Lehrerin zerrt Kind am Arm

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schokaholik 10.02.11 - 00:09 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich weiß es ist schon spät, aber es läßt mir keine Ruhe. Es geht um fogendes, eigentlich eine Kleinigkeit aber manchmal hängen wir uns an Kleinigkeiten auf. Dann ist es besser eine andere Meinung zu hören.

Meine Tochter 9 Jahre hat seit 2 Wochen Besendienst (sehr ungeliebter Dienst bei allen). Nur so vorweg.

Ich stand unten, da wir Mittwochs immer schwimmen gehen und wartete. Sie kam nicht. Nach 10 Minuten ging ich hoch um nachzusehen wo sie ist.
Ich gehe nach oben und sehe wie die Klassenlehrerin versucht sie am Arm in die Klasse zu zerren.

Wir haben Glastüren, also sah ich sie genau.

Ich bin durch und sehe noch wie die Klassenlehrerin als sie mich sah sofort losließ und 2 Schritte wegging.
Jeder stürmte auf mich ein, wegen Besendienst,..... ich sagte nur zu meiner Tochter "mach" und zu ihr "Ich möchte bitte einen baldigen Gesprächstermin".

Ich bin irgendwie schockiert über das Verhalten von ihr. Sie hat sie richtig am Arm gepackt und gezerrt. Ich weiß jeder ist nur ein Mensch und es kann passieren und und und, aber ich häng da gerade richtig fest.

Ich habe morgen den Termin bei ihr und werde das auch zur Sprache bringen. Ich wollte es jetzt auch heute nicht vor allen Kindern besprechen, aber desto länger ich warte, desto schlimmer ist die Situation für mich.

Ach sagt mir einfach ein paar Meinungen dazu, damit ich endlich ein bißchen runter komme.

Liebe Grüße
Schoka

Beitrag von knutschka 10.02.11 - 07:09 Uhr

Hallo,

ich bin da zwiegespalten. Von der rechtlichen Seite hat die Lehrerin definitiv ihre Kompetenzen überschritten: Zumindest in MV darf man als Lehrer ein Kind nämlich überhaupt nicht anfassen (ja, nichtmal trösten, etc. - wenn man Pech hat, wird einem das alles negativ ausgelegt).

Allerdings: die Lehrerin hat deine Tochter am Arm gehalten - nicht an den Ohren, nicht an den Haaren, sie hat sie nicht geschlagen... Wenn du erst nach 10 Minuten hochgegangen bist und der Besendienst dann noch nicht fertig war, werden sie wohl schon eine längere Diskussion geführt haben (die 10 Mintuen sind aber Pausenzeit der Lehrerin, die vielleicht auch etwas dringendes zu tun hatte)- vielleicht war deine Tochter dann einfach der Meinung, gehen zu können, ohne zu putzen - was hättest du denn dann gemacht?

Sprich zunächst mit deiner Tochter, wie sie die Situation wahrgenommen hat und frage sie, was denn wohl dazu geführt hat, dass es so endete und ob das häufiger so läuft. Nimm diese Informationen mit in das Lehrergespräch.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich es nicht so dramatisch finde (obwohl es natürlich nicht in Ordnung ist). Ich denke, ich würde der Lehrerin am Ende des Gesprächs sagen, dass sie die Finger von meinem Kind zu lassen hat und es dann erstmal auf sich beruhen lassen.

Aber das musst du am Ende mit dir selbst ausmachen.

LG Berna

Beitrag von diegute 10.02.11 - 08:37 Uhr

Hallo,

ich würde den "Vorfall" nicht überbewerten - vergiftet die Atmosphäre!
Es ist ja nichts schlimmes gewesen - hey am Arm halten (zerren?)...#augen .
Deine Tochter hat die Lehrerin noch eine Weile nehme ich an...

Ich hätte auch deswegen keinen Termin vereinbart.

