Frage zum Beitrag Handausrutschen weiter unten....

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von redrose123 14.02.11 - 10:42 Uhr

Habe weiter unten den Beitrag gelesen wo die Frau dem Mann eine geklebt hat weil er sich beschwert hat nachdem er am We nichts gemacht hat....Klar ist sowas nicht toll oder wo eine Frau schreit Traummann....

Aber ist es berechtigt oder verständlich das man Gewalt an den Tag legt#kratz

Ich kann das nicht nachvollziehen wieviele die TE gelobt, verstanden und zugestimmt haben gar es auch selbst schon gemacht haben. Mein Mann bringt mich auch manchmal zum Ausrasten das ich Fluche usw. Aber die Hand würd ich nicht erheben, ich bin eine Person die lieber geht bevor ich streite.....

Wie seht Ihr denn das?

Beitrag von seelenspiegel 14.02.11 - 10:46 Uhr

Und desshalb ein extra Beitrag????

Beitrag von redrose123 14.02.11 - 10:55 Uhr

Ja

Beitrag von seelenspiegel 14.02.11 - 11:08 Uhr

#augen

Beitrag von redrose123 14.02.11 - 11:18 Uhr

Schön kannst du mit den Augen drehen :-P Wenns dich doch nicht interessiert genauso wie das letzte mal les doch nicht mit oder Antworte drauf.....

Beitrag von llllu 14.02.11 - 10:57 Uhr

Ich sehs genauso wie Du.

Vor allem: Wenn da eine Frau "genervt" hätte und der Mann ihr eine geklebt hätte wäre das Geschrei wieder groß gewesen. #augen

Beitrag von redrose123 14.02.11 - 11:19 Uhr

Andersrum wäre gekommen wie kannst du nur die arme Frau ......

Beitrag von gh1954 14.02.11 - 11:24 Uhr

Das ist in dem anderen Thread doch schon ausgiebig durchgekaut worden. #kratz

Beitrag von .doctor-avalanche. 14.02.11 - 11:07 Uhr

"Aber ist es berechtigt oder verständlich das man Gewalt an den Tag legt"

Ich glaube die wenigsten haben in irgendeiner Form geschrieben, dass man ein "Recht" hat, im Streit eine Form tätlicher oder psychischer Gewalt auszuüben.

Allerdings gibt es nunmal Situationen, die eskalieren dermaßen, dass sich einer von beiden oder alle beide nicht mehr im Griff haben, sich übelst beleidigen oder es sogar knallt. Und dafür habe ich persönlich Verständnis, weil es eben menschlich ist, dass nicht jeder sich immer und überall im Griff hat und diszipliniert verhält.

Wären wir immer diszipliniert, hätten Menschen keine Probleme ungeliebte oder unschöne Eigenschaften abzulegen aber so ist es nunmal nicht.

Und, was in den meisten Fällen hinzukommt, sind solche Entgleisungen Ausdruck von situativer Hilflosigkeit und Verzweiflung. In den meisten Fällen bereuen es, Männer wie Frauen, sehr schnell, dass sie es so weit haben kommen lassen. Und Reue ist der erste Schritt zur aktiven Besserung.

Das Hochkochen einer solchen Falles zu einem No-Go zeigt dann doch eher ein großes Unverständnis der menschlichen Seele und vielleicht die Unkenntnis und mangelnde Erfahrung einer solchen Situation. Wohl dem, der niemals in eine solche Situation gekommen ist aber das theoretische Erötern hat dann doch etwas sehr weltfremdes. In etwa so, als wenn ein Mensch ohne Führerschein mir erzählt, das er ja niemals in einer Tempo-30-Zone mit Tempo 60 langkacheln würde......

Beitrag von redrose123 14.02.11 - 11:18 Uhr

Es kamen antworten wie:

Ist verständlich

Hätte ich wohl auch so getan

Habe ich auch schonmal so gemacht

Ist für mich zustimmung das es ok ist in der Situation zuzuschlagen....

Beitrag von .doctor-avalanche. 14.02.11 - 11:28 Uhr

Und woraus liest Du die von Dir implizierte "Berechtigung" ab?

Wie gesagt, für mich waren tendenziell die Mehrheit der Antworten in Richtung Verständnis, keineswegs aber, dass es in Ordnung ist, die Dinge derartig eskalieren zu lassen.

Und ehrlich gesagt kann ich persönlich gut verstehen, dass jemandem irgendwann der Kessel platzt. Zumal in einer Situation, wo ein Wort das andere gibt, es schaukelt sich hoch und dann scheppert's.

Niemand behauptet, dass dies nach aktuellen zivilisatorischen Maßstäben generell in Okay ist und niemand wünscht sich aus der Ferne betrachtet derartige Situationen für die eigene Beziehung aber wie ich schon sagte, Menschen machen Fehler.....

Beitrag von seelenspiegel 14.02.11 - 11:24 Uhr

<<<Allerdings gibt es nunmal Situationen, die eskalieren dermaßen, dass sich einer von beiden oder alle beide nicht mehr im Griff haben, sich übelst beleidigen oder es sogar knallt. Und dafür habe ich persönlich Verständnis>>>

Ich nicht.

