Zufüttern -> schlechtes Gewissen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von apira 13.02.11 - 22:49 Uhr

Hallo!

Hab mal ne Frage, bzw. muß mir was von der Seele schreiben.
Meine kleine ist jetzt 3 Wochen alt und ich füttere von Anfang an mit Pre-Nahrung zu. Bevor jetzt alle Hilfe schreien: Schon am 2. Tag im KH merkten wir schnell, dass die Kleene immer Hunger hatte + ich sehr entzündete BW hatte. Da hat uns die Schwester uns ein bißchen Pre-Nahrung zum fingerfeeding gegeben. Schon waren wir alle schnell eingespielt, zuerst gab ich ihr beide Brüste und dann hatte sie immer noch Hunger und wir haben ein bißchen "nachgefüttert". In der Folgezeit hab ich sie immer mindestens eine bis anderthalb Stunden angelegt, zwischendurch auch immer wieder abgepumpt um die Produktion anzukurbeln (jedesmal nicht sehr ergiebig und wurde auch immer weniger) aber trotzdem trank die Kleine danach immer fast so viel, als hätte sie vorher nichts bekommen. Nun ist es so, dass sie auch immer schneller einschläft und auch trotz Motivation und kleiner Tricks nicht mehr trinken will und wegschlummert.
Nach vielem Kummer und dem Gefühl der Unzulänglichkeit ("ob ich sie anlege oder nicht ist eh egal-Gefühl") hat es sich inzwischen eingeschlichen, dass ich sie nur noch 1 bis 2 mal am Tag anlege, eigentlich nur noch für die Bindung. Sie ist mittlerweile sehr zappelig beim Anlegen und schlummert spätestens nach 10 min immer wieder ein - sehr frustrierend.
Ich bin von Anfang an sehr hin und her gerissen:
Einerseits war ich sehr traurig über diese Entwicklung und denke immer: Warum läuft es bei uns nicht so klar in Richtung stillen? Hätte ich sie auf Biegen und Brechen anlegen und nicht gleich vom 2. Tag an nachhelfen sollen? Kann ich die "Kurve" irgendwie noch kriegen, ohne unser doch sehr schönes Familienleben arg zu strapazieren und/oder eine wieder aufkeimende Depression zu provozieren? Muß ich das überhaupt schaffen, oder wird sie auch SO ein glücklicher und gesunder Mensch?
Andererseits lief es bei uns schnell in entspannte und "freie" Bahnen. Der Papa konnte mitfüttern, was ihm nicht das befürchtete Gefühl gab, außen vor zu sein. Wir konnten uns gut aufteilen, wer wann was macht. Ich muß nicht vor der Verwandschaft oder in aller Öffentlichkeit die Milchbar rausholen für unseren Nimmersatt. Meine Brüste schmerzen nicht und laufen nicht aus (war nur 2x merklich Milcheinschuß, über den ich mich riesig gefreut hatte, aber nach allem doch leider nur eher ne Schummelpackung)
Alles in Allem ist die Situation für uns alle echt schön (naja bei der Kleinen kann ich wie gesagt nich einschätzen, was es ihr "schadet") jedoch hab ich dabei soooooo ein schlechtes Gefühl und weiß nicht, wie ich die ganzen Knoten lösen soll.
Vielleicht kann mich jemand beraten bzw. beruhigen?
Vielen Dank für eure Geduld und Zeit.

Lieben Gruß, Apira + immer hungriger Krümel ;-)

Beitrag von schnuffi09 13.02.11 - 23:11 Uhr

guten abend,

an sich find ich es eine schwierige situation, denn auf der einen seite sagt du das ihr euch gut damit arangieren konntet, aber auf der anderen seite hast du ein schlechtes gewissen.
man sagt immer es sollte mutter und kind gut gehen bei einer lösung.
wenn du es versuchen willst doch zu stillen dann solltest du natürlich die flaschen ganz weg lassen, wenn deine milch schon (durch das seltene anlegen) weit zurück gegangen ist gibt es die möglichkein mit so einem schläuchen damit das kind saugt und die produktion wieder angeregt wird aber sie vorläufig noch milch aus dem schläuchen kommt.
such dir eine stillberaterin bei z.B LaLechLiga, oder AFS-Stillen
die arbeiten ehrenamtlich und haben auch ahnung.

wenn du doch stillen möchtest ist es durchaus noch machbar!
hab mut glaube an dich und deinen körper.

