Schöne Spontangeburt statt WKS (long Version)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von schneehase1979 14.02.11 - 18:16 Uhr

Mein ET wäre eigentlich der 11.01.2011 gewesen und unser kleiner Schatz machte keine Anstalten früher zu kommen (keine Wehen etc.) Am 03.01. besuchte ich eine Freundin aus dem GVK im KH die Ihre Tochter am 02.01 zur Welt gebracht hatte. Dort trafen wir noch eine weitere Freundin aus dem GVK die Ihren Sohn am 03.01 per KS zur Welt gebracht hatte. Die beiden scherzten noch mit mir wie lustig es wäre wenn unser Sohn am 04.01 zur Welt käme. Naja daran hätte ich im Traum nicht gedacht….

Am Abend sind wir noch zum einkaufen gegangen und alles war unauffällig. Ich habe noch zu meinem Mann gesagt, dass sich unser kleiner Mann ruhig Zeit lassen kann. Ich hatte nämlich sehr große Angst vor der Geburt und meine Freundin hatte mir noch eine schöne Horrorgeschichte erzählt. Während der Schwangerschaft hatte ich mir schon öfters überlegt per WKS zu entbinden. Die Angst vor der Geburt war zu groß und teilweise litt ich unter richtigen Panikattacken. Meine FA und die Ärzte im KH (beim Geburtsgespräch) nahmen mir aber teilweise die Angst und ich hatte versprochen es spontan zu probieren. Unwohl war es mir aber trotzdem die ganze Zeit…

Wir sind gegen 23.00 Uhr ins Bett gegangen und ich schlief auch sofort ein. Gegen 1.00 Uhr bin ich dann aufgewacht und fühlte mich irgendwie unwohl. Ich hatte ein leichtes ziehen im Unterleib was aber ganz harmlos und nicht wirklich schmerzhaft war. Aber irgendwie fühlte ich mich anders. Außerdem musste ich ständig auf die Toilette. Ich hatte das Gefühl wie wenn ständig meine Blase voll wäre. Es lief auf der Toilette ständig eine Flüssigkeit raus. Wenn ich aber ins Bett bin oder in der Wohnung rumgelaufen bin war da nix. Tja die Fruchtblase kann das ja nicht sein, dachte ich mir. Das würde man doch merken und es würde doch ständig rauslaufen……

Nachdem ich dann doch sehr unsicher war machte ich einen PH-Test und der wurde plötzlich grün. Ich hatte noch in Erinnerung dass sich der Test bei Fruchtwasserabgang grün färbt. Nachdem ich total verunsichert war weckte ich meinen Mann und wollte zur Abklärung ins KH fahren. Natürlich betonte ich total oft, dass es sicher nur falscher Alarm wäre ich mir aber sehr unsicher bin was da los ist. Aus diesem Grund war ich auf total locker als wir ins KH gefahren sind. Das einzige was mir Sorgen bereitete, dass ich wusste, dass der Kopf von Raphael noch nicht im Becken war und ich ja eigentlich bei Fruchtwasserabgang liegend ins KH sollte. Uns jetzt fahren wir um 3.00 Uhr nachts in der Gegend rum und ich bin nur am laufen….

Im KH angekommen merkte ich, dass immer tröpfenweise was in die Hose ging. Wir klingelten also beim Kreissaal und nachdem sich eine Stimme gemeldet hatte, sagte ich nur: „Ich glaub ich verliere Fruchtwasser….!“ Naja erst einmal wurde CTG im Untersuchungsraum geschrieben und es waren ein paar harmlose Wehen zu sehen. Ab und zu kam aber dann doch eine relativ heftige Wehe und ich musste das erste Mal in meinem Leben eine Wehe veratmen. Noch tat aber nix wirklich weh…….. Die Hebamme wollte mich dann noch untersuchen. Während der Untersuchung kam dann eine sehr verschlafene Ärztin rein und begrüßte mich mit den Worten „Na was ist denn unser Problem…?“ Noch bevor ich antworten konnte machte es PLATSCH und plötzlich lief ein Schwall Fruchtwasser aus mir heraus und es ging alles auf die Hebamme und den Klinikboden. Die Hebamme meinte nur ganz trocken „Ja es ist Fruchtwasser…“ und die Ärztin lächelte mich an „Na dann packen wir es jetzt an!“

