Demokratie in Ägypten?

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Beitrag von triso 12.02.11 - 11:01 Uhr

Nachdem Ägypten nun seinen Diktator gestürzt hat, soll der Weg in die Demokratie gehen.
Es könnte meinen mangelnden Kenntnissen der Politik-Struktur in diesem Kulturkreis geschuldet sein, aber ist dieses Land jetzt demokratiefähig?
Wer soll diesen Wandel schaffen?
Ist die muslimische Brüderschaft fähig, diese Entwicklung in die Wege zu leiten? Wer dort könnte den politischen Wandel strukturieren?

In den Medien winden sich die Experten, eine konkrete Antwort oder Diskussion habe ich noch nicht gefunden.

Kann hier jemand Auskunft geben?

Beitrag von grafzahl 12.02.11 - 12:40 Uhr

Also ich kann in meiner Glaskugel keine Antwort entdecken.

Vielleicht muss Demokratiefähigkeit wachsen und vielleicht war das jetzt ein Schritt in die Richtung.

Beitrag von triso 12.02.11 - 12:51 Uhr

Vielleicht konkreter:

Ist Ägypten unter der Führung des Militärs und der Muslimbrüderschaft überhaupt gewillt, eine Demokratie (in unserem Verständnis) aufzubauen?

Beitrag von manavgat 12.02.11 - 13:19 Uhr

nachdem unsere Ossis es auch - die meistens zumindest - geschafft haben, kann man auch den Arabern diese Leistung zutrauen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von berta.in.schwarz 12.02.11 - 14:03 Uhr

Zügel mal deine Ausdrucksweise.

Beitrag von triso 12.02.11 - 14:12 Uhr

Glaubst du nicht, daß manvgat nur mich ein bißchen hochnehmen wollte?
;-)

Beitrag von berta.in.schwarz 12.02.11 - 14:25 Uhr

Bist du denn ein "Ossi", der es sogar auch geschafft hat?

Was ist mit den ganzen anderen "Ossis"?

Beitrag von simone_2403 12.02.11 - 16:28 Uhr

Mein Gott ey #augen

http://hier-ist-dein-schild.com/heul.htm

Bist du in Ossi der sich am Wort "Ossi" hochzieht?

Ich bin Wessi...los beschimpf mich mit Wessi,ich steh drauf

#augen

Beitrag von triso 12.02.11 - 17:20 Uhr

Ich bin Deutsche.

Beitrag von simone_2403 12.02.11 - 17:30 Uhr

Gut gekontert ;-)#pro

Beitrag von ohmama 13.02.11 - 12:38 Uhr

Mal ganz ehrlich: Welche Ausdrucksweise sollte da gezügelt werden?

Ich bin zwar Wessi, aber mit einem Ossi verheiratet und wir haben 3 gemeinsame Kinder (wir nennen sie übrigens Wossis), aber auch ich kann nichts an diesem Ausdruck finden das verwerflich klingt.

Wir nennen uns untereinander auch so, weil es eben keine Beleidigung ist, sondern nur die Herkunft beschreibt.




Beitrag von papa2907 13.02.11 - 15:24 Uhr

reg dich ab, ossi:-D

Matthias

Beitrag von berta.in.schwarz 13.02.11 - 16:17 Uhr

Ich bin kein Ossi.

Beitrag von triso 12.02.11 - 14:11 Uhr

Ohne deine Aussage bewerten zu wollen - die Ausgangsvoraussetzungen waren doch ein ganz klein wenig anders.
In Westdeutschland hat eine funktionierende Demokratie bestanden, an die sich adaptiert werden konnte.

Da mußte das Rad nicht neu erfunden werden - und ich befürchte, das sieht hier etwas anders aus.#kratz

Beitrag von manavgat 12.02.11 - 14:36 Uhr

meinst Du nicht, die Araber stehen vor ihrer "Aufklärung"....?

Ich kenne Marokko wie meine Westentasche, die Türkei auch, Ägypten war ich erst einmal. Ich glaube, dass die längst kapiert haben, dass Wohlstand und persönliche Freiheit des Individuums in einem konkreten Zusammenhang stehen.

