Kleiner Tipp, vielleicht hilft's Euch ja auch

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von ascholze 11.02.11 - 13:08 Uhr

Hallo zusammen,

nachdem ich im April 2008 im ersten Anlauf einen kleinen gesunden Jungen zur Welt gebracht habe, wollten wir gern noch weitere Kinder und machten uns ueberhaupt keine Sorgen, dass dies nicht klappen koennte. Allein im September 2009 in der sechsten oder siebenten Woche die erste Fehlgeburt: von einem Embryo war nichts zu sehen. Zwar war ich am Boden zerstoert, aber irgendwie dachte ich noch, na gut, da bist Du halt in die Statistikfalle reingefallen - irgendwen muss es ja treffen. Im Januar 2010 die naechste Fehlgeburt. Da ging es mir schon richtig dreckig.

Ich habe mich anschliessend in Anbetracht meines fortgeschrittenen Alters (damals 40) mal in einer Kinderwunschklinik durchchecken lassen. Dabei wurde festgestellt, dass ich unter einer latenten Schilddruesenunterfunktion leide - nur das hatte ich auch schon bei meiner ersten Schwangerschaft und da ging ja alles gut. Ansonsten alles schick. Nun denn, ich wollte ein Kind und somit nahm ich brav die Schilddruesenhormone, der TSH-Wert pegelte sich auf einem vernuenftigen Niveau ein und die naechste, nun schon die dritte, Fehlgeburt folgte auf dem Fusse.

So, dann dachte ich mal intensiv nach, was ich denn vielleicht in der ersten Schwangerschaft anders gemacht habe. Jawoll, jeden Tag 100 Mikrogramm Jod eingeworfen, war mir damals wegen der latenten SD-Unterfunktion empfohlen worden. Also fing ich wieder an Jod zu nehmen, wurde Ende letzten Jahres schwanger und bin jetzt in der 15. Woche.

Ich habe die ganze Sache kuerzlich mal recherchiert (koennt Ihr alles googlen) und fand, dass eine schwangere Frau einen erhoehten taeglichen Bedarf von 230 Mikrogramm Jod hat. Dann gibt es Nahrungsmitteltabellen im Internet, die zeigen, wieviel Jod man jeweils aufnehmen wuerde und ich fand, dass ich im Leben nie auf diese 230 Mikrogramm kommen wuerde ohne Jodtabletten. Allerdings ist ueberall auch klar dargelegt, dass ein Jodmangel eine Fehlgeburt ausloesen kann. Es gibt medizinische Artikel im Netz, die empfehlen, dass jede schwangere Frau zusaetzlich Jod einnehmen sollte. Es wird allgemein angenommen, dass eine taegliche Jodmenge von bis zu 500 Mikrogramm pro Tag sicher ist - man kann also nicht viel falsch machen, wenn man 100 Mikrogramm Jod einfach mal auf Verdacht nimmt. Nebenbei gesagt ist Jod spottbillig - 100 Tage fuer etwa 5 Euro.

So, ich setze hinzu, dass ich kein Mediziner bin, ich gebe auch keinerlei Garantien fuer nichts und es liegt an Euch, dies selbst noch mal zu recherchieren und mit Eurem Arzt zu besprechen. Vielleicht ist dies bei mir auch reines Glueck, aber bei allem, was ich gefunden habe, scheint mir Jodmangel eine sehr plausible Erklaerung fuer meine drei Fehlgeburten zu sein. Komischerweise wurde Jodmangel weder von der KiWu-Kinik noch meiner Gyn jemals angesprochen. Aber all diejenigen, die vielleicht schon mal ein Kind zur Welt gebracht haben, und nun eine FG nach der anderen erleben, ohne dass eine Ursache festgestellt werden konnte, vielleicht ist das ein Tipp, der Euch helfen kann.

Ich wuensche Euch ganz viel Glueck und Kraft!!!
Herzliche Gruesse
Anne

Beitrag von fraeulein-pueh 11.02.11 - 21:56 Uhr

Liebe Anne,
es ist ja schön, dass du dein gewonnenes Wissen so großzügig teilst, aber normalerweise empfiehlt einem ein jeder FA Folio oder - noch besser - Folio Forte (oder eben ähnliche Produkte) in der Schwangerschaft. Und da ist Jod drinnen... es ist also keine wirklich aufregende Erkenntnis...

Trotzdem viel Glück weiterhin...


Püh, die 4 Sterne hat, aber bei der halt sowas wie Jod auch nicht zum Erfolg führt...

Beitrag von anja570 12.02.11 - 01:10 Uhr

Hallo Anne,

an Jodmangel lag es bei mir definitiv nicht, ich habe in den letzten Jahren in allen SS Jodid 200, bzw. vor Jahren ein Schilddrüsenhormon mit Jod genommen, oder Folio forte, dort ist schon Jod drin.

Die einzige SS in der ich noch kein Jod genommen habe, weil ich erst danach wegen meiner Schilddrüse eingestellt wurde, war meine 1. SS, die führte aber nicht zur FG.

