Ich weiß nicht mehr weiter...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von sieunder 14.02.11 - 03:42 Uhr

Ich hoffe ich bin hier richtig. Vorab ist mir das all hier etwas unangenehm, aber ich brauche Rat !

Ich bin 20 Jahre alt und mein Papa ist 53 Jahre. Leider ist er Alkoholiker (deshalb ließ sich meine Mama 1998 scheiden) Ab da ist er total abgesackt, es kamen Drogen dazu, und er hing nur noch mit Pennern ab ! Das trinken wurde noch schlimmer (er ist betrunken sehr aggressiv) Vor 4 Jahren dann hatte er eine neue Freundin, eine Alkoholikerin, total ekelhaft. (Meine Mutter hat keinen Kontakt zu ihm und trinkt auch keinen Tropfen Alkohol) Wenn ich von meinem Vater erzähle, habe ich immer Angst das meine Mutter dadurch schlecht oder genauso dargestellt wird, aber meine Mutter ist das totale Gegenteil !

Auf jeden Fall wurde mein Vater am 29.12.10 von seiner Freundin verlassen, sie hat einen neun,auch einen Alkoholiker. (Ich muss zugeben er hat sie manchmal nicht nett behandelt, wie auch meine Mutter damals) und jetzt geht es ihm total schlecht, er geht nicht mehr arbeiten, isst nicht´s, ist nur am weinen, trinkt nicht´s (nicht einmal alkohol, seid 2 Wochen, dann ist er noch stark erkältet. Er geht nicht mehr raus und ist nur daheim. Vor 3 Tagen ist er sogar das erste mal Umgekippt (Ohnmacht) er war duschen und wollte eig raus, ja dann ist er aufgewacht, lag auf dem Boden, das ganze Bad war nass, er hat ne wirklich dicke Beule am Hinterkopf, die sogar Blutete (er war und geht nicht zum Arzt) ja und heute habe ich ihn nach einer Woche wieder gesehen, ich bin erschrocken :-( Käääseeweiß und abgemagert !

Ich bin vor 4 Monaten 90 km weggezogen, kann deshalb nicht immer nach ihm schauen (er hat sonst groß keinen, außer seine Assi-Alki-Kollegen) wollte ihn mit zu mir nehmen, er will nicht. Er liebt seine Freundin wirklich, er geht kaputt daran.

Ich habe auch schon meine schlimme Erfahrungen mit ihm, im Vollsuff, aber er ist doch mein Papa. Er ist alleine, wenn was passiert, wer bekommt das mit ? Ich muss ihm helfen.

Meine Mama sagt schon immer, besoffen ist er das größte Arschloch, nüchtern der netteste Mensch (das stimmt auch)

Was soll ich tun ? Ihr habt das nicht live gesehen, der geht mir vor die Hunde, so weh es tut, aber so wie er aussah, macht er nicht mehr lange :-(

Ich will das nicht. Heute N8 kann ich schon wieder nicht schlafen weil ich mir nur Sorgen und Gedanken mache.

Könnt ihr mir nen Tipp geben ? Ich bin echt hilflos, ich kann doch nicht mit ansehen wie er dem Ende zugeht ? Ich habe jede Minute Angst einen Anruf zu kriegen,,ihr Vater wurde Tod aufgefunden´´

HILFEEEEEEE und entschuldigt bitte meinen Langen Beitrag.

Lg und Danke für evtl Tipps

Beitrag von hope001 14.02.11 - 08:42 Uhr

Hallo,

lass dich erstmal drücken#liebdrueck

Was du grade mit machst ist nicht einfach und viele werden dir sagen, dass du lassen sollst, er ist erwachsen etc....aber das geht nicht so einfach.

