Kein Sex mehr - warum?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von WiederJungfrau? 12.02.11 - 08:15 Uhr

Hallo Urbia!

Ich bin irgendwie total traurig - mein Partner und ich haben kaum noch Sex. Es war am Anfang unserer Beziehung viel anders, aber in letzter Zeit ist der Wurm drin. Wir streiten uns öfters um Alltagsdinge ( Ordnungsfragen, Freizeitgestaltung und vor allem um die Haussanierung). Ich bin sehr versessen darauf, alles schön zu machen, hab tausend Ideen und freu mich, wenn ich was umsetzen kann - er ist zufrieden, so wie es ist und zeigt wenig Interesse..... Für mich unverständlich, da ich nie von einem Haus zu träumen gewagt hätte und durch Zufall wohnen wir jetzt doch in einem. Es ist aber noch viel zu tun, denn ich möchte, dass das Haus unseren Geschmack auch widerspiegelt.... Frauen halt ;-)

Wir haben uns auf einen Deal geeinigt, dass ich dieses Jahr eine neue Küche bekomme, aber dafür der Garten liegen bleibt. Nun ist es aber gerade so frühlingswarm und meine Gärtnerhormone kommen durch. Ich würde nur die Unebenheiten mit Humus und Erde aufschütten und neues Gras ansehen, da das alte Löcher hat und unansehlich ist. Für mich ist das ein Herzenswunsch. Er müsste mir nur beim Besorgen des Material helfen, den Rest würde ich alleine machen, aber er hat keine Lust. Er wird sich irgendwann breitschlagen lassen, aber trotzdem bin ich enttäuscht über diese "Null-Bock" Haltung. Sowas macht man doch nicht jedes Jahr und es ist wirklich fällig! Sind denn die Männer heutzutage alle so?

Die neue Küche ist wirklich dringend notwendig, meine ist echt alt, hässlich und für mich persönlich eine Zumutung. Er hat schon angefangen mit " Ich bräuchte keine neue Küche", das stresst mich tierisch. Ich möchte einfach ein schönes Zuhause - Punkt. Dafür brauch ich kein neues Auto oder schweineteuere Kleidung. Das darf gerne kommen, wenn ich hier fertig bin, aber im Moment landet alles Geld, was übrig bleibt beim Bauhaus. Ich kaufe fast nur noch Sachen fürs Haus und renoviere.

Nun ja, in letzter Zeit gibt es öfters solche Konflikte und ich bin mit der Gesamtsitution unzufrieden. Er offensichtlich auch, denn er fasst mich nicht mehr an. Es gibt das Abschiedsküsschen und auch Umarmungen, aber keinen Sex mehr. Ich glaube seit September haben wir höchstens fünf mal miteinander geschlafen. Ich fühle mich unattraktiv und ungeliebt inzwischen.... Ich tu echt so viel hier und ich glaube, manch anderer Mann würde das mehr schätzen. Ich hab vor keinem Werkzeug der Welt Angst, ich bin handwerklich echt mehr Mann als Frau. Vielleicht ist das ja der Grund - ich hab in diesem Bereich einfach mehr Talent - hört sich blöd an, ist aber so.

Kennt das jemand von euch auch? Ich sprech das Thema schon gar nicht mehr an, es ist einfach entwürdigend für mich. Ich glaub, er weiß gar nicht, wie es mir damit geht, aber ich mag keine Abfuhr mehr bekommen.

Vielen Dank für eure Antworten!

Beitrag von rosenrot1974 12.02.11 - 08:43 Uhr

Reden ist Silber - schweigen ist Gold.

Es gibt Themen, bei denen frau mit reden mehr kaputt macht als ganz. Sex zähle ich dazu. Er weiss, dass Du unzufrieden mit der Situation bist. Das reicht meiner Meinung nach an "reden". Er ist im Bilde über Eure Situation.

Aber er hat keine Lust.

Versuch mal darüber nachzudenken WAS er an die attraktiv und erotisch fand in der Vergangenheit. Das in den seltensten Fällen das äussere (es sei denn Du hast Dich dramatisch verändert), sondern eine Ausstrahlung, die Du offensichtlich verloren hast...

Es KÖNNTE natürlich sein, dass Deine handwerkliche Begabung ihn zu "männlich" wirkt und die Frau in Dir in den Hintergrund drückt... Es könnte auch etwas ganz anderes sein.

