Wert eines 400 EUR Jobs gegenüber Teilzeit ?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von gotschie 10.02.11 - 15:16 Uhr


Hallo,

ich habe hier schon oft Diskussionen zum Thema Vollzeithausfrauen, Teilzeitarbeitende Mütter und Vollzeitarbeitende gelesen. Auch gibt es hier Postings zum 400 EUR Job, was von vielen niedergemacht wird, weil man ja nicht in die Rentenkasse einzahlt und es ja kein "richtiger" Job ist.

Dies sehe ich allerdings nicht so. Ich arbeite z. B. in meinem kaufmännischen Beruf, aber eben weger der Stunden auf 400,- EUR - muß dafür auch nur 2 - 3 x die Woche hin und habe so den Rest Zeit für mein Kind. Dies soll auch kein Dauerzustand sein, sondern nur solange bis ich mir eine Teilzeitstelle suche. Später dann wieder auf Vollzeit.

Ist es denn so verwerflich, wenn man die Stunden dem Alter der Kinder anpaßt, wenn man es sich leisten kann?

Irgendwie fühle ich mich hier so unverstanden und habe den Eindruck es gibt nur Vollzeitarbeitene. Klar, "nur Hausfrau" ist sicherlich wegen dem Wiedereinstieg sehr schwierig, aber deshalb mache ich ja den 400 Job, um im Beruf drinnen zu bleiben.

Gruß
Gotschie

Beitrag von windsbraut69 10.02.11 - 15:36 Uhr

Die Stunden kann man doch auch im regulären Job anpassen und trotzdem weiter sv-Abgaben zahlen?!

Ich halte den Trend zum Minijob für sehr schädlich. Dadurch werden immer mehr Frauen zum Sozialfall, wenn der "Versorger" mal nicht mehr da ist und dem Solidarsystem schadet es ebenfalls, wenn keine Beiträge geleistet werden und die Gefahr besteht, anschließend ins ALGII zu rutschen.

Gruß,

W

Beitrag von gotschie 10.02.11 - 15:43 Uhr


Hallo W,

klar, kann man die Stunden anpassen, dies macht aber auch nicht jeder Arbeitgeber und es ist nicht überall möglich.

Ich möchte ja auch nicht ewig auf 400,- EUR arbeiten und mich mein ganzes Leben begleiten, aber im Moment ist es super. Wenn mein Kind selbstständiger ist, dann will ich auf jeden Fall Teilzeit und später dann wieder Vollzeit.

Gruß
Gotschie

Beitrag von ppg 10.02.11 - 18:23 Uhr

Wenn mein Kind selbstständiger ist, dann will ich auf jeden Fall Teilzeit und später dann wieder Vollzeit.

Aber genau das ist dein Problem:

Es werden immer mehr Steuerpflichtige Jobs zugunsten der 400 - €- Jobs vernichtet. D.h. Du läufst ja bereits jetzt schon Gefahr nie wieder in einen Sozialversicherungspflichtigen Job zu kommen.

Denn später bist Du dann den AG zu alt ( und somit zu teuer), Dir wird Unflexibilität unterstellt und Unzuverlässigkeit, weil ja auch ein älteres Kind mal krank wird.

Wenn es mit der Arbeitsmarktpolitik so weitergeht, dann wirst Du eventuell nie wieder arbeiten, jedenfalls nicht über ienen Minijob herausgehend.

Und wenn Du Dich trennst, dann bist Du gefangen in der Armutsfalle

Ute

Beitrag von sini60 11.02.11 - 10:37 Uhr

Man kanns auch übertreiben. Das ist an den Haaren herbeigezogen.

Beitrag von ppg 11.02.11 - 15:59 Uhr

So??????

Wann warst Du das letzte mal auf Stellensuche???

Ich habe troz hervorragender und aktueller Qualifikationen hunderte von Bewerbungen geschrieben - erfolglos!

Mein Manko Ü40 und Alleinerziehend.

Dann habe ich mich Selbständig gemacht, weil das meine einzige Möglichkeit war meine Familie zu ernähren.

Frauen die nicht über meine Ausbildung verfügen, werden in gleicher Lage troz Arbeit ALG II beziehen müssen. Und diese Situation wird sich immer mehr verschlimmern - Osterweiterung...............

Wer da nicht am Ball bleibt, ist ganz schnell weg vom Fenster, und 400 - € Jobs sind nunmal die Fahrkarte ins Aus. Weil die Firmen nunmal lieber 3 Minijobber einstellen, anstatt einen vernüftigen Arbeinehmer.

Ließt Du eigentlich keine Zeitung?

Ute

Beitrag von sini60 11.02.11 - 17:15 Uhr

Du hast Recht, wenn man über 40 ist, und davor Jahre nicht gearbeitet hat, es schwierig wird. Aber wenn man jünger ist und wegen Kinder ein paar Jahre aussetzt, findet man was. Es kommt natürlich auch auf den Beruf und auf die Stellung an, was man sucht.

