Wärmedämmung

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Forum: Energie sparen

Willkommen im Forum Energie sparen. Hier diskutieren wir, wie wir gesünder leben und viel Energie und Geld sparen können. Mit kleinen Schritten können wir unseren CO2-Bilanz um 10% innerhalb eines Jahres reduzieren. Und darum geht es hier: Welche kleinen Schritte machen Sie? Welche Fragen und Ideen haben Sie? Jeden Donnerstag schauen Energiesparberater hier ins Forum, um Ihre Fragen zu beantworten. Jede(r) BeraterIn ist in einer Umweltorganisation engagiert. Wir arbeiten ehrenamtlich und freuen uns auf Anregungen und Fragen. Mehr Infos lesen Sie auf 10:10 Deutschland.

Viele tolle Tipps zum Energiesparen finden Sie in unserem Artikel Umweltschutz im Familienalltag und auf unserer 10:10 Checkliste der urbia-Familie zum Ausdrucken. Hier können Sie lesen, was das urbia-Team zur CO2-Reduktion unternimmt.

Beitrag von gunillina 11.02.11 - 10:57 Uhr

Wer kann mir meine Frage beantworten?

Seit einiger Zeit werden ja Häuser von aussen zusätzlich gedämmt. Mit einer Art Styroporplatten, die dann verspachtelt und gestrichen, bzw mit Putz besprüht werden.
Nun stellt sich mir die Frage: Die Wärmedämmung ist gut, kein Ding. Aber wenn das Zeug entsorgt werden soll, später mal, wie ist es dann mit der Nachhaltigkeit? Das ist doch alles Sondermüll.
Also sparen wir fleissig Heizkosten, senken den CO2 Ausstoss. Und dann müssen wir viel Energie aufwenden, um diese Platten zu entsorgen. Wie auch immer die Entsorgung aussieht.

Ist das mal wieder so eine Sache wie - grob verglichen - mit der Asse? "Wir schmeissen das Zeug mal weg, in hundert Jahren sind wir eh nicht mehr da, dann soll sich jemand anderes damit befassen?"

Sicher, der Vergleich ist ein wenig -naja- grob, eben. Aber vom Prinzip her ist das doch so.
Da werden Ideen geschaffen, aber nie zu Ende gedacht.

Wie verhaltet ihr euch dazu? Ihr Energieberater hier?

Ich würde mich über eine ernst gemeinte Antwort freuen. Und fundiert wäre auch gut. :-)

#danke

Beitrag von ayshe 11.02.11 - 11:13 Uhr

Na gunni,
ich sage jetzt mal was.
Zum einen gibt es verschiedene Brandschutzklassen und deshalb auch verschiedene Materialien, Hartschäume.

Polyurethan und Polyisocyanurat fällt mir erstmal ein, ist sicher nicht alles, aber sehr gängig.
Ich denke, sie werden genauso entsorgt wie andere Hartschäume auch und auch teils recycelt, nicht unbedingt Sondermüll.



Man kann aber auch mit Schilf dämmen.
Aber das ist eben Ökobau und wird wenig genutzt.
Man kann eben auch mit Lehm die Wände putzen und nicht den heutigen üblichen Chemiekram nehmen, dem sie 1000 Zusätze geben.

Beitrag von gunillina 11.02.11 - 11:16 Uhr

Ja, das kann man. Das wird aber zu teuer für uns als Gesellschaft.

Wir nehmen den herkömmlichen Hartschaum. Und sage mir, wie wird der entsorgt? Wie wird er recycelt?


Schön, dass du dich auskennst. Dir kann ich glauben. #liebdrueck Demnach auch zuhören.

Beitrag von ayshe 11.02.11 - 11:55 Uhr

##
Ja, das kann man. Das wird aber zu teuer für uns als Gesellschaft.
##
Eben.
Das einzige, was den Verbraucher interessiert, ist sein Geld, aber nicht die Umwelt, das ist ja das Problem.
Oder eben auch Giftstoffe, Stoffe, die Allergien auslösen können, die Gesundheit schädigen etc. Da sind Verbraucher auch noch empfindlich und würden sich aus diesem wieder rein persönlichem Grund ehr mal für etwas teureres entscheiden als für das ganz billige.

Ich will das sicher auch keinem vorwerfen, denn es muß auch jeder sehen, wie er über die Runden kommt, ganz klar.

Aber Geldsparen bedeutet eben NICHT automatisch Umweltschutz.
Umweltschutz kann eben durchaus auch viel Geld extra kosten.
Das soll nur jedem klar sein.