Der Kopf war noch nicht im Becken und ich durfte ab sofort nicht mehr aufstehen. Mir wurde aber versichert, dass es unseren kleinen Mann sehr gut gehe (trotz des vielen laufens...) Ich wurde dann liegend in den Kreissaal gefahren. Der Muttermund war 2cm offen und der GBMH komplett verstrichen. Mich begrüßte dann eine andere Hebamme. Ich wurde noch aufgeklärt, dass wenn bis um 09.00 nix passiert eine Einleitung vorgenommen wird (Auf Grund des Blasensprungs). Es war mittlerweile 4.00 Uhr. Tja aber kaum im Kreissaal angekommen wurden die Wehen schon heftiger und kamen auch schon regelmäßig. Ich musste teilweise schon ordentlich veratmen. Mein Mann hat mich sehr gut unterstützt. Die Zeit verging total schnell und so um 6 untersuchte mich die Hebamme noch einmal und der Muttermund war bei „nur“ 4 cm. Ich war total enttäuscht weil es wirklich teilweise sehr weh tat. Ich bat dann um eine PDA. Die Hebamme gab mir aber erst einen Tropf mit Buscopan und wollte der Anästhesie Bescheid geben. Dann scherzte Sie noch und meinte um 9.00 Uhr kann ich auf Station zum Frühstücken und dann würde die Geburt sicher leichter gehen. An Frühstück wollte ich aber gar nicht denken. Meine Schmerzen wurden nämlich immer schlimmer und ich hatte jetzt schon keine Lust mehr. Die Anästhesie ließ auch sich warten und um ca. 7.30 wollte ich nur noch dass der Schmerz aufhört. Die Hebamme untersuchte mich noch einmal und war ganz erstaunt. Der Muttermund hatte ich sich in kürzester Zeit auf 10cm geweitet. Sie war mächtig stolz auf mich. Dann meinte Sie auch, ob ich die PDA überhaupt noch will. Bringen würde sie mir nämlich nicht mehr viel und es könnte sein, dass die Wehen wieder schwächer werden. Aber ich wollte nur noch eine PDA. Ich hatte das Gefühl ohne PDA keine 5. Min mehr auszuhalten. Obwohl es nicht so schlimm war wie befürchtet. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl keine Kraft mehr zu haben. Der Schlafmangel und nur im Bett bleiben und Wehen veratmen war einfach zu viel für mich. Ich hätte mir so gewünscht aufstehen zu dürfen, aber leider war der Kopf noch immer nicht im Becken. Dann fiel mir noch auf, dass ich den Zettel für die PDA zu Hause vergessen hatte. Die Hebamme meinte nur: „Dann aber schnell…!“ Mein Mann hat mir die Fragen gestellt und ich habe sie unter Wehen beantwortet. So etwas muss man erst einmal schaffen!!! Um ca. 8 Uhr kam dann die Typen von der Anästhesie wegen der PDA. Die machten noch Augen weil der MuMu schon offen war und meinten auch, naja bringen wird’s jetzt nicht mehr viel. Die Wehen kamen mittlerweile im Minutentakt und das machte das legen der PDA relativ schwer. Gespürt habe ich aber gar nichts. Es tat überhaupt nicht weh. Aber eine Besserung meiner Schmerzen war leider auch nicht da. Es wurde nur mein linker Fuß ein wenig taub. Die PDA musste auch ganz leicht dosiert werden für die Presswehen.