Versuche dich einfach ohne ihn einzubinden. Rede weniger über das was Du handwerklich machst... Und guck wie er reagiert. Tut sich nichts... Dann ändere andere Verhaltensweisen so nach und nach und beobachte seine Reaktion... Es kann recht spannend sein... Du lernst Dich und ihn dabei besser kennen... Und er merkt noch nicht einmal etwas davon...

Und irgendwann kennst Du vielleicht das Geheimnis Deiner erotischen Ausstrahlung auf ihn und kannst entsprechend "handeln" ;-).

Alles Gute!
Rosenrot

Beitrag von gemeinhardt 12.02.11 - 09:04 Uhr

Erwartungen erwartungen erwartungen...

Warum kann blos kaum einer einfach mal akzeptieren, das auch in einer Partnerschaft, die Dinge einfach mal völlig kontraer gesehen werden können.

Du willst dies und das haben und er soll das gefälligst auch haben wollen.

Warum?

Sei Du doch einfach glücklich mit Deinen Gärtnerhormonen, mit deinem gebastel und gefriemel mach Dein Ding und FREU Dich dran!
OHne vorwürfe, das es ihm nicht so viel bedeutet!
Es ist doch DEINE Freude und DEIN GLück, er wird es schon teilen, wenn er nicht das Gefühl hat auf gleicher höhe empfinden zu müssen....

Und solche Spannungen legen sich fast immer aufs Sexualleben, das wundert mich nicht.

Hör auf zu erwarten, was Du nicht erwarten solltest.
Sieh die Dinge wie sie sind und nehm sie so AN!

Dann wird das auch wieder...

Lg, Cora

Beitrag von kaffetante 12.02.11 - 09:12 Uhr

Hallo,

naja, kein Sex kann an vielen Dingen liegen, Du musst ja echt ne Menge Power haben, nach solch einem Handwerksmarathon noch Lust auf Sex zu haben ;-).

Was ich sagen möchte, ist, das meine Vermutung in die Gleiche Richtung geht wie meine Vorrednerin - vielleicht fühlt sich Dein Mann zur Zeit eher "antriebslos" und du demonstrierst ihm das Gegenteil. Du nimmst alles in die Hand, wirbelst rum und strotzt scheinbar vor Energie, vielleicht stört ihn das und er fühlt sich von Dir in seiner männlichen Seite gegränkt.

Ich finde aber nicht, dass Du Dich deshalb ändern solltest, das würde ja Dich wieder einschränken....Keine Ahnung. Bei uns ist es ähnlich. Ich bin ganz gut durchorganisiert und habe genügend Energie für Kinder, Haus, Garten, Arbeit und Sport. Da stört mich häufig die Antriebslosigkeit meines Mannes. Er arbeitet auch sehr, sehr viel - aber manchmal bin ich schon gefrustet, wenn alles an mir hängen bleibt und ich grundsätzlich vor und nach dem Tag noch zwei Stunden ranhänge während um mich rum alles ruht.

Ich kann Dich also verstehen, auch unsere Bausituation ist ähnlich - finanziell passt das schon, aber manche bauen schneller ein Haus, als wir unser Dachgeschoss renoviert bekommen.

Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Zeiten oder vielleicht auch willkommen im Alltag?

LG und schönes Wochenende

Beitrag von mauseannie 12.02.11 - 11:49 Uhr

Lass mich raten: Er arbeitet und Du bist zu Hause? Denn Du hast einfach zu viel Energie fuer jemanden, der neben der Renovierung noch arbeitet.

Ich denke, er ist vor allem erschoepft und deshalb nicht begeistert, wenn Du noch staendig mit neuen Ideen kommst, zusaetzlich zum ohnehin hohen Pensum.
Dann setzt Du ihn auch ganz schoen unter Druck, findest Du nicht? Zumal der Garten ja z.B. fuer naechstes Jahr geplant war, und jetzt aenderst Du ratzfatz Deinen Willen und da MUSS er mitziehen, oder Madamchen schmollt. Wuerde mich auch nerven.

