Sind hier Eltern, die mal Leistungssport betrieben haben?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von engelchen28 11.02.11 - 10:35 Uhr

hallo!
mein mann und ich haben gestern über das thema leistungssport diskutiert. unsere große (5,5 j.) hat sehr großes kunstturntalent und es steht jetzt zur diskussion, daraus einen leistungssport zu machen (d.h. eigentlich ist sie seit 3 wochen dabei, hat 2 wettkämpfe abgelegt und fantastisch abgeschnitten).
unsere bedenken sind, dass sie sehr viel zeit in diesen sport investiert (4 nachmittage pro woche), dazu wettkämpfe am wochenende. wir möchten, dass sie die möglichkeit hat, freunde zu finden in der schule (wird im sommer eingeschult), sich zu verabreden, weiterhin klavier zu spielen, schwimmen zu gehen, einfach nur zu spielen etc.pp.! was sonst macht kindheit aus?!
ja, sie würde eine grundsportlichkeit erlangen, die natürlich gut ist. aber ich denke, sie hat diese grundsportlichkeit jetzt schon und kann diese auch erhalten, wenn sie nur 2 x pro woche diesen sport betreibt.
da weder mein mann noch ich leistungssport betrieben haben, sind wir jetzt auf der suche nach gründen DAFÜR und DAGEGEN auf lange sicht, was ist in 10 oder 20 jahren, wenn man diesen sport nicht mehr betreibt, was hat einem der leistungssport gebracht, momentan überwiegen die gründe dagegen.
meine tochter turnt unwahrscheinlich gerne, hat spaß an wettkämpfen und möchte selber maximal 3 x / woche zum training). ihr trainer sagt aber, dass sie sich im kader nicht halten können wird, wenn sie "nur" 2 - 3 x pro woche kommt.
momentan steht unsere entscheidung zwischen
a) 2 x pro woche kunstturnen auf normalem bis mittlerem niveau
b) 4 x pro woche auf hohem niveau (leistungssport).
natürlich alles immer in absprache mit unserer tochter, das versteht sich aber von selbst!
ich hoffe auf beiträge von eltern, die selber leistungssport betrieben haben oder die kinder haben, die leistungssport betreiben.
lg

Beitrag von leiahenny 11.02.11 - 10:59 Uhr

Hallo , Du hast doch schon mal gefragt, oder ?
Vorab:
Meine Tochter ist Leistungsturnerin und hiermit meine ich Eliteschule des Sports und 7 bis 9 Trainingseinheiten die Woche.

Mit 5 Jahren findet der Einstieg ins Leistungstraining statt , wobei im Kunstturnen auch im Breitensport 4 Trainingseinheiten die Woche normal sind - da es sich um ein hochkomplexe Sportart handelt, die anders als alle anderen Sportarten eine sehr frühre Leistungsentwicklung beinhaltet.
2 mal die Woche ist maximal Gerätturnen - ist schön, hat aber nichts mit Kunssturnen zu tun.
Wettkämpfe sind übrigens im Kunssturnen nicht jedes Wochenende.

Was spricht dagegen es einmal zu probieren, wenn deine Tochter keine Lust zu 4 mal die Woche hat , kann sie ja jederzeit wieder wechseln ?
Wenn sie selbst aktuell 3 mal die Woche möchte , dann ist die Frage ob sie den Unterschied wirklich einschätzen kann.
Ein intensives Training bietet die Chance etwas richtig zu lernen und zu schauen ob es einem wirklich Spaß macht. Zudem ist es für Wettkämpfe eine Vorraussetzung.