Die Wehen wurden dann doch leider schwächer und es wurde ein Wehentropf gelegt. Kurz darauf fingen dann auch schon die Presswehen an, welche ich als sehr merkwürdig empfand. Die dauerten nicht so lange und es war ein wahnsinniger Druck nach unten. Die gute Nachricht war dann, dass der Kopf im Becken war und ich noch einmal selbstständig aufstehen durfte um auf Toilette zu gehen. Leider war der Pressdrang so groß, dass ich auf dem Weg zur Toilette nur noch presste und mich die Hebamme ganz erschrocken ins Bett zurück schickte. Ich durfte nämlich noch nicht pressen. Ich habe meinen Mann dann noch schnell losgeschickt um meine Kliniktasche zu holen. Da ich nie gedacht hätte, dass es tatsächlich los geht, hatte ich meinen Mann gesagt, er könne die Tasche im Auto lassen. Die Hebammen meinte wenn er noch rechtzeitig zu Geburt da sein will, muss er jetzt los und die Tasche holen. Mein Mann kam dann mit Tasche zurück und er hat unsere Cranberries CD eingelegt. Zuvor lief so eine merkwürdige CD. Die Musik hat mich eher aggressiv gemacht (hat sich wie Kinderlieder angehört…)Währenddessen wurde noch der blöde Blasenkatheder gesetzt. Zur Toilette hatte ich es ja nicht mehr geschafft. Gespürt habe ich aber dank PDA nix. Und plötzlich ging es richtig los. Die Presswehen kamen sehr stark. Aber ich hatte Probleme mit dem Pressen. Irgendwie ging mir echt die Kraft verloren. Es wurde ein Ärztin dazu geholt und zusammen mit der Hebamme hat sich mich toll motiviert. Die beiden waren echt klasse und ich presste wie eine verrückte. Irgendwann haben Sie gesagt, Ihr Sohn hat lange blonde Haare. Mein Mann sollte mal genau hinschauen. Ich wollte nur, dass es endlich vorbei ist. Nach einer weiteren Wehe spürte ich den Kopf unten. Ich sollte mal hinlangen. Das konnte ich aber nicht. Ich wollte den Kopf zwischen meinen Beinen nicht anlagen. Ich hatte ständig das Gefühl, dass der Kopf in mir ständig hin- und hergerutscht ist. Das der Kopf noch nicht richtig da war empfang ich als sehr frustrierend, weil ich nicht mehr wollte. Es war echt ein wahnsinniger Kraftakt. Die Hebamme und die Ärztin meinten noch ich sollte ja aufpassen, dass unser Kind ja nicht bei dem Lied „Zombie“ geboren wird. Die fanden das alle ganz witzig (und NEIN unser Kind wurde nicht bei Zombie geboren) Auf einmal habe ich dann gespürt, dass der Kopf da war. Ich habe richtig gespürt, wie sich alles gedehnt hat. Die Schultern habe ich auch so richtig gespürt und dann bei der nächsten Presswehe (bei der ich das erste und das letzte Mal so richtig schrie..) machte es wirklich so richtig flutsch und ich hörte die Hebamme sagen: „Schauen Sie nach unten, schauen Sie Ihren Sohn an…“

Und da lag mein Kleiner Schatz zwischen meinen Beinen. Ein unglaublicher Augenblick. Ich konnte es gar nicht fassen. Dieser kleine Mann hat mich bis gestern noch in den Bauch geboxt. Faszinierend!!!! Raphael wurde mir auf den Bauch gelegt. Mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden und ich flüsterte Ihm zu „Bin ich gerissen oder wurde ich geschnitten?“ gespürt hatte ich nämlich nix. Er flüsterte zurück „Ja, sie haben geschnitten“

Mein Kleiner wurde dann gemessen, gewogen und kurz untersucht. Danach war kuscheln angesagt und er wurde das erste Mal angelegt und hatte gleich ordentlich durst. Dass ein kleiner Wurm der gerade auf die Welt kam schon so saugen kann. Wahnsinn!!!!

Die Geburt der Plazenta war dann noch etwas problematisch. Irgendwie wollte die Plazenta nicht raus und es wurde auf meinem Bauch rumgedrückt unten gezogen und es hat auch relativ lange gedauert bis die Plazenta draußen war. Danach wollte ich nur noch schlafen….

