Katholischer Kindergarten obwohl man nicht katholisch ist?

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Die Zeit vor der Geburt ist die Zeit des Nestbauens. Hier könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr das Kinderzimmer einrichten möchtet, wo das Baby schlafen soll, welche Kleidungsstücke in die Erstausstattung gehören und vieles mehr... 

Beitrag von sansdouleur 10.02.11 - 13:43 Uhr

Ihr Lieben,

ich bin jetzt bei 28+6 und habe mir heute einen wohnortnahen Kindergarten angeschaut, direkt verbunden mit einer Kirche. Ich bin schon zu spät dran, eigentlich habe ich bisher fast nur Absagen von Kindergärten bekommen.

Die hätten noch zwei Plätze, meine Zwillinge würden dort also ab August 2012 frühestens einen Platz bekommen, allerdings kann ein Kind zurückgestuft werden, was eigentlich in die Schule hätte kommen sollen, dann bekomme ich keinen Platz.

Nun zu meiner Frage. Es ist ein katholischer Kindergarten mit sehr kleinen Räumen, es sind auch nur 30 Kinder maximal mit ähm 6 Erziehern insgesamt und einem schönen sehr grünem Spielplatz gleich mit dran.

Die Kinder müssen beten vor dem Essen, ab und an den Kindergottesdienst besuchen und ab und an wird denen der Glauben näher gebracht. Ich habe die Liste gesehen, viele Eltern sind nicht katholisch, das finde ich schon mal positiv, dass meine quasi keine Außenseiter sind.

Weiterhin finde ich gut, dass zwei Erzieher da sone Sonderausbildung haben und logopädie und ergotherapie glaube ich anbieten. Was ja insbesondere gut wäre, weil ja damit gerechnet wird, dass meine viel früher kommen werden und das wäre ja echt praktisch. Sie sind ein Intigrationskindergarten, also auch mal mit schwer erziehbaren oder behinderten Kindern, das stört mich nicht.

Viele raten ab, da es so wenig kinder sind...was ich eigentlich nicht als Nachteil sehe...

So viel erstmal dazu, was sagt ihr, würde der Kindergarten für euch in Frage kommen?

Grüße

Beitrag von kleinemiggi 10.02.11 - 13:57 Uhr

Also, ich bin katholisch und mein Mann Moslem. Wir haben uns dafür entschieden, dass unsere Kinder auch moslemisch erzogen werden. D.h dass wir ihnen dieses Glauben nahe bringen. Ich konnte und kann mich nicht mit meiner Religion identifizieren. Daher war und ist es für mich kein Problem, da ich mich sowieso an den Glauben meines Mannes richte...

Wir haben uns auch nach Kindergärten umgesehen. Und ich bin bei den kath. kindergärtner auf Gegenwind gestoßen. Ich solle mich doch mal bei dem türkischen erkundigen. Die kennen sich mit Moslems besser aus.

Wenn du kein Problem damit hast, dass deinen Kindern dieser Glaube nahe gebracht wird, dann kannst du deine Kinder hinbringen. Doch du hast dich doch gegen diese Religion (bewusst) entschieden, oder? Für mich und meinen Mann kommt es nicht in Frage. Wir wollen dass unsere Kinder IHREN Glauben kennenlernen. Sie werden auch in der Schule weder am Religionsunterricht noch am Gottesdienst teilnehmen... Weil es mit ihrer Religion nichts zutun hat. Aber das musst du für dich entscheiden...

Unsere wird in einen städtischen Kiga gehen. De Ausländeranteil ist automatisch größer, doch wenn es eine gute Struktur gibt, spicht nichts dagegen.

Beitrag von julibaby2011 10.02.11 - 15:52 Uhr

"Sie werden auch in der Schule weder am Religionsunterricht noch am Gottesdienst teilnehmen... Weil es mit ihrer Religion nichts zutun hat."
Was für einen RU kennst du denn bitte? Nur weil in Deutschland konfessioneller RU erteilt wird, heißt das doch nicht, dass die anderen Religionen nicht genauso ihren Platz finden?
Du bist meiner Meinung nach total engstirnig und sorgst jetzt schon dafür, dass deine Kinder sich ausgegrenzt fühlen, weil sie eben nicht am RU teilnehmen wie die anderen...

Und dann noch eine Frage: Dein Mann ist Ausländer? Oder habe ich das falsch verstanden? Dann versteh ich nämlich das hier nicht: De Ausländeranteil ist automatisch größer, doch wenn es eine gute Struktur gibt, spicht nichts dagegen.