LG schnuffi

Beitrag von unoduetre 13.02.11 - 23:13 Uhr

Tatsächlich ist das schwierig,dass du schon so früh zugefüttert hast...sie gewöhnt sich natürlich daran.
Sie wird die Brust mittlerweile als anstrengender empfinden, denn sie muss an der BRust arbeiten.#augen

Ich habe eine 6 Wochen alte Tochter, bin aber auch durch zwei vorige Stillkinder etwas erfahren.
MEine 6 Wochen alte Tochter und ich haben eine schwere Zeit hinter uns, mit wunden Brustwarzen, vaso spasmen in der BRust und falsche Trinktechniken, Stillhütchen, ihrem GEwichtsverlust und ZUfüttern und immer noch eine schmerzhafte Pilzinfektion in den Milchgängen...#schwitz

Ganz wichtig ist EINE KLARE HALTUNG deinerseits.
Hör am besten auf, Dir Meinungen von aussen einzuholen und setz dich eine Weile hin, um zu erfahren, was DU ALLEIN wirklich möchtest!!!!

UNd dann musst du eine GANZ klare Linie fahren.
ENTWEDER du entscheidest dich für einen Weg zurück, ODER du sagst, das wars und ich bin aber glücklich mit meinem gesunden Baby und gebe ihr eben die FLASCHE.

WENN du stillen magst und die MIlchmenge wieder steigern möchtest ist das möglich, auch wenn dein Baby erstmal quengelig sein wird.
Du wirst sie OFT anlegen müssen, ich würde unterstützend Bockshornkleesamen nehmen und Phytolacca in der richtigen Potenz , sowie 4 Liter trinken, die Kleine immer wieder anlegen..

ABER : ich würde es NICHT allein versuchen.
Deine Nerven laufen auf GRundeis dabei , also hol dir schnell Rat und HIlfe bei einer NAHEN Still / Laktationsberatung!!!

KEine SCHNULLIS, du musst ihren HUnger sofort bemerken...und noch so einiges mehr.

ES GEHT!

Ich bin auch da durch gekommen und hab viel Arbeit gehabt, geheult und mit den Zähnen geklappert...aber ich wusste ganz genau, für mich gibts keinen anderen Weg, ich will nicht mehr zufüttern und ich bin eine Stillmama und kann nich mit Flaschen klar kommen.

Ich will Dir Mut machen, es ist MACHBAR zurückzurudern, stillen ist es wert, es gibt so schöne MOmente und Vorteile...aber wenn Du Dich anders entscheidest : STEH dazu , lass das schlechte Gewissen hinter dir und sprich mit dem Papa darüber.
Findet einen gemeinsamen Nenner und freut Euch an Eurem Kind!!

Alles Liebe, bei Fragen , schreib mir einfach,
*#pc

Beitrag von rmwib 13.02.11 - 23:19 Uhr

Schöner Beitrag. Mein Milcheinschuss kam damals an Tag 5, wenn ich mir überlege, ich hätt am 2. Tag schon was dazu gegeben #schwitz das wär sicher schwierig geworden #schwitz

Beitrag von schnuffi09 13.02.11 - 23:14 Uhr

du kannst mir auch gerne eine pn schreiben wenn du noch fragen hast.
meine mutter hat mit diesem schläuchen ding da sogar neu angefangen zu stillen nachdem sie schon 4 wochen komplet mit tabletten sogar abegestillt hatte.
ich stille meine tocher immernoch (21 monate) und habe sie 8-9 Monate voll gestillt

Beitrag von unoduetre 13.02.11 - 23:16 Uhr

was meine Vorgängerin hier mit SCHLÄUCHEN meint ist ein BRUSTERNÄHRUNGS-SET.

Funktioniert gut,erfordert RUHE und die Einstellung es schaffen zu wollen.

Beitrag von schnuffi09 13.02.11 - 23:28 Uhr

Danke Dir!!!

mir fiel es leider nicht ein..................es stand einer auf dem schlauch#rofl