Forderung Fortbildungspflicht für Lehrer

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Beitrag von schullek 12.02.11 - 14:19 Uhr

Aha!

http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/12/schueler-union-fordert/fortbildungs-pflicht-fuer-lehrer.html

Ich verstehe generell den Ansatz. Und natürlich ist an PISA nicht nur der Schüler oder der Lehrer schuld. Aber so einfach ist es ja nun auch wieder nicht, wie hier dargestellt. Zum einen gibts schon eine Fortbildungspflicht, jeder Lehrer muss gewisse Fortbildungen vorweisen. Zum anderen sind solche Forderungen ja immer schön und gut, aber alles Flickenschusterei meiner Meinung nach. So lange unser Schulsystem nicht generalüberholt wird, wird sich auch wenig ändern. Mein wichtigster Änderungspunkt: kleinere Klassen. Das wäre ein guter Anfang. Bei 25-30 Kindern pro Klasse, kann auch ein noch so guter Lehrer nur bedingt gut sein.

Und mal ehrlich: Schüler vorher konsultieren, bevor es eine Beförderung gibt? Naja...

lg

Beitrag von purzel 12.02.11 - 14:32 Uhr

Hallo,

ja diese Fortbildungspflicht gibt es bei uns an den Grundschulen in Bayern schon.
Was ich in dem Artikel absolut bestätigen kann, sind zwei Dinge:
- Lehrer, die mit den Schülern häufig nicht klar kommen, flüchten sich in die Lehrerausbildung --> stimmt leider häufig. Man hat im Studium und auch jetzt im Ref oft den Eindruck, die Dozenten haben von der Praxis keine Ahnung
- "Kurz: Die Teens wollen besseres Personal, wehren sich gegen die „Schaustunden”, in denen Jung-Lehrer im Referendariat beurteilt werden und die sinnlos für die Schüler seien, und wollen einfach mehr lernen." --> da stimme ich auch voll zu. Diese Lehrproben sind absolute Show, die Schüler nur dressiert. Über die Qualität des Lehrers sagen diese Stunden absolut nichts aus. Meist braucht man nach so einer "Schaustunde" noch zwei Stunden, um Hefteinträge etc. nachzuholen, die ja in so einer Vorführstunde keinen Platz haben. Also total unrealistisch.
Ja stimmt, kleinere Klassen wären absolut hilfreich, ich sage nur 27 Kinder bei uns an der Schule in der 1. KLasse. Aber wir haben ja Lehrermangel, es ist ja keiner da - ironie off.
Hört sich bei mir vielleicht gerade etwas verbittert an, aber wenn man sich zwei Jahre wie verrückt abstrampelt (mit kleinem Kind) und dann gesagt bekommt, wenn in deiner Showstunde alles gut läuft, bekommst du eine 3. Zur Einstellung braucht man aber mindestens eine 2, wenn nicht eine 1. Da kriegt man oft wirklich einen Hass.
Fazit: Mir macht es Spaß, als Lehrer zu arbeiten, aber unter den gegebenen Umständen würde ich nie wieder Lehramt studieren.
Gruß, Purzel

Beitrag von lena10 12.02.11 - 14:38 Uhr

Das ist doch wieder ein typisch populistischer Bild-Artikel... #gaehn

Ein paar nette Ansätze sind dabei, z.B. dass Lehrer unabhängig von der Schulart bezahlt werden müssen. Richtig!!! Es kann einfach nicht in Ordnung sein, dass ein Gymnasiallehrer für Sport und Erdkunde mehr Geld bekommt als ein Grundschullehrer, der die Grundlagen legen muss!
Übrigens werden Lehrer auch in jedem Bundesland anders bezahlt - darf genauso wenig sein!

Im übrigen gebe ich dir absolut Recht. Ein Artikel, den die Welt nicht braucht....

Ach ja, bevor nach Fortbildungen gebrüllt wird: Die Schule, an der ich unterrichte, hat genau fünf Lehrer für fünf Klassen. Wir würden sehr gerne häufiger zu Fortbildungen gehen! Aber ich will nicht wissen, wie die Eltern unserer Schüler auf noch mehr Unterrichtsausfall reagieren würden, denn Vertretungslehrer gibt es bei uns nicht!