Das Rad müssten sie nicht neu erfinden, es reicht völlig, wenn sie auf die letzten Jahrhunderte Entwicklung in Europa schauen. Die gemachten Fehler könnte man ja vermeiden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von triso 12.02.11 - 15:04 Uhr

Ich meine nicht das Volk. Ich meine die zukünftige regierung. Niemand kennt sich damit aus.
Das Volk weiß, was es möchte.
Und ich, als nahezu jährlicher Ägyptenreiser, würde ihnen das wirklich wünschen, befürchte nur, daß sie wieder entäuscht werden könnten.

Beitrag von zeitblom 12.02.11 - 16:58 Uhr

Abgesehen davon, dass ich es witzig finde, wie innerhalb drei Wochen es Konsens geworden ist, ein Land, in das jährlich tausende Deutsche billig Urlaub machten, nun rückblickend als Diktatur bezeichnet wird, bin ich der Meinung, das jedes Volk "demokratiefähig" ist. Ob dem Westen dies besonders wichtig ist, wird sich spätetens dann zeigen, wenn und falls die Muslimbruderschaft Regierungsverantwortung trägt.
Wir wollen das Selbstbestimmungsrecht jeder Gesellschaft? Dann sollten wir jeder Gesellschaft die Zeit und das Vertrauen geben, ihren Staat so einzurichten, wie es sich die Mehrheit wünscht. Und der Westen sollte sich in Zurückhaltung üben.

P.s. Ok, auf Deine konkreten Fragen konnte auch ich Dir nicht antworten.

Beitrag von triso 12.02.11 - 17:17 Uhr

Die Deutschen machen fast überall Urlaub.
Und die wirtschaftlichen Ressourcen in diesem Land sind sehr begrenzt. Da bietet sich Tourismus schon an.

Und die politische Lage geht an den Touristen schlichtweg vorbei. Wer dikutiert mit den Einheimischen über ihre politische Lage? Wohl die wenigsten.

Die Demokratiefähigkeit zweifele ich auch nicht im Ansatz an. Aber den Willen der Machthaber, dem Volk das zuzugestehen.
Der schlimmste Fall wäre, neuer Name, keine Veränderung.

Beitrag von imzadi 12.02.11 - 20:41 Uhr

Ich hoffe für die Leute dort das sie nicht vom Regen in die Traufe kommen wie der Iran seiner Zeit. Da wurde der eine Gauner fortgejagt (Der Schah) und der nächste Schurke kam (Ayatollah Chomeini).

Das es mit irgendwelchen Muslimbrüdern besser wird bezweifel ich sehr. Vor allem hoffe ich das die die ägyptischen Kulturschätze verschonen. :-[

Beitrag von gustav-g 14.02.11 - 16:56 Uhr

Prognosen sind schwierig, besonders für die Zukunft. Die Experten wollen sich nicht damit blamieren.

Der Iran ist ein schlechtes Beispiel für die mögliche Entwicklung. Dort kam ein Führer aus dem Exil zurück.

In Ägypten wird das Militär den Übergang leiten. Für Geistliche und Islamisten wird es wenig Einfluss geben.

Ist Deutschland demokratiefähig ?

In der Zeit stark steigenden Staatsschulden hat die FDP eine Steuersenkung versprochen. Damit hat sie ein historisches Hoch erreicht.

Ist Österreich demokratiefähig ?

Die FPÖ könnte mit dem Schüren von Hass die relative Mehrheit bekommen. Ab 2000 hat sie mit regiert und dafür den Spitznamen "Chaostruppe" bekommen.

Beitrag von triso 14.02.11 - 19:21 Uhr

Ja, wir sind demokratiefähig, obwohl wir Fehler machen.
Wir müssen keine Angst haben, unsere Meinung zu sagen. Niemand kommt und nimmt uns fest, weil wir uns unzufrieden über die Regierung äußern.
Die Staatsoberhäupter können nicht willkürlich schalten und walten.

Wir machen Fehler, aber wir haben eine Linie.

In Ägypten stehen alle am Anfang und es beschleicht mich immer mehr der Eindruck, daß eine wirkliche Kurswende nicht stattfinden wird.
Áber ich will die Hoffnung nicht verlieren.