Schule zuende und keinen Plan für die Zukunft

Archiv des urbia-Forums Jugendliche.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von antje1802 12.02.11 - 18:42 Uhr

Hallo,

geht es nur meiner Tochter so ?

Sie hat den Hauptschulabschuß gemacht und ist jetzt im Vorbereitungsjahr in der Berufsschule zur Friseurin aber nachdem sie nun begleitend die ersten Praktiumstage gemacht hat meint sie das wäre wohl doch nicht das was sie machen möchte.
Aber was sie mal machen will weiß sie auch nicht...verschiedende Tests...Berufsberatung haben wir alles schon mal gemacht aber so richtig bei rausgekommen ist nichts.
Ich bzw sie grübeln schon und lesen hier und informieren und da aber hand und FUß bekommt das ganze nicht.

Wer kann mal als Außenstehender weiter helfen ?

Lg Antje

Beitrag von doris72 12.02.11 - 20:31 Uhr

Hallo Antje,

da fällt mir nur eines dazu ein:

Sie sollte noch weiter zur Schule gehen und erst einmal mind. die mittlere Reife machen.
Ich finde es eigentlich völlig normal, wenn man sich mit 15 oder 16 Jahren noch keinen Beruf für sich vorstellen kann. Sie braucht sicher noch Zeit und hat dann mit einem höheren Bildungsabschluß auch bessere Chancen und viel mehr Möglichkeiten.

LG von Doris

Beitrag von similia.similibus 13.02.11 - 17:12 Uhr

#pro

Beitrag von tanja0475 13.02.11 - 20:11 Uhr

#pro genau so hab ich es damals auch gemacht. Abschluss: qualif. Hautschulabschluss und dann zwei Jahre Berufsfachschule. Abschluss: Qualif. Realschulabschluss.


Gruß
Tanja

Beitrag von frech1995 12.02.11 - 20:38 Uhr

In dem Fall fällt mir nur eins ein - weiter zur Schule gehen und mittlere Reife machen und, wenn sie immer noch ohne konkrete Berufswünsche ist, noch Fachhochschulreife.

Ich finde jetzt auch nicht wirklich was gravierend schlimmes daran, wenn man mit 15 oder 16 Jahren noch keine Vorstellung hat, was man gerne beruflich machen möchte.

Wenn sie die entsprechenden Noten hat, würde ich sie einfach dazu ermutigen, weiter die SChulbank zu drücken

Beitrag von emily86 12.02.11 - 22:51 Uhr

hallo antje,

ich bin lehrerin an einer Hauptschule und kann dir zwei wichtige dinge nur empfehlen:

1. Realschulabschluss nachholen!
2. viele Praktika machen!

Die kiddies wissen in dem Alter noch nicht wirklich was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollen. Das geht nicht nur deiner Tochter so!
Bei mir in der 9. Klasse gehen fast alle in diese Vorbereitungsklasse,
weil sie einfach noch null ahnung haben was aus ihrem Leben werden soll!

Lg

Beitrag von manavgat 12.02.11 - 23:08 Uhr

Wenn sie es intelligenzmäßig schafft, dann gib sie weiter auf die Schule um den Realschulabschluss zu machen.

Was bitte soll das Mädel mit einer Berufsausbildung, wo man 5 Euro brutto die Stunde verdient? Das ist doch nicht Dein Ernst!

Gruß

Manavgat

Beitrag von antje1802 13.02.11 - 08:23 Uhr

An der Berufschule hier kann man nicht den Realabschluß machen, ursprünglich sollte es hier in zwei Schuljahren möglich sein. Ein Jahr Hauswirtschaft und das 2. Jahr Wirtschaft aber nu wird es an der Schule nicht gemacht.
Also ist jetzt die Frage wo kann man als Schulabgänger noch den Realschulabschluß machen ?
Sie wird im Sommer 16 Jahre und ist somit nicht mehr Schulpflichtig.

Beitrag von baumhoernchen 13.02.11 - 09:53 Uhr

Konnte sie nicht die Klasse 10B machen?
Meine Tochter macht das gerade und sie wird sogar die Quali fürs Gymnasium bekommen.
Alles ist möglich- oder ist das vielleicht unterschiedlich je nach Bundesland?

