Die überforderten Kinder

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Beitrag von nrw2008 14.02.11 - 20:48 Uhr

Hallo

bestimmt ansehenswert.

ARD 21:00 - 21:45Uhr


Die Perfektionierung tobt schon in der Kindheit heftig - es ist der Traum vom sozialen Aufstieg. Jedes vierte Kind bis acht Jahre wird mittlerweile zur Fördertherapie geschickt. Nach dem vollen Schultag gehen sie zum Hockey, zum Tennis, zum Segeln, zur Musikschule. Manchmal haben Kinder an einem Nachmittag zwei bis drei Programmpunkte zu absolvieren.

http://programm.ard.de/Programm/Jetzt-im-TV/deutschland-unter-druck/eid_281066210710119?list=themenschwerpunkt&start=20

LG NRW;-)

Beitrag von sina236 14.02.11 - 21:17 Uhr

also ich seh das jetzt grade und frage mich: wird noah später noch bock auf lernen und schule haben #schock. ganz schrecklich. aber sehenswert, das stimmt. da sieht man mal, wie deutschland sich im negativen sinne von ländern wie amerika und japan inspirieren lässt.

Beitrag von sternchen7778 14.02.11 - 22:42 Uhr

Hallo,

als ich es gesehen habe, kam mir nur immer wieder ein Gedanke in den Kopf:

Haben wir denn früher wirklich alles so falsch gemacht? Wie konnten wir alle überleben, wenn wir als Kinder einfach nur spielen durften?

Ich werd' den zweiten Teil bestimmt verpassen. Aber das ist vielleicht auch besser so. Sonst krieg' ich bloß noch mehr Panik, was da mal auf meine Jungs zukommen wird...

LG, #stern

Beitrag von robingoodfellow 15.02.11 - 08:03 Uhr

Guten Morgen,

ich hab es mir auch angesehen und hab wirklich Angst vor der Schule. Was haben die Kinder denn noch für eine Kindheit?

Ich habe mich bewusst geweigert sie in der Kindergartenzeit bei irgendwelchen Vereinen oder ähnliches Anzumelden. Das einzige waren mal die Schwimmkurse. Aber sonst sollen sie Nachmittags toben und machen können was sie wollen und nicht schon jetzt zu Terminen hetzen.

Frühenglisch ist der größte Mist. Diese Lernfenster schließen sich nicht so schnell wie behauptet wird. Es genügt völlig in der Schule damit zu beginnen.

Diesen Schweizer Professor fand ich super und er hat so recht. Es muss das ganze System geändert werden und nicht nur hier und da ein bisschen stopfen. Aber alles zu ändern würde unmegen an Geld verschlingen und darum wird es nicht gemacht.

Beitrag von delfinchen 15.02.11 - 09:35 Uhr

Hallo,

ich hab leider nur einen kleinen AUsschnitt gesehen, aber da kam die AUssage des Professors vor.
Ich finde den Mann genial und habe alle seine Bücher:
Babyjahre
Kinderjahre
Schülerjahre

Empfehlenswert, weil da kein Druck aufgebaut wird nd große Zeitfenster gegeben werden.
Das habe ich beim "Oje ich wachse" daneben gefunden, dass da beispielsweise stand: ihr kind kann jetzt einen ball schießen" (mit 11 Monaten, da konnten meine gerade mal an Möbeln entlang laufen).

Weißt du zufällig, wann der zweite Teil kommt?

LG,
delfinchen

Beitrag von nrw2008 15.02.11 - 10:12 Uhr

Hallo


Die Wiederholung von gestern kommt heute 20.15 Uhr auf EINS EXTRA



Der zweite Teil kommt am Mittwoch den 16.02.2011 um 23.30 Uhr auf ARD

Thema: Die getriebenen Erwachsenen

Jeder ist ersetzbar. Ganze Produktionsketten können heute im Handumdrehen an fast jeden Ort der Welt verlegt werden. Alles ist austauschbar.......

http://www.klack.de/include/TvPopup.php?ID=5240368

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Teil 3 am 17.02.2011 um 23.30 Uhr auf ARD

Thema: Die verunsicherten Alten

Lebst du noch, oder stirbst du schon? Immer mehr Alte haben Angst davor, alt zu werden........

http://www.klack.de/include/TvPopup.php?ID=5240673


LG NRW;-)

Beitrag von robingoodfellow 15.02.11 - 11:43 Uhr

Hi,

dieses Oje, ich wachse hatte ich auch bei meinem Großen. Er konnte einige Sachen natürlich auch nicht und ich hab mich total kirre machen lassen. Ganz schlimm war das.
Das Buch ist aber auch ganz schnell im Altpapier gelandet neben "Jedes Kind kann Regeln lernen".

