Beckenendlage / Steisslage

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von julia-81 11.02.11 - 15:02 Uhr

Ich habe dieses Thema aufgemacht, damit die Frauen wie ich mit der Steisslage Fragen stellen können.
Ich beantworte Eure Fragen und erzähl meine Geschichte.

Beitrag von tenrebo 11.02.11 - 15:25 Uhr

Ja, das Thema interessiert mich - habe auch eine Beckenendlage in der 38. Woche :-( Habe nächste Woche einen Termin zur äußerern Wendung.

LG

Beitrag von julia-81 14.02.11 - 14:16 Uhr

Also mir haben die damals davon abgeraten und in der 38. Woche ist das sowieso schon zu spät für äussere Wendung, oder?
Ich hatte zu wenig Fruchtwasser, vielleicht lag es daran. Man sagt wenn die Kinder so liegen, dann gibt es einen Grund und man sollte die so liegen lassen. Ob das alles richtig ist!!!

Beitrag von tenrebo 15.02.11 - 09:07 Uhr

Also die äußere Wendung wird meines Wissens immer erst ab 37+ gemacht. In einem anderen Krankenhaus wollten die sogar bis 38+ warten. Geht wohl darum, dass das Kind auf jeden Fall reif genug ist, falls doch der (lt. meiner Ärztin äußerst seltene) Fall eines Not-KS eintritt.

Bei den Voruntersuchungen vor 3 Wochen wurden bei mir die Chancen relativ gut eingestuft, da ich wohl genug Fruchtwasser habe und das Baby noch ziemlich beweglich sei. Naja, mal schauen. Für mich ist es den Versuch wert. Eine Freundin von mir hat die Wendung erfolgreich durchführen lassen und hat danach ihr Baby problemlos spontan zur Welt gebracht.

Beitrag von tenrebo 16.02.11 - 12:30 Uhr

Nur der Vollständigkeit halber: bei mir hat die äußere Wendung leider nicht geklappt! Es war ziemlich unangenehm, aber ohne Komplikationen. Dem Baby geht's gut.

Heute morgen war ich noch im MRT zum Becken ausmessen: mein Becken ist leider sehr eng und selbst eine Spontangeburt aus Schädellage wäre schwierig.

Noch dazu habe ich im Moment keine echte BEL, sondern Steiß-Fußlage.

Fazit: nun wird es also doch ein Kaiserschnitt. Genau das, was ich nie wollte... :-( Ich kann damit nun aber ganz gut leben, da alles andere keinen Sinn macht und ich jetzt eine echte Indikation dafür sehe. Es geht halt einfach nicht anders. Habe zwar immer noch ein bisschen Grusel und Angst vorm KS und bin etwas traurig, dass aus der (in meiner Vorstellung) Traum-Spontangeburt nix wird, aber da ich weiß, dass ich alles versucht habe und es nunmal einfach nicht zu ändern ist, kann ich das nun akzeptieren.

Beitrag von redsea 11.02.11 - 16:36 Uhr

Hallo,

habe auch eine BEL (37. SWW) habe mich aber für einen KS entschieden.
Das Risiko bei der Erstgeburt ist mir zu hoch, da willl ich auch nicht mal kurz "probieren". Noch dazu macht mein KH so und so nur KS bei BEL bei Erstgebärenden.

lG
Redi

Beitrag von tenrebo 11.02.11 - 17:16 Uhr

Ich bin da noch etwas unentschlossen. Habe aber ein Krankenhaus, das eventuell eine Spontangeburt machen würde (machen vorher ein MRT zum Vermessen des Beckens). Wenn alles passt, würde ich es wahrscheinlich probieren. Aber vielleicht klappt ja auch der Wendeversuch...

Beitrag von redsea 11.02.11 - 17:35 Uhr

ich habe einen Wendeversuch abgelehnt... zu schmerzhaft und zu riskant.... eine Bekannte aus dem GVK die bei ihrer ersten Geburt auch einen KS wegen BEL hat, hat sich zum Wendeversuch angemeldet und dann aber während dessen abgelehnt... bei einem Wendeversuch steht ja auch schon das ganze Not-OP-Team bereit.. alleine daher merkt man schon, wie riskant sowas ist....

es kann alles gut gehen bei einer spontanen Geburt, das Risiko des Sauerstoffmangels, etc. ist aber gegeben.. und ich will jetzt bei der Geburt gar kein Risiko für mein Baby mehr eingehen....

der KS ist nicht meine erste Bauch-OP.. insofern werde ich das überleben, auch die Schmerzen danach....

