Nochmal studieren? Ausbildung? Bin komplett verwirrt plus Kiwu

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von tahiti 13.02.11 - 14:33 Uhr

Sooo, dies wird wahrscheinlich ein recht langer Text. Aber wäre über Anregungen von aussen sehr dankbar. Bei mir war es noch nie so, dass ich 100% wusste, was ich einmal werden möchte. Ich war immer fleißig, hab Abitur gemacht und mittelmäßig bestanden. Mehr aus Zufall und weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte, habe ich eine Ausbildung zur Physiotherapeutin gemacht, bestanden und arbeite auch seit nem Jahr in meinem Beruf. Mache zz Fortbildung zur Manuellen Therapie, Lymphdrainage auch schon hinter mir. Aber ich merke immer mehr, dass ich so nicht weitermachen will. Wenn ich darandenke, noch 40 Jahre in meinem Beruf zu arbeiten wird mir ganz schlecht. Vielleicht wäre wichtig zu wissen, dass ich vom Charakter her eher ruhig bin, zur Schulzeit einen sehr starken Minderwertigkeitskomplex und es während der Ausbildung immer Situationen gab, wo das wieder aufgetaucht ist und ich doch sehr stark an mir arbeiten musste, um überhaupt auf Patienten zuzugehen. Es hat sich sehr verbessert, aber vom Typ her bin ich immernoch eher ruhig, höre den Patienten mehr zu als sie zuzutexten ( wie ich es von vieln Kolleginnen kenne). Meine Stärken sind eher Ausdauer, ich explodier nicht so schnell, habe Geduld, höre zu. Aber sobald es an das Anleiten von Gruppen geht ( Rückenschule,...) kommt die kleine graue Maus wieder zum Vorschein. Das ist aber nur der hinterschwellige Grund. Mich stört die Belastung auf die Gelenke, ich habe jetzt schon tw. Probleme bei langem Massiern,... und laut Orthopäde ist es der falsche Beruf. Problem 3. ist die Bezalung. Als Physio bekommt man keine Unmengen, aber im MOment mit 850 Netto heimzugehen für ne 40 Stunden Woche ist nicht so berauschend. Und es wird auch nie sehr viel mehr nach oben gehen bei uns im Umkreis.

Deshalb überlege ich, mich nochmal neu zu orientieren. Aber es geht mir immernoch nicht anders, als damals mit 16. Ich weiss nicht, was mir genau liegt. Ich kann planen, organisieren, aber was kann ich damit anfangen? Ich liebe Bücher, aber eine stelle in einer Bibliothek zu bekommen ist sehr schwer. Ich würde gern im Gesundheitswesen bleiben, aber was genau? ICh hab Ehgeiz und würde mich auch hier wieder durchboxen. Meine Ideen schwanken immer, von Medizinstudium über Pädagogikstudium über Ausbildung zur Erzieherin, Arbeit bei einer Krankenkassen zu ???

Vielleicht habt ihr ja Ideen, oder eifnach Ratschläge. Meine Familie kennt mein Problem, mein Freund meint nur, orientier dich neu. Bleib auf keinen Fall Physio. Aber was genau, kann er mir auch nicht sagen.

Dazu kommt noch, dass mit 24 ( werde bald 25) auch der Kinderwunsch immer stärker wird. Aber wie vereinbare ich das mit einer erneuten Ausbildung/ Studium? Lieber vorher, bevor ich mich neu orientiere? Währenddessen? Hinterher ist mir zu spät, möchte gern mein erstes Baby, beovr ich 30 bin... Also viele Gedanken und keinen richtigen Plan... Im Moment wäre einfach weitemachen am einfachsten, aber ich bleib doch nicht aus Bequemlichkeit einfach da, wo es mir nicht mehr gefällt

Liebe Grüße
und Respekt fürs Durchkämpfen von meinem Beitrag #winke

Tahiti

Beitrag von tahiti 13.02.11 - 14:36 Uhr

Entschuldigt bitte die Rechtschreib- und Zeichensetzfehler, habe den Text nachher nicht noch einmal kontrolliert. ;-)

Beitrag von cami_79 13.02.11 - 15:03 Uhr

Hi du,

wenn du Probleme im direkten Kontakt mit Menschen hast, speziell auch noch mit Anleitung von Gruppen, halte ich Pädagogik und Erzieherin für wenig sinnig. Auch als Medizinerin wirst du zumindest bis zum Abschluss ziemlich viel Menschenkontakt haben und dann ist auch die Frage: Wo willst du nach so einem Mammutstudium hin?

Interessierst du dich für Bio oder Pharmazie? Kannst du dir eine wissenschaftliche Karriere im Labor/Forschung vorstellen? Wenn kein Studium dann vielleicht was mit Schreibarbeiten? Z.B. Medizinische Dokumentationsassistentin?

