ziemliche Probleme und das ganze Stillen war nur Stress für mich und das Kind, da sie nie richtig satt wurde. Ich habe mich dann (obwohl es mir sehr schwer fiel) für die Flasche entschieden, da es uns allen besser damit ging.

Meine Hebamme meinte damals, dass man irgendwann den eigenen Wunsch unbedingt zu stillen hinter das wohl des Kindes stellen muss. (Sie hat aber vorher mit mir echt alles versucht bis zum stündlichen daueranlegen, hat bei mir alles nichts genutzt)

Liebe Grüße Ines

Beitrag von freno 09.02.11 - 20:23 Uhr

Hallo

Ja, das mit dem Mann kenne ich. Vielleicht nicht mit stillen, aber mit Medizin und anderen Dingen.

such dir am besten gute Freunde um mit ihnen sich auszutauschen. nd lass ihn mal mit der Hebamme reden. Vielleicht kann sie ihn eher überzeugen.

Wenn der psychische Stress zu groß wird muss man auf andere Methoden zurückgreifen. Du machst das schon richtig.

Versuch nicht deinen Mann zu überzeugen. Das ist wahrscheinlich nciht möglich. Versuche ihn nur dazu zu bringen, dass er es so akzeptiert. Vielleicht machst du etwas nettes für ihn und sagst, dass du das nur machen konntest, weil du nicht diesen Stress hast.

Gruß

Freno

Beitrag von blobundbohne 09.02.11 - 20:30 Uhr

Kurze Antwort: Vollstillen hört sich bei dem was Du beschreibst nach keiner guten Idee an.
Du und Deine Tochter müsst primär gut zurechtkommen. Klar, ist Stillen das Optimum, aber wenn es Deine Tochter (und damit auch Dich) so stresst (und Ihr habt es ja wirklich ganz schön lang versucht), macht die Flasche mehr Sinn. Die Kleine hat genug zu lernen, zu erleben und zu verarbeiten, ohne dass sie sich auch noch (unnötigerweise) um ihren leeren Magen sorgen muss. Dein Mann ist vermutlich nicht derjenige, der sich im Stillfall 24 Stunden um ein unzufriedenes hungriges Baby kümmern muss oder?
Kunstzeug hin und her, die Zufriedenheit und die Entspanntheit von Mutter und Kind haben oberste Priorität.
Sag Deinem Mann, er soll einen Gang runterschalten und sich freuen, wenn seine Tochter glücklich ist.
LG,
die Bohne

Beitrag von yilwyna 09.02.11 - 21:48 Uhr

Hallo,
hat dein Mann mal mitbekommen, wie das Stillen abläuft?
Meine kleine ist auch so eine . Sie wehrt sich gegen die Brust,das meinte die Hebamme heute. Ich habe mir ne Pumpe besorgt, aber das ist doch Zeitaufwendig und einen 3-Jährigen, der seien Pensum an aufmerksamkeit fordert hab ich auch noch.
Dein Mann soll mal eine Stillmahlzeit miterleben.
Mein Mann käme nie auf die Idee mir Vorwürfe zu machen, sondern steht hinter mir, egal welche Entscheidung ich treffe.
Ich glaube, dein Mann hat eher Angst davor, das er sich mal hinsetzen und die kleine Füttern muss.
War er dabei, als die Nachsorgehebamme bei euch war?
Lass dir bloß kein schlechtes Gewissen einreden ich spiele auch mit dem Gedanken ,auf Fertigmilch umzusatteln

LG:Yilwyna

Beitrag von winniwindel 09.02.11 - 23:45 Uhr

Wenn dein Mann nicht in der Lage ist, deine entscheidung zu akzeptieren, dann würde ich ihm sagen, dass er einfach schweigen soll.

Das stillen geht ganz allein dich was an. Es ist ja nicht so, als hättest du keinen bock, sondern die kleine mag die Brust einfach nicht.

Ein schlechtes Gewissen sollt er bekommen, wenn er dich mit sowas belastet!:-[

Beitrag von vhayleen 10.02.11 - 10:13 Uhr

Danke für die Antworten. Die haben mir allesamt Mut gemacht meinen Weg weiter zu verfolgen!

Jetzt wirkt das Fläschchengeben nicht mehr ganz so grau. #sonne

herzliches Danke

Vhayleen und Morgana, die gerade nach ihrem Frühstücksfläschchen wieder eingeschlafen ist (Da freut sich Mutti, weil sie jetzt ganz entspannt duschen gehen kann)

Beitrag von lilly7686 11.02.11 - 11:03 Uhr

Hallo!

Also ich würde dir jetzt erst mal raten, dringend eine Stillberaterin auf zu suchen. Denn was du beschreibst klingt mir sehr nach einer Saugverwirrung.
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, du zahlst also nichts für deren Hilfe.

Natürlich ist Muttermilch das Beste. Da brauchen wir glaub ich nicht darüber diskutieren.
Aber die künstiliche Nahrung ist heute nicht mehr so schlecht. Meine Große war ein Flaschenkind und ist jetzt 7 Jahre alt und es geht ihr blendend.
Du kannst natürlich so weiter machen wie bisher. Da spricht im Grunde nichts dagegen.

Dein Mann sollte sich hier nicht einmischen. Bzw. wenn er sich schon einmischen will, dann nicht so negativ!
Wenn er möchte, dass du voll stillst, dann soll er sich um eine Stillberaterin kümmern, die euch hilft. Er soll dich bestärken und positiv sein. Er soll betonen, wie gut es ist, dass du zumindest versuchst, zu stillen. Seine Aufgabe ist es in dem Fall, für dich da zu sein und dich in deinen Entscheidungen zu untersützen.
Und egal, welcher Meinung er ist, er hat nicht das Recht, dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Wenn du stillen möchtest und von der Flasche weg willst, dann wende dich an eine Stillberaterin vor Ort. Es ist auch für dich möglich, voll zu stillen. Ohne Hütchen und ohne Flasche.
Aber wie gesagt, es ist allein deine Entscheidung.

Alles Liebe!