Lg

Beitrag von pinklady666 10.02.11 - 14:10 Uhr

Hallo

Ich würde mich immer wieder für einen katholischen Kindergarten entscheiden. Aber nicht nur aus Sicht der Mama, sondern auch als Erzieherin.
Ich habe schon in vielen Einrichtungen gearbeitet und das beste Klima ist meiner Meinung nach immer in den kirchlischen Einrichtungen.
Es ist ja nicht so, dass man den Kindern ständig irgendwas vorbetet.
Es wird vor dem Essen gebetet, das empfinde ich aber nicht als schlimm. Und die Teilnahme bzw. Mitgestaltung von Gottesdiensten ist für die Kinder auch immer super spannend.
Andersgläubige Kinder werden nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, man greift auch hier einiges auf, einfach weil den Kindern Dinge auffallen die ihnen fremd sind (bei Moslems z.B. dass sie nicht alles essen dürfen. Das war in meinem Zimmer vor einiger Zeit ein riesen Thema und hat die Kinder brennend interessiert).
Was den Betreuungsschlüssel angeht, habe ich das richtig verstanden? In der gesamten Einrichtung sind 30 Kinder auf 6 Erzieherinnen / Kinderpflegerinnen? Welches Alter haben die Kinder und wie ist die Stundenverteilung? Bei uns ist der normale Schlüssel in der Krippe (6 Wochen bis 3 Jahre) 2 1/2 Erzieherinnen auf 10 Kinder, im Elementarbereich (3 Jahre bis 6 Jahre)1 1/2 Erzieherinnen auf 25 Kinder, bei Familiengruppen sind auf 18 Kinder (6 Wochen bis 3 Jahre) 3 1/4 Erzieherinnen. Alles allerdings grob gerechnet, da die Arbeitsstunden immer auf das komplette Haus gerechnet wird.

Liebe Grüße

Bianca mit Marie Danielle (*21.06.2007) und Sophie Marielle (ET 22.06.2011)

Beitrag von sansdouleur 10.02.11 - 14:39 Uhr

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.

Also ich empfinde das mit dem Beten vor dem Essen auch nicht schlimm und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass dort einem etwas "aufgezwungen" wird, das wäre allerdings auch meine größte Sorge. Ich bin aus voller Überzeugung absolut gar nicht religrös, finde es aber gut, dass die Kinder dann auch lernen, dass es auch andere "Einstellungen" gibt.

Weiterhin wohne ich am Rand von Berlin und hier gibt es kaum bis keine Ausländer, dort im Kindergarten bislang auch gar nicht, wäre hier dann auch eher in der Unterzahl. Ich muss ehrlich sagen, dass das für mich wichtiger ist, da ich viele Freunde habe aus anderen Bezirken, wo Kinder Wörter kennen ausm Kindergarten, ausländische Schimpfwörter und teilweise auch türkisch sprechen...das möchte ich persönlich nicht.

Hier in dem katholischen Kindergarten wird Englischförderung angeboten, allerdings müssen mind. sechs kinder teilnehmen, bislang trifft das anscheinend nicht so auf den Willen der Eltern, obwohl ich es toll finde, ich hatte das damals auch und Englisch braucht man immer später mal im Job und es ist schon eine langsame Heranführung.

Ach und in dem Kindergarten wird einmal die Woche bei den "Großen" ein Vorschultag gemacht, zum herangewöhnen an die Schule. Finde ich auch gut.

Nun zu der Anzahl der Erzieherinnen. Das hat mich ehrlich gesagt stutzig gemacht. Es gibt wohl zwei Altersgemischte Gruppen. Die "Kleinen" 1 Jahr bis 3 Jahre...die Gruppe bestand vielleicht auch knappen zehn Kindern und nur ein Erzieher direkt für die Gruppe (eine zweite gibt es wohl auch noch, aber scheinbar ist nur eine immer da) plus eine, die noch in der Ausbildung steckt, und drei tage von fünf unter der Woche da ist.

Und bei den "Großen" habe ich vorhin 2 Erzieher gesichtet, eigentlich sind es wohl drei. Eine war einkaufen, ist dort die Vorsitzende und macht die meiste Zeit wohl Büro. Dann hat eine mich rumgeführt und mit mir oben gesessen und eine war scheinbar alleine unten mit den Großen. So war es, wenn es mich nicht täuscht. Ist das nicht zu wenig? Die Räume sind auch sehr sehr klein, besonders der Raum für die "Kleinen"...der Raum war total aufgewärmt und höchstens so groß wie mein Schlafzimmer...habe mir das immer größer vorgestellt. Aber die Erzieherin meinte auch, dass die Räume sehr sehr klein sind, deswegen auch nur so eine kleine Gruppe.