Gruß, Lena

Beitrag von delfinchen 12.02.11 - 14:43 Uhr

Richtig.

Zudem hatte ich (derzeit in Elternzeit) als Lehrerin einer Ganztagsklasse vier mal in der Woche Nachmittagsunterricht. Ich hätte gerne Fortbildungen besucht, aber wann, ohne dass gleichzeitig für die Schüler Unterricht ausfällt vertreten werden muss??

LG,
delfinchen

Beitrag von emilymaria 13.02.11 - 22:44 Uhr

öhm, ohne dir und den anderen Lehrkräften zu nahe treten zu wollen - soweit ich informiert bin, gibt es unterrichtsfreie Zeit (gewisse Zeit der allgemeinen Schulferien), in denen Fortbildungen besucht werden sollen.

Beitrag von delfinchen 14.02.11 - 06:24 Uhr

bitte erstmal informieren, ehe man meint, mitreden zu müssen:
in der unterrichtsfreien zeit werden keine fortbildungen angeboten. zumindest hab ich das bei uns hier noch nie gesehen.

Beitrag von emilymaria 14.02.11 - 09:15 Uhr

Zumindest hier in Niedersachsen ist das sogar Pflicht - da wir mit allen anderen Bundesländern vernetzt sind, kann ich mit Gewissheit sagen, dass das dort sowohl von landeseigenen Anbietern und freien Anbietern innerhalb der Fereienzeiten angeboten wird.

Ein Blick in die einschlägigen Schulgesetze und Ausführungsverordnungen genügt dazu!

zum Thema: informieren, ehe man meint mitreden zu müssen:

Liebe Grüße,

Anjana 112 (Referentin für Fort- und Weiterbildung im nds. Schulwesen im Nds. Kultusministerium ;-))

Beitrag von delfinchen 14.02.11 - 09:45 Uhr

gut. über andere bundesländer bin ich da nicht im bilde. dann nehm ich das mit dem informieren natürlich zurück :-D. entschuldige.


aber bei uns gibt es das bei den tagesfortbildungen nicht, dass sie in der untrrichtsfreien zeit stattfinden, sonst wäre ich da längst gewesen.
wenn welche in den ferien sind, dann (von freien anbeitern und so, dass sie in unseren ausschreibungen gar nicht auftauchen) sind sie von uns mehr als 180 km entfernt. zudem gehen die dann über eine ganze woche. aber ich habe zwei kleinkinder, wo also sollte ich die denn dann unterbringen?
mitnehmen kann ich sie wohl kaum und eine woche lang von ihnen fernbleiben, fiele mir im traum nicht ein. meine kinder kommen trotz meiner liebe zum beruf an erster stelle und das wird auch so bleiben.


zudem möchte ich hinzufügen, dass ich immer, wenn ich auf fortbildung war oder vom scjulrat angefleht wurde, zu gehen, den unterrich penibel vorbereitet habe, der zu halten gewesen wäre. mit arbeitsblättern, stationenlernen etc.
leider wird das dann selten durchgeführt - nicht zuletzt wegen personalmangel -, so dass man, wenn man von der fortbildung zurück kommt, erstmal stundenlang das aufholen mus, was eigentlich unterrichtet hätte werden sollen.
dass man dann keinen bock mehr hat, auf fortbildungen zu gehen, weil man
1. da eh nur in den seltensten fällen was neues und umsetzbares lernt
2. den unterrich für die "fehlzeit" umsonst vorbereitet hat
3. sich auch noch dafür rechtfertigen muss, dass man sich fortbilden möchte

finde ich nur verständlich.


delfinchen (fortbildungskoordinator an unserer schule)

Beitrag von schullek 12.02.11 - 21:09 Uhr

die bezahlung: meine mutter bekommt seit diesem jahr, 20 jahre nach der wende endlich das gleiche gehalt wie ihre kollegen in westdeutschland. wie der durchschnitt jedenfalls.


