Ich erkenne ihn kaum wieder! Totale Konsequenz IMMER der richtige Weg?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von cherry19.. 10.02.11 - 20:18 Uhr

Hallo,

mein Sohn - wird im April 4 Jahre alt - dreht seit ein paar Tagen total am Zeiger. Ich weiß überhaupt nicht was los ist.
Sofern es nicht nach seinem Kopf geht, rastet er dermaßen von aus. Er schmeißt Spielzeug, attackiert seine Schwester vor Wut und wird auch uns handgreiflich gegenüber.

Wir setzen folgende Konsequenzen ein:

Wenn er Spielzeug schmeißt, sagen wir erst einmal in einem ruhigen und bestimmten Ton, dass das Spielzeug beim nächsten Wurf wegkommt. Natürlich schmeißt er es dann noch einmal. Das Spielzeug kommt weg. Danach rastet er dann jedoch voll aus..

Wenn er seine Schwester vor Wut attackiert (Kopfnuss, Schlagen), nehmen wir die Kleine hoch, sagen bestimmt, dass solche Dinge hier nicht geduldet werden und wenden uns in dem Moment von ihm ab.

Wenn er mich haut, geh ich auf Augenhöhe, halte seine Hand fest und sage ihm, dass ich das nicht möchte. Es tut weh und er möchte ja auch nicht gehauen werden.

Alles ist nutzlos. Ich kämpfe seit mehreren Tagen sowas von an..

Oft versuche ich auch, einfach die Situation dann zu ändern, dass sie nicht eskaliert.

Ich bin mir sicher, dass es so eine Trotzphase ist. ICH allerdings hab so das Gefühl, dass ich mit totaler Konsequenz nicht wirklich weiterkomme, sondern eher mit "aus der Situation herausholen".

Allerdings bin ich mir echt unsicher.

Was hilft bei euch denn eher?!

Aus der Situation rausholen heißt bei uns zum Beispiel, wenn er Spielzeug wirft, ich dann androhe, beim nächsten Ding kommts weg, ihn gleich versuche anderweitig abzulenken.

Wie macht ihr das?

LG und Danke
Janine

Beitrag von mondfluesterin 10.02.11 - 20:32 Uhr

Also, für eine Trotzphase finde es ein bisschen zu heftig - vor allem bei Gewalt (Kopfnuss!!) der Schwester gegenüber hört es ja wirklich auf. Wie wären ein paar Strafminuten im Flur oder im Kinderzimmer?
Eine Bekannte von mir hat ein Mädchen, das sich so ähnlich verhält. Ihre Konsequenz ist, das Kind aus der Situation herauszunehmen. Aber leider macht sie es, in dem sie das Kind dann in den Sandkasten, ins Planschbecken, etc. setzt. Auch im Haus reagiert sie so und das Kind versteht bis heute nicht, dass es sich falsch verhält.

Beitrag von cherry19.. 10.02.11 - 20:36 Uhr

Sorry, da hab ich mich falsch ausgedrückt.. Wenn er natürlich seine Schwester attackiert oder uns, hört der Spaß auch auf und da gibts dieses "aus der Situation rausholen" auch nicht. Da wenden wir uns konsequent ab von ihm und erklären danach auch, warum.

Ich meine, wenn er Spielzeug schmeißt oder zum Beispiel, wenn er aufräumen soll. Da geh ich dann auch Kompromisse ein, dass ich ihm helfe usw... Oder wenn er sich anziehen soll...

Bei Kopfnuss und Co gibts natürlich keinen Mittelweg. Das is klar ;-)

Beitrag von kati543 10.02.11 - 20:34 Uhr

Wir haben keine Konsequenzen so fest wie ihr, sondern ich reagiere immer spontan auf die Situation. Dein Sohn entdeckt gerade seinen eigenen Willen und da er den nicht immer bekommt, ist das sehr frustrierend. Und irgendwo muß er ja mit seiner Wut hin. Wenn du dich nun noch von ihm abwendest und ihm das Spielzeug wegnimmst, dann wird er ja nur noch wütender.
Das Einzigste, was bei uns wirklich verboten ist und Ärger zu 100% einbringt, wenn jemand gebissen, gekratzt, gehauen, geschlagen oder sonstwie ABSICHTLICH wehgetan wird.

Beitrag von cherry19.. 10.02.11 - 20:40 Uhr

Naja, wie soll ich denn reagieren, wenn er die Kleine mit Kopfnüssen angeht und sie weint, weils weh getan hat.. Ich nehm sie halt hoch, sage dann, dass das nicht geht und wende mich klar erstmal ab von ihm. Muss mich in dem Moment ja auch um die Kurze kümmern und kann sie nicht stehen lassen. Meist darf er dann in sein Zimmer marschieren.
Wie sollte ich da denn reagieren?

