Grundsicherung im Alter

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Beitrag von sissy1981 14.02.11 - 12:06 Uhr

Einen schönen Tag zusammen ;-)

Vielleicht kennt sich zu obigen Thema jemand (besonders gut) aus und kann mir dahingehend Auskunft erteilen

Folgender Sachverhalt:
Eine unserer Wohnungen wird von einem geschiedenen Ehepaar im Rahmen einer Wohngemeinschaft bewohnt. ER, seit letzter Woche stattliche 90 Jahre alt, hat genug Rente sich auch die ganze Wohnung leisten zu können, allerdings wird aufgrund des Alters und damit einhergehender Krankheiten (Demenz, Taubheit ...) absehbar, dass eine Unterbringung in vollstationärer Pflege unabdingbar wird.

Nun also zu Ihr, ebenso stattliche 89 Jahre ist sie bis auf ihr Alter, schlechtes Hörvermögen und einem Hüftschaden, der mit Hilfe eines Rollators ausgeglichen wird noch recht rüstig, hat aber nie wirklich eigene Gelder erwirtschaftet und bezieht so oben genannte Grundsicherung.

Die Wohnung die beide bewohnen liegt Parterre, hat 3 Zimmer Küche/Bad - genau passend für beide aber von Größe und auch Miete natürlich zu groß für sie alleine, die staatliche Gelder bekommt. Da diese Wohnung aber zum einen Ihr Lebensmittelpunkt darstellt - zum andren mit dem Rollator voll begehbar - faktisch behindertengerecht ist will sie selbstredend nicht ausziehen.

Als die Selbstversorgung der warmen Mahlzeiten nicht mehr gewährleistet war, hat das Amt seinerzeit die Übernahme des rollenden Mittagstischs zur Abwendung der Heimunterbringen gewährt, eventuell kennt sich jemand insoweit aus ob man dies auch Anbringen kann um eine Übernahme der Gesamtmiete beim Amt durchzubringen.

Die Miethöhe/Größe erfüllt nicht die ALG2-Grenzen, auch wenn die 2 weit unter dem Mietspiegel zahllen, das ist klar, nichtsdestotrotz liegen die Kosten wesentlich höher als bei einer Heimunterbringung oder einer Wohnung beim "betreuten wohnen" - wenn es denn möglich wäre ihr da einen Platz in Aussicht zu stellen.

Was sie aber natürlich nicht will -familiäre Unterstützung in Form von Putzen, Einkauf etc. hat sie, es läge nur an der Übernahme der Kosten von Amts wegen, was der Frau - falls das jemand nachvollziehen kann- schlaflose Nächte bereitet.

Im Voraus bedank ich mich schonmal#sonne

#winke sissy

Beitrag von risala 14.02.11 - 13:06 Uhr

Hi,

ich denke, pauschal kann man das nicht beantworten. Hier würde ich ganz klar einen Beratungstermin mit z.b. der Carita ausmachen, welche Möglichkeiten für die alte Dame bestehen in der Wohnung bleiben zu können.

Gegen einen Zwangsumzug (in eine kleinere Wohnung) spricht z.B. das gute soziale Umfeld, evtl. eine lange Mietdauer, behindertengerecht, EG, etc. Können alles Argumente sein, die die Übernahme der vollen Miete rechtfertigen. Sicher sagen kann das aber nur jemand, der sich richtig auskennt.

Auf der anderen Seite:
Die Dame ist sehr alt - Pflegebedürftigkeit kann da schnell eintreten. Vielleicht wäre es gar nicht verkehrt, mit ihr die vorhandenen Seniorenheime zu besuchen und zu klären, was dort möglich ist:

- "eigenständiges" wohnen nur mit geliefertem Mittagsessen
- wohnen + Vollverpflegung aber ansonsten eigenständig (selbständige Grundpflege z.B.)
- kann das Zimmer behalten werden, wenn z.B. eine Pflegestufe 2 (eins dürfte sie schon haben) erreicht wird oder muss sie dann innerhalb des Hauses umziehen
- kann sie kommen und gehen wann sie will oder muss sie Rechenschaft ablegen, obwohl geistig uneingeschränkt fit?