Beitrag von tenrebo 11.02.11 - 18:08 Uhr

Ich habe irgendwie totale Panik vor einem Kaiserschnitt - hatte noch nie eine große OP und habe auch nicht so richtig Lust auf diese OP-Atmosphäre. Gerade das Thema "geplanter Kaiserschnitt" schreckt mich ab. Wenn es aber nicht anders geht und es die sicherste Möglichkeit für mein Baby ist, ist es natürlich keine Frage.

Ich werde den Wendeversuch jetzt erstmal probieren - man wird ja vorher noch gut aufgeklärt, geschallt etc. und dazu kommt, dass ich zu der Ärztin, die das macht, totales Vertrauen habe. Ich denke nicht, dass die es auf Biegen und Brechen probieren würde. Und wenn es zu schmerzhaft wird, kann ich ja immer noch abbrechen (Schmerzen werden aber - so oder so - bei der Geburt auf mich zukommen, insofern schreckt mich das nicht so ab).

Hast du denn schon einen KS-Termin?

Beitrag von redsea 11.02.11 - 20:04 Uhr

mir wurde zu oft gesagt, dass es wahrscheinlich einen med. Grund für die BEL (zu kurze Nabelschnur, Lage der Planzenta) gibt, weil meine Kleine noch nie anders gelegen ist, insofern war für mich klar, dass Wendeversuche, spontane Geburtsversuche aus BEL für mich zu riskant sind.

Anders wäre ich wahrscheinlich eingestellt, wenn meine Kleine einmal in SL und dann wieder in BEL liegen würde, dann hätte ich diese ganzen Bedenken nicht.

der KS-Termin wird am Montag festgelegt, ich tendiere jetztmal zum 4.3

Beitrag von seikon 11.02.11 - 20:43 Uhr

Interessant. Du willst kein Risiko für dein Baby eingehen, riskierst aber, dass es beim Kaiserschnitt angeschnitten und verletzt wird.

Beitrag von zwei-erdmaennchen 11.02.11 - 20:56 Uhr

Hallo,

oh Mann #augen #augen #augen

Mir fallen spontan unzählige Risiken eines Geburtsversuches aus BEL ein die um ein vielfaches häufiger sind als dass ein Kind beim KS angeschnitten wird.

Ich kenne ganz viele KS-Babies und keines von denen hatte Schnittwunden. Das KANN vorkommen ist aber selten.

Hauptsache irgendwas geschrieben um die eigenen Ideale zu verteidigen #klatsch

Liebe Grüße von Ina deren Tochter sich Gott sei Dank noch rechtzeitig in SL gedreht hat denn eine Geburt aus BEL hätte sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geschafft

Beitrag von widowwadman 12.02.11 - 00:33 Uhr

Stimmt, das ist um einiges schlimmer als das Risiko von Hirnschaeden oder Tod durch Sauerstoffmangel #klatsch

Beitrag von seikon 12.02.11 - 12:57 Uhr

Das Risiko eines Sauerstoffmangels unter der Geburt ist nur minimal größer, als bei einer normalen SL Geburt. Es kommt auf die Geburtsposition an. Das Kind ist doch nicht größer, wenn es in BEL liegt. Wieso soll denn bei einer SL der Kopf durchpassen und bei einer BEL plötzlich nicht mehr?

Früher haben nahezu alle Frauen BEL Kinder spontan entbunden und es gibt einschlägige Studien und Artikel darüber, dass es sich um eine normale, regelrechte Entbindungslage handelt, deren Risiken eben NICHT so gigantisch hoch sind, wie die Ärzte es einem immer gerne weiß machen wollen.

Die Sachlage ist nämlich die, dass die meisten Ärzte und Hebammen es einfach nicht mehr lernen, bzw. zwar mal im Studium gelernt haben aber nicht anwenden können.
Ein KS bringt mehr Geld, ist schön mit dem OP Plan vereinbar und mit der Unsicherheit der Frauen lässt sich eh Kohle ohne Ende machen.

Lest euch mal die Artikel durch, die uvd gepostet hat.
Wenn eine BEL Entbindung richtig angeleitet und durchgeführt wird, dann kann man da auch super spontan entbinden.

