Mann,bin ich wütend

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von cynthia5094 10.02.11 - 20:16 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich muss gerade mal meinem Ärger Luft machen.:-[#schmoll
Unser Jüngster ( 3 ) treibt uns gerade in en absoluten Wahnsinn.... Er macht sich ein Spiel daraus immer wieder aufzustehen. Wir haben schon alles , alles probiert , aber es interessiert ihn einfach nicht.
Der Große( 9 ) leidet schon ganz schrecklich , weil er abends nicht zum Schlafen kommt. Wir sind schon mit unseren Nerven am Ende und können wirklich nicht mehr.
:-[ Was können wir bloß noch tun? Er steht wirklich augenblicklich wieder auf, sobald er mit seinem Kopf das Kopfkissen berührt, und rennt lachend durch die Wohnung. Wir haben sogar schon eine Magnettafel für positive Verstärkung gebastelt , wir haben immer ein liebevolles Ritual am Abend, ich habe ihn tausend Mal kommentarlos ins Bett gebracht, ebenso oft habe mit ihm geschimpft und habe ihn leibevoll an seinem Bett betreut.
Am Liebsten würde ich ihn grad in den Flur stellen. Ich habe echt keine Lust mehr!!!

Wir haben wirklich alles gegeben und nichts hilft, mittlerweile mach mich das sooooooooooo wütend ,, dass ich Magenschmerzen vor lauter Wut bekomme. Was machen wir nur falsch?

Ich verstehe das einfach nicht, er muss nach einem 14 Std Tag doch wirklich müde sein

Bitte helft mir

Liebe verzweifelte Grüße

Cynthia

Beitrag von schullek 10.02.11 - 20:43 Uhr

hast du ihm auch mal deine wut gezeigt stell ihn doch mal in den flur#schein

ich bin immer dafür alles ordentlich zu klären und mit dem kind respektvoll umzugehen. ich würde nie schlagen oder ähnliches und hasse es, wenn kinder psychologisch missbraucht werden.

Aber: ich kann gerne auch mal schnell laut werden und ich lasse mir von meinem sohn nicht auf der nase rumtanzen. und der hat es weiß gott schon echt weit getrieben. ich bin sehr sehr liebevoll und nehme ihn immer ernst. aber unsere maxime ist: wer respektvoll handelt wird respektvoll behandelt. wer es anderweitig hält braucht sich nicht wundern, wenn die behandlung eher unfreundlich ausfällt.

ich würde ihn an eurer stelle nun nicht mehr mit samthandschuhen anfassen. zeigt, dass ihr sauer seid und lasst ihn konseauenzen spüren. er will nicht schlafen? dann muss entwede5r einer von euch mit ihm im zimmer bleiben, daneben liegen oder ähnliches und eben dafür sorgen, dass er ruhig ist (mein sohn hatte eine zeit des austickens im bett. er hat richtig am rad gedreht. es half dann eigentlich nur noch ihn festzuhalten, auch wenn das sxhrecklich für ihn war. er hat sich dann schnell beruhigt und konnte versuchen einzuschlafen)
oder
ihr lasst ihn aufstehen und machen. vielleicht zieht ihr das mal durch. er steht auf und ihr beachtet ihn nicht. droht es vorher an. sagt, wenn er wieder aufsteht, werdet ihr ihn nicht mehr ins bett bringne und ihn auch nicht beachten. dannlasst ihr ihn machen und verbringt weiter euren abend. ihr geht zu eurer zeit ins bett und beachtet ihn dabei nicht. ist zwar ein schwieriger ansatz, wäre aber mal interessant zu sehen, ob er sich einkriegt, wenn er eben keine beachtung bekommt.

lg

Beitrag von tenea 10.02.11 - 20:59 Uhr

Hallo Cynthia,

ich habe dieses Problem mit meinen Kindern zwar (noch) nicht, aber eine Freundin, die vorher auch so ziemlich alles an Tipps probiert hat, konnte es so lösen:

