Mathias langer Weg

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von choirqueen 14.02.11 - 15:11 Uhr

Es fing damit an, dass mein Freund ein letztes Mal mit seinen Kumpels einen Spieleabend machen wollte, bevor sein Sohn kommt.
Es war der 27.11.2010, abends 19:30 Uhr als mein Freund das Haus verließ und die erste Wehe kam. Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir gelernt, dass eine Geburt sehr lange dauert. Deshalb habe ich meinen Freund nicht angerufen und habe Fernseh geguckt und bin dabei durch das Wohnzimmer getigert. Die letzten Tage vorher war ich schon früh müde, aber nicht an diesem Abend. Als mein Freund nachts um zwei Uhr wieder nach Hause kam und noch Licht sah, befürchtete er schon das Schlimmste :)
Es war inzwischen ja schon der 28.11., als wir um 4 Uhr ins Krankenhaus fuhren, die Abstände waren bei 5 min. Vor der Kreißsaaltür angekommen, waren die Wehen weg. Die Hebamme hing mich erst einmal ans CTG und erklärte mir, dass sind Übungswehen, wir machen noch eine Untersuchung und dann gehen sie wieder nach Hause. Bei der Untersuchung stellte sie fest GBH fast komplett verstrichen, Mumu zweifingerdurchlässig, also doch Geburtswehen. Die Hebamme sagte zu mir dann noch, wenn keine Wehen kommen, können sie nach dem Ultraschall noch mal nach Hause.
Die Ärztin war sehr gründlich und wollte die Länge des Oberschenkelknochens wissen, weshalb sie eine halbe Stunde schallte, in der ich auf dem Rücken lag. Dies wiederum führte zu einem Wehensturm, weshalb ich nicht nach Hause durfte.
Ich wurde ins Wehenzimmer gelegt und mein Freund durfte noch einmal nach Hause, es war inzwischen 6 Uhr.
Die Wehen begannen wieder und bei der nächsten Untersuchung stellt die Hebamme fest, der Mumu ist 2 cm auf und die Blase steht prall vor dem Ausgang. Keine Sorge, dass Baby kommt heute. Ich ging etwas spazieren und mein Freund kam mit. Leider bekam ich immer wieder Wehenpausen und ich musste die Wehen noch nicht veratmen. Aber der Mumu öffnet sich immer weiter und alle sind sehr optimistisch. Nachdem ich den Tag über spazieren gegangen bin und im Kreißsaal, meinen halben Geburtsvorbereitungskurs treffe, bei denen es auch ernst wird, darf ich in die Wanne zur Entspannung. Nach der Wanne ist mein Mumu bei 6 cm und die Herztöne sind auch gut. Es ist wieder Schichtwechsel und die Hebamme von letzter Nacht schlägt einen Wehentropf vor, damit mein Kleiner schnell kommt und ich keine weitere schlaflose Nacht habe.

Die Wehen werden sehr schnell sehr stark und ich höre im anderen Kreißsaal eine Bekannte schreien, bei ihr dauert die Geburt nur 1,5 Stunden.

Nach 4 Stunden Wehentropf, wünsche ich mir eine PDA. Mein Freund sucht die Hebamme und bringt sie mit, es ist wieder Schichtwechsel. Leider stellt sich bei der Untersuchung heraus, der Mumu hat sich verkrampft und ist nur noch fingerdurchlässig. Ich bekomme sofort einen Wehenhemmer gespritzt.
Bei der Visite wird besprochen, dass ich dringend schlafen muss und bekomme einen Wehenhemmer und ein Beruhigungsmittel, weil ich ja auch noch bis zum 12.12. Zeit habe. Es ist nun der 30.11. und ich soll mich erst einmal ausschlafen und wenn die Wehen wiederkommen soll ich mich melden, bekomme eine PDA und einen Wehentropf.

Ich schlafe vier Stunden, als die Wehen wieder kommen. Die Hebamme untersucht mich erneut, als sie sagt, dass der Mumu wieder bei 5 cm ist und die Blase prall vor dem Eingang steht. Das war um 13 Uhr. Sie macht die Fruchtblase auf und schickt mich mit einem Einlauf auf das stille Örtchen. Die Wehen sind immer noch ohne veratmen zu ertragen, kommen aber häufiger. Um 16 Uhr wird mir die PDA mit Wehentropf gelegt und erklärt, wenn der Kleine bis morgen früh um acht nicht da ist, bekommen sie einen KS.

Also liegen mein Freund und ich auf dem Kreißsaalbett und dösen vor uns hin, da wir vorher nicht wirklich ausgeschlafen haben. Die Hebamme kommt gelegentlich vorbei, guckt auf das CTG und fragt, ob ich Wehen spüre. Aber weil die PDA super gelegt ist, spüre ich keine Wehe. Nach vier Stunden habe ich einen Druck nach unten und die Hebamme stellt die PDA aus mit den Worten, sie haben Presswehen.
Super dann dauert es nicht mehr lange.
Leider hat mein Sohn einen Dickkopf und ist ein Sterngucker. Er bekommt die letzte Drehung einfach nicht hin. Nach zwei Stunden Presswehen hat er keine Lust mehr und die Herztöne werden schlechter. Der Assistenzarzt kommt und drückt auf meinem Bauch herum, wodurch mir schlecht wird und ich mich übergeben muss. Danach fragt der Assistenzarzt, ob ich etwas trinken möchte, aber ich entgegne, dass er wieder gleich auf dem Bauch herumdrücken wird, also das Trinken nicht so viel Sinn macht. Der Oberarzt kommt hinzu, die Saugglocke wird ausgepackt. Der Oberarzt dreht den Kleinen und macht einen Dammschnitt, als der Kleine um 23:11 geboren wird.
Er liegt gerade auf meinem Bauch und pinkelt mich an, als schon die Nachgeburt kommt. Leider stöhnt er beim Atmen, so dass er nach dem ersten Anlegen ins Wärmebettchen kommt, wo er auch die Nacht bleiben muss. Ich komme also allein in das Wöchnerinnenzimmer und fühle mich komisch, aber am nächsten Morgen habe ich den Kleiinen wieder bei mir und es geht ihm besser.
Das war der lange Weg meines kleinen Mannes.

Mathias Christian
30.11.2010
23:11 Uhr
2950 g
53 cm
35 cm KU

Beitrag von engelchen939 14.02.11 - 16:09 Uhr

#fest #herzlich lichen Glückwunsch #fest #herzlich

Beitrag von supersand 14.02.11 - 16:15 Uhr

Wow, das klingt als sei es wirklich sehr anstrengend gewesen.

Also: Herzlichen Glückwunsch und alles Gute weiterhin für Euch! #fest

Sandra