Die Bücher die du aufgeschrieben hast werd ich gleich mal suchen, weil ich diesen Mann absolut sympathisch fand.

LG

Beitrag von inka1981 15.02.11 - 08:06 Uhr

Ich habs gesehen! Schrecklich! Mir wurde richtig übel!
Aber trotzdem sehenswert!
Ich werd mir den zweiten und dritten Teil auch ansehen #pro

Beitrag von qayw 15.02.11 - 10:00 Uhr

Hallo,

ich finde es gut, daß die ARD eine Reihe zeigt, wo der Wahnsinn unserer Leistungsgesellschaft auf den Prüfstand gestellt wird.

Was bitteschön soll dieses ganze Theater? Ist man glücklich, wenn man sein ganzes Leben lang da hinter her hetzt, möglichst viel Geld und Ansehen im Beruf anzusammeln?
Ich war so "blöd" erst zu studieren und dann meine persönliche Wohlfühlsituation vor eine, für mich nur im Ausland mögliche, berufliche Karriere zu stellen. Ich muß sagen, daß ich es nicht bereue.

Der Streß kommt noch früh genug, warum müssen dem schon Kinder / Jugendliche ausgesetzt werden? Was wird aus Menschen, die nie die Möglichkeit hatten, sich frei zu entwickeln, sondern seit dem Kleinkindalter unter Leistungsdruck standen?

Das schlimmste dabei ist, daß selbst Eltern, die sich das für ihre Kinder anders vorstellen, mittlerweile gezwungen werden, mitzumachen. Demnächst müssen in NRW Kinder mit 5 Jahren eingeschult werden, obwohl die Grundschule für das Durchschnittskind ab 6 Jahren ausgelegt ist. (Mein Sohn ist zum Glück ein Kann-Kind.) Wenn die Kinder dann noch nicht so weit sind, wird so gleich der Grundstein für das Schulversagen gelegt. Da wäre ein Jahr länger Kindergarten die deutlich bessere Lösung.
Wenn man ein Kind hat, was (ohne Dressur durch die Eltern) fit genug für's Gymnasium ist, landet es in dieser G8-Maschinerie und wird gezwungen, den Großteil seiner Freizeit der Schule zu opfern. Das eine Mädchen kam ja nicht mal dazu, sich zu informieren, was sie nach dem Abi eigentlich machen möchte.
Im Studium geht der Streß dann weiter. Nichts mehr mit über den Tellerand blicken oder sich mal ein bißchen austoben.

Was bitteschön passiert denn schlimmes, wenn ein Kind erst mit 19 oder 20 Abi macht, wie es vorher war? Und wenn man erst mit 28 mit der Uni fertig ist? Dann stellen die Firmen einen 22-jährigen EU-Bürger aus einem anderen Land ein?
Ich glaube nicht. Denn die dortigen Ausbildungen waren nicht besser als die deutschen, von der Sprache mal ganz abgesehen.

Das ist mal wieder typisch deutsch. Anstatt selbstbewußt zu sagen, unsere Absolventen sind zwar älter, aber besser ausgebildet und haben außerdem schon Lebenserfahrung, wird sich krampfhaft dem Ausland angepaßt, und das, indem einfach die äußeren Bedingungen angepaßt werden ohne sich anzugucken, wie das denn im Ausland genau abläuft. Und das Ergebnis dürfen unsere Kinder ausbaden. #aerger

Der 17-jährigen gestern, hätte ich geraten, nach dem Abi mal ein Jährchen auszusetzen, vielleicht eine Weile reisen, vielleicht ein paar Praktika und sich in Ruhe überlegen, was sie eigentlich beruflich machen möchte.
Ansonsten landet die Arme auch noch in diesem unmöglichen Doppeljahrgang, wo die G8- und die G9-Abiturienten gleichzeitig an die Unis und auf den Ausbildungsmarkt strömen. Auch wieder so ein gaaanz toll durchdachter Schachzug unserer Politiker. #aerger

Wir werden versuchen, unseren Kindern, so weit es geht, eine normale Kindheit zu ermöglichen.
Meine Tochter (3,5 Jahre) geht neben dem Kindergarten noch 1x pro Woche voltigieren, weil sie das möchte. Ende des Jahres soll sie einen Schwimmkurs machen, weil ich es wichtig finde, daß man nicht gleich untergeht, wenn man mal wo rein fällt. Und dann sehen wir mal. Mehr als zwei Aktivitäten pro Woche sollten es möglichst nicht werden.
Sie fängt momentan an, sich für Buchstaben und Zahlen zu interessieren, aber ich beantworte da hauptsächlich ihre Fragen und dränge ihr nichts auf.
Mein Sohn (1 Jahr) macht gar nichts, außer bei der Tagesmutter mit anderen Kindern zu spielen. Mal sehen, ob sich da nochmal was mit Turnen ergibt, aber wenn nicht, dann eben nicht.