Sie hat dem Kind erklärt (wichtig!!), dass jetzt (nach dem üblichen Abendritual) seine Schlafenszeit und somit Papa- und Mamazeit ist. Wenn es nicht gleich schlafen kann, dürfe es sich auch gern noch mit ruhigem Spielen oder Kassette hören in seinem Zimmer beschäftigen.
Weil auch vorher das ständige Wieder-ins-Bett-zurückbringen nur das Gegenteil bewirkte und zu weiteren Machtspielchen herausforderte, haben sowohl Papa als auch Mama das Kind nach wiederholtem Aufstehen komplett ignoriert. Haben also tatsächlich so getan, als wäre das Kind bereits im Bett, es null beachtet und auch nicht wieder zurück ins Bett gebracht!

Das hat die Eltern enormes Durchhaltevermögen und Willenskraft abverlangt, aber nach 2 Tagen hatte Junior keine Lust mehr auf die Nichtbeachtung und allein ins Bett gehen zu müssen.

Vielleicht ist das einen Versuch wert.

LG Tenea

Beitrag von sequoia 10.02.11 - 21:08 Uhr

Huhu,

meine Mom hat mich auch mal in den Flur gesetzt. Danach kam ich auch nicht mehr...

Wir versuchen auch soweit es möglich ist, die Dinge mit gewaltfreier Kommunikation zu lösen, aber meine Kinder wissen, das ich auch nur ein Mensch bin und hin und wieder Bedürfnisse hab, die erfüllt werden wollen. Sehr zu ihrem Vorteil. Ich kann nämlich auch sehr lästig sein... ;-)

Liebe Grüße

Beitrag von angelinchen 10.02.11 - 21:59 Uhr

Hallo
was bei meiner Tochter (3) hilft, wenn sie mal meint nicht schlafen zu müssen, und dauernd rauskommt, ist ihr eine Hörspiel-CD anzumachen oder sie darf noch ein Buch im Bett anschauen. Meist schläft sie darüber irgendwann ein. Ab und an sehe ich dann später dass sie wohl nochmal ausm Bett ist und was gespielt hat. Was ich dafür "verlange" ist dass sie ruhig in ihrem Zimmer bleibt, da ihr Bruder (6) ja schlafen will. Bis jetzt zieht das...

Mein Bruder war übrigens auch son Fall. Der war schon etwa 6 oder 7, als er jeden Tag Theater machte und Wutanfälle bekam, weil er abends auch mal länger wach bleiben und fernsehen wollte. Nach zig Tagen hatten meine Eltern die Nase voll und liessen ihn wach. Bedingung war, dass er bis Mitternacht fernsehen schauen MUSSTE und nich schlafen DURFTE (Zur Erklärung---das war in der ehem. DDR und abends lief ausschliesslich "Aktuelle Kamera" sprich Nachrichten...) Das war das erste und einzige Mal, dass er jemals Theater gemacht hat, wenns um schlafen gehen ging...

will heissen, vll. bringt es ja bei eurem Sohn auch was, wenn er einfach kommentarlos wach bleiben "darf", aber wie schon geschrieben wurde, ihr ihm keinerlei Beachtung schenkt und suuuper langweilige Dinge tut wie Buch lesen, bügeln etc.... Morgen abend wäre doch prädestiniert dafür, ist ja WE...

LG und alles Gute
Anja

Beitrag von keep.smiling 10.02.11 - 22:06 Uhr

Am Liebsten würde ich ihn grad in den Flur stellen.

Dann mach es doch!
Du meinst ja sicher den Wohnungsflur und nicht draußen den Hausflur.

Man muß die Kinder nicht immer mit Samthandschuhen anfassen.
Klar, klapsen etc. sollte man nicht, aber es gibt ja noch was dazwischen.

