Kann nicht verzeihen...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 21:26 Uhr

Hallo,

einige von euch haben vielleicht meine Beiträge über die katastrophale Geburt meiner Tochter gelesen. Seitdem läuft in unserer Partnerschaft einiges schief. Ich habe es meinem Mann bisher nicht verzeihen können was "er mir angetan hat". Ich wollte von ihm in ein anderes Krankenhaus gefahren werden, ich wollte das er hinter mir steht und nicht letzten Endes noch den Ärzten nachredet und hinterher sagt er er weiß nicht mehr was er gesagt hat und er wollte den Kaiserschnitt auch nicht. Aber der entscheidende Satz von ihm war "Ist vielleicht doch besser wenn du zustimmst"...3 min später habe ich unterschrieben, weil mir klar war das ich von ihm keine Hilfe mehr erwarten konnte.
Wenn ihr zum Verständnis mehr wissen wollt einfach nachfragen.
An die die sich an meine Beiträge erinnern können. Meine Tochter wohnt mittlerweile bei uns daheim.

Er hat sich kein einziges mal aufrichtig entschuldigt...wenn dann immer mit dem Zusatz "aber ich wollte es ja auch nicht, ich war nicht ganz bei mir" etc. pp.

Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll. Ich fühle mich absolut im Stich gelassen. Das ich ihn zu Arzt-Untersuchungen nicht mehr mitnehme versteht er auch nicht.

Vielleicht kann mir jemand von euch einen Rat geben.

Lg

Beitrag von sweety_78 10.02.11 - 21:44 Uhr

Hallo,

ich habe zwar Deine Beiträge nicht gelesen, aber es tut mir leid, dass Du eine schlimme Geburt hattest.

Zu Deinem Problem: Ich würde Dir empfehlen, professionelle Hilfe zu suchen, wenn Du nicht über das Geburtserlebnis hinwegkommen kannst. Du musst irgendwie lernen, loszulassen, sonst stehst Du Deinem Glück selbst im Weg.

Was geschehen ist, kann keiner mehr ändern und nur, wenn Du das annimmst, kannst Du wieder frei für die schönen Dinge des Lebens werden.

Dein Mann kann nichts dafür, was Dir widerfahren ist. Ich kann mir vorstellen, dass er in Panik war und Angst um Dein Leben und das seines Kindes hatte.
Er konnte bestimmt im Augenblick der Geburt nicht anders handeln, weil er nicht wusste, was richtig ist und was nicht. Und da hat er sich halt auf das Urteil der Ärzte verlassen.

Vielleicht kann auch eine Paartherapie, in der Ihr das Geschehen gemeinsam aufarbeitet, helfen.

Ich wünsche Euch alles Gute!

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 22:20 Uhr

Hallo,

natürlich hat er sich Sorgen um mich und die Kleine gemacht. Aber ihm hätte nach all den gemeinsamen Stunden die wir mit Statistiken und Geburstverläufen verbracht haben, weil ich eigentlich eine Hausgeburt wollte, klar sein müssen das die Ärzte übertreiben!

"Ihre Frau wird sterben, ihr Kind wird sterben etc. pp." Die Begründung wieso kam natürlich nicht. Und dann nebenher nicht einmal ein CTG aufzeichnen, obwohl ja mein Kind auf jeden Fall sterben würde ohne Kaiserschnitt, da merkt man doch das da etwas nicht stimmt.

Alle haben mich vor dem Krankenhaus gewarnt, deswegen wollte ich dort auch gleich nach Ankunft von meinem Mann weggebracht werden, weil der Notarzt sich ja geweigert hat ein Krankenhaus in meinem Landkreis anzufahren, obwohl es von der Strecke gleich war (sowohl von den Km, als auch von der Straße - Autobahn). Dieses Krankenhaus ist in der Stadt als "Metzgerei" bekannt".

Nur mal als bspw. die Statistik des Krankenhauses in der weißen Liste die man im Internet nachlesen kann:

Dammriss 1. Grades unter der Geburt: 31 %

Dammriss 2. Grades unter der Geburt: 32 %

Verletzung unter der Geburt, nicht näher bezeichnet: 49 %

Atemnot bei Neugeborenem: 15 %

Hoher Scheidenriss: 8 %

Spontangeburt eines Einlings: 24 %

Beitrag von gh1954 10.02.11 - 21:48 Uhr

>>>Ich habe es meinem Mann bisher nicht verzeihen können was "er mir angetan hat". <<<

Du spinnst!