Als Chefsekreterin oder Projektleiter gestaltet sich z.B. eine Jobsuche wesentlich schwerer, als eine Verkäuferin oder Frisörin.

Aber es kann und will nicht jeder, seine Kinder nur in Fremdbetreuung geben.

Natürlich gibt es Firmen die bevorzugt Minijobber einstellen. Aber eine Chefsektretärin wird garantiert nicht durch 3 Minijobber ersetzt. Bei einer Verkäuferin kommt es wieder auf das Geschäft an.

Übrigens ich lese jeden Morgen die Zeitung.

Beitrag von ppg 11.02.11 - 18:42 Uhr

Ich hatte keine Babypause, meine Firma wurde aufgekauft, daher wurde ich mit Ende 30 arbeitslos und dann kam nichts................

Hunderte Bewerbungen, 20 jahre Berufserfahrung, dazu ein aktuelle Marketingstudium mit Schwerpunkt Internet und nichts, niente....

Eine Verkäuferin und eine Friseurin findet villeicht schneller was, kann davon aber keine Familie ernähren, bleibt also im ergänzenden ALG II - Bezug

Und eine Chefsekrtären hat mit Ü40 genau die gleichen Probleme einen Job zu finden. Frauen werden nunmal diskriminiert, als AE bist Du schwer vermittelbar weil unflexibel und unzuverlässig. Das ist eben nunmal Fakt und brutale Lebensrealität.

Und wenn dann deine Berufserfahrung nur 400- €- Hiwi Jobs resultiert - na dann Gute Nacht

Ute

Beitrag von tabea33 10.02.11 - 20:49 Uhr

"Wenn mein Kind selbstständiger ist, dann will ich auf jeden Fall Teilzeit und später dann wieder Vollzeit. "

Aber dein Kind ist doch schon fünf Jahre? Es geht doch sicher in den Kindergarten, oder? In manchen Gegenden Deutschlands geht der nur bis Mittag, ist das bei euch auch so?

Ansonsten kann ich es nicht verstehen. Die Fünfjährigen in unserem Kiga bleiben von 8-16 Uhr und sind fröhlich, munter und sehr sehr selbständig. Zumindest was ihre Kigazeit betrifft. Sie kennen sich im Haus aus, sind stolz, dass sie Essensdienst haben, kennen alle Erzieher, sind gern die Großen und sind oft so schlagfertig, dass mir die Worte wegbleiben.

Ein anderthalbjähriges Kind ist da doch eher "unselbständig", weil es sich nicht so gut orientieren kann. Aber selbst meine Dreijährige schlägt sich wacker. Also ein bißchen gluckig klingt mir das schon, sorry.

Gruß Tabea

Beitrag von king.with.deckchair 10.02.11 - 22:01 Uhr

Pffft! Ich glaub's ja nicht.

Dein Kind ist fünf Jahre alt, Teuerste.

Beitrag von king.with.deckchair 10.02.11 - 21:59 Uhr

Eben.

Und immer kommt dieses blöde Geschwafel von Müttern, nie von Vätern...

Beitrag von windsbraut69 11.02.11 - 08:26 Uhr

Die Väter sind ja im allgemeinen auch nicht so blöd, sich etliche Jahre auszuklinken um dann im Fall einer Trennung als Sozialfall dazustehen.

LG

Beitrag von ichclaudia 10.02.11 - 15:43 Uhr

Hallo,

ich würde IMMER einen Teilzeit-Job auf Steuerkarte machen und auf keinen Fall einen 400,00 €-Job. Habe mit meinem letzten Teilzeit-Job auch lediglich 13,680 Stunden/Woche gearbeitet und habe trotzdem deutlich mehr als 400 € verdient. Die Absicherung ist einfach eine andere. Wie schon erwähnt, man zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein, ist selbst krankenversichert und vor allem selbst in der Arbeitslosenversicherung, sollte man den Teilzeitjob also verlieren, hat man, obwohl man nur so ein paar Stunden gearbeitet hat, Anspruch auf ALG I, bei einem 400 €-Job hat man auf all das keinen Anspruch...

Außerdem ist der Wiedereinstieg mit einem 400 €-Job genauso schwer, wie als Nur-Hausfrau, schließlich steht in dem letzten Zeugnis, dass man nur auf 400 €-Basis gearbeitet hat. Dies ist nicht gleichwertig als "Berufserfahrung" anerkannt, als ein normaler teilzeitjob...

LG

Beitrag von gotschie 10.02.11 - 15:47 Uhr


Hallo,

dies mit dem Zeugnis sehe ich überhaupt nicht, weil die Tätigkeiten ja drinnen stehen. Ob ich jetzt Angebote und Rechnung 40 Stunden die Woche geschrieben habe oder nur 12 Stunden. Man hat ja doch etwas gemacht und war nicht "nur" zuhause.