Es ist seit Jahren allgemein bekannt und wird von FÄ empfohlen, in der SS Folsäure zu nehmen.
In Folio, Folio forte, in Femibion und in anderen Medis dieser Art ist schon Jod drin, da muss kein zusätzliches Jod genommen werden, zu viel Jod in der SS ist umstritten und wird nicht empfohlen, außerdem kommt über die Ernährung noch Jod dazu.
Es gibt auch Folsäure ohne Jod, weil manche Frauen in der SS kein Jod einnehmen sollen, bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Jodmangel die Ursache für FG sein soll. Es kann zum Kropf bei einem Neugeborenen oder bei der Mutter führen, ich habe Kropfneigung, meine Schwester auch. Erblich bedingt und ich bin sicher, dass meine Mutter in den SS keine Schilddrüsenmedis oder Folsäure mit Jod genommen hat, weil es zu der Zeit noch nicht so bekannt und empfohlen war.

Auf mehreren Seiten im Netz liest man, dass Jodmangel in der SS die geistige Entwicklung beim Kind gefährden kann, über ein FG-Risiko durch Jodmangel habe ich nirgends Infos gefunden.

LG
Anja

Beitrag von ascholze 12.02.11 - 10:32 Uhr

Hallo Püh und Anja,

mag schon sein, dass Jod bei Euch keine Rolle spielt. Aber zum einen kriegt nicht jeder ein Kombipraeparat verschrieben - ich habe beispielsweise jahrelang nur reine Folsaeure verschrieben bekommen. Zum anderen haengt es auch davon ab, in welcher Konzentration in den Kombipraeparaten Jod enthalten ist. Ein medizinischer Artikel, den ich gelesen habe, sprach davon, dass eine schwangere Frau grundsaetzlich mindestens 100 Mikrogramm, besser aber noch mehr, Jod zusaetzlich per Tablettenform aufnehmen soll, weil der erhoehte Bedarf allein durch die Ernaehrung selten gedeckt werden kann. Wenn das in den Praeparaten, von denen Ihr sprecht, schon drin ist, na wunderbar. Denkt aber bitte auch daran, dass es auch andere Frauen gibt, die moeglicherweise nicht darueber informiert sind, und denen meine Erfahrung helfen koennte. Es ist nun mal so, dass eben auch nicht jeder Arzt darueber informiert, wie auch in meinem Fall.

Anja, brauchst nur mal googlen, da findest Du genug Artikel, die einen Zusammenhang zwischen Jodmangel und Fehlgeburten beschreiben. Vor allem such nicht die Forenbeitraege, sondern am besten medizinische Fachartikel.

Anne

Beitrag von anja570 12.02.11 - 14:19 Uhr

Hallo Anne,

das Kombipräparat wurde mir bisher in keiner SS verschrieben, um Folio bzw. Folio forte habe ich mich in den letzten Jahren immer selbst gekümmert. Meine FÄ hat am Anfang der SS nur gefragt ob ich Folsäure einnehme und riet ab noch zusätzliches Jod wie Jodid 200 zu nehmen, weil zuviel Jod nicht gut für die kindliche Schilddrüse ist.
Ich las mich durchs Netz und fand auf einer Seite für Ärzte auch die Info, dass entweder ein Kombipräparat mit Jod empfohlen wird, wenn Medis wie Jodid 200 eingenommen werden, soll eine Schwangere aber Folsäure ohne Jod nehmen.

In Folio, Folio forte und in Femibion ist 150ng Jod drin, dazu kommt Jod über die Ernährung, was ausreichend ist.
Es liegt an jeder Frau selbst sich bei Kinderwunsch zu informieren, den FA zu fragen, sehr oft fragen die FÄ von sich aus nach der Einnahme von Folsäure und die Schilddrüsenwerte werden überprüft, das kann schon vor einsetzen einer SS erfolgen.
Die Empfehlung in einer SS und schon vor einsetzen einer SS Folsäure zu nehmen ist nun wirklich nicht neu, das ist seit Jahren bekannt.

Bei meinen ersten beiden Kindern nahm ich in der SS noch keine Folsäure ein, vor 19 und 14 Jahren hat kein FA darauf hingewiesen und es war noch nicht bekannt, das kam erst Jahre später.

Ich habe gegoogelt und habe Infos gefunden, dass Frauen mit einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto, einer Schilddrüsenüber-oder Unterfunktion ein erhöhtes FG-Risiko haben, was sich minimieren lässt, wenn es konsequent behandelt wird.
http://www.schilddruesenguide.de/sd_schwangerschaft_3.html

Auf anderen Seiten finden sich wieder Infos, dass gerade bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen die Jodeinnahme in der SS sehr umstritten ist.
http://www.schilddruesenguide.de/sd_schwangerschaft_4.html

Hast Du eine Autoimmunerkrankung, die vor Deinen SS nicht bekannt war und nicht behandelt wurde?

LG
Anja

Beitrag von fraeulein-pueh 12.02.11 - 18:51 Uhr

Hallo,
Folio oder ähnliches hat mir auch kein Arzt verschrieben. Ich bin gefragt worden, ob ich es nehme - als ich zum ersten Mal wegen Kiwu beim Arzt war. In der Zeit hab ich dann oft den Arzt gewechselt und bei jeder erneuten Schw. bin ich wieder darauf hingewiesen worden, dass ich mind. Folio, aber besser Femibion oder Centrum Materna nehmen soll. Das alles kriegt man aber nicht auf Rezept, sondern ist frei verfügbar in Apotheken und teils Drogerien erhältlich. Ich seh das wie Anja, man hat von Gott gegebene Fähigkeiten und die sollte man auch nutzen - sprich, jeder halbwegs vernünftige und intelligente Mensch informiert sich über eine gesunde Ernährung in der Schw. Und spätestens dann kommt man auf Folsäure und Jod.

LG, Püh