Beitrag von matthiaskruemmel1010 11.02.11 - 12:14 Uhr

meine Vorredner haben ja schon Vieles + Richtges gesagt, deswegen erwähne ich hier nur kurz noch die Dämmung aus recyceltem Material, zb, Einblasdämmung aus Zellulose. Damit packst du dein Haus in Altpapier ein und frierst nicht mehr.
Gruß Matthias

Beitrag von gunillina 11.02.11 - 11:18 Uhr

wow.

Also, jetzt habe ich noch was gelernt. Danke dir!!!

(Ich hab da mal ne doofe Frage gestellt, was?#schein)

Beitrag von ayshe 11.02.11 - 11:56 Uhr

Ich finde die Frage überhaupt nicht doof.
Im Gegenteil sollte man eben wirklich über die Lebensenergiebilanz der Stoffe und auch Geräte und allem nachdenken, bevor man nur sein Kurzeitziel und sein Geld sieht.

Ich finde das gerade wichtig.

Beitrag von erdbeertiger 14.02.11 - 09:16 Uhr

"Lebensenergiebilanz" finde ich in diesem Kontext ein gutes Stichwort.
Ich habe mir zwar über die Entsorgung der Wärmedämmplatten noch keine Gedanken gemacht, aber jedesmal wenn ich ein Haus sehe wo sie aufgebracht werden, frage ich mich, wieviel CO2 ihre Herstellung, Transport und Aufbringung verschlingt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich einen ungedämmten schuppen damit lange heizen kann...

Beitrag von lassiter 14.02.11 - 11:22 Uhr

Jemand anders hat sich Gedanken gemacht zur Entsorgung/Recycling von WDVS.

http://www.richtigbauen.de/info/wd/daemmstoffrecycling.htm


Josef

Beitrag von ayshe 11.02.11 - 11:24 Uhr

##
Styropor wird zum Verpacken empfindlicher Produkte und zur Wärmeisolierung verwendet.


Vermeidungstipps:

Styropor ist energieaufwendig in der Herstellung. Anstelle von Styropor bietet sich eine Vielzahl natürlicher Dämmstoffe für die Isolierung von Gebäuden an: Holz- und Mineralwolle, Altpapier-Produkte, Kokos oder Kork.
##
(Aus dem Link)

Sehr interessant, also haut man eben schon erstmal eine Menge Energie raus.
Das müßte man dann berücksichtigen und man wäre wieder beim Thema:

Wie hoch ist die insgesamt nötige Energie zur Herstellung und Transpost, Entwicklung des Produktes und aller nötigten Beteiligten im Vergleich zu dem, was der Endverbraucher dann reduziert und über welche Zeiträume?


~~~~~~~~~~~~
Lebenswegbilanz! Das interessiert mich.
~~~~~~~~~~~~



##
Schon die Herstellung erfolgt unter sparsamstem Einsatz von Rohstoffen und Energie, wobei Abfälle sofort wieder den Produktionskreisläufen zugeführt werden. Unverschmutzte Produktionsabfälle und Baustellenverschnitt werden einem Recycling zugeführt.
##
(oberer Link)
Aha, also wie jetzt? Viel oder wenig? #kratz

Beitrag von kuckuk 11.02.11 - 11:20 Uhr

hallo,

es kommt drauf an was du als Dämmung verwendest. Es gibt auch Matten aus Stroh.
Wir haben ein Holzgerüst auf den alten Putz montieren lassen, da kamen diese Matten rein. Außen drauf sind jetzt Schindeln. Sieht shick aus und braucht keine großartige Pflege wie eine verputzte Wand (immer neue Anstriche etc).

In unserem Haus wurden früher Platten verwendet die oft mit Asbest gemischt waren #schock. Haben unsere testen lassen, sind zum Glück asbestfrei #schwitz

Gruß
Kuckuk

Beitrag von rolandvetter1010 11.02.11 - 12:21 Uhr

Hallo,

die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe eV. hat hierzu einige Informationen.

http://www.natur-baustoffe.info/daemmstoffe/

Beitrag von lassiter 11.02.11 - 23:06 Uhr

Ein auf Mauerwerkswände aufgebrachtes WDVS widerspricht der allgemein anerkannten Regel der Bautechnik „von innen nach außen offener“ zu bauen,...

http://www.richtigsanieren.de/info/alt/alt15.htm

Da hier auch von Umweltschutz und Nachhaltigkeit die Rede ist muss ich etwas anmerken.