Beitrag von engelchen28 11.02.11 - 11:11 Uhr

hallo!
doch, sie kann den unterschied zwischen 3 und 4 x einschätzen, denn dann müsste sie die anderen hobbys aufgeben, könnte sich nicht mehr verabreden etc.! die wettkämpfe sind im sommer und herbst tatsächlich annähernd jedes wochenende, habe den plan vorliegen.
ich denke nur, was ist der wirkliche vorteil von leistungssport gegenüber normaler sportintensität? kannst du mir das sagen? ganz besonders in puncto langfristigkeit. was ist in 20 oder 30 jahren - was bleibt dann übrig von "ich habe mal leistungssport gemacht". weißt du, was ich meine? ist es nicht genauso wichtig, sich jetzt, in jungen jahren, frei zu verabreden, auf den spielplatz zu gehen, im garten zu sitzen, ein eis zu schlecken mit freundinnen, den nachmittag über im zimmer basteln - einfach soziale kompetenzen entwickeln...was sonst macht kindheit aus?
ich habe eine freundin, die leistungssport betrieben hat als kind (wasserspringen). sie sagt im nachhinein, dass sie es vermisst, kein musikinstrument gelernt zu haben in jungen jahren und dass sie sich nie verabreden, kind-sein konnte. das gibt mir zu denken...!
sie würde auch mit 2 nachmittagen training (zusammen 5 std.) an wettkämpfen teilnehmen - aber eben nicht landesmeisterschaften etc., sondern eher lokale wettkämpfe - aber ist das nicht auch völlig ausreichend? würde mich gerne mit dir austauschen...!

Beitrag von leiahenny 11.02.11 - 12:55 Uhr

Du schreibst "deine Freundin vermisst es ein Musikinstrument spielen zu können" - nur um ein Insturment wirklich spielen zu können must du täglich üben - und das ist der Punkt.
Deine Tochter möchte die Dinge können, die die "Großen" können, dies wird sie nur erreichen bei entsprechendem Training.

Für die Mädels im Turnen ist Training auch das Treffen mit Freundinnen, der Zusammenhalt in einer Mannschaft und das Erleben von Bestätigung.
Deine Tochter ist noch weit weg von dem Punkt wo sie entscheiden muss ,sich mal durch ein Tal durchzubeissen etc. aber unterschätze nicht die Chance etwas mal richtig zu lernen. Turnen födert die rechts links Koordination, Disziplin etc. Viele Mädels die ich kenne wechseln später in eine ander Sportart, aber eine Grundausbildung im Gerätturnen ermöglicht
ihnen sich für Sport zu begeistern.

Beitrag von .nefur. 11.02.11 - 11:23 Uhr

Hallo,

ich würde es probieren, so lange es ihr Spass macht. Ich habe mal Leistungsschwimmen gemacht und war mit 10 Jahren ausgebrannt. ich habe dann erst mal alles sein lassen, Instrument, Sport und musste zur Kur. Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt und das ist das Fatale. Dass sich Kinder auch selbst unter Druck setzen. Vielleicht auch durch die Freude bei guten Wettkampfergebnisse, der Freude bei den Erwachsenen. Ich weiß es heute nicht. Meine Eltern waren nicht übermäßig ehrgeizig.

Aber trotzdem, ich würde es ausprobieren. Mir hat es lange nicht geschadet und dann war eben Ende. (Und Schwimmen kann ich immer noch gut ;-))

Beitrag von engelchen28 11.02.11 - 11:27 Uhr

ja, meine tochter setzt sich selber stark unter druck...frag' mich nicht, woher sie diesen ehrgeiz hat. sie vergleicht sich mit kindern, die deutlich älter und länger dabei sind und will unbedingt das können, was diese können. ich sehe viele eltern beim kunstturnen, die ihren kindern richtig druck machen ("wenn du nicht besser als XY bist, geben wir den hund weg"), sie ununterbrochen fokussieren, von der tribüne rufen "alexxxiaaaa, fuß geraaaade" etc.! aber dass dieser ehrgeiz von kindern kommt - so stark, das war mir neu.
was wäre anders gewesen, wenn du nur 2 x pro woche schwimmen gegangen wärst statt 4 oder 5 x? weißt du, worauf ich hinauswill? wozu dieser enorme aufwand, dieser verzicht in vielen punkten?! schwierig....!

Beitrag von kaffetante 11.02.11 - 11:41 Uhr

Ich habe 15 Jahre Leistungssport betrieben - war auch international sehr gut darin. Ich sage das deshalb, weil es dann "kritisch" werden kann.

Ich bin jetzt mal ganz offen. Mein Vater hat mich immer unter Druck gesetzt, ich hatte keine Freunde, lebte nur für den Sport (oder für ihn) und habe sogar die Schule "abgebrochen" (nur für kurze Zeit). Irgendwann konnte ich dem Druck nciht mehr standhalten, habe den Sport beendet, bin zu Hause ausgezogen, habe meine Schule beendet und habe studiert. Mit meinem Vater rede ich heute kein Wort mehr, er kann einfach als "Frau" nichts mit mir anfangen, er konnte nur als Sportler etwas mit mir anfangen.

