Haus dämmen

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von lauren1982 11.02.11 - 16:56 Uhr

Hallo ihr Lieben,
wir wollen dieses Jahr unser Haus dämmen und putzen lassen. Nun haben wir im Rahmen der ganzen Haussanierung ein KFW Darlehen aufgenommen, welches eigentlich für die Dämmung in Anspruch genommen werden sollte. Nun hat ja die KFW immer spezielle Auflagen, zb. muss die Dämmstärke mindestens 13 cm sein. Soweit so gut. Nun haben uns zwei unterschiedliche Handwerker (Dachdecker und Landschaftsplaner, die viel mit Haussanierungen zu tun haben) unabhängig voneinander geraten, dass Haus nicht so dick einzupacken, da das Risiko von Schimmelbildung dann bestehen würde. Das Haus ist aus den 50er Jahren.
Wir überlegen nun, mit unserer Bank zu sprechen, und eventuell den Kredit so nicht in Anspruch zu nehmen, bzw. damit wir nicht so dick dämmen müssen.
Nun zu meiner Frage, an alle die ihr Haus auch gedämmt haben, wie dick war die Dämmung und wie alt ist das Haus? Wie sind eure Erfahrungen?
Liebe Grüße,
Lauren

Beitrag von ayshe 11.02.11 - 17:15 Uhr

Erkundige dich mal, wie viel Fläche du so dick dämmen mußt.
Man muß nicht zwingend das gesamte Haus so dämmen.

Wir haben auch KFW-Mittel gehabt und nur sie Seiten gedämmt und bei denen nicht mal alles, weil kein freihstehendes Haus ist, Front und hintere Seite haben wir nicht gedämmt.

Beitrag von tinaxx 11.02.11 - 17:20 Uhr

Hallo!

Sind Dachdecker und Landschaftsplaner wirklich Fachleute für Hausdämmung?

Schimmelbildung hat nicht allein was mit der Dämmung zu tun.
Wenn das Gesamtpaket stimmt, verursachen 13 cm Dämmung auch keinen Schimmel.

Freunde von uns haben ein Reihenhaus aus den 20er Jahren komplett saniert und gedämmt (mit mindestens 13 cm). Das geht schon...

LG,
Tina.

Beitrag von lauren1982 11.02.11 - 17:25 Uhr

Fachleute würde ich sie jetzt nicht nenne, aber ich denke schon, dass schon allein dadurch, dass sie tagtäglich mit Häusern zu tun haben, mehr Ahnung haben, als wir...
Mich machen eben so Aussagen immer etwas unsicher, da ich totale Panik vor Schimmel habe.

Beitrag von tinaxx 11.02.11 - 17:46 Uhr

Hallo!

Natürlich will keiner nach der Sanierung seines Hauses Schimmel haben, völlig klar.

Im Beitrag weiter unten werden ja mögliche Ansprechpartner genannt. Ich würde nicht vorschnell auf ein KfW-Darlehen verzichten, sondern erstmal fachkundigen Rat einholen.


Viel Erfolg,
Tina.

Beitrag von nobility 11.02.11 - 17:36 Uhr

Hallo Lauren,

bei einer 4cm oder 6cm Dämmung spricht man von optischen Fassadengestaltung eines Hauses. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn verschiedene Baustoffe aneinandergefügt wurden wie z.B. Beton (verschiedner Schalungsbeton ) und Backstein/Hohlblock/Kalksandstein etc. die das Fassadenbild nicht einheitlich erscheinen lassen.
Bei einer Fassadendämmung ( WDVS ) ab 8cm spricht man von einer meßbaren Wärmedämmung. Ab 10cm spricht man von einer fühlbaren Wärmedämmung. WDVS von 13cm ist da schon eher eine Ausnahme.

Eine Außendämmung setzt voraus, dass innen alles trocken ist. Das Alter des Hauses ist dabei nicht so sehr entscheidend. Viel entscheidender ist die Überprüfung des Untergrundes, auf dem die Dämmung erfolgen soll, und ob dieser fest, trocken und tragfähig ist. Da sollte man schon eher einen mit WDVS erfahrenen Malermeister befragen. Beratungen erteilen gerne auch die Malerfachinnung, die WDVS Hersteller wie z.B. Capatec oder Sto etc.

Gruß
Nobility

Beitrag von lauren1982 11.02.11 - 17:42 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort Nobility!
Wieso fordert die KFW denn eine Dämmstärke von 13 cm, wenn das eigentlich die Ausnahme ist? Ist schon komisch...