Klar wird er wütend, wenn ich ihm dann das Spielzeug wegnehme, was er nach der Verwarnung gleich nochmal schmeißt. Soll ja auch Sinn der Sache sein, dass er begreift, dass es eine Konsequenz aus seinem Handeln ist.
Wie reagierst du da? Wie gesagt, ich drohe es ja vorab auch erst an. Kommt ja nicht sofort weg.

Soll ich ihn streicheln, wenn er das tut? Damit er bei jeder Gelegenheit seiner Wut richtig nachgibt? Er sollte doch eigentlich lernen, dass man das eben SO nicht tut. Ich sage ja auch zu ihm, er soll dann halt einfach mal ganz laut Schreien, wenn er total wütend ist.. Er schmeißt aber lieber.. :-p

Beitrag von keep.smiling 10.02.11 - 20:54 Uhr

also Sachen kaputt machen ist ok?
#kratz

Lg ks

Beitrag von keep.smiling 10.02.11 - 20:58 Uhr

Hi #liebdrueck

ist er vielleicht eifersüchtig?
Was sagt er denn, wenn du ihn fragst, wieso er sich so verhält?
Ich denke, er fühlt sich vernachlässigt. Wir haben das gleiche hier auch, nicht ganz so extrem, aber annähernd. Manchmal sind sie einfach neidisch auf die Kleineren, die noch mehr bedient werden müssen, von den Großen erwartet man schon viel mehr, logisch.
Versuche (noch) mehr auf ihn einzugehen, Zeit mit ihm alleine zu verbringen.
LG ks

Beitrag von cherry19.. 10.02.11 - 21:04 Uhr

DAS habe ich natürlich auch als erstes vermutet und bin dementsprechend noch mehr auf ihn eingegangen.. Bringt rein gar nichts..

Wir zwei machen jetzt schon gemeinsam miteinander Frühstück, ich bring ihn allein zum Kiga und hole ihn auch alleine ab. Dabei gehen wir noch kurz beim Spielplatz vorbei. Abends vor dem Zubettgehen haben wir auch noch ne gute halbe Stunde ganz allein für uns. Nachts schlafe ich bei ihm.

Wenn dann beide bei mir sind, versuche ich schon, ihn momentan ein wenig zu "bevorzugen". Aber irgendwie geht der Schuss nach Hinten los.

Ich denke irgendwo ist er klar eifersüchtig.

Aber es kommt mir grad so vor, als wenn Nayla zum Sündenbock mutiert, wenn ihm was gegen den Strich geht. Und das darf halt auch nicht sein. Zuviel Beachtung ist dann wohl auch wieder falsch, oder?

Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass es echt ne Trotzphase ist. Er versucht mal zu schauen, wie weit er es treiben kann. Ich möchte eigentlich, dass er sich verstanden fühlt, aber eben auch begreift, dass es SO eben nicht geht.
Ich sag ihm auch, dass ich verstehen kann, dass er jetzt wütend ist, dass er aufräumen muss. Aber das sind Dinge, die müssen sein. Ich helfe ihm. Die Zeit ist nunmal gerade da zum Aufräumen. Ab und an geb ich halt noch ein paar Minuten Spielzeit dazu. Aber es kommt eben drauf an, wie spät es ist. Ists einfach zu spät, erklär ich ihm das auch. Tja und dann artet es halt aus. Er kann mit der Wut an sich halt einfach in dem Moment nicht richtig umgehen und dreht voll ab.

Es ist sooo anstrengend #schmoll

Beitrag von keep.smiling 10.02.11 - 21:19 Uhr

Wenn meiner rumspinnt, darf er den Raum verlassen und erst wieder kommen, wenn er sich beruhigt hat.
Vielleicht solltest du ihn auch mal in sein Zimmer schicken, um runter zu kommen, um nachzudenken...wenn er sich beruhigt hat, holst du ihn wieder.

Was du aufgezählt hast, sind auch keine richtigen Konsequenzen (das ist eher das, was man davor macht). Echte Konsequenzen (in dem Sinne Strafen - dass es bei ihm auch mal klick macht und er merkt, dass er was falsch gemacht hat) - sind zB ins Zimmer gehen, auf der Treppe / Stuhl sitzen, Sandmann anschauen gestrichen, Spielzeug einkassieren für mind. einen Tag - je nachdem, was eben gard der Situation nach angemessen ist (wenn man seine Schwester grundlos haut, darf man schon mal bestraft werden - sich abzuwenden, weiß nicht, ob er das richtig registriert).
Wenn er seiner Schwester weh tut, kann man von ihm eine Entschuldigung erwarten.