Die letzte Schicht beim WDVS ist "vergiftet"
Im Außenputz- Farbe ist ein Algizid enthalten damit die Fassade nicht so schnell veralgt, was die Dämmfraktion immer gerne verschweigt.

Dieses Gift wird natürlich im laufe der Jahre ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser, sodass die Fassade trotzdem veralgt.


Biozide/Pestizide Isoproturon, Terbutryn, Zinkpyrithion, Jod-Propinylbutylcarbamat/IPBC, Diuron, Cybutryn, Octyl-Isothiazolinon/OIT und Dichloro-Octyl-Isothiazolinon / DCOIT
Quelle: http://www.konrad-fischer-info.de/21314bau.htm

Das PDF ist ebenfalls interessant.
http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=1&ved=0CBgQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.juwoe.de%2Faktuelles%2Faktuelles_pdf%2FA015_2009_N3_Auswaschungen_aus_Fassaden-000018.pdf&rct=j&q=Auswaschung%20aus%20Fassaden%20versus%20nachhaltiger%20Regenwassernutzung&ei=B7BVTazSD9CeOsX2nZkF&usg=AFQjCNHi3JcByNTUvZ5ECqDWGNP3Xrak9A&sig2=WbQPEW_JoESLX74XZ1fOGw&cad=rja


Josef

Beitrag von lugga79 14.02.11 - 22:26 Uhr

Die letzte Schicht beim WDVS ist "vergiftet"
Im Außenputz- Farbe ist ein Algizid enthalten damit die Fassade nicht so schnell veralgt, was die Dämmfraktion immer gerne verschweigt

das mag bei einigen solcher anstriche schon der fall sein aber nicht bei allen.aber ich habe auch noch nie jemanden an seiner fassade lecken sehen, und normalerweise sind diese fungi-bzw algizide leicht abbaubar.
man kann aber durch eeignete anstriche ganz darauf verzichten,wenn man z.b. eine silikatfarbe für den anstrich verwendet.

http://www.keimfarben.de/de/das_unternehmen/silikattechnologie/vorteile_und_nutzen/

ist vieleicht etwas teurer als der herkömmliche anstrich mit dispersionsfassadenfarben aber hält deutlich länger.

Beitrag von lassiter 14.02.11 - 23:51 Uhr

⇛ aber ich habe auch noch nie jemanden an seiner fassade lecken sehen ⇚

Du hast wohl noch nie gesehen was Kinder so alles treiben und im übrigen hast du, scheint mir, etwas zu wenig mitgekriegt.

Silikatfarbe wird sehr hart, belastet den Untergrund durch Scherspannungen was leicht zu Rissen führt, sodass das sowieso Dauernasse WDVS noch leichter absäuft.

Im übrigen werden bei den meisten WDVS die Fassaden "Vergiftet", denn wer will schon nach zwei Jahren eine Veralgte schwarz/grüne Fassade haben.


Fazit: Umweltschutz ist mir scheissegal, Hauptsache ein paar Euros gespart.



Josef

Beitrag von lugga79 15.02.11 - 20:53 Uhr

dann danke ich dir für deine aufklärung,jetzt weiß ich das meine arbeit der letzten 15 jahre für den "after" waren.werde gleich morgen meine firma dicht machen und ein bisschen harzen gehen.

da der anstrich nur ein paar mü dick ist kann er wohl kaum zu rissbildung führen.wenn es risse im putz gibt, hat das meist andere ursachen als den anstrich.
silikatfarben bauen sich durch witterungseinflüsse im lauf der jahre selber ab.sie verschmutzen dadurch weniger und algen wachsen durch die alkalität der farbe kaum.


"Fazit: Umweltschutz ist mir scheissegal, Hauptsache ein paar Euros gespart."

jeder bekommt das was er verdient/bezahlt!
#winke

Beitrag von dietar 23.02.11 - 15:41 Uhr

Die Styropor- oder sonstige chemische Verpackung führt unweigerlich zu gravierenden Bauschäden und Schimmel. Warum das so ist, ist nachzulesen im >Leitfaden zum vernünftigen Bauen und Renovieren in Holz und Fertigbauweise< Erhältlich ist das Buch oder E-Buch in allen guten Versandbuchhandlungen.
Die Energieverordng EnEV 2010 basiert auf theoretischen Erwägungen und lässt die positiven Wärmegewinne durch die Sonne außer Acht. Reale Untersuchungen bei Wohnbaufirmen, die die verbrauchte Energie bei gedämmten und ungedämmten Wohnungen erfasst haben, ergaben so geringe Einsparungen, dass die enormen Investitionen nicht gerechtfertigt erscheinen. Die beste Energieeinsparung erzielt man mit einer modernen Brennwertanlage für Öl, Pellets oder Gas. Eine Wärmepumpe bietet auch noch Einsparungen. Wie weit das aber trägt, hängt sehr von der Entwicklung des Strompreises ab. Wie man trotzdem eine gute Wärmedämmung hinbekommt, steht ebenfalls im oben erwähnten Buch.
Daniel Mittmann
mittmannbau@yahoo.de