In deinem anderen Thread hast du geschrieben, dass die im Rettungswagen sich geweigert haben, bei den chaotischen Wetterverhältnissen zu einem anderen Krankenhaus zu fahren.

Warum sollte er sich bei dir entschuldigen? Da steht ein werdender Vater im Kreißsaal und soll dir, entgegen dem dringenden Rat der Ärzte, zureden, den Kaiserschnitt zu verweigern?
Das ist eindeutig zu viel verlangt. Was wäre, enn etwas schiefgegangen wäre? Dnn wäre dei Mann auch schuld.

Du hattest nicht die Geburt, die du dir vorgestellt und gewünscht hast, was sehr schade ist, aber warum suchst du jetzt krampfhaft einen Schuldigen?

Beitrag von gunillina 10.02.11 - 21:52 Uhr

Gibt es einen Link zu den anderen BEiträgen?

Beitrag von gh1954 10.02.11 - 21:53 Uhr

Ich habe nur diesen gelesen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=10&tid=2938279

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 22:10 Uhr

Nur zum Verständnis für dich. Mein Befund war 3-4 cm Muttermund offen. Wir hätten noch genug Zeit gehabt in eine andere Klinik im Schneckentempo zu fahren. Schließlich wurde ich um 22.00 dort eingeliefert und um 1.45. hatte ich erst den Kaiserschnitt!

Und ja ich kann ihm da schon eine "Schuld" geben. Denn eigentlich wollte ich ihn bei der Geburt nicht dabei haben, weil ich Angst hatte das ich mich dann mehr um ihn kümmern muss und ich mich nicht auf mich konzentrieren kann. Er hat mich letzten Endes dazu überredet dabei sein zu dürfen, aber er musste mir versprechen keine Entscheidungen von mir in Frage zu stellen. Er hat eingewilligt. Wir haben monatelang uns über alles informiert etc. Hauptsächlich wegen ihm, weil er kaum etwas über Geburt wusste. Und er war noch derjenige der immer groß gesagt hat "er würde nie zulassen das seine Frau aufgeschnitten wird".

Und wenn dann genau das Gegenteil eintritt, von dem was er immer gesagt hat, ja dann habe ich damit sehr wohl zu kämpfen.

Lg

Beitrag von gh1954 10.02.11 - 22:19 Uhr

>>>aber er musste mir versprechen keine Entscheidungen von mir in Frage zu stellen. <<<

Es ist unsinnig, im vorhinein zu bestimmen, wie man sich in einer Extremsituation verhalten wird. Du hast dich letztes Endes doch auch nicht durchgesetzt, sondern hast die Ärtze zwei Stunden auf dich einreden lassen.

>>>Und er war noch derjenige der immer groß gesagt hat "er würde nie zulassen das seine Frau aufgeschnitten wird".<<<

Auch eine unsinnige Aussage.

Warum hast du den Aussgaen der Ärzte so wenig vertraut?

Und nochmal NEIN, deinen Mann trifft keine Schuld.

Beitrag von joulins 10.02.11 - 23:57 Uhr

Geha, die Frau braucht dringend professionelle Hilfe, sowas höre ich fast täglich im Rahmen meiner Hotline-Arbeit.

TE: Google dich durch, oder schreib mir direkt. :-) Es gibt mit Sicherheit eine Selbsthilfegruppe genau für dein Erlebnis.

Den Mann trifft keine Schuld!
Und wichtiger: rede mit ihm! Du brauchst ihn jetzt!

Halte durch, du hast ein klassisches PTBS, aber es wird alles wieder besser! Such dir Hilfe, und schau nach vorn.

#liebdrueck
Joulins

Beitrag von moeriee 10.02.11 - 22:26 Uhr

"Mein Befund war 3-4 cm Muttermund offen. Wir hätten noch genug Zeit gehabt in eine andere Klinik im Schneckentempo zu fahren."

#kratz Häh? In dem anderen Thema hast du noch Folgendes gesagt:

"Die Klinik verlassen konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aufgrund der starken Wehen und in dieser Nacht war Schneechaos auf den Straßen so das ich mein Kind sonst wohl im Auto bekommen hätte."

Es stand euch jederzeit frei, aus dieser Klinik wieder zu gehen. Warum habt ihr es nicht einfach gemacht!? Ich hatte auch schon starke Wehen (13 Stunden lang im 2-Minuten-Takt). Wenn mir da einer quer gekommen wäre, hätte es aber gerappelt!