Ach ja, und frau kann (und oft ist) handwerklich begabter sein, als der Mann, aber um Gottes Willen, sie darf es ihn nicht wissen lassen. Da kannst Du ihn auch direkt kastrieren. Unsere kleinen Hoehlenmaenner sind immer noch sehr versessen darauf, als der Held vom Feld gesehen zu werden. Maennliche Konkurrenz ist da schlimm genug, aber dann noch ne Frau (und noch schlimmer: die eigene, die man doch beeindrucken will)???? #zitter

Beitrag von ayshe 12.02.11 - 12:01 Uhr

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Ach ja, und frau kann (und oft ist) handwerklich begabter sein, als der Mann, aber um Gottes Willen, sie darf es ihn nicht wissen lassen. Da kannst Du ihn auch direkt kastrieren. Unsere kleinen Hoehlenmaenner sind immer noch sehr versessen darauf, als der Held vom Feld gesehen zu werden. Maennliche Konkurrenz ist da schlimm genug, aber dann noch ne Frau (und noch schlimmer: die eigene, die man doch beeindrucken will)????
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Also es wäre echt möglich, daß er da jetzt Minderwertigkeitskomplexe entwickelt, wer weiß.

Deshalb finde ich es schöner, wenn man sich da ebenbürtig ist.

Beitrag von WiederJungfrau? 12.02.11 - 16:59 Uhr

Nein, ich arbeite auch und zwar Vollzeit.

Ich finde es übrigens Unsinn, so zu tun, als wäre er handwerklich begabter.... Er tut ja auch nicht so, als wäre ich ein Technik-Genie.....#kratz

Ich dachte, die Sache mit der unterwürfigen Frau, die einen starken Helden braucht, wäre gegessen - bin überrascht, dass mir dazu geraten wird, mich blöd und unbegabt zu geben. #schock

Lg

Beitrag von asimbonanga 12.02.11 - 17:37 Uhr

<<<<Ich dachte, die Sache mit der unterwürfigen Frau, die einen starken Helden braucht, wäre gegessen - bin überrascht, dass mir dazu geraten wird, mich blöd und unbegabt zu geben.<<<<


Willkommen in der Realität.Blöd und unbegabt musst du dich nicht geben.Wenn du allerdings mit dem Dampfhammer auf deine Fähigkeiten hinweist ,incl.. unausgesprochener oder formulierter Vorwürfe wird es eng.Fast jeder Mann braucht Bewunderung und das Gefühl ohne ihn geht es nicht wirklich gut.Ob das jetzt den Tatsachen entspricht oder nicht.;-)

Beitrag von WiederJungfrau? 12.02.11 - 23:09 Uhr

Na ja, das hört sich jetzt etwas anders an - hab ich vorher wohl etwas missverstanden. Ich hab halt meine Stärke in den Arbeiten am Haus, darin bin ich echt gut - sonst leider in nichts. Er ist ein Technikfreak, kocht sehr gut, ist klug und ich kann halt mit einem Hammermeißel umgehen und aus wenig viel machen. Das ist meine Stärke und darin bin ich wirklich manchmal "der Bestimmer". Ich platze fast vor Ideen, manchmal wache ich nachts auf und plane schon das nächste Projekt....

Im Moment ist es grad extremer, da mich in ein paar Wochen ein paar Schulfreundinnen von früher besuchen, zwei davon besitzen nagelneue Häuser, eine davon fast eine Villa. Ich möchte da auch etwas mithalten - ich weiß, ist eigentlich blöd.....

Ich hab verstanden, was du meinst, manchmal ist es hart, wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt - aber ich werd mich bemühen, wieder ein wenig lockerer zu werden und ihm wieder mehr das Gefühl zu geben, dass ich ihn brauche. Das tu ich ja auch, aber im Alltag geht das oft unter, er sollte es mehr spüren.

Danke für eure Tipps und eure Ehrlichkeit!

Beitrag von mauseannie 12.02.11 - 18:13 Uhr

"Ich bin der Bestimmer und Du machst nicht was ich will, Du Boeser Du" ist was Du Deinem Mann kommunizierst (sofern sich das hier herauslesen laesst).. Das Gegenteil davon ist "WIR wollen dies und das und setzen das so und so GEMEINSAM um". Das hat nichts mit Unterwuerfigkeit zu tun. Aber in Deinem Beitrag geht es wirklich ausschliesslich um das, was DU willst und darum wie er NICHT FUNKTIONIERT. Da kann ich verstehen, dass er keinen Bock mehr hat.

