Der kleine Freund meiner Tochter...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von maya2308 12.02.11 - 22:42 Uhr

Huhu zusammen!

Ich bin total traurig!

Unsere Maya hat ihren "ersten Freund"! Die beiden sind ganz vernarrt ineinander und der Junge liegt mir jeden Mittag (wenn ich Maya vom Kiga abhole) in den Ohren, dass er soooo gerne mit ihr nachmittags zusammen spielen möchte!

Okay, wir Mütter haben dann die Kinder für letzten Donnerstag zusammen verabredet und so brachte seine Mutter ihn dann am Do wie abgemacht zu uns und drückte mir gleich eine Tüte mit Tabletten in die Hand, die müsste er nehmen, wenn er was fettes ist! OKAY!!!!!

Später, als sie ihn wieder abgeholt hat, habe ich sie gefragt, wofür die Tabletten den wären. Sie meinte, der Junge hätte Mukoviszidose!
Okay, das klang im ersten Moment schlimm, aber ich konnte nichts weiter damit anfangen!

Meine Mutter erzählte mir am nächsten Tag, dass die Krankheit sehr schlimm wäre, und diese Menschen nicht sehr alt werden! Dann habe ich die Krankheit gegoogelt! Und wirklich, es ist ja tatsächlich eine schreckliche Krankheit! Wobei heute die Leute schon das 40. Lebensjahr erreichen können, früher lag die Lebenserwartung in Jugendalter! Trotzdem bin ich ganz erstarrt, wenn ich mir überlege, wie das ist wenn man ein Kind zu Hause hat, dass zum Tode verurteilt ist! Sorry, wegen der Wortwahl! Aber das geht mir da durch den Kopf!

Wie soll ich damit jetzt umgehen!? Sicherlich hat Maya schon mitbekommen, dass der Junge im Kiga ein wenig anders behandelt wird! Er MUSS sein Essen aufessen, er MUSS sein Trinken auftrinken, er MUSS Tabletten nehmen! Sie hatte mir das immer erzählt, aber ich wusste nie warum!

Soll ich ihr jetzt was von der Krankheit erzählen, die ihr kleiner Freund hat! Sie bekommt natürlich mit, wenn sie bei ihm spielt (hat sie am Freitag), dass überall Gym.-Geräte für ihn in seinem Zimmer stehen, und die Mutter ständig das Wort Inhalieren erwähnt!

Oder sollte ich Maya gar nicht weiter damit belasten!?

Beitrag von anyca 12.02.11 - 22:45 Uhr

Ich würde das nicht weiter thematisieren, solange sie nicht fragt. Der Junge soll und will ja normal behandelt werden - was anders läuft, wird Deine Tochter vermutlich einfach akzeptieren.

Meiner Großen erkläre ich auch noch nicht ausführlich, daß ihr Cousin kleinwüchsig ist, irgendwann wird ihr schon von selber auffallen, daß er viel zu klein für sein Alter ist.

Beitrag von zahnweh 12.02.11 - 23:04 Uhr

Hallo,

wenn deine Tochter fragt, antworte ihr. Aber nur das, was sie fragt. Keine zusätzlichen Details.

Kinder geben sich oft schon mit der Antwort "er muss Tabletten nehmen, weil er krank ist" zu frieden. Später wenn sie fragt, wird ihr evtl. der Name der Krankheit reichen ohne details.
Oder wenn sie fragt, wann er gesund wird, muss man nicht vom Sterben erzählen. Es gibt Krankheiten, die kann man nicht heilen, aber kann mit ihnen ein Leben lang leben. (wie lange das sein wird, weiß niemand. Auch ohne Mukoviszidose hat man keine Garantie 40 zu werden.) Das Kind nimmt wegen der Krankheit täglich seine Tabletten und muss ein paar Dinge im Tagesablauf beachten. Einfach damit es ihm dadurch besser geht als ohne.

Meine Eltern hatten Diabetis. Davon sind sie nicht wieder "gesund" geworden. Daran gestorben sind sie aber nicht. (Es waren Herzversagen und Schlaganfall). Sie haben über Jahrzehnte ihre Medikamente genommen und konnten damit leben. Ein Risiko war immer da. Nun. Dennoch hatten sie ein schönes Leben, sie haben sich auf die Krankheit eingestellt, aber sich nicht von der Krankheit/den Ängsten was die Folgen sein könnten bestimmen lassen.

Beitrag von dina131283 13.02.11 - 10:39 Uhr

Meine Freundin hatte es auch :-(

Sie ist leider nur 23Jahre geworden.

Tja wie soll man sich verhalten? Ihn ganz normal behandeln!

Ich kannte es nicht anders bei ihr. Ich kannte sie seit der Geburt bzw bewusst seit dem Kindergarten. Wir haben viel zusammen gemacht :-)

Ich würde ihr zwar schon sagen, das er krank ist,(wenn sie fragt) aber den Ausmaß der Krankheit vielleicht erstmal nicht.



Lg


Beitrag von anjo 25.02.11 - 10:29 Uhr

Hallo,

ich habe selbst eine Tochter mit Mukoviszidose. Sie ist jetzt 2 Jahre alt. Wenn wir Besuch von den Freunden meines 5jährigen Sohnes haben und sie sehen, dass die Kleine Enzyme zum fettigen Essen nehmen muß und danach fragen, dann sage ich nicht dass sie krank ist, ich sage, sie muß es nehmen, damit sie keine Bauchschmerzen bekommt. So ist es ja auch.
Man sollte die Kinder nicht auf die chronische Krankheit reduzieren, in erster Linie sind es Kinder mit den selben Bedürfnissen wie gesunde Kinder auch.
Je früher Mukoviszidose diagnostiziert wird umso besser ist der Verlauf, da man schon frühzeitig mit der Therapie (Krankengymnastik, Inhalation, Enzym- und Vitamingabe) beginnen kann.
Ich selbst kenne mittlerweile Betroffene, die schon Mitte 40 sind und das ganz ohne Lungentransplantation, was ja evtl. auch irgendwann mal ein Thema werden kann. Der älteste Betroffene Deutschlands ist, wenn ich richtig informiert bin, 70 Jahre alt. Jeder Verlauf ist ganz individuell.
Bei den mittlerweile vorausgesagten 40 Jahren Lebenserwartung handelt es sich nur um statistische Daten, es gibt auch Menschen, die älter werden, natürlich gibt es auch welche, die das Alter leider nicht erreichen. Aber die Medizin ist heute schon sehr weit und es gibt gute Medikamente, die im Bedarfsfall sehr gut wirken und es wird immernoch geforscht und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann ein Wunder und man kann Mukoviszidose besiegen in dem es ein Medikament gibt, das täglich einzunehmen ist und damit die Symptome der Krankheit unterdrücken kann. Ich hoffe es sehr.
Aber wie schon oben erwähnt, wer kann von uns Gesunden schon vorhersehen ob er 40 Jahre alt wird, was weiß ich was mit meinem gesunden Kind noch alles geschehen kann.... das Leben ist unberechenbar.
Alles Gute.