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 22:29 Uhr

Weil mein Mann nicht wollte!!! Er hat mir sogar den Zettel weg genommen das ich auf eigene Verantwortung gehe! Deswegen hat er in meinen Augen ja auch mit Schuld daran! Wo ich unterschrieben habe war mir klar das ich nicht mehr hier weg komme. Denn bis dahin war mein Muttermund fast komplett geöffnet. Und alleine, ohne die Hilfe meines Mannes, konnte ich auch davor nicht weg aufgrund meiner Wehen.

Beitrag von silbermond65 10.02.11 - 22:43 Uhr

Weil mein Mann nicht wollte!!! Er hat mir sogar den Zettel weg genommen das ich auf eigene Verantwortung gehe!


Du bist doch eine erwachsene und eigenständige Person oder nicht?
Dann hättest du alleine gehen sollen.
Es hätte dich sicher niemand mit Gewalt aufgehalten.

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 22:46 Uhr

Wie ich bereits geschrieben habe hatte ich Wehen und ja ich war auf die Untersützung meines Freundes angewiesen um bis zum Auto zu kommen, von dem im übrigen er den Schlüssel hatte.

Beitrag von arielle11 11.02.11 - 06:47 Uhr

Und warum seit ihr nicht gleich mit Eurem eigenen Auto in die Wunschklinik gefahren?

Mädchen Du widersprichst Dich in all Deinen Threads bsi zu geht nicht mehr.

Geh Dir Hilfe holen, das ist das beste für Dich!

Beitrag von silbermond65 11.02.11 - 09:07 Uhr

Wie man ein Telefon bedient weißt du?
Wie man ein Taxi ruft auch?
Ich denke ihr seid mit dem Krankenwagen ins KKH?
Sorry,aber ich finde auch ,du widersprichst dir ständig.
Erst sagst du,du hättest sofort gehen sollen,dann geht es plötzlich nicht.
Ich hab bei meiner Tochter nchts um 1 Wehen bekommen und hab die Nacht trotzdem noch hier zu Hause verbracht (beim dritten Kind).
Morgens halb 7 hab ich mir ein Taxi gerufen und bin ins Krankenhaus.
Und selbst da bin ich noch stundenlang mit dann starken Wehen durchs KKH gelaufen.
Ein Taxi rufen,einsteigen und wegfahren hätte ich trotzdem noch geschafft.
Hör endlich auf ,deinem Mann ALLEIN die Schuld an allem zu geben !
Du schreibst ,das KKH in dem du warst ist eine "Metzgerei".Sorry,aber dann wehr ich mich doch mit Händen und Füßen um genau dorthin nicht zu kommen.
Du bist da geblieben ,also bist du genauso "schuld" (wenn man davon überhaupt sprechen kann ) wie dein Mann.
Oder erleichtert es dein schlechtes Gewissen ,wenn du ihn zum Schuldigen machst?

Beitrag von windsbraut69 11.02.11 - 09:14 Uhr

Ich möchte mal wissen, was Du Deinem Mann vorgeworfen hättest, wenn er Dich aus der Klinik mitgenommen hätte und unterwegs wäre etwas passiert!

Wenn Du niemandem außer Dir zutraust, die Situation einzuschätzen, dann hättest Du Dich selbst durchsetzen müssen und eben nicht einwilligen.

Beitrag von silbermond65 10.02.11 - 22:31 Uhr

Wir hätten noch genug Zeit gehabt in eine andere Klinik im Schneckentempo zu fahren. Schließlich wurde ich um 22.00 dort eingeliefert und um 1.45. hatte ich erst den Kaiserschnitt!

Warum seid ihr dann nicht gefahren?
In deinem anderen Thread steht,ihr konntet nicht mehr fahren wegen dem Schneechaos und dann hättest du womöglich im Auto entbunden.
Plötzlich war noch genug Zeit,denn du solltest die Klinik ja angeblich sofort verlassen.
Sorry,aber für mich stimmt das hinten und vorne nicht.
Wenn du deinem Mann jedenfalls die Schuld an allem gibst,wirst du bald als Alleinerziehende dastehen.DAS hält keine Ehe aus.

Beitrag von windsbraut69 11.02.11 - 09:12 Uhr

Warum bist Du dann nicht selbst gefahren?
Sorry, aber Du verlangst eindeutig zuviel von Deinem Mann und suchst krankhaft Schuldige.
Glaubst Du ernsthaft, dass irgendeiner der Beteiligten Dir was Böses wollte?



Gruß,

W

Beitrag von litalia 11.02.11 - 13:16 Uhr

was gesagt wurde ist nur theorie, wenn man dann mitten drin ist sieht alles anders aus.

meinem mann vorwürfe zu machen wäre das letzte was ich tun würde.

aber mach nur weiter so, zerstöre deine ehe, deine familie und viel spaß als alleinerziehende.

nur schade für euer kind dein verhalten.

