Schwanger mit Antidepressiva?

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von sternenglanz123 10.02.11 - 08:50 Uhr

Hallo,

weiß zwar noch nicht, ob ich schwanger bin - aber irgendwie habe ich das Gefühl...

Das Problem ist, dass ich auf Antidepressiva angewiesen bin, diese kann ich auch nicht absetzen, weil ich innerhalb von wenigen Wochen einen Rückfall bekomme. Wurde schon mehrfach ausprobiert. Und hier handelt es sich um sehr schwere Rückfälle.

Hat schon mal jemand eine Schwangerschaft mit Antidepressiva durchlebt, wie ist es mit einem gesunden Kind?

Ich habe gestern mit meinem Mann darüber gesprochen und er meinte, dass dann nur eine Abtreibung in Frage kommt. Wir hätten gar keine Wahl. Eigentlich weiß ich, dass er recht hat.
Die Antidepressiva, dann Hormonschwankungen, dann das erhöhte Risiko einer postpartalen Depression.
Ich bin es auch meinen beiden Kindern schuldig, die nun mit einer "stabilen" Mama leben.

Trotzdem mache ich mir Gedanken, wäre es dann ein Junge oder Mädchen? Wie würde es aussehen? Ich wollte irgendwie schon seit ich ein Kind war, immer einmal drei Kinder haben. Was aber vernünftigerweise nie sein wird. Macht mich irgendwie traurig, das ist auch der Grund, warum bis jetzt nie eine Sterilisation in Frage kam. Aber jetzt werde ich mir wohl doch Gedanken darüber machen müssen.

In ein paar Tagen kann ich testen. Eigentlich ist es unwahrscheinlich, wir haben fast fünf Jahre erfolgreich verhütet. Trotzdem, dieses Gefühl werde ich nicht los und ganz unwahrscheinlich ist es ja auch nicht.

LG

Beitrag von sadysadistic 10.02.11 - 09:25 Uhr

Hallo,

ich war selber letztes Jahr schwanger und musste währenddessen sowohl Antidepressiva als auch Beruhigungs- und Schlafmittel nehmen [Stangyl, Truxal, Dipiperon]. Kann dir nur sagen, dass das nicht so klappt, wie man es sich wünscht :/ Ich selber habe die Mittel sowieso schon - ohne von der Schwangerschaft zu wissen - damals abgesetzt, allerdings hat meine FA mich bereits seelisch darauf vorbereitet, dass es nicht klappen würde, da ich mich geweigert habe abtreiben zu lassen.

Das Kind habe ich in der 14. SSW verloren, die Antidepressiva waren aber gerade abgesetzt - und dafür hatte ich dann die Rückschläge, allein wegen des Erlebnisses, und weil ich das Absetzen doch noch nicht so verkraftet habe, wie ich es wollte. [spreche bei Rückfällen von SSV und weiterfuehrendes]

Ich würde dir raten, das erstmal mit deinem FA abzusprechen, da sich jedes Medikament da auch unterscheidet.

Ganz liebe Grüße und viel Glück!

Beitrag von lieber anonym 10.02.11 - 09:37 Uhr

Hallo Du

ich mache gerade etwas ähnliches durch. Samstag Nacht ist uns das Kondom gerissen, ich war in der fruchtbaren Zeit. Ich nehme seit Okober Antidepressiva.

Ich habe dann am Sonntag in einem psychiatrischen Notfallzentrum angerufen, was ich tun soll. Wir würden das Kind auf alle Fälle behalten.

Mir wurde geraten, das Antidepressiva sofort abzusetzen und bei positivem Test soll ich ein anderes bekommen, das man auch in der Schwangerschaft nehmen kann. Bei negativem Test kann ich das alte Medikament wieder weiter nehmen.

Im Moment schlage ich mich mit üblen Absetzungsnebenwirkungen rum, da ich das Medikament ja nicht ausgeschlichen hab (starker Schwindel, Uebelkeit, Kopfschmerzen). Laut dem Psychiater am Telefon aber nur lästig und nicht gefährlich...

Ich hab auch Angst, wie es mit drei Kindern werden würde. Hatte bei den anderen beiden jeweils postpartale Depressionen und habe hier wo ich lebe keine Unterstützung durch Verwandte oder Freunde.