LG ks

Beitrag von zahnweh 10.02.11 - 22:37 Uhr

Hallo,

"Ich verstehe das einfach nicht, er muss nach einem 14 Std Tag doch wirklich müde sein "

nö, muss nicht. Habe hier auch so eine Springmaus, die mit 9-10 Stunden Schlaf insgesamt auskommt. Wenn sie 11 Stunden schläft, ist sie krank.

Wie viel Schlaf braucht er insgesamt?
Hilft es, den großen zuerst ins Bett zu bringen, der kleine darf noch LEISE im Wohnzimmer spielen und wenn er müde wird, kommt er auch ins Bett.

Bei meiner ist es so: sie schläft von 21-7 Uhr. (oder 20-5 Uhr).
Da ich aber irgendwann selbst müde bin, darf sie noch spielen, aber LEISE. Ich bin dann nur noch passiv da. Wenn sie müde wird, kommt sie zu mir her "ich bin müde" und ich bringe sie ins Bett. Sie (schon vor der Spielzeit umgezogen und Zähnegeputzt), schläft dann rasch ein. Mit Kuscheln meistens, aber schneller.

Morgens steht sie vor mir auf und ist fit. Daher weiß ich: sie braucht so wenig Schlaf.

Beitrag von hotandspicy1975 10.02.11 - 23:05 Uhr

Hallo, seit ich meinen Sohn echt spät ins Bett bringe, haben wir dieses Theater nicht mehr. Bedeutet aber auch, dass er mit 3,5 Jahren erst gegen 21 Uhr/21.30 Uhr schläft. (Macht mir nicht viel aus, da ich eh keinen Abend mit meinem Mann habe, der immer lang arbeitet). Denn vorher war er einfach noch nicht müde. Er macht auch keinen Mittagsschlaf mehr, hat aber anscheinend den Rhythmus von meinem Mann: Abends spät rein, morgens spät raus. Wenn wir ihn ausschlafen lassen, also am Wochenende, pennt er auch mal bis um 9. Jeder hat einen anderen Schlafbedarf, und mein Sohn eben einen etwas geringeren. Sätze wie "aber er muss doch jetzt müde sein" hab ich mir angewöhnt, weil eben jeder Mensch anders ist.

Vielleicht versuchst du es einfach mal, ihn später ins Bett zu legen. Oder umgekehrt, wenn du das nicht willst: Weck ihn morgens früher bzw. kürz oder streich seinen Mittagsschlaf falls er noch einen macht. mein Sohn geht abends problemlos ins Bett, weil er nun schlafen WILL. Dann lesen wir noch was, ich sing ihm was vor, und dabei pennt er meist schon weg.

Beitrag von jabberwock 11.02.11 - 00:31 Uhr

Du schreibst einerseits, dass ihr ihn "liebevoll an seinem Bett betreut" - andererseits macht dich das so wütend, dass du Magenschmerzen bekommst.

Was bringst du ihm rüber? Deine Wut? Oder gespieltes liebevoll und geduldig sein? Woher soll er wissen, an was er ist, wenn du deine Gefühle nicht klar rüberbringst?

Es wundert mich kaum, dass er lachend durch die Wohnung rennt - er bekommt wahrscheinlich wirklich nicht mit, was du dabei denkst. Also, klare Grenzen setzen, klare Gefühle ausdrücken - kein Rumwabern zwischen gezeigtem "mein süßer Schatz" und gefühltem "ich könnte dich an die Wand klatschen".

Ich hab das bei meinem vor ca. einem Jahr, nachdem ich echt fertig war, weil ich keinen einzigen Abend mehr für mich hatte, mit "Plan B: Nulltoleranz" bezeichnet. Das hieß einfach, jeden Ansatz im Keim zu ersticken und sofort so zu reagieren, wie ich es gefühlt habe. Also auch mit Wut, wenn ich wütend war, nicht mit einer zähneknirschenden Liebenswürdigkeit.