Wenn sie fleißig lernt, würde ich sagen auf jeden Fall den Realschulabschluss machen.
Rumbummeln würde ich nicht tolerieren- meiner Tochter hab ich mit Mc Donalds gedroht *g*, falls sie meint, sie müsse auf der faulen Haut liegen- das wirkt.....

Beitrag von kawatina 13.02.11 - 14:22 Uhr

Hallo,

bis 18 gilt die Schulpflicht! Allerdings nicht Vollzeitschulpflicht.
Deine Tochter muss in der regel einmal die Woche die "Resteklasse" des Berufskolleg besuchen.#winke

Beitrag von bambolina 13.02.11 - 18:39 Uhr

Schulpflichtig ist sie bis 18 - was für dich ein Vorteil ist...

Den Realschuabschluss kann man nicht in der jetzigen Schule machen, da gibt es weiterführende Schulen, die das anbieten. Wo bei euch die nächste ist, kannst du sicher übers Arbeitsamt erfahren.

Die Plätze sind allerdings mitunter rar - d.h. wenn mehr Bewerber als freie Plätze haben die Jugendlichen unter 18 Vorrang, eben weil sie noch schulpflichig sind.

lg bambolina

Beitrag von kawatina 13.02.11 - 15:02 Uhr

Hallo,

das waum und wieso spielt ja keine große Rolle, es läuft manchmal halt nicht so wie es laufen sollte.
Meine Tochter(16) besucht derzeit auch die Hauptschule Klasse 10 Typ A,

Dort absolviert, wie eigentlich überall ein Schülerpraktikum.
Auch in den hochheiligen Ferien kann man ja ein freiwilliges Praktikum in Angriff nehmen. Für eine bis drei Wochen oder als Tagespraktikant

So war sie Praktikant:

zahnmedizinische Fachangestellte ( derzeit im Jahrespraktikum=1 Tag in der Woche statt Schule ins Praktikum und die Ärztin ist hocherfreut, weil sie motiviert und voll einsetzbar ist)
Fachlagerist
Fachkraft für Lagerlogistik
Schreiner
Maler

Meine Tochter hat sich ab Klasse 9 beworben - logisch das sie noch nicht 100 % sich festgelegt hatte, aber zumindest Vorstellungen hatte was ihr Spaß machen und sie sich beruflich vorstellen könnte.

Weiß nicht- gibt es bei uns nicht!


Durch das Praktikum hat sie auch ihren Ausbildungsplatz erhalten - normalerweise werden in diesem Beruf nur FOR Schüler genommen, aber
ihre Leistungen und auch das Zeugnis mit einem Schnitt von 1,8 haben überzeugt. (10 B wäre möglich gewesen - aber wir sind was bestimmte Lehrer betrifft gebrannte Kinder )
Viele Stellen wurden bereits 2010 besetzt, 2012 würden zwei Großbetriebe sie gern einstellen - diesen Sommer geht es leider nicht.

Die FOR kann man auch mit erfolgreicher Ausbildung bekommen - und die dauert oft nur ein Jahr länger als das Absitzen in diversen Berufskollegs.

Begabter Hauptschüler können bei uns die FOR im einjähigen Kurs schaffen oder es gibt mehrere Bereiche die 2 jährig sind.
Auch den Beruf der Kinderpflegerin (in 2 Jahren) kann man dort erlernen und somit auch bei entsprechenden Noten die FOR erreichen

Berufsvorbereitungskurse sind meiner Meinung nach verschwendete Zeit, da sie selten was bringen - weder Ausbildungsplatz noch höherem Abschluss.

Ehemalige Klassenkameraden meines Sohnes(FORQ/Verfahrensmechaniker ), die auch weiter zur Schule gehen wollten, sind übrigends in der Mehrzahl gescheitert - trotz FORQ auf dem Gymnasium nach wenigen Monaten/Wochen gescheitert.
Auch sind die Berufskollegs überfüllt und die Wartelisten sehr lang, da kaum jemand eine Ausbildung beginnen möchte.