Also insgesamt denke ich, du solltest härter werden und dir nicht so auf der Nase rumtanzen lassen. Und wenn was gut funktioniert und er was gut gemacht hat, dann natürlich loben und sagen, dass es dich freut und dass es doch so "harmonisch" viel schöner ist. Besonders gut ist es auch , ihn indirekt vor der Schwester zu loben, ich sag zB gerne zu meiner Kleinen, wenn sie mal wieder im Hochstuhl lümmelt, sie soll sich mal ein Bsp an ihrem großen Bruder nehmen, wie schön er allein essen kann und wie gerade er auf seinem Stuhl sitzt, das macht ihn dann besonders stolz.

Naja, alles nicht so einfach, ich kann dir gut nachempfinden. Genug Zeit mit ihm verbringst du auf jeden Fall ;-)

LG ks

Beitrag von reni-2020 10.02.11 - 21:05 Uhr

Hallo,
Ich finde, es klingt alles sehr gut wie Du das machst. Ich weiß es ist die Hölle, aber immerhin sagst Du es ist erst seit ein paar Tagen... Ich würde jetzt noch nicht die Segel streichen - ein Kind lernt ja nicht aus einer einzelnen Aktion alleine, sondern braucht ein paar tage/ Wochen, um zu verstehen, dass es Dir ernst ist. Ich würde aber tatsächlich auch versuchen in ruhigen, unbelasteten Momenten zu kuscheln und hin und wieder versuchen das Gespräch zu suchen, und vorsichtig aus ihm heraus zu locken, was sein Thema ist. Dein einzigen "Erziehungsratgeber", den ich je gelesen habe und den ich empfehlen kann (und nachdem du prinzipiell eh schon handelst) ist: "Kinder fordern uns heraus" von Rudolf Dreikurs. Ich habe mich durchs lesen der Tipps ein wenig entspannt - auch wenn nicht alles sofort besser geworden ist. Kopf hoch!

Beitrag von angelinchen 10.02.11 - 21:42 Uhr

Hallo
in Richtung Spielzeug schmeissen/ Sachen kaputt machen reagierst du schon richtig und angemessen, find ich. Da testet er einfach, ob du wirklich auch immer so reagierst, und ich denke, das wird in ein paar Tagen wieder vorbei sein. Wann kriegt er denn sein Spielzeug dann wieder?

Was die Tätlichkeiten gegen euch angehen, finde ich musst du viel viel härter sein! Da muss er mit seinen fast 4 Jahren härter rangenommen werden, als dass du dich "von ihm abwendest"...Wie darf man das konkret verstehen? Kriegt er eine direkte Konsequenz zu spüren? Oder ignorierst du ihn einfach nur für eine gewisse Zeit?
Hm, nen echten Tip kann ich dir dafür aber leider auch nicht geben, mein Sohn als auch meine Tochter haben das mit dem hauen auch versucht, allerdings habe ich auch "heftig" drauf reagiert, und vor allem immer darauf bestanden, dass sich entschuldigt wird---und zwar angemessen. Meine beiden haben das gaaanz schnell kapiert.

LG und alles Gute (irgendwie hält dein Sohn dich aber ganz schön auf Trab, oder---gibt ja einige solcher Posts von euch #liebdrueck)

Beitrag von hinterwaeldlerin09 10.02.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

also ich finde die Konsequenz, die du in den Beispielen erwähnst, total gut. Auch wenn du nicht sofort ein Ergebnis siehst, sind doch die Folgen seines Handelns für ihn klar und geben auch dir Sicherheit im Umgang mit ihm, was ich auch für sehr wichtig halte.

Ich würde sagen: Bleib dabei, aber erwarte nicht nach ein paar Tagen ein "sichtbares" Ergebnis!

Meine Tochter ist jetzt 16 Jahre alt und jetzt sehe und erlebe ich manchmal - auch in Bemerkungen oder Handlungen von ihr - das bestimmte Erziehungsprinzipien, wie z.B. Konsequenz, anscheinend eine Wirkung hatten.

Wie ich das lese, bist du aufmerksam, klar und doch liebevoll konsequent. Er hat Glück.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von bertolli73 11.02.11 - 14:00 Uhr

Hallo,

mein Kleiner ist jetzt 5,5Jahre alt und ich hab alle meine Kinder mit Strenge und Kosiquenzen erzogen.

Der Kleine hat grad eine Testphase und wenn man da nicht Kosiquent dahinter bleibt hat man bei der nächsten Phase von vorn herein verloren.

Ich habe zb bei meinen Kinder immer wenn sie nach mehrmaligen ermahnen nicht auf geräumt haben das Spielzeug weg geräumt und sie haben es erst wieder bekomm wenn das aufräumen geklappt hat und nun ist es so das sie ssofort aufräumen wenn ich ihnen das sage. Der Kleine zb kennt es von seinen Geschwistern so und hat damit nie Probleme gemacht.

Ich finde das Streneg und Kosiquenz wichtig ist, denn gewisse Regeln müssen sein, auch wenn sie noch ganz klein sind.