Beitrag von france.arno 24.02.11 - 21:59 Uhr

Dann muss ich mich wohl auf die Suche machen, warum ich 70% Heizkosten spare und die Wände nun frei von Schimmel sind (früher hatten wir in Bad, Küche und Schlafzimmer Schimmel an den schlecht gedämmten Außenwänden, nach der Sanierung ist er dauerhaft weg). Bisher dachte ich, es läge an der neuen Wärmedämmung, aber das scheint ja nach Deinen Ausführungen nicht wahrscheinlich ;-)

Die Heizkosten sind immens gesunken, obwohl wir derzeit die Heizungsanlage noch nicht erneuert haben. Sicher ist da noch Potential, wenn wir die Anlage erneuern. Aber das wird sich ganz sicher nicht so dramatisch positiv bemerkbar machen wie die Einsparung nach der Wärmedämmung.

Gruß

Frank

Beitrag von lassiter 25.02.11 - 12:12 Uhr

Du sparst nur 70%?#klatsch

Ich spare 120% und habe kein WDVS!#huepf



Josef

Beitrag von france.arno 25.02.11 - 18:14 Uhr

Schlaumeier.

Ich habe die Wohnfläche im Rahmen von Aufstockung und Sanierung um knapp 70% erweitert. Nach der Sanierung ist mein Brennstoffverbrauch im Vergleich zum Stand vorher um 50% reduziert. Aber vielleicht waren die letzten Winter ja auch einfach zu mild #kratz

Versuchs mal nachzurechnen. Vielleicht klappts ja. Ansonsten helfe ich Dir gern.

Beitrag von lassiter 25.02.11 - 20:37 Uhr

⇛ Dann muss ich mich wohl auf die Suche machen, warum ich 70% Heizkosten spare...⇚

Das hast du hier geschrieben:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=75&tid=3023696&pid=19262664

In deiner Antwort an mich sind es jetzt noch 50% und wenn du mir nochmal antwortest lässt du bestimmt nochmal ein paar Prozente unter den Tisch fallen.

Lass es doch einfach, mit so einem System kann man nichts sparen.

Und bevor du tatsächlich loslegst, könntest du mal kurz erläutern, was bei dir 100% sind.

Das nachstehende hast du sicher schon mal gesehen.

"Typische Wärmeverluste eines freistehenden Einfamilienhauses (Baujahr vor 1984):
Heizung: 30-35 %
Dach: 15-20 %
Wand: 20-25 %
Fenster: 20-25 %
Lüftung: 10-20 %
Boden [Kellerdecke]: 5-10 %



Josef

Beitrag von france.arno 25.02.11 - 20:59 Uhr

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Du es nicht verstehen willst oder kannst. Zumindest hast Du offensichtlich Probleme, meinen kurzen und knappen Beitrag zu lesen und meiner einfachen Rechnung zu folgen. Auch, wenn es garantiert müßig ist, aber ich mache es trotzdem:

Vorher: 145m² Wohnfläche und ein Verbrauch von 3200 Litern Heizöl pro Jahr
Nachher: 250m² Wohnfläche und ein Verbrauch 1600 Litern Heizöl pro Jahr

Wie ich schon schrieb: Ich habe die Wohnfläche um ungefähr 70% erweitert (von 145 auf 250m²).
Parallel hat sich der Heizölverbrauch um 50% reduziert (von 3200 Liter auf 1600 Liter).

Den Verbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche zu errechnen, schaffst Du sicherlich. Wunder Dich nicht, das sind nachher 70% weniger als vorher.



Frank

Beitrag von lassiter 25.02.11 - 21:55 Uhr

Genial!

Von vorher 22l auf dann gut 6l!

Ich denke das ist Nobelpreis würdig wie du die Physik mal wieder überlistet und Naturgesetze außer Kraft gesetzt hast!

Und das alles mit einem lausigen WDVS.#rofl


Josef

Beitrag von france.arno 26.02.11 - 13:47 Uhr

Was der Herr nicht wahr haben will, wird ins Lächerliche gezogen.

Selig sind die geistig armen.

Amen.

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