Beitrag von silbermond65 10.02.11 - 22:09 Uhr

Ich hab grad mal deinen alten Beitrag gelesen.
Was bitte hat dein Mann dir denn "angetan" ? Sorry,du übertreibst (spinnst verkneif ich mir mal ) doch völlig.
Erstmal nehm ich dir die Geschichte NICHT ab.Kein KKH schickt eine Schwangere mit Wehen weg nur weil sie keinen Kaiserschnitt will.
Völliger Blödsinn !Schon gar nicht bei dem Wetter,wo man ewig bis zum nächsten KKH braucht.
Deinem Mann die Schuld am Kaiserschnitt zu geben ist ja wohl noch größerer Blödsinn. DU hattest 2 Stunden Zeit bis zu deiner Unterschrift.
Du hast unterschrieben ,weil er nicht hinter dir gestanden hat?
Mal dran gedacht,daß der Mann eventuell Angst hatte ? Angst um dich und um das Baby?
Es war jetzt keine Bilderbuchgeburt so wie du sie dir gewünscht hast.Deinen Mann dafür büßen zu lassen ,finde ich unter aller Sau !
Wenn du mit dem ganzen wirklich ein Problem hast,dann such dir einen guten Arzt und mach eine Theraphie.

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 22:14 Uhr

Lese bitte was ich über dir geantwortet habe.

Und ja die "Geschichte" war so. Im übrigen interessiert sich mittlerweile meine Krankenkasse dafür, die die Kosten tragen musste, weil einfach zu viel nicht übereinstimmt.

Ach ja, ein anderes Bspw. Mein Entbindungstermin wurde im übrigen in der Klinik (Arztbrief) abgeändert um 4 Tage! Aber der 34. Woche kann man dort laut Krankenhaus spontan entbinden (habe ich mich erkundigt) und genau die Tage fehlen mir nun, denn nach dem Entbindungstermin der in meinem Mutterpass steht war ich Anfang der 34. Woche!!!

Beitrag von gunillina 10.02.11 - 22:19 Uhr

Was kann denn dein Mann für den ganzen Mist? Er ist doch kein Arzt, oder? Kennt er sich super in der Geburtsheilkunde aus?
Oder war er einfach nur der werdende, sich unwahrscheinlich sorgende Vater? Meine Güte, er wird vollkommen überfordert gewesen sein.
Und du bist jetzt wahrscheinlich traumatisiert (warum zeigt mein Programm mir das als falsch an?). Verständlicherweise.
Such dir Hilfe.
Aber hör auf, deinem Mann irgendeine Schuld zu geben. Ihr solltet das zusammen durchstehen jetzt. Ihr braucht einander.

Alles Liebe
G

Beitrag von hinterwaeldlerin09 10.02.11 - 22:28 Uhr

Oh Mann, du hast da ja was Furchtbares erlebt!

Ich habe deinen Bericht aus dem Link gelesen...weißt du, ich denke, du hast ein großes Problem: Es sind Sachen sicher nicht richtig gelaufen, aber du ziehst daraus Schlüsse und nimmst die für die einzige Wahrheit und Erklärung...und das kann falsch sein!

Ich habe mal in der Krankenhausverwaltung gearbeitet und ich kann dir sagen: kein Krankenhaus holt sich einen KS wegen der "Kohle"! Die Fallpauschale für einen Kaiserschnitt ist im Etat eines Krankenhauses wirklich keine große Summe. Und die Gefahr von Klagen hinterher ist viel zu groß. Es lohnt nicht.

Ich bezweifele nicht, dass bei deinem KS und überhaupt deiner Behandlung einiges schief gegangen ist, aber mit der Kohle hatte das bestimmt nichts zu tun.

Und das Ding mit deinem Mann...wenn du ihn sowieso nicht mitnehmen wolltest, weil du ihm nicht trautest, ihm das nicht zutrautest, ist bei euch sowieso einiges im Argen. Anscheinend schon lange vor diesem Ereignis.

Ich denke, du solltest dich an einen Therapeuten wenden. Deine Wut, die sicher berechtigt ist, aber auch die Suche nach einem Schuldigen...es fällt auf, wie oft du erwähnst, dass du von anderen überredet wurdest...da zeigt sich, dass du ganz viel Wut AUF DICH SELBST hast! Und weil das eben schwer zu ertragen ist, dass du eben auch aus Angst, Sorge, Unkenntnis, enormem Stress Entscheidungen getroffen hast, die du heute bedauerst, sind nun die anderen, die dich "überredet" haben oder wie dein Mann "eingeknickt", SCHULD.