Schon das gegenseitige demonstrieren, wessen Organ zur Stimmerzeugung eine höhere Ausgangsleistung hat, finde ich absolut daneben.

Die Steigerungsform, die fehlenden Argumente dann auch noch tatkräftig mit Schlägen, Tritten, Anspucken etc. zu "untermalen".....nein, da fehlt mir jegliches Verständnis wenn es um zwei Menschen geht, die sich angeblich lieben und zusammen sind.

<<<Das Hochkochen einer solchen Falles zu einem No-Go zeigt dann doch eher ein großes Unverständnis der menschlichen Seele>>>

Nein....das hat damit rein gar nichts zu tun....nur macht es das ganze nicht besser, wenn man es ansatzweise nachvollziehen kann, und desshalb bleibt es dennoch ein no-go, und hat auch nichts mit "hochkochen" zu tun, wenn man ein gewisses Grundniveau der Streitkultur (schönes Wort gell?) bei angeblich erwachsenen Menschen vorraussetzt.

Beitrag von redrose123 14.02.11 - 11:27 Uhr

Damit sind wir uns einig ;-) Stimme dir vollkommen zu....

Beitrag von seelenspiegel 14.02.11 - 11:32 Uhr

Erschreckend ;-)

Beitrag von .doctor-avalanche. 14.02.11 - 11:34 Uhr

Entschuldigung aber Du theoretisierst. Was nicht sein darf, ist auch nicht? Ne, genau das Gegenteil ist der Fall. Viele Dinge, die eigentlich nicht sein sollen, werden dennoch gemacht. Und es ist an uns, unsere Fehler einzusehen und uns zu bessern. Hier ist der Weg das Ziel.

Wenn Du nicht so bist, wie die beiden in der Situation der ursprünglichen TE, dann ist das ja zu begrüßen. Aber Menschen sind nunmal unterschiedlich und nicht immer hält sich jeder an das, was eigentlich sein sollte.

Frendgehen sollte man nach dem gesellschaftlichen Konsens auch nicht tun. Dennoch machen es 78% der Männer und 49 % der Frauen zwischen 18 und 45 mind. einmal im Leben.

Beitrag von seelenspiegel 14.02.11 - 12:05 Uhr

Wenn es Theorie ist, wie ich zu dem stehe, wie ich es handhabe oder wie ich dazu denke....mhh...dann theoretisiere ich wohl.....wie es hier dann alle tun die auf Beiträge antworten und ihre Sichtweise darlegen.

Zudem hat es nichts damit zu tun wie es sein sollte, sondern jeder kann nur die eigenen Standpunkte darlegen, und versuchen sich in den jeweils anderen hineinzuversetzen.

Dennoch bleibt solch ein Verhalten absolut asozial (im Sinn des umgangssprachlichen Schimpfwortes), und kein Erklärungsversuch und keine Entschuldigung macht es besser, egal wie "menschlich" es ist, unliebsame Gegebenheiten durch Gewalt aus der Welt schaffen zu wollen.


Könntest Du Dir vorstellen Deine Frau/Freundin im Streit zu schlagen?


Egal was ich alles schon verbrochen habe, was im Leben falsch gelaufen ist, was mir evtl. schon hinterher leid getan hat, und welche Fehler ich gemacht habe, aber ich habe noch NIE meine Partnerin angebrüllt, und noch NIE geschlagen.....und glaube nicht dass ich ein in jeder Situation sanftmütiges Wesen habe. #rofl


Beitrag von .doctor-avalanche. 14.02.11 - 12:21 Uhr

"Egal was ich alles schon verbrochen habe, was im Leben falsch gelaufen ist, was mir evtl. schon hinterher leid getan hat, und welche Fehler ich gemacht habe, aber ich habe noch NIE meine Partnerin angebrüllt, und noch NIE geschlagen....."

Gut. Dann verhälst Dui Dich in solchen Situationen eben weitesgehend zivilisiert. Andere können das eben nicht weil sie eine andere Natur haben.

Trotzdem, und das schreibst Du, machst Du eben Fehler in anderen Situationen und Lebensbereichen. Da erwartest Du doch auch nach eingestandner Reue, Verständnis oder ein Verzeihen?

"Könntest Du Dir vorstellen Deine Frau/Freundin im Streit zu schlagen? "

Nicht nur vorstellen, es ist mir eben auch schon passiert. Ein damaliges Novum und bis dato auch ein Unikat. Komplette Eskalation, sie schreit nur noch rum, 5 cm von meiner Nasenspitze entfernt ihr keifender Mund, eine Tonfrequenz in meinen Ohren, die ichnnur als schmerzhaft bezeichnen kann, und ich wollte nur noch, dass sie endlich Ruhe gibt. Da hat`s links und rechts geknallt und es war tatsächlich Ruhe.

Ein Armutszeugnis, dass ich den Raum nicht vorher verlassen habe aber auch die Erkenntnis, zu was man fähig ist, wenn man seinen araischen Instinkten freien Lauf lässt.