LG diegute

Beitrag von maischnuppe 10.02.11 - 08:57 Uhr

Na und? Deine Tochter wird deswegen keinen seelischen Schaden erleiden. Nicht, dass ich tätliche Übergriffe befürworte, aber DAS finde ich jetzt echt nicht schlimm oder übergriffig.
Kinder werden heutzutage eh verweichlicht und überbewertet.
Boah, ich kling wie ein Kinderhasser#hicks#schwitz Ich liebe mein Kind auch über alles und ich weiss auch, wie sie zicken kann, wenn sie ungeliebte Dienste tun soll. Von daher kann ich die Reaktion der Lehrerin nachvollziehen.

Beitrag von juki 10.02.11 - 09:16 Uhr

Huhu...

ich würde erstmal mit meiner Tochter reden und ihre Seite hören wie es dazu kam...und wenn es nicht fest war würde ich die Sache auf sich beruhen lassen.
Ich weiß aus meiner Schulzeit noch, dass ein Lehrer uns dauernd am Arm gepackt hat und es wurde überhaupt kein Wort darüber verloren....außer als ein Junge nen dicken blauen Fleck hatte davon....

LG

Beitrag von tauchmaus01 10.02.11 - 10:28 Uhr

Ich sehe das anders als die anderen.

Wenn Lehrer sich in eine Prügelei einmischen um schlimmeres zu verhindern, dann kann man das am Arm packen vertreten um die Streithähne auseinander zu bekommen.
Aber ansonsten hat der Lehrer kein Recht ein Kind am Arm zu packen, warum auch immer.
Ich würde das Gespräch wahrnehmen und klarstellen, und zwar freundlich, dass sie doch bitte auf anderem Wege versuchen möchte sich durchzusetzen.
Klar, erstmal anhören wieso, weshalb, warum.....aber ich würde das freundlich untersagen.
Sie ist zuweit gegangen und darf ruhig merken dass Eltern das nicht tolerieren.

Mona

Beitrag von fraz 10.02.11 - 10:47 Uhr



Deine Tochter hat sich offensichtlich nicht an die Abmachungen gehalten, ist das für dich auch einen Gedanken wert?

Können wir uns im Berufsleben auch einfach drücken, wenn etwas unbeliebt ist?

Also: Bring deiner Tochter bei, dass sie sich in der Schule an die Abmachungen zu halten hat, ob es ihr passt oder nicht, dann wird sie auch keine Lehrkraft am Arm "zerren" müssen.......


Fraz, eine Lehrerin#cool

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 12:50 Uhr

Können wir uns im Berufsleben auch einfach drücken, wenn etwas unbeliebt ist? ----------------


Dir ist aber schon klar das wir über Kinder reden, die das alles erst lernen müssen??? Das unterscheidet uns unter anderem von den Kindern. Sie versuchen sich eben zu drücken bei unliebsamen Dingen. Ist doch völlig normal.


Zerrst Du denn auch an Deinen Kindern wenn sie sich vesuchen vor etwas zu drücken? Sollte man denn nicht - gerade als Pädagogin - versuchen sich so zu artikulieren, daß die Kinder das verstehen?!

Beitrag von manavgat 10.02.11 - 12:58 Uhr

Ich artikuliere da ganz unmißverständlich: wer sich nicht an die Regeln hält, kann das Institut verlassen!

Ich frage mich nur, wie man das in einer öffentlichen Schule machen soll.


Bei uns kommt es auch vor, dass Kinder die Dreck machen, den Staubsauger in die Hand nehmen und in schweren Fällen mit Teppichreiniger anrücken müssen. Da kommt überhaupt keiner auf die Idee, das mit mir zu diskutieren!

Warum wird hier über die Lehrerin so reflektiert aber das Fehlverhalten des Kindes als völlig normal angesehen?

Gruß

Manavgat

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 14:37 Uhr

Hast Du was nciht verstanden oder ich vielleicht falsch?