Beitrag von widowwadman 12.02.11 - 13:54 Uhr

Du gibst also selbst zu, dass professionelle Geburtshelfer kaum mehr praktische Erfahrung aber das laesst dir nicht einleuchten dass es dadurch gefaehrlicher wird, eben weil die Erfahrung nicht mehr da ist?

Was den Schmarrn, den uvd standardmaessig postet angeht, dazu braucht man eigentlich nichts sagen. Das ist ideologisch verklaert und keine objektive Beurteilung saemtlicher Risiken. ("wunderschoene Fuesslings HG, da wird mir schon schlecht wenn ich das nur lese).

Beitrag von tenrebo 12.02.11 - 14:24 Uhr

Es gibt aber noch Geburtshelfer und Ärzte, die damit Erfahrung haben. Alle anderen bieten die Möglichkeit der BEL-Entbindung ja auch gar nicht erst an.

Beitrag von seikon 12.02.11 - 16:16 Uhr

Ja, ich gebe zu, dass immer weniger geburtshilfliches Personal über dieses Wissen und die Erfahrung verfügen. Aber es gibt nach wie vor ausgewiesene Spezialisten auf diesem Gebiet.
Wenn einfach mal mehr Ärzte die Frauen darin bestärken würden, in Obhut dieser Spezialisten eine spontane Entbindung zu versuchen, dann würden immer mehr Hebammen und Ärzte erkennen, dass es sich wieder lohnt, diesen "Geburtsmodus" auch praktisch anzuwenden.
Wenn alle Frauen immer stumpf nach dem gehen, was die Ärzte von ihnen wollen, dann würden wir immer noch standardmäßig rasiert werden, in Trombosestrümpfen auf einem Bett die Wehen veratmen und in hässlich gefliesten Kreisssäälen mit drei anderen Frauen gleichzeitig die Kinder bekommen.

Und es ist Fakt, wenn ein erfahrener und spezialisierter Arzt die Geburt betreut, dass sie nicht risikoreicher ist als eine SL Entbindung.

Beitrag von tenrebo 17.02.11 - 13:52 Uhr

>Das Kind ist doch nicht größer, wenn es in BEL liegt. Wieso soll denn bei einer SL der Kopf durchpassen und bei einer BEL plötzlich nicht mehr? <

Muss dazu aus meiner Erfahrung noch was schreiben: bei einer vaginalen Geburt aus Schädellage hat der Kopf eine Menge Zeit, sich durchs Becken zu "schrauben" und sucht sich den optimalen Weg. Die Fontanellen des Köpfchens können sich dabei zusammenschieben und sich dem Becken anpassen. Bei einer BEL-Geburt hat das Köpfchen diese Möglichkeiten nicht, da der Kopf als letzter Teil nur ein paar Minuten Zeit hat, geboren zu werden und es dann wirklich schnell gehen muss.

Insofern ist bei einem engen Becken der Platz dann einfach nicht da und ein hohes Risiko vorhanden. Mein inneres Becken wurde vermessen, erforderlich sind min. 10 cm, ich habe nur 9,1. Also kommt eine Spontangeburt bei mir, so sehr ich das selbst bedaure, einfach nicht in Frage, obwohl ich eine Ärztin habe, die darin durchaus erfahren ist und mir ebenso abgeraten hat.

Beitrag von uvd 12.02.11 - 07:47 Uhr

BEL ist eine normale geburtslage (längslage), wenn auch nicht so häufig wie SL.
alle längslagen können normal geboren werden.

hier ein artikel zur optimalen geburtsform bei BEL
(von Dr. Michael Krause, Klinikum Nürnberg Süd):
http://www.doula-ortenau.de/material/bel.pdf

wunderschöne bilder einer geplanten BEL-hausgeburt (fußlage):
http://www.birthingway.com/footling_breech.htm

zwei videos von BEL-wassergeburten:
http://www.youtube.com/watch?v=jD5939e5PZ8
http://www.youtube.com/watch?v=YaX2lHQQGRE

video einer BEL-hausgeburt ("Klappmesser-Position")
http://www.homebirth.net.au/2010/01/frank-breech-video.html

artikel "Beckenendlage - das Nürnberger Modell"
http://zeitung.hebammen.at/2001/1_01.htm

Beitrag von pregnafix 12.02.11 - 08:56 Uhr

Meine Tochter lag in BEL und ich hab mich für einen Kaiserschnitt entschieden. Für mich war die Sache direkt klar. Ich hatte viele Komplikationen in der Schwangerschaft (bis zur 16. Woche immer wieder Sturzblutungen, danach Vorwehen) und dann noch als Erstgebärende. Nee, es war klar, dass es ein KS wird!