Wie gesagt, ich würde der Dame und er Familie raten, sich an die Caritas oder ähnliche Organisationen zu wenden, die sie wirklich kompetent beraten können. AUCH wenn sie in der Wohnung bleiben will. Die Gemeinden müssen nämlich sparen und lehnen dann gerne mal ab oder sitzen die Situation aus... so ist es zumindest bei uns.

Gruß
Kim



Beitrag von derhimmelmusswarten 14.02.11 - 20:01 Uhr

Die Kosten, die jetzt für die Wohnung zu zahlen sind, liegen bestimmt nicht höher als das, was man an Eigenanteil für ein Heim bezahlen muss. Von daher wäre es durchaus möglich, dass, sofern der Mann in ein Heim kommt, das Amt vielleicht die Kosten für die Wohnung übernimmt, wenn die Frau dort bleibt. Sofern bei den Verwandten natürlich nichts zu holen ist. Wenn es allerdings so ist, dass das Amt sowieso für die Frau zahlen muss, dann werden die sich mit Sicherheit auch die günstigste Variante auswählen. Warum sollten die z.B. 1700 für ein Heim bezahlen, wenn die Wohnung beispielsweise nur 700 kostet. Aber am Besten erkundigt sich die Dame bei der zuständigen Kreisverwaltung. Pflegestützpunkte z.B. beim Roten Kreuz bieten auch kostenlose Beratungen an. Letztlich wird es auch vom zuständigen Sachbearbeiter beim Sozialamt abhängen.

Beitrag von sissy1981 15.02.11 - 10:17 Uhr

Dankeschön ihr Zwei! So werde ich es weitergeben, das lässt ja zumindest hoffen ;-)

Bisher musste das Amt nur die Hälfte der Wohnung übernehmen, aber wir sind weit weit entfernt von den hiesigen Heimplätzen oder von den "Mieten" die unser "betreutes Wohnen"-Haus hier verlangt. Und ihre komische Katze könnte sie da auch nicht mitnehmen - aber na gut, dass wäre eher ein emotionales Problem für sie auf das im Zweifel niemand Rücksicht nehmen kann

Finanziell etwas von den Kindern zu holen ist wohl nichts, ich gehe auch davon aus das Amt für Grundsicherung hätte sie dann auch schon zum jetzigen Zeitpunkt zur Kasse gebeten, aber zumindest die Tochter die in der Nähe wohnt kümmert sich - um beide - sehr gut. Ich weiß nur, dass sie den Teil der fehlenden Miete nicht allein wuppen könnte (wobei ich auch nicht weiß wie das Amt da reagieren würde)

Sie hat übrigens keine Pflegestufe, da ihr Hüftschaden und auch die Hörschäden nicht ausreichen, dass sie Ihre täglichen Minuten an Pflegebedarf aufbringen könnte - auch ihr Exmann bekam erst letztes Jahr eine nachdem in den Katalog auf Demenzerscheinungen aufgenommen worden ist (oder so in der Art). Nunja ihr Exgatte ist anscheinend erstmal in einer Kurzzeitpflege in der Hoffnung, dass er wieder aufgepäppelt wird.

Sie tut mir halt irgendwo leid (und ehrlich ich hab Respekt an beide sich als Expartner zusammen zu tun) und sie haben angefragt ob wir einen ähnlich gelagerten Fall evtl. kennen würden - ich werd sie zu ihrem Sachbearbeiter schicken. Evtl. läst man da wenns Dicke kommt auch Gnade vor Recht ergehen. Immerhin haben wir auch erst letztes Jahr deren Bad behindertengerecht saniert, von ihrer Seite kam da auch ein Zuschuss aber ich glaube der kam von der Krankenkasse?!? #gruebel