Vielleicht telefonierst Du mal mit Deinem Arzt/Psychiater, ob Du auch wechseln kannst auf ein anderes Medikament?

lg und alles Gute!


Beitrag von hoffnung2011 10.02.11 - 09:50 Uhr

hm, ist dieser Beitrag eher nicht ein WUNSCH nach einer Schwangerschaft ?

Hi du,

es wäre interessant, wenn man sagen würde, welches antidepressivum geht ? ich stand in der XX Schwangerschaftswoche vor einem Arzt und er sagte: Tut mir leid aber alles würde durch die plazenta gehen, kommen sie nach der Schwangerschaft..

Danach ist es kein Problem, du musst nciht stillen und bekommst du deine Medis sofort wieder aber in der ????

Solltest du aus egal wechelm Grund...darüber nachdenken...Ich habe ein kind grade bekommen, was in der SS Medikamente bekommen hat, die durch die plazenta gehen..alles ärztlich überwacht..und dieses kind ließ sich zum anfang nicht berühren lassen und war so unruhig, dass es Beruhigungsmittel bekommen musste..

Alles hat sich zwar sehr schnell beruhigt, so dass nach einer Woche schon alles o.k. war (viel Körperkontakt etc.) aber ich würde nie..nicht annähernd riskieren, etwas zu nehmen und gleichzeitig ein Baby zu haben..

Darüber denkst du aber gar nicht..

Beitrag von leonie133 10.02.11 - 11:25 Uhr

Hallo,
ich habe während der Schwangerschaft und noch danach ein bestimmtes Antidepressivum genommen, welches Gott sei Dank bei der Dosierung unschädlich war für das Kind. Ich hatte dieses auch die ganzen Jahre vorher genommen und es hat immer gewirkt. Ich durfte halt nicht stillen, das war das einzige Manko.

Dass bei mir einige Zeit später das Medikament nicht mehr anschlug, ist glaube ich ein Sonderfall. Ich wurde umgestellt, nun ist aber eine weitere Schwangerschaft ausgeschlossen.

Ich würde mit dem FA und auf jeden Fall auch mit deinem Psychiater alle Möglichkeiten durchsprechen. Ein erneuter schwerer Rückfall darf nicht riskiert werden.

Dir und deiner Familie alles gute.

LG Leo

Beitrag von kimmy85 10.02.11 - 11:34 Uhr

Hey du,

ich hab bei meiner Tochter durchweg Sertralin und Atosil genommen und es ist nichts passiert. Sie war immer super im Bauch, normal entwickelt etc. etc. Viele Medikamente sind in der SS unschädlich, jedenfalls die AD. Durch die AD wirst du die Hormonschwankungen sogar um einiges besser im Griff haben.

Ist deinem Mann klar, dass wenn er dich zur Abtreibung treibt, deine depressive Phase verschlimmern kann?

Besonders bei Krankheiten wie z.B. der Borderline Störung ist ein gleichbleibender Medikamentenspiegel sehr wichtig, ansonsten kommen die Anfälle sehr schnell wieder, was aber eher chemischer Natur ist.

Meiner Meinung nach, solltest du das Kind behalten (sofern es denn da ist) und den medikamentenspiegel einhalten. Ich habe bis jetzt nicht ein Kind gesehen was unter AD behindert geworden ist, und vor allem, alle der Kinder wo die Mütter es weiter genommen haben´, haben eine glücklichere Mutter.

Alles Gute dir.

Beitrag von Ach man...... 10.02.11 - 12:50 Uhr

Hallo Sternenglanz!!!

Vor etwa 5 Jahren wurde meine Kleine geboren. Ihre Mutter nahm bis dato auch immer Antideprissiva befanc dich aber durchegehnd in ärztlicher Behandlung. Der Neurologe meiner Frau sagte wort wörtlich entweder hat das Kind einen an der Klatsche oder nicht durch das Medikament. Diese Aussage war für meine Frau sehr sehr hart. Sie dosierete sich dann selber runter. Sie war zu einigen eitpunkten echt ungeniessbar. Leider wurde unsere Tochter dann doch behindert geboren!!!! HALT!!! Aber nicht vom Antideprisivum sondern durch einen Ärztfehler. Sie haben fehler während der Geburt gemacht und daher ist sie behindert!!! Wie Du sehen kannst, das Schicksal kommt so oder so. Vor ca 14 Tagen hat meine Frau wieder positive getestet (Es ist nur einmal das Kondom verutscht und schwups war es passiert). Sie hat sich nun gegen das Kind entschieden 1. weil sie noch Antideprisivum nimmt. 2. weil sie dem behindertem Kind nie erklären könnte warum kann es laufen und ich nicht oder warum kann es sprechen und warum ich nicht). Die Entscheidung ist wirklich nicht leicht gefallen.