lg

Beitrag von kati543 12.02.11 - 14:43 Uhr

Meine Meinung dazu? Man kann fordern, was man will. Wenn es keine Lehrer gibt bzw. nicht genügend, dann hat man nicht wirklich die Wahl. Die Schulen wissen leider schon nicht mehr, wie sie ihren Lehrplätze besetzen sollen. Hier gab es mal einen Thread, was passiert, wenn ein Lehrer wirklich Mist baut und die Schule verlassen muß. Ganz einfach, er findet sofort eine neue Schule. Es gibt eben keine Lehrer. Das Ganze ist schon so schlimm, dass Leute ohne Erfahrung und ohne Lehramtsstudium, bzw. Lehrer die eigentlich längst Rentner sind, noch aktiv unterrichten.
Bei uns wurden jetzt überall Ganztagsschulen aus dem Boden gestampft. Natürlich hatte wieder niemand bedacht, dass die Schüler ja beaufsichtigt werden wollen - eigentlich von pädagogischen Fachkräften. Aber bei uns zumindest arbeiten da auch Köche - einzigste pädagogische Erfahrung sind eigene Kinder, die auch auf diese Schule gehen.

"Bei 25-30 Kindern pro Klasse, kann auch ein noch so guter Lehrer nur bedingt gut sein. "
Das ist nur teilweise richtig. Ich habe in meiner Schulzeit genügend Lehrer kennengelernt, die auch große Klassen sehr gut unterrichten konnten. Wir hatten alle 27-30 Schüler. Wir hatten aber dann auch Lehrer, die schon mit einem Teil der Klasse völlig überfordert waren (wenn ich da an meinen Lehrer für Betriebswirtschaft denke - Klassenstärke von 15 (!!!) Schülern).

Beitrag von lena10 12.02.11 - 14:53 Uhr

"Bei 25-30 Kindern pro Klasse, kann auch ein noch so guter Lehrer nur bedingt gut sein. "
Das ist nur teilweise richtig. Ich habe in meiner Schulzeit genügend Lehrer kennengelernt, die auch große Klassen sehr gut unterrichten konnten. Wir hatten alle 27-30 Schüler. Wir hatten aber dann auch Lehrer, die schon mit einem Teil der Klasse völlig überfordert waren (wenn ich da an meinen Lehrer für Betriebswirtschaft denke - Klassenstärke von 15 (!!!) Schülern).

Du kannst deine Erfahrungen nicht mehr mit den Kindern heutzutage vergleichen!
In meiner Schulzeit waren die Klassen auch so groß, aber die Kinder definitiv anders! Heutzutage sind von diesen 30 Kindern in einer Grundschulklasse alle auf einem anderen Stand - und ein Lehrer allein KANN in diesem Fall einfach nicht jedem Kind gerecht werden. Von den durchschnittlich 2 ADHSlern, den 5 Verhaltensauffälligen, den 3 Vernachlässigten, den 4 Nicht-Erzogenen und den 2 Hochbegabten dazwischen wollen wir gar nicht reden....

Beitrag von kati543 12.02.11 - 16:55 Uhr

Ich weiß nicht, wann du zur Schule gegangen bist. Natürlich ist auch mein Schulbesuch schon etwas her. 2003 habe ich das letzte Mal ein Schulgebäude von innen gesehen. Aber glaubst du denn wirklich, dass es zu "unseren Zeiten" keine kranken/behinderten Schüler gab, oder Schüler, die vernachlässigt wurden? Früher hieß das nur teilweise anders. Zappelphillipe hatten wir genug in der Klasse. Und da war einer dabei, der wirklich permanent in Bewegung war und sich absolut nie konzentrieren konnte. Hochbegabte hatten wir auch. Der Junge war super in der mathematischen Richtung und hatte einen massiven Hänger im sprachlichen Bereich. In meiner Klasse waren auch Heimkinder. Eine davon hatte einen Selbstmordversuch hinter sich. Wir hatten auch noch ein Zwillingspärchen in der Klasse, die beide (aber insbesondere der Junge) von ihrem Vater massiv geschlagen und misshandelt wurden. Irgendwann ist das Mädchen dann von zu Hause ausgerissen, nachdem das Jugendamt zum wiederholten male nichts unternommen hat. Wir hatten auch alles in der Klasse. Von absoluten Einser-Schülern bis hin zu denjenigen, die jedes Jahr wieder stark versetzungsgefährdet waren. Das ist doch nichts neues. Das gibt es schon immer.
Der einzige Unterschied, den ich zwischen heute und "früher" erkennen kann ist einfach, dass früher die Lehrer/Direktoren noch etwas zu sagen hatten. Heute hat ein Lehrer überhaupt nichts mehr zu melden. Er ist der "Ar***" der Gesellschaft. Wenn er einem Kind (berechtigterweise) eine schlechte Note gibt, oder es ermahnt, dann tauchen doch sofort die Eltern auf und meckern, was das soll und überlegen, welche rechtlichen Schritte man gegen den Lehrer unternehmen kann. DAS ist der Unterschied und der Grund, warum nichts mehr funktioniert. Kein Respekt mehr gegenüber Lehrern.