Es ist in Ordnung, diese Kette von womöglichen medizinischen Fehlern und Fehlentscheidungen mal zu überprüfen. Aber Schuld...das ist ein Fall für den Psychologen.

Dein Ziel sollte jetzt sein: mit dem Ereignis und deinem Kind Frieden machen können. Und nicht: die Schuldigen suchen und bestrafen.

Lass den Dingen Zeit. Lass deiner Seele Zeit.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von fallen-angel89 10.02.11 - 22:37 Uhr

Danke dir für deine Worte. Zu dem möchte ich jedoch etwas sagen:


Ich habe mal in der Krankenhausverwaltung gearbeitet und ich kann dir sagen: kein Krankenhaus holt sich einen KS wegen der "Kohle"! Die Fallpauschale für einen Kaiserschnitt ist im Etat eines Krankenhauses wirklich keine große Summe. Und die Gefahr von Klagen hinterher ist viel zu groß. Es lohnt nicht.


Bisher ist noch kein Arzt erfolgreich verklagt worden, weil er einen Kaiserschnitt vorgenommen hat, wohl aber weil er keinen oder zu spät einen gemacht hat. Und wenn du die Statistik liest die ich weiter oben jemand gepostet habe siehst du das dieses Krankenhaus eine kranke Kaiserschnittrate hat.

Du hast Recht, ich suche derzeit einen Schuldigen, weil ich absolut nicht damit klar komme. Ich habe immer noch Schmerzen.
Ich habe nicht zugestimmt weil ich Angst um mich oder mein Kind gehabt hätte. Die Ärzte habe mich ja irgendwann nicht mal mehr direkt angesprochen sondern sich an meinen Mann gewandt als sie gemerkt haben das sie bei mir damit nicht weiter kommen. Ich habe gesagt das ich nicht will, ich habe gesagt das ich in ein anderes Krankenhaus möchte, ich wollte den Zettel unterschreiben das ich auf eigene Verantwortung gehe - er hat ihn mir weggenommen. Und wenn man dann schon weiß während man in den OP kommt das es für "Nichts" ist (denn meinem Kind ging es ja gut und mir auch) dann steckt man das nicht einfach so weg und denkt "ja ist halt passiert". Ich war verzweifelt weil mein Mann nicht für mich da war. Ich habe ihn noch bevor ich in den Op gekommen bin angeschrieen, das wenn er mich da rein gehen lässt und mich nicht wegbringt er nicht mehr unter meine Augen treten braucht". Ich wollte das er aufwacht und endlich mir hilft! Denn ich hatte doch genau gesagt was ich wollte!!!

Beitrag von hinterwaeldlerin09 10.02.11 - 22:51 Uhr

Was willst du tun?

Die Aufarbeitung der medizinischen Seite ist ein Problem - das mit deinem Mann aber ein anderes!

Juristisch wird es schwer werden, weil du eben Einverständnis-Erklärungen unterschrieben hast - auf welche Art auch immer!

Es ist die Frage, ob es dir dient, wenn du dich jetzt auf monate - oder jahrelange juristische Auseinandersetzungen einläßt.

Jetzt glaubst du noch, du brauchst das, du willst die Schuldigen festnageln, sie bestrafen, Rache üben, ihre fehlerhaften Taten offen legen...aber womöglich stellst du eines Tages fest: das war verschwendete Energie!

Ob du zu deinem Mann nochmal eine Verbindung aufbauen kannst, ist die Frage. Sein "Versagen" wird sich nicht ändern, was geschah, geschah. Nur deine Einstellung dazu kann sich ändern. Und dafür braucht es Zeit.

Aber warum läßt du das nicht mal links liegen und gehst statt dessen zu deinem Baby? Legst ihm die Hand auf den Rücken, legst es dir auf den Bauch, guckst es dir an und stellst dir vor, was du mit ihm machen wirst, wenn es aus dem Krankenhaus kommt.

Versuch doch zumindest mal zeitweise nach VORNE zu denken und fühlen! Was hat dein Baby davon, wenn du einen Kreuzzug gegen die Schuldigen führst, so berechtigt er auch sein mag?

Das Kind braucht keine Heerführerin. Es braucht eine Mutter.

Die darf ja gern ein blutendes Loch in ihrem Herzen haben, weil sie etwas so Schlimmes erlebte...aber doch keinen Hass!

lg die hinterwäldlerin