Probleme mit Rechtsanwalt (Teil 2)

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Beitrag von superschatz 13.02.11 - 17:42 Uhr

Hallo,

ich habe hier bereits letztes Jahr im August geschrieben, dass ich Probleme mit einem Rechtsanwalt habe.

Es ging darum, dass er mir damals eine Rechtsberatung privat in Rechnung gestellt hat, ob ich damals Anspruch auf Rechtsberatungsbeihilfe gehabt hätte. Darauf hat er mich allerdings nie hingewiesen. Ich war wegen der Trennung von meinem Mann dort, ich hatte damals ein Einkommen von nicht mal 500 Euro.

Hier der Thread:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=11&id=2767179

Die ganze Sache ging dann weiter. Er hat die Sache dann an das zuständige Amtsgericht (in einer ganz anderen Stadt) übergeben und mir einen Mahnbescheid zustellen lassen.
Diesem habe ich fristgerecht widersprochen.

Daraufhin wurde der Fall dann an unser Amtsgericht weitergegeben und ich um eine schriftliche Stellungnahme gebeten. Dies habe ich getan.

Gestern dann ein Brief vom Amtsgericht, das Urteil (war ein vereinfachtes Verfahren ohne mündliche Verhandlung, da der Streitwert nur 300 Euro waren).


ICH habe gewonnen. #freu Ansich war das schon klar, aber Recht haben und Recht bekommen sind halt zwei paar Schuhe.

Begründung des Amtsgerichtes:

"Die Kläger waren verpflichtet, sie auf die Möglichkeit der Beratungshilfe aufmerksam zu machen. Haben sie diese Aufklärung unterlassen, ist darin eine Verletzung des Anwaltsvertrages gemäß § 280 Abs. 1 BGB zu sehen, aus der der Beklagten ein Scahdensersatzanspruch in einer dem Gebührenanspruch entsprechenden Höhe erwachsen ist, den sie dem Gebührenanspruch ihrer Prozessbevollmächtigten entgegenhalten kann. Die Verpflichtung, bei begründetem Anlass auf eine Möglichkeit von Beratungs- und Prozesshilfe hinzuweisen, ergibt sich aus § 16 BORA (vgl. OLG Celle NJW 2010, 133, 134)

Das interessante ist zudem, dass der Rechtsanwalt nach meiner schriftlichen Stellungnahme nicht mehr zu sprechen war und auch nicht mehr reagiert hat. Das wird mir natürlich auch noch zu Gute gerechnet.

Die Berufung ist zudem ausgeschlossen.


Natürlich war es ein albernen Betrag, letztendlich ging es nur um 166,70 Euro, aber im Nachhinein hat sich deutlich gezeigt, dass der Rechtsanwalt mich wohl über den Tisch ziehen wollte.

Allerdings wäre nun noch interessant, ob die Anwaltskammer automatisch über so ein Urteil bzw. so eine Verhandlung informiert wird oder ob man sowas "privat" machen müsste? Kennt sich da jemand aus?

LG
Superschatz

Beitrag von nick71 13.02.11 - 21:28 Uhr

"Allerdings wäre nun noch interessant, ob die Anwaltskammer automatisch über so ein Urteil bzw. so eine Verhandlung informiert wird oder ob man sowas "privat" machen müsste? Kennt sich da jemand aus?"

Ich kenne mich zwar nicht aus, glaube aber nicht, dass die Anwaltskammer darüber informiert wird. Und warum legst du Wert darauf? Du musst das Honorar des Anwaltes nicht bezahlen...damit dürfte die Angelegenheit für dich doch eigentlich erledigt sein.

Beitrag von superschatz 13.02.11 - 22:48 Uhr

Hallo,

ist es theoretisch auch, allerdings scheint dieser Anwalt allgemein mit sehr komischen Methoden zu arbeiten.

Einiges hatte ich ja schon in meinem ersten Thread geschrieben. Später habe ich dann ähnliches auch noch von einer Freundin erfahren (wir hatten länger keinen/wenig Kontakt). Sie war dort auch wegen der Trennung von ihrem Mann und er hat das alles genauso gehandhabt.
Dieser Rechtsanwalt ist wirklich ein komischer Kauz. Ich kann mir vorstellen, dass er nicht nur bei so vorgeht.
Jeder der seinen Namen hört verbindet irgendwas schlechtes mit diesem Mann. Dann muß da ja was im Argen liegen, denke ich mal.

Zumal ich trotzalledem dieses Vorgehen echt unverschämt finde, da er doch wohl gewusst haben muß, dass er im Unrecht ist. #gruebel

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich da nun vorgehen werden, daher auch die "was wäre wenn"- Frage. :-)

LG
Superschatz

Beitrag von charliey 13.02.11 - 21:39 Uhr

Hallo,

die RA-Kammer wird darüber nicht automatisch informiert.

Das musst Du selbst machen, aber großartig interessieren wird die das nicht.

Mein Ex-Chef hat allein in der Zeit, wo ich dort gearbeitet habe (7 Jahre) sicherlich mehr als 10 Beschwerden erhalten. Keine einzige hatte irgendwelche Konsequenzen bzw. er hat Schreiben in die Akte abgeheftet, als Abschrift und zurückdatiert, die der Mandant natürlich nie erhalten hat.

Aber probieren kann man es ja.

Und noch ein kleiner Tipp: Die RA-Kammer prüft kostenfrei Anwaltsrechnungen auf ihre Korrektheit.

LG

Kerstin

Beitrag von superschatz 13.02.11 - 22:53 Uhr

Hallo Kerstin,

vielen Dank für den Tipp.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich weiter vorgehen werde. Einerseits bin ich echt sauer, anderseits bin ich erstmal aus der Sache raus. Trotzalledem ärgert mich so ein Vorgehen wahnsinnig, zumal ich mittlerweile eine ganze Mensche über diesen Typen gehört habe. Er hat allgemein sehr komische Methoden. Wer weiß, wie er das sonst so handhabt.

LG
Superschatz

Beitrag von gustav-g 14.02.11 - 16:28 Uhr

Belaste dich nicht weiter mit dieser Sache. Es verlängert den Ärger und verbraucht wertvolle Lebenszeit.

:-)