Beitrag von lena10 12.02.11 - 16:59 Uhr

Ok, meine Grundschulzeit ist ca. 30 Jahre her - ist wohl doch eine andere Generation... ;-)

Mit deinem letzten Absatz stimme ich absolut überein. Sehe ich genauso!

Gruß, Lena

Beitrag von kati543 12.02.11 - 17:13 Uhr

So weit sind wir nicht auseinander. Ich wurde 1984 eingeschult. ;-) Allerdings bin ich gebürtiger "Ossi". Im Westen Deutschlands bin ich nie in die Schule gegangen.

Beitrag von aussiegirl600 12.02.11 - 18:27 Uhr

*amKopfkratz* Also wenn ich das richtig mitgekriegt hab, dann wurden im letzten Jahr in Bayern nur Leute eingestellt mit einem 1,x Examen. Ist das nur bei uns so krass?

Beitrag von kati543 12.02.11 - 20:04 Uhr

Keine Ahnung. Wir wohnen in Hessen und bei uns wird alles genommen, was irgendwie irgendeine Erfahrung im Umgang mit Kindern hat.

Beitrag von schullek 12.02.11 - 21:06 Uhr

in anderen bundesländern sieht es ähnlich aus. der knackpunkt ist: es werden lehrer gebraucht, es ist aber kein geld für solche da, also wwerden keine eingestellt. oder wenn die kacke ganz am dampfen ist mit befreisteten verträgen. lange werden sie es so nicht mehr halten können. die geburtenstärkeren jahrgänge kommen und da werden die ministerien sich was einfallen lassen müssen.

lg

Beitrag von aussiegirl600 13.02.11 - 11:34 Uhr

Naja, DAS ist ja schon ewig das Problem. Also gibts wohl doch in den meisten Gegenden zu viele Lehrer, aber die Regierungen wollen sie nicht bezahlen...

Beitrag von jella87 13.02.11 - 00:41 Uhr

Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Bundesländern ist, aber in Baden-Württemberg ist es auf keinen Fall so, dass es zu wenig Lehrer gibt. Im Gegenteil, da gibt es zu wenig Stellen für alle Bewerber!

"Für den Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulbereich (GHRS) gab es auch in diesem Jahr nur für gut ein Drittel der Bewerber/innen eine Stelle an einer staatlichen Schule. Das Land Baden-Württemberg entlässt auch im Jahr vor der Landtagswahl viele gut ausgebildete Lehrkräfte in die Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Insgesamt gab es ca. 2.270 Stellenangebote für den Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulbereich bei rund 6.250 Bewerbungen."

"Die von der GEW seit Jahren geforderte Aufstockung der festen Krankheitsreserve wäre eine sinnvolle Möglichkeit, den Schulen größere Entlastung und den jungen Lehrkräften zusätzliche Einstellungsperspektiven zu bieten."

Quelle: http://www.gew-bw.de/Binaries/Binary_16782/Lehrereinstellung.pdf

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dies nur in Baden-Württemberg so sein soll.... Meiner Meinung nach stecken dahinter vor allem finanzielle Überlegungen, nicht mehr Lehrer einzustellen....