Was ich damit sagen will. Sport ist toll, besonders in der Pubertät ist es ein gutes Ventil, ich war da völlig unproblematisch. ABER die Eltern sollten die Gartwanderung schaffen zwischen persönlichem Ehrgeiz und dem Wohlbefinden des Kindes. Ich habe mir damals meine ganze Zuneigung durch Erfolg im Sport "erkaufen" müssen und war damit bedingt glücklich. Kinder dürfen niemals das Gefühl bekommen nur geliebt zu werden, wenn die entsprechende Leistung bringen. Gleichzeitig darf man aber auch die Leistungen nicht abtun und dem Kind damit vermitteln, dass es egal ist was es leistet.

Ansonsten würde ich grundsätzlich sagen, solange, wie das Kind das "mitmacht", d.h. die Schule und die Freunde und somit das Wohlbefinden nicht darunter leidet.

LG

Beitrag von kaffetante 11.02.11 - 11:46 Uhr

Sorry, vergessen: Was hat mir der Leistungssport gebracht?

Ehrgeiz, Durchhaltungsvermögen, Flexibilität, Selbstständigkeit, Nerven wie Drathseile, ein gutes Körpergefühl und last but not least unerträgliche Rücknschmerzen, die sich aber mit ein bisschen "Sport" und damit meine ich ein bisschen im Sinne von ein bisschen in den Griff bekommen lassen.

Beitrag von engelchen28 11.02.11 - 12:14 Uhr

huhu!
danke für deine meinung!
ja, in die richtung, wie dein vater war, gehen auch manche mütter, die ich vom kunstturnen her kenne...!
ich mein', meine tochter ist noch klein, erst 5 jahre alt, aber sie hat jetzt schon großen ehrgeiz, gutes durchhaltevermögen (sie ist kein kind, das dies und das mal probiert, es dann in die ecke wirft, wenn sie etwas anfängt, macht sie es auch zuende), sie hat ein sehr, sehr gutes körpergefühl (hatte sie mit 3 jahren auch schon)...! also - ganz plump gesagt - was hat sie noch zu erreichen?
wo ist der VORTEIL zwischen so intensivem sport und einer eher normalen sportintensität? darauf habe ich bisher noch keine antwort bekommen...ist ja auch nicht leicht.
lg

Beitrag von kaffetante 11.02.11 - 12:24 Uhr

Das was Deine Tochter da hat, nennt man Talent. Das heißt aber nicht, dass sie nichts tun muss, das ist ähnlich wie bei schulischen Leistungen.

Der Vorteil von Leistungsport? Ein Lebensgefühl? Das kann Dir keiner so richtig beantworten. Intensiver Sport hiße für mich, das Kind beschränkt sich auf nur einen und es gibt schon von Seiten der Trainer kein "keine Lust". Das ist bei normalem Sport anders, da würde ich auch ein oder zwei Sportarten parallel und damit auch mal Trainingsausfall, wenn das Kind so gar keine Lust hat.

LG

Beitrag von engelchen28 11.02.11 - 13:28 Uhr

nein, ich meinte das auch nicht in puncto turnen-können!
ja, sie hat talent und natürlich müsste sie viel trainieren, um daraus etwas machen zu können.
wahrscheinlich ist es wirklich das lebensgefühl, das leute dazu antreibt, leistungssport zu machen, einen rationalen grund gibt's wahrscheinlich nicht.
ich finde die entscheidung sehr, sehr schwer...tendiere aber momentan dazu, meine tochter einfach selber entscheiden zu lassen (d.h. max. 3 x / woche training) und dann schauen wir einfach weiter - auch wenn ihr trainer schon bedenken äußerte, dass sie dann das niveau nicht halten können wird, aus dem kader gehen muss...! ich denke, sie ist kind - und kindsein bedeutet u.a. (!) frei spielen, sich verabreden können...und in meinen augen widerspricht sich das mit leistungssport auf dem niveau. ihre trainierin sieht sophie schon ganz weit oben, lange dabei - ich bin mir nicht so sicher...!