Also ich bin schon positiv angetan, aber habe ja auch keine Erfahrung...

Liebe Grüße

Beitrag von jessiinlove82 10.02.11 - 14:34 Uhr

Hallo,
ich werde mich auch zeitig nach einem katholischen Kindergarten umschauen.
Mir ist zudem wichtig, dass der Ausländeranteil sehr gering gehalten wird.

Alles Gute#winke

Beitrag von sansdouleur 10.02.11 - 14:43 Uhr

Genau das ist mir auch sehr sehr wichtig....

Aber das ist hier in der Umgebung eh so...woanders in Berlin ist das viel schwieriger!

Na da hoffe ich mal, dass ich die Plätze bekomme. Bekomme erst im Januar Bescheid, echt lang bis dahin!

Ich denke, wir feiern ja eh Weihnachten und Ostern, obwohl wir nicht katholisch sind und dann lernen sie auch, warum es das überhaupt gibt usw...ich denke, es kann nicht schaden, das beten vor dem Essen auch nicht, solange wir das nicht daheim machen müssen;)

grüße

Beitrag von haseundmaus 10.02.11 - 14:49 Uhr

Hallo!

Also allein die Tatsache, dass es ein kleiner Kindergarten ist, spricht sehr für ihn. Ich habe Lisa im Kindergarten im Nebenort angemeldet, da der auch sehr klein ist, es ist nur eine Gruppe und oben im Gebäude eine kleine Gruppe für unter 3jährige. Der Kiga bei uns im Ort ist viel zu groß, hat was von Massentierhaltung und ich würde mich mit der Entscheidung Lisa da hin zu geben nicht wohl fühlen, die geht ja unter.
Also ich finds sehr zum Vorteil, wenns ein kleiner Kiga ist.

Gut, das mit dem Beten vorm Essen wäre für mich schon ein Problem. Allerdings sind ja doch noch viele andere Kinder in dem von dir besagten Kiga die auch aus nicht kirchlichen Familien stammen.
Mein Freund war in einem evangelischen Kiga, da war auch alles wild gemixt und keiner hatte ein Problem damit. Beten musste man da allerdings nicht. Aber die Katholiken sind ja da doch ein bisschen anders drauf. Also keine Ahnung. Wenn man mir sagt, Lisa müsste da an irgendwelchen kirchlichen Dingen teil nehmen, dann fänd ich das nicht so schön. Aber wie sehen das denn die anderen Eltern die auch nicht kirchlich sind? Kennst du jemanden von denen? Könnte man ja mal nachfragen wie das da wirklich gehandhabt wird mit der Religion.

Manja mit Lisa Marie *18.09.2009 #verliebt

Beitrag von meli1987 10.02.11 - 14:59 Uhr

Hallöchen #winke,

also mein Sohn kommt auch dieses Jahr im Sommer in ein Katholischen Kindergarten womit weder mein Mann ( Moslem ) noch ich Katholisch ein Problem damit haben wir haben unseren Sohn vier Wochen nach der Geburt in allen Kindertagesstätten ( Ev. Kath. Städtische) angemeldet in der hoffennung auf einen Platz für dieses Jahr, uns war dabei bewusst, dass die Religiösen Einrichtungen etwas Religöser sind als die Städtischen und drotzdem wollten wir unbedingt das unser Sohn in den katholischen kommt, da der einfach familiärer ist die Betreuung ist da ganz anders, dass Klima einfach alles hat uns dort besser gefallen #verliebt auch meinem Mann der eigentlich ein sehr gläubiger Moslem ist ( kein Schwein, er betet ) möchte nicht das unser Sohn in einen Städtischen Kindergarten geht da es dort einfach Sorry zu asozial ist zumindest hier in Offenbach, auch von der Hygiene her #schwitz ich könnte mir nie vorstellen das mein Kind in so einen Kindergarten geht nein tut mir leid aber definitiv nicht.......