LG
Heike





Beitrag von ciocia 15.02.11 - 10:45 Uhr

Hallo

ich habe das jetzt nicht gesehen, kann aber noch von mir sprechen. Ich war auch jeden Nachmittag beschäftigt, ich wollte immer alles machen. Man hat in dem Alter noch so viel Energie, Lust was auszuprobieren, das geht später verloren. Allerdings wie gesagt, ich war freiwillig "aktiv"

Gruß

Beitrag von mamavonyannick 15.02.11 - 13:58 Uhr

Hallo,

das kommt davon, wenn die Eltern entscheiden müssen, wie sie ihre kinder fördern. Schauen wir doch mal zu unseren Nachbarländern: Dort ist eine frühkindliche Förderung von Anfang im "Lehrplan" der Kinderbetreuung mit drin. dort wird die Neugier und das Interesse eines jeden Kindes genutzt, um ihm gewisse Dinge "beizubringen".
Bei uns steht allerdings das "freie Spiel" im Vordergrund. Spielerisches unterrichten in bestimmten Fähigkeiten: Fehlanzeige. Ich kann nur von meinem sohn sprechen: Der ist 4,5, kennt alle Buhstaben, zählt bis 100 und fordert von uns Matheaufgaben bis zur 10er-Stelle ein. Warum wird dieses Interesse nicht durch die betreuungseinrichtungen gefördert? Warum warten wir, bis unsere Kinder in die Schule kommen, um dann mit ihnen diese Dinge zu erlernen, obwohl sie inzwischen wieder das Interesse verloren haben und es so schwieriger wird, sie wieder dafür zu begeistern?
Ich sag gar nicht, dass Kionder alle rechnen können, englsich sprechen müssen und was weiß ich. Wenn man aber sieht, dass ein Kind auf einem bestimmten Gebiet Interesse zeigt, warum wird das nicht gefördert?
Als Eltern geht man auf dieses Interesse ein. aber ehlich gesagt: Kann ich beurteilen, ob der Englischunterricht den mir ein außerschulischer Träger bietet auf die Bedürfnisse unserer Kinder abgestimmt ist? Ich kann das doch gar nicht vergleichen bei der Fülle an Angeboten.
Ich sehe grundsätzlich nichts schlimmes darin, sein Kind zu fördern und ich behaupte, jede Mutter macht das auf ihre Weise. Nur hat nicht jede mutter zeit, diese Förderung selbständig durchzuführen, sei es aus beruflichen Gründen oder generell aus Zeitmangel. Also greift sie auf externe Anbieter zurück. Das Ergebnis ist dann schlussendlich solch eine Reportage, die eindrucksvoll den Übereifer unserer Leistungsgesellschaft zur Schau stellt, die Ursache aber - nämlich dass unser Staat unsere Kleinsten in ihrem natürlichen Wissendurst versauern lassen und das Förderungsthema den Eltern zuschiebt - das wird überhaupt nicht beleuchtet.

vg, m.

Beitrag von daviecooper 15.02.11 - 14:27 Uhr

Hallo!

Ich habe zwar nicht alles gesehen, fand den Beitrag auch erschreckend, ABER:

ich finde ihn NICHT repäsentativ für eine ganze Generation Kinder/Jugendliche.

Sicher gibt es die Eltern, die ihre Kinder überfordern, aber ich als Grundschullehrerin sehe jeden Tag auch Kinder, die Spaß am Lernen haben, nachmittags mal Programm und mal Spielzeit haben, am Wochenende Ausflüge oder auch mal gar nichts machen. Da sehe ich keinen großen Unterschied zu meiner Kindheit.

Und auch im Umfeld meiner Tochter (4) gibt es keine Familien, die ihre Kinder mit Terminen überfrachten, da gehen die meisten 1-2x pro Woche zum Turnen, Musikschule, Reiten und an den anderen Tagen verabreden sie sich oder spielen.

Von daher sollte man diesen Beitrag mit Vorsicht genießen, weil er meines Erachtens nicht die Realität 1:1 abbildet.

LG

daviecooper

Beitrag von wemauchimmer 15.02.11 - 16:07 Uhr

Also, ich fand's insgesamt nicht so toll.