Beitrag von amma1211 11.02.11 - 14:35 Uhr

hallo,

ich war auch mal leistungsschwimmer.
wir hatten 5x die woche training, fast jedes wochenende einen wettkampf.
ich habe den sport imme rgerne gemacht.
ich empfand meine kindheit als sehr schön, trotz des vielen sports.
meine freundinnen waren die in meiner trainingsgruppe.

aus jetztiger muttersicht würde ich meine kinder nicht zu leistungsportler werden lassen.
mein sohn (5,5j.) geht seit kurzem 1x diewoche zur leichtathletik. vielleicht erhöhen wir es auf 2x die woche, weil er eben viel spaß dort empfindet.

im nachhinein mache ich meinen eltern (jetzt wieder aus eigener muttersicht)
gedanklich vorwürfe, warum sie mich 5x die woche zum training ließen..... weil ICH es so wollte, habe übeerhaupt nichts negatives dabei empfunden.

meine kinder werden u.a. auch nicht 4 oder5x die woche trainieren, weil wir viel zu viele andere dinge gerne machen, wie im sommer badeb gehen, im garten spielen, freunde treffen, nach dem kindergarten im angrenzendem zoobistro mit seinen kindergartenfreunden noch ein eis essen usw.

ich wäre da viel zu egoistisch und ich wäre nicht bereit, mein kind jeden tag zum training zu fahren, evtl. dort zu warten um es dann wieder nach hause zu fahren.

zu meiner zeit gab es damals im wohngebiet die schwimmhalle, nach schulschluss gegen eins sind wir selbständig zur halle, und waren gegen vier wieder zu haus und konnten dann noch mit freundinnen draußen spielen. meist beginnt der sport doch jetzt erst nach vier und dauert bis abend.

so, jetzt habe ich alle meine gedanken zum thema leistungssport niedergeschriebn.

fazit: 3 x die woche turnen wäre das absolute maximum für meine kinder

gruß

Beitrag von leiahenny 11.02.11 - 15:50 Uhr

Und was ist wenn dein Kind es will ?

P.S.
Übrigens seit wannn warten die Eltern beim Training, ist doch vollkommen überflüssig.

Beitrag von amma1211 11.02.11 - 20:57 Uhr

wenn mein kind es möchte, erlaube ich es einfach nicht.

wir wohnen in einer großstadt. da kann man entweder 30minuten nach hause fahren, 30 minuten wieder zum training zurück, um das kind abzuholen. dann bleiben einem 30 min zu hause. viele trainings anderer sportarten gehen aber nur eine stunde. da bleibe ich dann lieber am rande der laufhalle sitzen und erfreue mich meines kindes.
sprich, ich habe selber spaß am zuschauen. das mache ich nicht, weil mein kind sonst nicht alleine bleiben würde.

Beitrag von engelchen28 12.02.11 - 09:34 Uhr

hallo!
ja, du triffst es eigentlich mit deinen worten: "meine kinder werden u.a. auch nicht 4 oder5x die woche trainieren, weil wir viel zu viele andere dinge gerne machen, wie im sommer badeb gehen, im garten spielen, freunde treffen, nach dem kindergarten im angrenzendem zoobistro mit seinen kindergartenfreunden noch ein eis essen usw."
das ist das, was mir hauptsächlich durch den kopf geht. kindheit besteht aus mehr als ausschließlich training. wann kann man mal wieder so flexibel, so ungebunden, so spontan sein wie als kindergarten- und grundschulkind?! nicht, dass man nicht auch als kleines kind mal etwas durchziehen muss, disziplin und durchhaltevermögen lernen muss etc. - aber das geht auch im ganz normalen alltag und nicht nur beim leistungssport.
das mit dem egoismus, den du ansprichst, sehe ich bei mir nicht so, ich würde meine tochter hin- und herkutschieren - AAABER sie ist kein einzelkind, sondern hat eine kleine schwester (3,5 j.), die natürlich auch zu ihrem recht kommen und nicht nur im auto / in der halle sein möchte. auch sie möchte sich verabreden etc.pp.
alles nicht so leicht...!
lg
julia