Die sind nun auf 400 Euros Basis Regalauffüller im Supermarkt und dies
1 1/2 Jahre nach erfolgreichem Schulabschluss.
Denn es rücken immer frische Schulabgänger nach...in Berugskollegs und Ausbildungsstellen.
Wen wird man dann nehmen - einen Frischling von der Schule oder einen Bummelant?

Nun fragst du ja um Rat - im Familien oder Bekanntenkreis sind ja sicher berufstätige Menschen. Sicher ist es zumindest möglich sie als Tagespraktikant dort einmal reinschnuppern zu lassen. Dann findet sich eventuell das Richtige.


Es gibt aber auch Jugendliche, wie die Freundin meiner Tochter, die einfach keine Lust haben und 6 Paktikumsstellen bereits geschmissen haben, weil denen gar kein Beruf zusagt, weil kein Bock, langweilig , man muss sich ständig irgendwelche Zahlen merken #schock, lange stehen oder..oder...oder...da muss man auch mal einen Tritt in den Allerwertesten geben. So sind sie eben die lieben Kleinen...

LG
Tina



Beitrag von leiahenny 14.02.11 - 09:18 Uhr

Wie wär es mit einem freiwilligen
ökologoschen Jahr. Da sammelt sie ne Menge Erfahrungen und kann sich dann entscheiden.
http://www.foej.de/html/foj_trager.html

Beitrag von morgenstern66 14.02.11 - 09:19 Uhr

Meine Tochter hat während der Hauptschule mehrere Praktika gemacht. Sie hätte das Zeug zur Realschule gehabt, wollte aber KEINE Schule weitermachen.
Alles was bei den Tests rauskam, war bereits durch Praktika abgehakt, waber nicht das Richtige für sie.
Somit hat sie sich erstmal zur Verkäuferin ausbilden lassen, das JAhr zur Einzelhandelskauffrau danach abgeleht, aber anhand der guten Noten dabei die Mittlere Reife anerkannt bekommen.
Danach hat sie nahtlos die 2. Lehre zur med. Fachangestellten drangehängt und hat nun mit 18 bereits die abgeschlossene Lehre, den Realabschluss und steht mitten in der zweiten Lehre.
Wenn sie dann 20 ist, hat sie somit mehr als viele andere.

Grüßle
Bine

Beitrag von ballroomy 14.02.11 - 16:38 Uhr

Warum macht sie nicht den Realschulabschluss? Dann kann sie immer noch eine Ausbildung danach machen.


Grüße

Beitrag von hellokittyfan-07 16.02.11 - 07:16 Uhr

hallo, ich kann dir auch nur empfehlen das sie die mttlere reife macht. mein sohn ging 10. klasse ab da er schon einmal hängen geblieben ist in der 8. war er ja eh schon ein jahr länger auf der schule, dazu kam das er die 10. dann freiwillig nochmal machte da er auch nicht wusste was er werden sollte und das zeugnis schlecht war. hatte aber auch da noch nichts gebracht. dann gin er nach 12 jahren schule endlich ab und ging erstmal zum bund für 9 monate. nach dem bund bewarb er sch auf der volkshochschule um den realabschluss zu machen wo er jetzt dabei ist. das zeugnis ist super gewesen und er bewarb sich nun als elektriker bei größeren firmen. die waren von der shcule aus auf einer messe und da kam ihm die erleuchtung er möchte elektriker werden oder industriemechaniker. nun heut hat er den ersten einstellungstest bei osram (siemens) und am 21. nochmal einen bei eon. bin soo gespannt.
ich will dir damit einfach nur sagen das er halt seine zeit brauchte um zu begreifen was er überhaupt möchte. in der schulzeit war noch die nullbock phase jetzt hat er sich reingekniet weil er halt gutes gedl verdienen möchte. entweder lässt sie weiter verschiedenen praktikas machen oder nochmal zur schule.
lg.nicole