Besendienst ist wohl in diesem Falle keine Strafe für etwas, das man verschmutzt hat, sondern eine Regelmässigkeit. Und ich halte das für total selbstverständlich, daß ein Kind keine Lust auf sowas hat. Hätte ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin.
Selbstverständlich sollen Kinder lernen, auch unliebsame Dinge zu erledigen.

Dennoch finde ich es nicht richtig, an einem Kind zu zerren deswegen.
Zerrt man zu Hause auch an den Kindern, wenn sie z. B. den Müll nicht runterbringen? Nein. (also im Normalfall jedenfalls nicht) Und als Lehrerin /Lehrer DARF man das auserdem auch nciht.

Klar haben die Pädagogen das oft ganz schwer, aber zerren geht echt zu weit. Ich unterscheide hier auch ganz klar zwischen festhalten und reden und am Kind rumzerren.

black

Beitrag von marion2 10.02.11 - 15:10 Uhr

Hallo,

in diesem Fall machen die Kinder regelmäßig Dreck, der regelmäßig entfernt werden muss.

Ist Hausarbeit eine Strafe oder notwendiges Übel für dich?

Gruß Marion

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 15:57 Uhr

Hausarbeit ist weder eine Strafe, noch ein Übel für mich, sondern schlicht notwendig.

Und Kinder müssen lernen, auch Dinge zu tuen, die sie nicht gut finden. Dennoch zerre ich nicht an einem Kind, nur weil es keine Lust auf etwas hat.

Davon mal abgesehen: was ist das für eine Vorbildfunktion? Sollen die Lehrer nicht auch eingreifen, wenn die Kinder sich gegenseitig rumzerren auf dem Schulhof???

Beitrag von luka22 10.02.11 - 15:17 Uhr

Lehrerin und Schüler stehen kaum auf einer Ebene. Ein Schüler ist ein Kind und hat wohl kaum die Reife eines Erwachsenen, die ich bei der Lehrerin in diesem Beispiel doch vermisse - vom Berufsethos mal nicht zu sprechen! Du wirst mir zustimmen, dass unter gar keinen Bedingungen ein Lehrer handgreiflich werden darf, schon gar nicht, wenn es sich um so eine relativ harmlose Situation handelt. Im besten Fall sollte ein Lehrer den Kinder vorleben, wie man Konflikte gewaltfrei löst! Dazu gehört es sicher nicht, ein Kind am Arm zu packen und daran zu zerren.
Die Lehrerin hätte hier anders reagieren können und müssen: Sie hätte z.B. wegen Rumnöhlens den Dienst um ein weiterers Mal verlängern können. Das fände ich angemessen und würde dem Verhalten eines reifen Pädagogen (!) entsprechen.

Luka

Beitrag von strandvejen 10.02.11 - 22:12 Uhr

.....dem ist nichts hinzuzufügen...

Beitrag von snailshell 10.02.11 - 14:21 Uhr

Und wenn man sich nicht an Abmachungen hält (wir sprechen hier noch immer von einem Kind - keinem AN im reifen Alter), dann sind körperliche Übergriffe wie Zerren erlaubt und gerechtfertigt? Meinem Chef würde ich mehr als einen Vogel zeigen, wenn dieser sich rausnehmen würde, mich anzufassen, nur weil ich mich "drücke".

Warum sollten Lehrer das dürfen?

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 14:30 Uhr

gehe mal davon aus, das Deine Antwort nicht mir galt. :-)


Du hast nämlich absolut Recht ung genau das habe ich im Grunde versucht zu sagen. Leider fehlten mir die Worte für dieses passende Beispiel.
DANKE dafür ;-)

Beitrag von snailshell 10.02.11 - 14:36 Uhr

Nein, mein Antwort galt "fraz", die selbst Lehrerin ist und solche Dinge gutheißt.
Also ehrlich, da wünsche ich mir wirklich von Herzen, dass mein Kind einen Lehrer/eine Lehrerin bekommt, der/die die Hände, auch in Stresssituationen mit einem bockigen Kind, bei sich behält.