Beitrag von amma1211 12.02.11 - 13:40 Uhr

hallo julia,

ich denke, du gibst dir die antwort schon selber. für mich hört es so an, als spricht einiges gegen den leistungssport. ich finde 3x die woche training klingt auch sehr nach disziplin und durchhaltevermögen.
wenn dein kleines mädchen auch später mal interessen entwickelt, wirst du mindest an fünf tagen unterwegs sein.
ich gehöre nicht zu den faulen müttern, die ausschließlich an sich denken, als von egoismus schrieb. aber stell dir eine kindheit mit 3x training vor plus eis und freundinnenbesuch vor oder eine kindheit mit 4x training ohne eis. sicher schließt das der leistungssport nicht aus, aber ich wollte es nur aus meiner sicht mal verdeutlichen.
wenn ein kind seinen liebsten sport an drei wochentagen ausüben darf, sollte da mmn reichen. somit seid ihr alle glücklich.
deine große kommt auch bald in die schule und aus erfahrung weiß ich, dass fast alle schulkinder am nachmittag bzw. am abend fix und fertig sind. schule wird eine andere belastung sein als der sing sang im kindergarten und ein wenig vorschule.

alles gute


Beitrag von engelchen28 12.02.11 - 14:45 Uhr

ja, du hast schon recht, eigentlich gebe ich mir die antwort selber. es ist ja nicht so, dass sie "nur" kunstturnen betreibt. sie spielt noch klavier, schwimmt einmal die woche und reitet...von daher sind wir sowieso die meisten tage unterwegs - von meiner kleinen tochter mal ganz abgesehen, die auch anfängt, eigene dinge zu machen.
ja, und die schule kommt natürlich im sommer - und diese steht definitiv höher in der "rangliste" als der sport. auch verabredungen, eis schlecken, kind-sein stehen für mich höher. nicht bei allen müttern, aber bei mir, wenn ich mal ganz tief in mich reinhorche.
lg & vielen dank #:-)!
julia

Beitrag von graupapagei4 13.02.11 - 14:59 Uhr

Das Grundproblem beim Kunbstturnen ist, dass die Entscheidung Leistungssport oder nicht sehr früh gefällt werden muss, ansonsten ist der Zug abgefahren.

Da dein Kind die Tragweite nicht wirklich erkennen kann, musst du ein wenig Glaskugel spielen.

Leistungssport heißt definitiv, dass man sich auf eine Sportart konzentriert. Für schwimmen und reiten ist dann kein Platz mehr (vielleicht mal in den Ferien). Ob sie das will??? Allerdings wenn du jetzt glaubst, dass sie das nicht will, kann sie dir auch in 2 oder 3 Jahren vorhalten, dass sie nicht oft genug beim Training war - man weiß nicht, wie es mal kommt.

Mein Großer betreibt Turniertanz als Leistungssport, hat dafür schwimmen völlig aufgegeben , aber sein Cello behalten. Wofür er das tut? Frage ich mich manchmal auch, vor allem frage ich mich manchmal, was ich mir damit antue.
Seine Antwort wäre - für den Landesmeistertitel, den ich gestern geholt habe. Ist schon eine schwierige Entscheidung!

Beitrag von agostea 11.02.11 - 15:19 Uhr

Ich habe lange Jahre Leistungsschwimmen betrieben. Recht intensiv.

Vorteil: Gut durchtrainiert, vorallem der Rücken - was sich später als absoluter Glücksfall herausstellte, da ich die Diagnose Skoliose bekam (Verkrümmung Wirbelsäule), die sich wesentlich schlimmer hätte entwickeln können, wäre ich nicht so gut trainiert gewesen.

Nachteil: Ich habe heute eine Abneigung gegen Chlorwasser und Schwimmbäder allgemein. Bin dem Überdrüssig.

Gruss
agostea

Beitrag von schneeglitzern 11.02.11 - 21:01 Uhr

Mein Sohn ist 12 und betreibt Leistungssport seit er 6 ist. Ebenfalls im Bereich Kunstturnen.

Er geht 5 x die Woche a 3 Std. Mit Fahrtzeiten und Freizeiten durch Fahrgemeinschafte ist er i.d.Regel von 15-19.30 unterwegs.

Das ganze ist immer eine Gradwanderung. Ein 6 jähriges Kind kann es nicht alleine entscheiden. Ihr müsst die Richtung vorgeben.