Beitrag von pink-pik 22.02.11 - 18:39 Uhr

Hallo..
Also ich habe auch nur einen (quali) Hauptschulabschluß und nach meinem BGJ war ich auf dem Amt und habe zum Glück noch eine Ausbildung als Verkäuferin bekomm.. Heute gefällt mir der Beruf auch nicht mehr, obwohl ich es liebe immer viele Menschen um mich rum zu haben und auch zu verkaufen!!!
Ich kann dir nur eins sagen.. heute bin ich zwar Hartz4-Empfängerin und suche nach einem Job..ABER!!! ich bin froh das ich wenigstens eine Ausbildung habe und später nich sagen muss...hmm..Scheiße..hätt ich mich mal mehr bemüht, würde ich heute nich zu Hause sitzen!
Ich hab was erreicht und wenn es klappt würde ich auch gerne noch eine Ausbildung machen aber is halt schwer.. Genau das selbe kann deine Tochter später auch.. und hey ich bin auch erst 20, das Leben fängt doch erst an!
Lg an deine Tochter#winke

Beitrag von fussverbieger 02.03.11 - 12:25 Uhr

Hallo,

das Problem, dass Schulabgänger keinen Plan für die Zukunft haben, ist wirklich in der letzten Zeit oft zu beobachten.

Bei meiner jüngsten Tochter war es nicht anders (sie lebte nur kurz bei mir,- bei der arbeitslosen Mutter war es bequemer).
Sie wollte sofort viel Geld,- aber lernen dafür????- Kein Bock!

Zur Zeit sind drei meiner Aushilfen dabei, ihr Abi zu machen. Einer hat 0 Vorstellungen für seine Zukunft! Ein Medizinstudium ist zu schwierig, was anderes lohnt nicht und nun will er Orthopädieschuhtechniker werden, was aber sicher auch nicht sein Traumjob ist.

Ein anderer, der früher einmal für ein paar Tage bei mir ausgeholfen hat, aber nicht zu gebrauchen war, hat vor einem Jahr sein Abi bestanden und ist seit dem Arbeitslos. Einen schlecht bezahlten Job will er nicht machen, weil er ja schließlich sein Abi in der Tasche hat, aber ansonsten will er wohl auch nichts machen, außer am PC spielen.
Sein Vater hat nun sein Auto verkauft und verwendet das Geld als Kostgeld. Ist das Geld verbraucht, gibt es kein Fleisch mehr zu Mittag.
Ich finde das konsequent.

Das Problem hatten wir früher nicht. Wir durften uns kreativer entwickeln. Ich bin der Meinung, dass das 24 Stunden Fernsehangebot und die virtuelle Welt des Internets den Jugendlichen (und auch vielen Erwachsenen) schadet.
In den Schulen werden die Kids zwar mit Unterrichtsstoff gefüllt,- aber was ist mit dem künftigen Leben???-

Allgemein konnte ich in den letzten Jahren beobachten, dass der Beruf nicht mehr als Berufung angesehen wird, sondern nur noch als lästiges Mittel zum Geld verdienen.
Peter Hahne hat die Situation schon vor ein paar Jahren sehr treffend in seinem Buch "Schluss mit Lustig,- das Ende der Spaßgesellschaft" beschrieben.

Seit Jahren suche ich einen jungen Mann, der den Beruf des Fußtherapeuten erlernen will. Ich habe sogar schon bei der Arge und beim Arbeitsamt gemeldet, dass ich sogar jemanden mit schlechtem Hauptschulabschluss nehmen würde, wenn er nur Spaß an der Arbeit hätte.
Die Vermittlung wurde direkt lachend abgelehnt,- "die Hauptschüler von heute sind viel zu blöd und sind eher für Hartz IV" sagte man mir.

Tatsächlich habe ich dann durch Zeitungsanzeigen drei Hauptschüler ausprobiert,- kein Interesse am Job!

Wo soll das noch hinführen?-

Im Zuge der Amerikanisierung unseres Landes sind hier schwere Fehler gemacht worden. Erst wenn auch die Schulen wieder eine Erziehungsaufgabe erfüllen und in den Elternhäusern wieder normale Zustände eintreten würden, könnte das Problem gelöst werden. Aber wird es in absehbarer Zeit dazu kommen???-