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 14:41 Uhr

Ich sehe das genauso.

Davon mal abgesehen, daß rumgezerre ganz klar die Kompetenzen eines Pädagogen überschreitet. Festhalten und reden ist etwas ganz anderes z. B.

Sollte ich soetwas je in der Vorschule / Schule bei meinem Kind erleben, dann würde ich das ganz klar zur Sprache bringen und unterbinden.

Was ist denn das auch für eine Vorbildfunktion, wenn die Kinder mitbekommen, daß zerren nicht so schlimm ist???

Geht gar nicht!

Wünsche Dir einen schönen Tag und (uns beiden) kompetente, nette Lehrer. (da sehe ich bei mir allerdings keine Schwierigkeiten. Mein Sohn ist in einer dänsichen Schule und dort wird ganz anders mit den Kindern umgegangen.)

Beitrag von snailshell 10.02.11 - 14:46 Uhr

Ja, ich finde auch, dass das eine klare Kompetenzüberschreitung ist.
Vor allem auch eine Form der Hilflosigkeit - nach dem Motto, wenn das Kind nicht will, wird es eben gezwungen.

Ich hätte die Lehrerin auch sofort zur Rede gestellt. So etwas geht echt überhaupt nicht, egal, wie bockig oder desinteressiert das Kind vorher war.

Ich wünsche dir auch einen schönen Tag! Sei froh, dass es in Dänemark anders läuft. Ich bin gespannt, was mich demnächst so erwartet, wenn meine Kurze in die Schule kommt.

LG

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 15:00 Uhr

;-) ...nicht in Dänemark. Wir wohnen schon in Deutschland. (aber halbe Std. von Dk entfernt :-) )

allerdings geht mein Sohn in den dänischen Kindergarten bzw. Vorschule und dannach in die dänsiche Schule. Kann man vom System her nicht mit dem überfüllten, teilweise überforderten deutschen System vergleichen.
Er lernt also alles auf dänsich und deutsch ist quasi ein Lernfach ;-)

mange tak og mange hilsen fra mig
(vielen Dank und viel Grüsse von mir) ;-)

Beitrag von marion2 11.02.11 - 09:53 Uhr

Wir haben Schulpflicht - die Lehrerin kann das Kind wegen Arbeitsverweigerung nicht einfach feuern und Kinder können nicht kündigen.

Die Grundvoraussetzungen sind anders - darum sind die Verhältnisse nicht vergleichbar.

Beitrag von snailshell 11.02.11 - 10:14 Uhr

Das hättest du nicht mir, sondern "fraz" schreiben sollen. Sie hat schließlich den Vergleich mit dem Berufsleben gezogen.

Beitrag von strandvejen 10.02.11 - 22:04 Uhr

Dir ist aber schon klar, dass es andere pädagogische Maßnahmen gibt???

S. eine Lehrerin#cool:-p

Beitrag von fraz 11.02.11 - 10:32 Uhr

Hab ich irgendwo geschrieben, dass ich am Arm zerren gut finde?

:-p#cool#cool

Beitrag von juniorette 10.02.11 - 11:23 Uhr

Hallo,

"Ich bin irgendwie schockiert über das Verhalten von ihr. Sie hat sie richtig am Arm gepackt und gezerrt."

ich wäre vor allem schockiert darüber, dass mein Kind sich in einer Art und Weise verhält, dass eine Lehrerin es irgendwo hinzerren muss.

Schon mal überlegt, wie dein Verhalten auf dein Kind wirken könnte?

Möchtest du ein Kind heranziehen, dass alles und jeden provoziert (vor allem Autoritätspersonen), weil Mami den Autoritätspersonen schon was erzählen wird, wenn diese sich provozieren lassen?

LG,
J.

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