Wir hatten schon einige Krisen, in denen es schwierig ist zu entscheiden ob man druck ausübt oder hinschmeisst.

bis jetzt war ein bisschen Druck nicht falsch. Seit ca. 1 Jahr ist es kein Thema mehr.

Ich würde es zumindest versuchen. Aufhören kann sie immer. Wenn man es aber erst garnicht versucht........

Meiner Meinung nach werden heute viele Kinder ohne Druck zu irgendwas erzogen. Die Frage ist ob das im späteren Leben weiterhilft.

Allerdings müßt ihr Euch über die Konsequenzen im klaren sein.

Urlaub nur in Absprache mit Trainern. einfach mal keine Lust gibt es nicht. Evtl. müssen Kindergeburtstage ausfallen etc......

Vielleicht hast Du ja mal Lust das Buch von Fabian Hambüchen zu lesen.
Darin ist sehr genau beschrieben was es heißt erfolgreicher Leistungssportler zu sein.

Bei Fragen melde Dich.
Gruß
Schneeglitzern


Beitrag von leahhh 12.02.11 - 09:11 Uhr

Hallo,
also mein Mann hat Kunstturnen gemacht, allerdings nicht als Leistungssport. Nur als Hobby. Er ging 2 mal in der Woche ins Training. Er hat an regionalen Meisterschaften teilgenommen. Er ist sportlich sehr gut, . Allerdings hatte er auch Zeit für andere Sachen, wie Klavierspielen, Skifahren, Spielen mit Freunden. Ihm hat der Sport immer Spaß gemacht, er hat dadurch auch Disziplin, Durchhaltevermögen etc. gelernt, obwohl es nicht so streng zugegangen ist. Er hat diesen Sport mit viel Freude bis ca. Anfang Zwanzig ausgeführt. Danch hat er mit Freunden eine Gruppe gebildet, und wirklich nur noch zum Spaß und nicht mehr nach festen Zeiten trainiert - das wäre beruflich auch nicht gegangen.
Du musst auch bedenken, dass gerade das Kunststurnen nicht so eine populäre öffentliche Sportart ist. Florian Hambüchen hat diesen Sport zum Glück ein wenig populär gemacht. Was wäre denn das große Ziel für Deine Tochter ?
Also für meine Kinder würde Leistungssport nie in Frage kommen, sie sollen Kind sein dürfen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Viele Grüße Leah

Beitrag von schn3ck310 04.08.11 - 17:43 Uhr

also ich war auch in einer Leistungsturngruppe und im DLRG. Ich hab auch im alter von jahren angefangen mit turnen und hab in der woche 4mal Training gehabt. Montags wars sogar immer so erst turnen dann schnell umziehen und ins schwimmen...
Hatte trotzdem zeit für freunde, Freibad etc...
Ich persönlich bin froh das meine Eltern mich immer unterstützt haben und mich immer ins Training gelassen haben..
Natürlich wars im Sommer manchmal so, dass ich lieber länger im Freibad geblieben wäre statt ins Training zu gehen. Meine Eltern waren dann aber strenger und wenn ich nicht ins Training wollte hätte ich nicht ins Freibad dürfen.

Wo man mit rechnen muss als Elternteil, wenn die kinder ins Turnen gehen kommen sie auch ab und zu mit verletzungen und manchmal auch mit prellungen oder vllt auch mal mit nem Bruch..

Ich selber war öfters mal verletzt gehört aber einfach auch dazu.
Finde auch das es gut fürs Selbstbewusstsein ist, da man sich öfers überwindne muss neue übungen auszuprobieren.

Wenn ich mal Kinder haben sollte, würde ich immer im Sport unterstützen.
Hab im übrigen bis 17 geturnt und hab es leider aufgeben müssen weil es mit der Schule nicht mehr ging weil ich zu lange Mittagschule hatte.
Hab die ganze Zeit auch noch DLRG gehabt und es gab Monate wo ich Sa. einen wettkampf vom Schwimmen hatte und So. vom Turnen, dann hat man halt das andere Wochenende erst wieder Zeit für die klassenkameraden.

Außerdem ist es auch toll wenn man erfolge im Sport erzielt, super push fürs selbstbewusstsein...


Sorry für die Länge