Beitrag von seelenspiegel 14.02.11 - 12:56 Uhr

<<<Da erwartest Du doch auch nach eingestandner Reue, Verständnis oder ein Verzeihen?>>>

Ich erwarte nie etwas....im besten Fall gibt es Dinge die man erhoffen kann....aber das sind jetzt Wortklaubereien...ich weiss was Du meinst.

Beitrag von boncas 14.02.11 - 11:40 Uhr

Dein Beitrag hinterlässt bei mir zwiegespaltene Gefühle.

Einerseits gebe ich dir Recht, dass der Mensch (nicht nur) in Extremsituationen zur Gewalt neigen kann. Die Nachrichten sind voll von solchen Beispielen, wobei ich mir denke, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches(!) höher ist. Menschliche Gewalt ist ohne jeden Zweifel seit Urzeiten ein Fakt.


Anderseits widerstrebt es mir, dafür "Verständnis" auf zu bringen, so wie du das angedeutet hast. Verständnis für die menschliche Seele, die sich in Gewalt gegen andere ausdrückt? Verständnis für Gewalt zeigen heißt in meinen Augen: Gewalt tolerieren.

Mal polemisch gefragt: Darf man Gewalt tolerieren?

Beitrag von zeitblom 14.02.11 - 11:51 Uhr

"Verständnis für Gewalt zeigen heißt in meinen Augen: Gewalt tolerieren"

Aber eben nur in Deinen Augen. Verstehen heisst verstehen...und eben nicht akzeptieren, tolerieren, begruessen, zustimmen oder anderes.

Beitrag von boncas 14.02.11 - 11:55 Uhr

Gut, dann erkäre mir doch einfach deine Sicht von "Gewalt verstehen".
Gibt es eine Gewalt, die du "verstehst" und eine, die du nicht "verstehst"? Wo ziehst du die Grenze?

Beitrag von zeitblom 14.02.11 - 12:05 Uhr

Ich kann verstehen, dass Gewalt in vielen Situationen fuer viele Menschen als die "natuerliche" Loesung in einer Konfliktsituation erscheint, einfach ohne mentale Anstrengung. Welche Gewalt, oder allgemeiner, welche Verhaltensweise ich nicht verstehen kann? Das ist schon eine schwierigere Frage. Vielleicht diejenige, die ich vorher nicht einmal ein wenig in Betracht gezogen haette. Wenn z.B. jemand aus dem heiteren Himmel, voellig inmotiviert, Gewalt ausuebt. Wenn also jemand sich unberechenbar verhaelt.

Beitrag von boncas 14.02.11 - 12:42 Uhr

Also eher gemäß dem avalanchen Gewaltverständnis?
Emotional motivierte Gewalt vs. unmotivierte Gewalt?

Beitrag von zeitblom 14.02.11 - 14:37 Uhr

hm, wobei unmotivierte Gewalt nicht bestraft werden kann, da hier wohl eine psychische Abweichung besteht, die allenfalls "geheilt" werden kann.

Wie auch immer, um Gewalt angemessen zu be/verurteilen, muessen ihre Ursachen verstanden werden. Ob nun emotional motivierte Gewalt (z.B. aus Wut) "menschlicher" und daher verzeihlicher ist als z.B. rational motivierte Gewalt (z.B. als Strafmassnahme), moechte ich bezweifeln. Trennt sich nicht gerade in Ausnahmesituationen die Spreu vom Weizen? Und bei allem Verstaendnis des Allzumenschlichen sollte natuerlich das Ziel eines besseren, naemlicvh gewaltfreieren Umgangs nicht verloren gehen.... (mir ging es hier lediglich gegen die Gleichstellung verstehen-tolerieren).

Beitrag von .doctor-avalanche. 14.02.11 - 11:53 Uhr

Nach meinem Begriffsverständnis sind Verständnis und Toleranz für eine bestimmte Sache oder ein Verhalten zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Ich konnte und kann - um mal im Bereich Paarbeziehung zu bleiben - Verständnis für das Verhalten meiner Partnerin haben (z.B. aufgrund bestimmter Erlebnisse etc.), muss es aber für mich und diese Beziehung keineswegs tolerieren sondern kann mich offen gegen ihr Verhalten aussprechen. Dennoch kann ich aber aufrgund der angesprochenen Umstände nachvollziehen, wie sie sich verhält.

Mal ganz btw: das Thema körperliche Gewalt wird, so wie es früher hemmungslos banalisiert wurde, heutzutage völlig überdramatisiert. Liest man auch immer sehr schön im Bereich Kindererziehung. Dort ist schon ein Klaps auf den Hintern ein No-Go und wird unverhältnismässig dämonisiert.

Aus meiner eigenen Kindheit und Jugend weiss ich, dass meiner Mutter im Gegensatz zu meinem Vater auch schon mal die Nerven durchgingen wenn ich und Bruder es wieder allzu bunt trieben. Da gabs dann auch schon mal ne Schelle. Tat zwar weh so ne Schelle aber nur für den Moment. Viel schlimmer hätte ich es allerdings gefunden, durch Liebesentzug bestraft zu werden.