Tja, genäht wurde ich dann natürlich auch noch. Dank PDA halb so schlimm. Die Ärztin war sehr vorsichtig und erkundigte sich ständig wie es mir geht. Die Hebamme hat sich sogar für den Schnitt entschuldigt und mir versichert, dass alles versucht wurde um nicht zu schneiden. Der Kopf war aber relativ groß und anders gings leider nicht. War aber nur ein Schnitt 1.Grades und ein leichter Scheidenriss. Beides wurde genäht und gut wars.

Leider ist dann plötzlich mein Kreislauf stark abgefallen und ich musste noch eine Infusion bekommen. Mir ging es plötzlich nicht so gut. (Später stellte ich heraus, dass der HB stark gesunken war und deswegen die Probleme auftauchten).

Nach einer weiteren Stunde durfte ich dann auf Station wo auch alle sehr freundlich waren.

Obwohl die Schmerzen sehr stark waren und ich oft das Gefühl hatte nicht mehr zu können, war es ein wunderschönes Erlebnis. Rückblickend würde ich die Geburt nie gegen einen WKS eintauschen!!!

So jetzt ist unser Raphael schon 6 Wochen alt und unser ganzer Stolz. Leider war das Wochenbett nicht so der Hit (Rückbildungsstörung, Gebärmutterentzündung, Eisenmangel und eine erhöhte Thrombosegefahr). Aber langsam kommt der Alltag zurück!

Hier noch die Daten von unserem kleinen Mops:

Gewicht: 3750 gr.
Größe: 52 cm
Kopfumfang: 37 cm

LG
Julia mit Raphael Sebastian


Beitrag von sannchen1968 14.02.11 - 18:44 Uhr

Erstmal <GLÜCKWUNSCH< zum kleinen <Wunder!!!
Aber ne PDA bei 10 cm ................das macht nicjt jeder Doc!
Schöne zeit mit deinem Prinzen,und viel Glück!
Lg.Sanne

Beitrag von schneehase1979 14.02.11 - 19:42 Uhr

Die haben das ohne zu zögern gemacht... wie geschrieben, habe ich nur den Hinweis bekommen, dass es ne leichtere Dosierung wird und wahrscheinlich nicht mehr viel bringt....

Aber schon bei der Kreissaalbesichtigung haben die Anästhesisten versprochen immer eine PDA zu machen...einzige Ausnahme wenn der Kopf schon da ist;-)

Im Nachhinein glaube ich aber wäre es für mich kein Unterschied gewesen ob ich eine bekommen hätte oder nicht...nur fürs nähen war die PDA gut!

Danke für die Glückwünsche!!!

Beitrag von ydnam69 15.02.11 - 11:53 Uhr

Herzlichen Glückwunsch #fest

Kann es aber nicht nachvollziehen, warum bei 10cm noch eine PDA gegeben wird #schwitz Hier bekommt man keine mehr bei 7cm #zitter

Abgesehen davon darf man bei einer PDA auch gar nicht mehr aufstehen. Hast ja auch geschrieben, dass du es in den Beinen gespürt hast.
Und bei 10cm auch noch mal auf´s WC gehen finde ich nicht besonders toll #schock

D.J. mit 3 girl´s #verliebt

Beitrag von schneehase1979 15.02.11 - 19:47 Uhr

Tja dann hatte ich ja Glück, dass ich nicht bei Euch im KH entbunden habe;-) Ich hatte bei 4 cm eine PDA verlangt und die Anästhesisten kamen halt erst bei 10 cm und ich bin eine mündige Patientin und wollte eine PDA, also wurde eine gelegt. Solange der Kopft noch nicht da ist bekommt man bei uns eine PDA.

Natürlich darf man bei einer PDA aufstehen. Hatte ja auch nur ein kribbeln im linken Fuß. Konnte also gut laufen#aha

Hey, ich musste nun mal auf die Toilette und wollte eigentlich den Blasenkatheder umgehen. Tja nicht geklappt#rofl

Ich zweifle nicht an der kompetenz der Hebammen oder Ärzte und ich habe mich die ganze Zeit sehr gut aufgehoben gefühlt....

LG
Julia

Beitrag von treesa 16.02.11 - 10:57 Uhr

konnte auch mit PDA noch fröhlich rumlaufen :o)