Grüße

Beitrag von cami_79 13.02.11 - 15:05 Uhr

Oder eine Mitarbeit in einem medizinischen Verlag? Als Autorin oder Lektorin oder Redakteurin?

Beitrag von tahiti 13.02.11 - 15:07 Uhr

Das würde mir schon eher gefallen. Aber in welche Richtung müsste man denn dann gehen? Das wäre ein Journalismusstudium wenn ich micht nicht irre, oder?

Beitrag von tahiti 13.02.11 - 15:06 Uhr

Hallo und danke für die Antwort. Ich habe "Probleme" mit Menschenngruppen. Sozusagen mehrere gegen mich ;-) Mit Einzelbehandlungen habe ich keine Probleme. Reine Bio und Forschung ist nix für mich, ich mag den Kontakt mit Menschen, aber immer nur einen gegenüber. Nicht so das ANleiten großer Gruppen

Beitrag von amelily 13.02.11 - 18:05 Uhr

Hallo,

wenn Du eher introvertiert bist, aber gut organisiert, Ausdauer hast etc. könntest Du Dir evtl. eine Stelle im öffentlichen Dienst vorstellen?

Z.B. Bachelor of Laws, d.h. Ausbidlung bzw. Studium z.B. bei Kommunen, der BA etc.

Das Arbeitsfeld ist sehr breit gefächert, so dass viele Interessengebiete abgedeckt werden.

VG
Amelily

Beitrag von jana083 13.02.11 - 22:21 Uhr

Liebe Tahiti,

eigentlich bin ich eher eine Leserin, aber da es bei uns so viele Parallelen gibt, muss ich einfach etwas ausführlicher antworten.

Ich bin auch Physiotherapeutin, und stand genau mit ebenfalls 24 bald 25 vor genau deinem Problem. Ich hatte Abi, ne Ausbildung zur Physiotherapeutin plus MLD gemacht, und konnte mir einfach nicht vorstellen, das ich dies für immer machen sollte. Ausserdem interessiere ich mich auch eher in die mathematisch- ökonomische Richtung und hatte ebenfalls wie Du Kinderwunsch.
Das ist jetzt ca. 4 Jahre her.
Nun bin ich bald 28, habe zwei wundervolle Töchter und mache seit meiner ersten Schwangerschaft ein Fernstudium der Gesundheitsökonomie, was ich (hoffentlich) Ende des Jahres abschließen werde. Natürlich habe ich etwas länger gebraucht, ich habe mir aber Pausen gegönnt, um in den aufregenden ersten Lebensmonaten nur für sie da zu sein.
Seit einem Jahr gehe ich wieder Teilzeit arbeiten, es ist zwar zeitmäßig schon anstrengend, ich kann mir bei meinem Studium jedoch alles selbst einteilen. Wann welches Fach, Prüfungstermine, alles ist super flexibel und macht richtig Spass. Was man jedoch braucht ist Disziplin, denn man muss sich immer wieder selbst motivieren weiter zu machen. Wenn man dann aber an sein Ziel und die Zukunft denkt, dann kommt die Motivation fast von allein ;-)

Falls Du noch weitere Fragen hast, beantworte ich die gerne

Viele Grüße

Jana

Beitrag von jana083 13.02.11 - 22:27 Uhr

achja, interessant ist vielleicht noch, dass dieser Studiengang extra für Personen ist, die Vorkenntnisse in der Medizin haben. Er wurde von Ärzten gegründet, die der Meinung waren, dass ein frisch abgeschlossener BWLér von der Uni in der Krankenhausverwaltung schlecht weittragende Entscheidungen treffen kann, ohne die Gesundheitbranche annähernd zu kennen.

Beitrag von jo-hanna- 14.02.11 - 13:18 Uhr

Hi Tahiti!

Ich denke du bist doch schon auf dem richtigen Weg!

Kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen. Ich halte ein berufsbegleitender / berufsintegrierter Studiengang ist sicher eine gute Alternative und da gibt es doch unterschiedliche Möglichkeiten.

Ich selbst bin Erzieherin und habe nebenberuflich Bildungs- und Sozialmanagement studiert.
Ich habe mich damals auch wegen KiWU bewusst für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, dass ich auch mit Kind hätte zuende machen können.

Das Studium habe ich 2009 beendet... Ein Kind habe ich leider noch immer nicht. (Hat leider auch mit künstl. Befruchtungen nicht geklappt...)
ALSO: Warte nicht auf dein Kind, sonder geh deinen Weg bereits jetzt. Kann ich dir nur raten...

Alles Gute!!!
Und viel SPAß!!!

Johanna

P.S.: Ich bin froh das Studium gemacht zu haben. Ich arbeite zur zeit zwar noch (mit Spaß) als Erzieherin, weiß aber, dass ich das mit 40 nicht mehr tue :-p