Beitrag von sonne_1975 11.02.11 - 22:06 Uhr

Sind die 13 cm schon mit WLG035? Oder mit 040?

Wir haben, glaube ich, 12 cm, aber mit 035, das entspricht 14 cm mit 040.

Beitrag von mirja 12.02.11 - 07:48 Uhr

Informier dich doch mal bei rufdenprofi.de, ich weiß jetzt zwar nicht genau, wo du wohnst, aber die gibt es eigentlich so ziemlich überall. Das ist eine Gemeinschaft von Profi-Handwerkern aus allen Sparten. Die arbeiten zusammen. Ich denke, da findest du jemanden, der dich fachkundig beraten kann.

Ich denke nämlich, dass die Handwerker dir Mist erzählen. Wenn ein Haus "eingepackt" wird, dann muss es schon richtig gemacht werden. Das KFW Darlehen ist ja auch an gewisse Regeln gebunden. Das heißt, du musst, wenn du sanierst, es schon nach dem neuesten Stand machen ( hast du ja schon beschrieben) und das hat schon seinen Grund.

Wenn eine Dämmung fachgerecht gemacht wurde, dann hast du auch kein Schimnmelproblem. Wenn die Handwerker schlampen, dann ist die Dicke vermutlich ziemlich egal......

Ich wünsch dir viel Glück, würde unser Haus auch gerne endlich dämmen.... #schmoll

Beitrag von falkster 12.02.11 - 09:22 Uhr

prinzipiell sind ein Dachdecker oder ein Landschaftsplaner nicht wirklich die ersten Adressen, um sich verlässliche Informationen einzuholen...

Dafür gibt es entsprechende Planungsbüros, die sich auf Sanierungen spezialisiert haben.

Mal im Ernst:
Nach einem Herzinfarkt rennst Du doch auch nicht zum Apotheker, weil der sich ja mit Medizin auskennt...

Beitrag von lassiter 13.02.11 - 15:20 Uhr

Du kannst durch ein WDVS zwar etwas an der eingesetzten Heizenergie sparen, aber niemals Geld.

Die versprochenen z.B. 30 % beziehen sich nicht auf den gesamten Heizenergieverbrauch sondern nur auf den Teil der über die Außenwände verloren geht.

Typische Wärmeverluste eines freistehenden Einfamilienhauses (Baujahr vor 1984):
Heizung: 30-35 %
Dach: 15-20 %
Wand: 20-25 %
Fenster: 20-25 %
Lüftung: 10-20 %
Boden [Kellerdecke]: 5-10 %

Ein Beispiel:
Jahresverbrauch an Heizöl 3000l = 100%
Verlust über die Wände 750l = 25%

Von diesen 750l errechnen sich die 30% Einsparung = 225l.
Einsparung von 225l pro Jahr.

Nimm das Mittel der letzten 6 - 7 Jahren deiner Heizkostenrechnung und mache eine Amortisationsrechnung und du wirst sehen dass du das eingesetzte Kapital nie wieder siehst.

Die Standzeit(Haltbarkeit) eines WDVS liegt bei etwa 20 - 25 Jahren dann muss es ausgetauscht werden weil die Dämmwirkung durch Feuchte/Nässe dramatisch nachlässt.
Das was du dann an der Fassade hast ist Sondermüll und muss teuer entsorgt werden und beim Abriss wird die Fassade sehr in Mitleidenschaft gezogen und sie muss repariert werden. Das Dämmmaterial muss Rückstandslos entfernt werden bevor z.B. Verputzt werden kann.
Diese Nachfolgekosten solltest du in die Investitionskosten mit einbeziehen.

Unter Umweltschutzgesichtspunkten ist ein WDVS sowieso abzulehnen.
Dazu habe ich hier etwas geschrieben:http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=75&tid=3023696&pid=19146804

Und ja, es ist sehr gut möglich dass du Schimmel bekommst oder du zumindest ständig gegen erhöhte Raumluftfeuchtigkeit "kämpfst".


Josef

Beitrag von lassiter 13.02.11 - 15:35 Uhr

Nachtrag!

Ich hab tatsächlich etwas vergessen, tschuldigung, man wird eben nicht jünger.#klatsch

Wenn ihr die Fassade machen müsst weil sie Renovierungsbedürftig ist und ihr nicht Dämmen wollt, könnt ihr euch befreien lassen.

Die Ausnahmen zum Dämmen sind in § 24 EnEv

und die Befreiung in § 25 der EnEv geregelt.

Für die Befreiung wird ein Bauvorlagenberechtigter benötigt.

Wenn du mehr wissen willst, PN.


Josef