Um so Glücklicher bin ich heute die Bestätigung vom Katholischenkindergarten im Briefkasten gehabt zuhaben #huepf#freu


Ganz liebe Grüße Meli mit Malik 2,5 und #baby girl 31ssw

Beitrag von kleinemiggi 10.02.11 - 15:06 Uhr

Also, ich hatte von den Städtischen auch keinen guten Eindruck.
Ich hatte auch kein Problem damit gehabt, wenn Anesa in einen kath. gegangen wäe. Nur die hatten ein Problem mit uns. Deswegen hatte sich das Thema für mich erledigt. Bei uns im Stadtteil gibt es 16 KiGa. 10 kamen aufgrund der Std.anzahl infrage. 6 davon waren katholisch,der rest städtisch oder türkisch ....

in de kiga den wir uns jetzt angesehen haben, gibt es 1/3 ausländer. die gruppen dort sind nur sehr gut gemischt und gut strukturiert....
haben aber am 28. noch einen besichtigungstermin in einem privaten KiGa. Der ist jedoch 15 Min entfernt. Der andere 3 Minuten ...

Ich hatte es mir auchnicht so vorgestellt. aber ich wollte meine Tochter auch nicht zu Menschen geben, die von vorn herein ein Problem mit ihr haben...

Beitrag von frau_e_aus_b 10.02.11 - 16:20 Uhr

Hallo...

wir (evangelisch) haben einige Jahre in einer erzkatholischen Gegend gewohnt (berufsbedingt). Yannick ist dort geboren, unsere Freunde (mit Kindern in Yannicks Alters) sind katholisch, wir gingen zu einer kirchlichen/katholischen Krabbelgruppe. Auch dort wurde vor dem Essen gebetet, wir gingen wie selbstverständlich mit zu den Messen (Heilig Abend waren wir das eine Jahr sowohl beim evangelischen Gottesdienst und in der katholischen Messe).
Es war kein Nachteil für uns - im Gegenteil.
Yannick wäre -wenn wir nicht 4Monate vorher weggezogen wären- in eine katholische KiTa und später in einen katholischen Kiga gekommen.

Das wäre alles überhaupt kein Problem gewesen, auch wenn wir die einzigen waren die dem evangel. Glauben zugehören.

Es gab in dem Ort keinen städtischen oder evangel. Kiga... man hätte dafür so um die 30km fahren müssen.

ich sehe dabei überhaupt kein Problem und wenn dir der Kiga im allgemeinen sehr zusagt ist es doch um so besser. :-)

LG
Steffi

Beitrag von knipke 10.02.11 - 17:33 Uhr

Hallo !!

Also meine beiden Kinder gingen von Anfang an in einen Ev. Kiga obwohl wir auch nicht chrislich sind ich hätte sie auch in einen kath. Kiga gebracht ich habe da kein Problem mit denn ich denke der christliche Glaube ob nun Evangelisch oder Katholisch gehört heut zutage zum Allgemeinwissen und ich denke es schadet keinem Kind zu beten oder an Gottesdiensten teilzunehmen denn es erfolgt alles spielerisch dort werden keine Bibelverse oder so eingetrichert und ob es nun ein Tischspruch ist oder ein Gebet vor dem Essen ist den Kindern doch egal. Und wie schon mehrmals gesagt das der Kiga so klein ist sehe ich als Positiv an ich finde es Familienähnlicher für die Kinder und die Sozialschwachenquote ist nicht so hoch was ich von der Ausländerquote nicht sagen kann was ich aber nicht schlimm finde persönlich.

Beitrag von svala 10.02.11 - 20:25 Uhr

Hallo,

ich würde es alleine davon abhängig machen, ob Dir der Kiga zusagt. Unser Sohn wird auch in einen katholischen Kindergarten gehen, obwohl wir ihn nicht getauft haben, da wir nicht hinter diesem Glauben stehen (und das in einem kleinen katholischen Dorf).
Ich finde es aber überhaupt nicht schlimm, wenn er dort beten sollte, in die Kirche geht oder sonst die Religion kennen lernt. Im Gegenteil. Er soll sich doch selbst ein Bild machen und sich dann - wenn er groß ist - selbst entscheiden können, welches sein Weg ist und was sein Glaube ist. Ich möchte ihm nicht meinen Glauben aufzwingen oder einreden, denn ich beanspruche nicht für mich, dass mein Weg oder Glaube der richtige ist.

Das kann er aber nur, wenn er die verschiedenen Glauben auch kennen lernt. Deswegen wäre es mir völlig egal, ob er in einen buddistischen, evangelischen oder hinduistischen Kindergarten geht, vorausgesetzt, die Kindergärten hätten die nötige Toleranz zu akzeptieren, dass wir und unser Kind der Religionsgemeinschaft (noch) nicht angehören und vielleicht auch nie angehören werden. Das ist ja aber offensichtlich bei Euch der Fall. Also wenn der Umgang mit den Kindern dort stimmt und Euch der Kiga gefällt, würde ich nicht zögern.

Viele liebe Grüße
Svala