Mein Rat an Dich: Solltest Du Schwanger sein, informieren Deinen Gyn darüber der wird Dich weiter verweisen an Neurologen ect (Der Dich auf Deine Tabletten eingestellt hat). Dann wird er mehr Untersuchungen machen als bei einer normal Schwangeren. Wie wirklich die Tabletten oder andere auf die Schwangerschaft sich auswirken ist immer schwer zu sagen - Es gibt zwar medizinische studien aber die sind auch nicht immer sehr aussagekräftig. Hier bekommst Du vielleicht auch Infos:

http://www.embryotox.de/


Lass den Kopf nicht hängen!!! Du wirst Dich schon richtig entscheiden!!!

Lg

Ps: Wenn Du magst darfst Du auch gerne schreiben, schreibe dann zurück!!!

Beitrag von kitty0311 10.02.11 - 13:12 Uhr

Hallo

ich nahm auch über 2 Jahre Antidepressivum. Als ich positiv getestet habe, habe ich auch erstmal sämtliche Medikamente abgesetzt.
Meine Frauenärztin hat mich nun zu einer Ärztin für Humangenetik geschickt, die hat alle Medis nochmal mit mir durchgekaut, welche ich wann während der Frühschwangerschaft genommen habe. Da es mir psychisch nicht besonders gut geht, hat sie mir auch einige Präparate genannt, die ich bedenkenlos während der SS nehmen kann. Ich denke man sollte sich auf alle Fälle bei verschiedenen Ärzten informieren. Meine Psychiaterin wollte mich wenigstens über die "kritische Zeit" ohne Pillen bringen und das haben wir bald geschafft. Und danach werde ich zu dem empfohlenem Mittel greifen, denn ich denke meine Dauer-Depressivität schadet dem Baby nur mehr.

LG

Beitrag von marion2 11.02.11 - 09:24 Uhr

Hallo,

was steht denn in der Packungsbeilage?

Gruß Marion

Beitrag von casbada 21.03.11 - 22:46 Uhr

hallo sternenglanz #winke
ich lese gerade erst heute deinen eintrag und möchte dir einfach mal ein bissel von mir erzählen. vor fast 6 jahren war ich genau wie du in diesem chat und habe angefragt, ob jemand erfahrung hat in bezug auf schwangerschaft und antidepressiva. leider habe ich keine positiven antworten bekommen, eher so nach dem motto: ...wie ich es mir unter diesen umständen erlauben würde ein baby haben zu wollen...jedenfalls habe ich den schritt dann doch gewagt, auch unter dem zuspruch meiner wirklich tollen FÄ. sie gab mir den mut und so klappte es tatsächlich sofort nach entnahme der spirale mit dem schwangerwerden :-) ich mußte während der ganzen schwangerschaft ( mit 35 Jahren )die antidepressiva nehmen und zusätzlich noch bluthockdrucktabletten. während der sw habe ich wirklich alle erdenklichen test gemacht. triple test, organscreening, nackenfalte messen etc. und glaube mir, ich habe wirklich sehr oft ein schlechtes gewissen gehabt und natürlich auch die angst, dass etwas passieren könnte ( frühgeburt / behinderungen )........aber nach fast 40 wochen - 1 TAG fehlte am errechneten termin - habe ich einen wirklich gut entwickelten, kernigen und gesunden jungen geboren. ich habe diesen schritt nie bereut. er ist mein kleiner sonnenschein :-)
ich möchte dir hiermit nur mut machen, dass es auch mit antidepressiva funktionieren kann....und von einer abtreibung nur auf blauen dunst, es könnte ja was mit dem kind sein, möchte ich dringenst abraten!!!!!
ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen. falls du noch fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden. liebe grüße und alles gute, casbada