Miriam machte sich dann 6 Tage vor den KS-Termin auf den Weg. So hab ich fast die komplette Eröffnungsphase (incl Blasensprung) miterlebt und bin für diese Erfahrung sehr dankbar.

Es war das Richtige so!
Trotzdem möchte ich mein zweites Kind unbedingt spontan entbinden, wenn nötig auch aus BEL! Aber ich hoffe, dass das nächste Baby mit dem Köpfchen unten bleibt.

LG Pregna mit Miriam Naemi (8 1/2 Monate) #verliebt

Beitrag von tenrebo 12.02.11 - 12:34 Uhr

Ich würde auch - wenn es dazu kommt - die Möglichkeit wahrnehmen, die Wehen abzuwarten und dann erst den Kaiserschnitt zu machen. Also ohne geplanten Termin. Die Wehen sollen wichtig fürs Baby sein und man hat dann wenigstens halbwegs ein "Geburtserlebnis" oder einen "natürlichen" Vorgang. Außerdem sucht sich das Baby dann den Termin aus und nicht das KH.

Letztendlich muss diese Entscheidung, KS oder nicht, jeder selbst treffen. KS wäre eine absolut verständliche Entscheidung (Argumente wie "Baby wird angeschnitten" lasse ich da mal nicht gelten). Ich habe halt beim KS ein doofes Bauchgefühl, hatte eine komplikationslose Schwangerschaft, hätte überhaupt keine Angst vor einer Spontangeburt (im Gegenteil, hatte mich sogar sehr darauf gefreut) und bin auch was die Spontangeburt aus BEL angeht von vielen Menschen positiv unterstützt worden. Und habe eine Ärztin gefunden, der ich da echt vertrauen würde, die auch die Risiken klar angesprochen hat und in der Hinsicht erfahren ist. Die also weiß was sie tut. Trotzdem, bleibt eine schwierige Entscheidung!

LG, Tenrebo

Beitrag von minnie85 12.02.11 - 14:47 Uhr

Für Frauen aus dem Rhein-Main-Gebiet:

Im Uniklinikum Frankfurt/Main werden BEL fast nur spontan geboren, das Krankenhaus hat damit enorm viel Erfahrung.

Beitrag von hael 12.02.11 - 15:09 Uhr

hat neulich meine Hebi auch vom Uniklinikum erzählt...sie sollen die besten in ganz Deutschland dafür sein, wobei sie der Meinung ist, dass ein erfahrener Arzt heutzutage BEL Kinder problemlos entbinden kann....ich glaube, die Unsicherheit der Mütter liegt an der Beratung, die sie vom KH bekommt.

Beitrag von tenrebo 13.02.11 - 14:56 Uhr

Mich würden jetzt auch deine Erfahrungen interessieren, Julia, da du die Diskussion ja eröffnet hast.

LG Tenrebo

Beitrag von julia-81 14.02.11 - 14:36 Uhr

Also ich habe mein 2tes Kind aus der BEL bekommen, wenn es 1tes gewesen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich für KS entschieden.
Also meine Geburt hat insgesamt 3 Stunden gedauert, ich hatte mir nie vorgestellt, dass es so schmerzhaft wird. Vor allem ich musste es ohne PDA machen, eigentlich wird so eine Geburt meist mit PDA gemacht. Ich wollte immer wieder versuchen und wo es losging war es schon zu spät für PDA. Naja. Meiner Tochter ging es nicht gut nach der Geburt, weil Sie mit dem Kopf noch drin steckte und die Wehen waren auf einmal weg, die mussten mich erstmal an den Wehentropf anschliessen damit ich weiter pressen kann. Also hatte meine Tochter Anpassungsschwierigkeiten. Sie musste von den Kinderärzten versorgt werden, danach durfte Sie zwar zu mir ins Bett, aber schon ein Tag später kamen die Ärzte wieder und mussten die Kleine auf die Kinderstation mitnehmen. Ich kann nicht sage, dass ich meine Entscheidung bereut habe ich kann aber auch nicht was gegen den KS sagen. Meiner Tochter geht es gut und die hat kein Schaden davon getragen.