Wäre ich als Heilpraktiker in einer Gemeinschaftspraxis selbständig?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sujatiya 13.02.11 - 23:44 Uhr

Das ist wahrscheinlich eine Frage für Experten:

Ich bin frisch gebackene Heilpraktikerin und suche nach Wegen eine Praxis aufzubauen.
Nun wurde mir angeboten in einer Gemeinschaftspraxis mitzuarbeiten. Ich würde zum Teil Stammpatienten übernehmen und mit der Zeit meinen eigenen Patientenstamm aufbauen - bin aber im Auftrag der Praxisinhaber tätig. Die Abrechnung an den Patienten würde von den Praxisinhabern ausgestellt und ich stelle für meine Arbeit eine Honorarrechnung an die Praxisinhaber. Ist das in dieser Form überhaupt rechtmäßig? Bin ich dann selbständig als HP tätig, gewissermaßen in einer Art Subunternehmerstellung? Und wenn ja, rechne ich dann als HP mein Honorar als Leistung im Gesundheitswesen ohne MWSt. ab oder muss ich mit MWSt. abrechnen?
Oder qualifiziert sich so eine Konstellation gar nicht als selbständige Tätigkeit?

Wäre sehr dankbar für eine qualifizierte Auskunft, falls sich jemand mit so etwas auskennt.

Beitrag von tragemama 14.02.11 - 11:33 Uhr

Da kriegst Du recht schnell Schwierigkeiten wg. Scheinselbständigkeit, wenn Du nur einen Kunden hast - die Praxis.

Beitrag von sujatiya 14.02.11 - 11:44 Uhr

Die Praxisinhaber sind jeder für sich selbständig und ich würde jedem für sich eine Honorarrechnung stellen. Insofern wäre ein Kriterium für Selbständigkeit erfüllt, mindestens zwei Auftraggeber - so sagt jedenfalls der Steuerberater der beiden HPs mit denen ich zusammenarbeiten würde. Aber mir ist die Form der Abrechnung trotzdem irgendwie schwammig. Als HP bin ich im Gesundheitswesen tätig. Und dann rechne ich aber ein Honorar ab und eben nicht nach GebüH direkt mit den Patienten. Das gibt bei mir irgendwie 'nen Knoten im Kopf. Was bin ich dann steuer- / arbeitsrechtlich gesehen?

Beitrag von tragemama 14.02.11 - 11:56 Uhr

Du bist als Heilpraktiker ja Freiberuflicher, brauchst also schon mal kein Gewerbe anzumelden.

Beitrag von sujatiya 14.02.11 - 13:08 Uhr

Gewerbe bzw. freier Beruf hat ja nichts mit MWSt. oder nicht MWSt. zu tun. Wenn ich als HP ein Seminar gebe und das Seminar nicht als Leistung im Gesundheitswesen anerkannt ist, dann muss ich meine Dozententätigkeit mit MWSt. abrechnen, unabhängig davon ob diese Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich ist. Auch wenn ich Coachings gebe und auf der Rechnung Coaching draufsteht, ist das MWSt.-pflichtig, egal ob ich jetzt HP bin oder nicht. Das ist mir alles ziemlich klar. Was mir nicht klar ist: kann eine Heilpraktikertätigkeit, die ja eine Tätigkeit im Gesundheitswesen und damit nach §4 usw. MWSt. frei ist, in Form einer Honorarrechnung innerhalb einer Gemeinschaftspraxis als solche abgerechnet werden? Oder wird es dann irgendwie kompliziert und ich muss MWSt. berechnen? Oder geht es gar nicht und ich kann entweder nur selbständig als HP direkt eine HP-Rechnung an meine Patienten schreiben, oder in einer Gemeinschaftspraxis angestellt sein. Das ist der eigentliche Knoten, den ich habe. Mit den normalen steuerlichen Regelungen und wo was einzuordnen ist (Gewerbe vs. freier Beruf, selbständig vs. angestellt), bin ich sonst ganz gut vertraut. Nur in dieser besonderen Konstellation wird's unklar für mich.