SD Knoten - OP, was kommt auf mich zu?

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Beitrag von mokli 11.02.11 - 13:34 Uhr

Hallo!

Ich habe schon seit längerem einen kalten Knoten in der Schilddrüse der langsam aber stetig wächst.
Nach dem heutigen Szintigramm sagte der Doc dort ganz klar, das Ding muss raus.
Alles weitere soll ich am Mittwoch mit meiner Hausärztin klären.

Da es bis Mittwoch noch recht lange hin ist wollte ich hier mal nachhören ob mir jemand erzählt wie es bei ihm gewesen ist...

LG, Monika

Beitrag von miau2 11.02.11 - 13:39 Uhr

Hi,
im besten Fall erwartet dich:

- eine ca. 2-3 stündige OP, wo der Knoten und ein Teil der SD entfernt wird
- ein paar Tage KH-Aufenthalt (meistens so ca. 5-7, je nach Heilung auch weniger oder mehr möglich)
- danach (im Normalfall) eine Einstellung mit SD-Hormonen und weiterhin ein total normales Leben, halt mit regelmäßigen Kontrollen

Auch wenn noch mal Kinderwunsch entstehen sollte steht dem nichts entgegen.

Die meisten müssen nach einer teilweisen Entfernung der SD Sd-Hormone nehmen, aber da gewöhnt man sich schnell dran.

Bei mir verlief es dafinitiv nicht so wie im "besten" Fall, wenn du trotzdem meinen Erfahrungsbericht willst schreibe ich den gerne noch dazu.

Ich kann dir aber grundsätzlich nur empfehlen, dass du dir eine Klinik suchst, wo SD-Ops Routine sind. Ein guter Operateur und die neueste Technik kann die Risiken erheblich mindern. Da aber viele Chirurgen SD-Ops als "Bagatellen" (etwas überspitzt dargestellt) sehen und sagen "na klar mache ich das routinemäßig" sollte man schon etwas genauer nachforschen, ob ein Doc wirklich Spezialist auf dem Gebiet ist oder nicht.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von mokli 11.02.11 - 14:19 Uhr

Danke für deine Antwort!

Ich denke die Klinik die ich bisher im Auge habe ist Profi auf dem Gebiet, werde das aber auf jeden Fall noch mal genauer hinterfragen.

SD-Hormone nehme ich eh schon jahrelang, ich hab eine Unterfunktion.

Zwei bis drei Stunden OP?!? Hört sich heftig an, ich dachte bisher das wäre eher so eine 20 Minuten Sache #schwitz

Ich würde mich freuen wenn du mir berichtest wie es bei dir war!

LG, Monika

Beitrag von miau2 11.02.11 - 15:25 Uhr

Hi,
2-3 Stunden all inclusive, vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Die eigentliche Knotenentfernung ist sicher der eher kürzere Teil dabei.

Aber eigentlich ist das relativ egal. Bei Erwachsenen (ansonsten gesunden Erwachsenen) ist die Zeit, die sie in Narkose verbringen relativ egal. Du fühlst dich nach 2 Stunden nicht besser oder schlechter als nach 6 Stunden. Die "kritischen" Phasen sind Einschlafen und Aufwachen - und da macht die zeit dazwischen nicht wirklich einen Unterschied. Das war die Aussage meines Anästhesisten damals.

Bei mir war es so, dass ich auch von diesen 2-3 STunden gehört hatte. Bei meinem letzten Blick auf die Uhr war es 9.15. bei meinem ersten blick auf die im Aufwachraum 15:00.

Da wusste ich eigentlich schon Bescheid.

Mein Arzt hat mir dann bestätigt, dass der Schnellschnitt einen auffälligen Befund gebracht hat. Ich war da eigentlich schon zugenäht - es wurde direkt weiter operiert, die komplette SD und alle Lymphknoten entfernt.

Ich hatte ein pappilläres SD-karzinom, also bösartig (aber davon zum Glück die harmloseste Form).

Dabei wurden bei mir alle Nebenschilddrüsen zerstört, eine der zwei SD-OP-typischen Komplikationen. relativ selten (es waren eigentlich alle der Meinung, dass ich an dem tag eigentlich hätte Lotto spielen sollen), noch seltener, dass der Totalausfall erhalten bleibt.

Mich hat die chronische Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreodismus) jedenfalls getroffen, und das wird mir den Rest meines Lebens erhalten bleiben. Die Therapie ist erheblich schwerer und hat einige mögliche Nebenwirkungen (die ich auch schon zu spüren bekommen habe), und leider kennen sich nicht viele Ärzte damit aus (und noch weniger geben das auch zu, meine erste Hausärztin hat einfach mal drauf los therapiert).

Die Einstellung meiner SD verlief problemlos, ich muss halt morgens meine SD-Hormone nehmen und habe damit super Werte. Vom Krebs war nach zwei Radiojodtherapien nichts mehr nachzuweisen (es gibt, wenn die SD erst mal komplett entfernt ist einen sehr guten Tumormarker).

Meine OP war 2004, und trotz des Hypoparas habe ich 2006 und 2008 zwei Kinder bekommen...das so als positiven Abschluss (na ja, hoffentlich Abschluss, ich muss natürlich weiterhin jedes Jahr zur Nachsorge).

Viele grüße
miau2

Beitrag von mokli 11.02.11 - 18:00 Uhr

Das hört sich ja gruselig an #schwitz

Ich bin zur Zeit noch recht entspannt, ich habe mir für solche Zeiten einen recht guten Verdrängungsmechanismus zugelegt.
Ändern kann ich es eh nicht, also lasse ich es auf mich zukommen.

Allerdings frage ich mich manchmal schon warum ich immer "hier" schreien muss wenn so eine Scheiße zu vergeben ist #augen

Schön dass bei dir alles gut ausgegangen ist!
Drück mir mal die Daumen dass bei mir keine unangenehmen Überaschungen mehr kommen und der Knoten harmlos ist.

Habe grade mit meiner Arztpraxis telefoniert und Donnerstag erfahre ich dann hoffenrtlich mehr....

Danke für deine ausführliche Antwort!

LG, Monika