Du verlangst, dass er sich fuer Dinge engagiert die er gar nicht will (Kueche), dann stimmt er zu und umgehend kommst Du mit dem naechsten Ding um die Ecke (Garten, obwohl abgemacht fuer naechstes Jahr). Das ist nicht "Frauen eben", das ist Kontrollzwang und Unbestaendigkeit.

Beitrag von ayshe 12.02.11 - 12:06 Uhr

Ich weiß nicht, ob dein Mann durch Arbeit und Sanierung überbelastet ist.
Vllt sieht man eben deine Aufhübscharbeiten optisch mehr als seine Arbeiten und alle. die kommen, sagen dann zu dir:"Ahhhhhhh und OHHHHHHH"
Das kann schon nerven.

Vllt fühlt er sich ausgebootet. Bei einem ebenbürtigem Paar ist das dann nicht unbedingt so, weil man jeweils die arbeit des anderen schätzt.

Schätzt du denn seine Arbeit?




Beitrag von WiederJungfrau? 12.02.11 - 23:29 Uhr

Natürlich tu ich das, er kocht ganz toll, er ist super tierlieb, geht mit Kindern toll um, überrascht mich mit Kleinigkeiten, er hilft mir auch bei Dingen, die ich nicht alleine machen kann. strengt sich wirklich an, um es mir recht zu machen - er ist wirklich toll!

Wir sind technisch bestens ausgestattet dank ihm - sein Wissen in diesem Bereich ist unfassbar groß. Es gibt nichts, was er nicht machen kann, ich wusste nicht, wie spannend das sein kann. Er weiß mit Sicherheit mehr als manche, die das studieren.

Aber es gibt hier halt auch noch Sachen, die sind wichtiger als das technische Equipment. Ich möchte einfach so schnell wie möglich einen vernünftigen Grundstock schaffen, Kleinigkeiten können dann immer noch nach und nach kommen. Ich stress mich da selber einfach zu sehr, trau mich kaum, jemanden einzuladen, weil ich mich schäme, wenn etwas nicht so schön ist, wie ich es gerne hätte. Es ist mir peinlich, eine Küche zu besitzen, die fast 30 Jahre alt und sehr abgewohnt ist, wenn man weiß, dass der Besuch eine neue Küche mit Kochinsel etc. hat. Ich möchte halt mithalten - das ist für manche sicher nicht zu verstehen...

Ich werde versuchen, nicht mehr so ein Tempo an den Tag zu legen und das Schöne, was wir haben, genießen. Ich glaube, dann kommt bei uns beiden wieder die Lust, was gemeinsam zu machen, vielleicht hat er ja auch ganz tolle Ideen und Wünsche..... Er kommt ja auch gar nicht mehr mit und weiß, sobald wir was beendet haben, steht das Nächste an.....#schock

Danke für deine Antwort!

Beitrag von asimbonanga 12.02.11 - 15:54 Uhr

Hallo,
es gibt Dinge die ändert man nicht.
Deinem Partner ist die Haushaltsführung und Renovierung nicht wichtig.
Offensichtlich fühlt er sich unter Druck gesetzt, weil du der "Macher" bist.Vielleicht plagt ihn auch eine Art schlechtes Gewissen.
Wenn du über eigene finanzielle Mittel verfügst, könntest du dir z.B. über my hammer.de Hilfe organisieren und ihr könnt euch die Kosten teilen.Vielleicht versuchst du auch die Renovierung nicht allzu oft zu thematisieren.
Sprich nochmal ohne Vorwürfe mit ihm und erkläre wie wichtig dir ein schönes Zuhause ist.Zeig Verständnis ,das es nicht zu seinen Hobbys gehört.Seine Arbeit scheinst ihm wichtiger zu sein--er kann sich auch finanziell beteiligen.Lass ihn seine Freizeit selbst gestalten und sieh zu ,das ihr noch andere Sachen als am Haus zu basteln, gemeinsam macht.Auch in Ordnungsfragen solltest du lockerer werden, offensichtlich fühlt er sich nicht mehr richtig wohl.
Dämpfe deinen Tatendrang etwas und unternehme mehr außer Haus mit deinem Partner.
Vielleicht kommt ihr euch dann wieder näher.


L.G.