Beitrag von kati543 13.02.11 - 01:23 Uhr

Wenn die Lehrer gewillt sind, umzuziehen, würden sie in anderen Bundesländern wesentlich leichter Arbeit finden. Bei uns in Hessen sieht es ganz übel aus mit fertig studierten Lehrern.

Beitrag von musicalfever4 13.02.11 - 09:12 Uhr

Hier in S-H gibt es tatsächlich nicht genügend Lehrer. Wenn jemand ausfällt gibt es keinen Ersatz, wenn jemand länger ausfällt (z.B. Mutterschutz oder lange Krankheit) muss die Schule selber sehen, wie sie klar kommt, oder man bekommt Vertretungslehrkräfte ohne 2.Staatsexamen (direkt von der Uni). In diesem Jahr hatten wir gleich 3 davon. Zwei konnten jetzt direkt bei uns ins Referendariat, der dritte hat nun einen weiteren Vertretungsvertrag an einer anderen Schule bekommen.
Das ist übrigens schon länger so. Als ich 2007 in Mutterschutz und anschließend Elternzeit ging, hat mich auch schon eine Lehrkraft ohne 2. Staatsexamen vertreten.
LG Petra

Beitrag von thalia72 12.02.11 - 14:56 Uhr

Hi,
wenn aber keine sinnvollen Fortbildungen angeboten werden?
In BaWü, Hauptschule, wurde z.B. vor ein paar Jahren das Fächerverbünde-System eingeführt (z.B. wurden die Fächer Erdkunde, Geschichte, Gemeinschaftskunde zum Verbund WZG), bis dafür Fortbildungen im Angebot waren, wenn überhaupt, hatten wir uns schon längst selbst durchgewurschtelt.
Genauso kommt es vor, dass man Fortbildungen besucht und tatsächlich eine Zusatzqualifikation erwirbt, aber wegen Stundenmangel kommt man mit seiner Qualifikation gar nicht zum Einsatz.
Und wer`s nicht drauf hat, wird auch selten durch Fortbildungen besser.

vlg tina

Beitrag von lena10 12.02.11 - 15:26 Uhr

Hallo,

ja, bei uns sieht es ähnlich aus! Dazu kommt, dass wir uns am äußersten Rand eines Bundeslandes befinden - die Fortbildungen sind alle mal mindestens 200 km entfernt. Erstens fällt grundsätzlich Unterricht aus, wenn man dahin will, zweitens ist das als Frau mit Kindern ganz schlecht machbar.
Beispiel: Ich würde sehr gerne mal wieder Sport-Fortbildungen machen (ich muss Sport unterrichten, obwohl ich dieses Fach nie studiert habe). Die einzige, die in angemessener Entfernung stattfindet, heißt "Hockey in der Grundschule". Super - das hilft mir nicht wirklich weiter!

LG Lena

Beitrag von fraz 12.02.11 - 19:48 Uhr

Bei uns in der Schweiz schon lange Pflicht.
Für 3% des Pensums muss pro Jahr Weiterbildung geleistet werden.Bei einem Vollpensum sind das 60 Stunden pro Jahr.
Bezahlt wird selber und die Kurse werden selbstverständlich in der unterrichtsfreien Zeit (sprich Wochenenden und Ferien) besucht.

Beitrag von schullek 12.02.11 - 21:05 Uhr

na das sind ja tolle zustände. gezahlt wird selbst und das ganze in der freien zeit. bis zu einem gewissen grad wäre ich auch bereit, das so mitzutragen, aber sicherlich nicht in dieser dimension. wenn man bedenkt, dass die allermeisten lehrer ihr material etc. selber kaufen. als angehende englischlehrerin habe ich schon längst angefangen mein mateiral aufzubauen. aber es kommen ständig neue bücher und andere materialien dazu die nicht gerade billig sind. in meinem anderen fach sieht es nicht anders aus.
aber gut, wenn ich irgendwann so viel weiterbildung auf eigene kosten in meiner freizeit machen muss, dann werde ich wohl oder übel klassenfahrten und ähnliches ablehnen. als lehrerkind und als begleitung auf diversen fahrten kam ich schon in den genuss diese wunderbaren veranstaltung und müsste dann wohl oder übel meine konsequenzen ziehen...

lg

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