Anders wäre es, wenn ich z. B. bei Rossmann zum Auffüllen der Regale beschäftigt wäre. Dies wäre einem zukünftigen Arbeitgeber im Bürobereich egal und dann zählt es nicht.

Gruß
Gotschie

Beitrag von ichclaudia 11.02.11 - 11:02 Uhr

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Berufserfahrung einen anderen WErt hat, wenn man z.B. 40 Stunden/Woche Erfahrung in der Buchhaltung z.b. hat und nicht bloß 12 Stunden...Um auf den gleichen Erfahrungswert wie eine Vollzeitkraft zu kommen, musst du 4x so lange arbeiten...oder anders gesagt. Du hast erst dann genauso viel Berufserfahrung wie eine Vollzeitkraft, wenn die Vollzeitkraft 3 Jahre gearbeitet hat und du in dem 400 €-Job 12 Jahre....

Beitrag von diebina 10.02.11 - 16:32 Uhr

ich sehe das genauso wie Du.

Im Moment macht es für mich und meine Familie mehr Sinn, wenn ich "nur" auf 400€ Basis arbeiten gehe.

und sind wir doch mal ehrlich: als wenn 2-3 Jahre EInzahlen in die Rentenkasse bei einem Teilzeitjob so sehr etwas an der Höhe meiner Rente ändern würden...

LG
die bina

Beitrag von alkesh 10.02.11 - 18:14 Uhr

Es geht doch dabei nicht um Deine Rente!

Beitrag von diebina 10.02.11 - 18:58 Uhr

das war aber das Argument einer meiner Vorschreiberinnen... um was geht es denn sonst?

Beitrag von windsbraut69 11.02.11 - 08:28 Uhr

Neenee, nicht DEINE Rente.
Das ganze System basiert darauf, dass eingezahlt wird und auch die aktuellen Renten müssen finanziert werden wie auch Krankenversicherung usw. usw.

Beitrag von diebina 11.02.11 - 10:02 Uhr

ich habe gerade auch schon bei einer anderen TE geantwortet: ich habe so lang eingezahlt, werde nur ein paar Jahre pausieren, mein Mann zahlt ein - daher fühle ich mich nicht als Sozialschmarotzer!

LG

Beitrag von kathrincat 11.02.11 - 10:50 Uhr

finde ich auch!

Beitrag von windsbraut69 11.02.11 - 08:22 Uhr

Das würde vielleicht nicht gravierend etwas an Deiner Rente ändern aber die laufenden Renten müssen auch finanziert werden.

Ich finde es schwierig, sich so aus dem System auszuklinken, wenn man nicht ausschließen kann, dass man es selbst mal in Anspruch nehmen muß.

LG

Beitrag von diebina 11.02.11 - 09:21 Uhr

???

entschuldigung, aber das find ich jetzt total merkwürdig. ich habe seit der Schule ständig Vollzeit eingezahlt, habe jetzt Elternzeit, mein Mann zahlt mehr als genug ein und ICH muss ein schlechtes Gewissen haben, dass ich mich dem System entziehe??

nein, hab ich defintiv nicht. stellst Du mich mit den Menschen auf eine Stufe, die jahrelang Hartz4 empfangen und ein einfach zu faul zum Arbeiten sind?

Beitrag von munirah 10.02.11 - 17:13 Uhr

Ja, immer diese Bemerkungen über den Minijob... Mich nervt es auch langsam. Das ist nichts auf Dauer, aber für MICH ist es ZUR ZEIT das Richtige! Ich kann mit drei Kindern, davon eins noch nicht im Kindergarten, keine Teilzeitstelle annehmen. ich arbeite sogar nur so wenig, dass ich von den 400€ nur träumen kann. Aber ich kann mal wenig arbeiten, mal bis zur halben oder Vollzeitstelle Vertretung machen, so dass ich testen kann, was kann und will ich in meinem Beruf leisten. Ich habe Kontakt zu Kollegen und möglichen späteren Arbeitgebern und kann mich fortbilden, z.T. auf Kosten des Chefs. Und seit ich wieder regelmäßig arbeite, weiß ich auch eher, was ich später machen will und was nicht (wenn ich denn die Wahl haben sollte...).
Vor allen Dingen habe ich einen Job, der evtl. zur halben Stelle ausgebaut werden kann. Der Punkt im Moment ist nur, dass ich noch nicht will/kann.:-(
Aber irgendwann kommt meine Zeit!:-)
Und deine auch!;-)

Beitrag von windsbraut69 11.02.11 - 08:23 Uhr

Und all das kannst Du in Deinem regulären Job nicht?

Gruß,

W