Mein Bruder ist Drogen-/Alkoholabhängig und leidet unter manischen Depressionen, aber er ist mein Bruder und ich liebe ihn. Mich schmerzt es mit anzusehen, dass er noch so jung ist (knapp 32) und sein Leben schon so verkorkst und unglücklich ist. Er hat noch nichts vom Leben gehabt. Vor etwa 3 Jahren war er auf dem richtigen Weg, dann betrog und verließ ihn seine Freundin zwischen Omas Tot und deren Beerdigung, seit dem ging es nur noch Berg ab.

Ich kann deine Anst verstehen.

Was du machen kannst, dass ist schwer... dein Vater bräuchte eine Therapie. Gib es die Möglichkeit, dass du Hilfe von eine Beratungsstelle bekommst, die die Anghörigen berät und sagt, was sie in einer solchen Situation machen können?

LG, Hope

Beitrag von lachris 14.02.11 - 09:20 Uhr

Hi,

ich habe das alles mit meinem Ex-Mann hinter mir.

Leider ist es so, dass Du selbst gar nichts machen kannst.

Solange Dein Vater die Sucht nicht selbst bekämpfen will, hast Du keine Chance. Es ist zwar eine Krankheit, aber kein Arzt kann sie heilen, ohne Mithilfe des Patienten.

Es nützt gar nichts für ihn alles für eine Therapie in die Wege zu leiten, wenn er sich nur halbherzig daran beteiligt. Jemand der sich selbst aus dem Sumpf raus ziehen möchte findet Mittel und Wege sich einen Therapieplatz zu besorgen.

So hart das klingt, Du kannst nur etwas für Dich selbst tun und gegen Deine Co-Abhängigkeit kämpfen. Du bist nur für Dich selbst veranwortlich.

Zu dieser Erkenntnis war es für mich ein langer Schritt.

Mir hat es damals geholfen zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige zu gehen. Sie heißt Al-Anon und gibt es in jeder größeren Stadt.
Man ist anonym und kann offen über alles reden, was einen belastet. Ratschläge geben ist dort bewusst tabu, aber es hilft schon zu reden und zu sehen, dass man mit den Problemen nicht alleine ist.

VG lachris

Beitrag von romance 14.02.11 - 12:06 Uhr

Hallo,

ich kann dir nur ein Tipp geben. Du solltest falls du es noch nicht machst, Ratschläge geben. Der dich damit betreut.

Dein Vater hat vielleicht aber auch nur vielleicht erkannt, das Alkohol keine Lösung ist für seine Probleme. Aber das er zwei Wochen nüchtern ist, heißt nicht das er soweit fit ist.

Wenn er wirklich trocken werden will, würde er freiweillig in die Klinik gehen. Denn er macht ein Entzug, den er nicht durchstehen wird. Er braucht ärztliche Hilfe.

Und erster Linie solltest du an dich denken. Gibt in Adressen in seiner Nähe, wo er Hilfe bekommen kann. Mehr kannst du nicht macht. Du bist nicht verantwortlich.

Das er zur Zeit nichts trinkt, nicht isst und sich gehen lässt. Auch wenn du früh schon nicht mehr mit zu tun hattest. Scheidung ´98 scheinst du gerade Co-abhängig zu sein.

Du kannst ihm helfen, wenn du dir erstmal hilfst. Du mußt es verarbeiten und er ist auch Alt genug, um sich selbst zu kümmern.

Ich war damals auch so wie du. Ich war 18 als mein Vater aufhörte mit dem Alk. Er trinkt bis heute nicht mehr. Meine Mutter (nie Therapie gemacht) hat leider wieder angefangen, verheimlicht es aber. Wir haben ja Augen im Kopf.;-) Ich brauchte auch erstmal eine Zeitlang bis ich gemerkt habe. Es ist ihr Problem, nicht meins. Ich habe meine Familie zu schützen.

Wenn es dir sehr sehr wichtig ist, dann schau mal in deinen gelben Seiten und schau welche VEreine in dem Fall helfen könnten. Und hol dir dort Rat.

Ich wünsche dir viel Kraft.

LG Netti