Da wurden ein paar Extrembeispiele gezeigt - der leitenden Angestellte, der seinem Töchterchen bereits im Kindergarten Englischunterricht angedeihen läßt und darüber schwadroniert, daß sie dann ja später auf eine Privatschule muß, damit das Erlernte auf der öffentlichen Schule nicht wieder verflacht...
Oder der Unternehmersohn, Schulversager, der dann auf einer Privatschule mit 8 Kindern pro Klasse die Kurve kriegt, was sich die Alten ca. 3000€ im Monat kosten lassen, mit entsprechender Erwartungshaltung...

Dann wollten die Autoren aber beweisen, daß diese Ausreißer nun ganz typisch für die heutige Zeit sind. Und da wurde es doch etwas lächerlich.
Also wenn sich ein paar Oberstufenschülerinnen am Abend vor einer Klassenarbeit zum Lernen treffen, kann ich den übermenschlichen Druck beim besten Willen nicht erkennen. Das hat's schon immer gegeben.
Oder wenn dann so Sätze fallen wie: "Die meisten Eltern heutzutage wollen, daß ihre Kinder gute Noten haben" - Tja, aber ich fürchte, da kann man das "heutzutage" getrost weglassen, das war schon immer so.

Daß ein Abitur den meisten Kindern nicht von ganz alleine und gänzlich ohne Mühe in den Schoß fällt, ist nichts Neues. Ich hätte mir doch eine etwas stringentere Darstellung des Themas gewünscht. So fragt man sich natürlich unwillkürlich, ob das alles nur ein deutsch-typisches Gejammer ist.
LG

Beitrag von scotland 15.02.11 - 16:09 Uhr

Hi, ehrlich gesagt, war mir der Beitrag nicht differenziert genug und etwas polemisch.

Dass man vor dem Abi Stress hat, war auch zu meiner Zeit so, natürlich hat man Angst vor dem NC, etc. etc. Das G8 finde ich in der Unterstufe total heftig und echt ein Verbrechen am Kind. Unser Nachbarskind geht in die 5. Klasse und hat 3x nachtmittags bis 16.20 Schule, dann noch Hausis, da brennt oft abends bis 22 Uhr oder länger Licht im Kinderzimmer.

Mir taten eher die kleineren Kinder Leid - das eine Kind war ja von 8.00 bis 18.00 in der Kita - mit 3 - das finde ich total zu viel - 10 Stunden. Die Kleine wird dann abgeholt, isst vielleicht noch Abend und geht dann ins Bett - morgens frühstückt sie im Idealfall mit ihren Eltern ... Dass sie an einem Tag in der Kita noch drei Einheiten (vielleicht á 20 Minuten, also eine Stunde von zehn, die sie dort verbringt, nicht spielen darf, wird sie problemlos wegstecken). Die zweisprachige Erziehung dort (mit der englischsprachigen Erzieherin) fand ich sogar ziemlich cool!

Anders fand ich den Englischkurs von Noah. Wie doof .... die Zahlen lernt er auch in der Grundschule noch. Wenn er schon mit Mama daheim ist soll er doch nicht so unter Druck kommen! Er hatte doch überhaupt keine Lust.

Ob die Privatschule immer besser ist? Auf jeden Fall teuerer, damit halten sich die Schulen doch die gesamten bildungsfernen Schichten inklusive lethargischer Eltern vom Hals. In der Grundschulklasse meiner Tochter gibt es 28 Kinder, davon 10 Eltern(paare), die man seit dem ersten Elternabend (und da mussten sie kommen, sonst hätten sie keinen Stundenplan bekommen), nie mehr gesehen hat. Leider sind sie auch die Eltern der Kinder, die auffällig sind, oft Fehlen, keine Hausaufgaben machen, morgens unpünktlich kommen, es schwer haben, sich an Regeln zu halten ... könnte unsere Grundschule solche Kinder ablehnen (und ich finde es gut, dass es nicht geht!), wäre das Niveau auch gleich anders. Solche Eltern sollte man echt sanktionieren können - von Anfang an. Ein Kind musste die erste Klasse wiederholen, weil die Mutter (arbeitslos), jeden Morgen verschlafen hat, und bis das Jugendamt tätig werden konnte, hatte es schon zig Fehltage und soviel Stoff verpasst, dass es keinen Anschluss mehr finden konnte.

GLG
Scotland

Beitrag von gingerbun 15.02.11 - 22:55 Uhr

Tja, lies mal hier im Forum - da zieht sich das ja auch durch..