AOK Zahlungsbefreiung??

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Beitrag von marion0689 14.02.11 - 21:14 Uhr

Hallo!!

Ich frage hier im Interesse meiner Mutter.
Es geht um folgendes:

Seit Mai 2010 ist der Onkel meiner Mutter bei uns in der Stadt im Pflegeheim.
Er hatte im April einen Schlaganfall und konnte danach nicht mehr nach Hause. Zumal er keine Kinder/Frau hatte, die in pflegen könnten.

Er ist geistig topfit. Er ist Kriegsgeschädigter und hat dadurch 100% Schwerstbehindertengrad ( Schussbruch im Oberschenkel, zahlreiche Granatensplitter usw ).
Er ist chronisch krank. 86 Jahre alt.

Nun meinte der Pfleger im KH, dass wir für ihn eine Zahlungsbefreiung bei der AOK stellen sollen.

Das haben wir im Juli 2010 gemacht. Und seitdem kam nix von der AOK. Auf Anrufe usw reagieren die nicht. Und so muss er Quartal für Quartal die Praxisgebühren zahlen usw. Langsam gehen seine Ersparnisse auch dem Ende zu.

Kennt sich irgendjemand damit aus?? Oder hatte einen ähnlichen Fall??

Liebe Grüße und Danke!!

Beitrag von zwiebelchen1977 14.02.11 - 21:21 Uhr

Hallo

Die Befreiung bekommt man nicht Automatisch. Er muss, wenn er chronisch krank ist1% seines Einkommens( bei ihm im Heim gilt da das Taschengeld) im Vorraus zahlen. Dann bekommt er für das nächste jahr( oder evtl für dieses) noch eine Befreiung.

Bianca

Beitrag von goldtaube 15.02.11 - 06:24 Uhr

<<Dann bekommt er für das nächste jahr( oder evtl für dieses) noch eine Befreiung.
<<
Hier muss ich dich berichtigen.

Wenn er für 2011 die Grenze erreicht hat und zugezahlt hat, bekommt er für das restliche Jahr 2011 die Befreiung.
In 2012 geht es dann wieder genauso usw.
Wenn jemand also bis Juni 2011 bereits alle seine Leistungen zugezahlt hat, kann diese Person zur Krankenkasse gehen, die Zuzahlungsnachweise vorlegen, die rechnen dann nach ob die Zuzahlungsgrenze erreicht oder überschritten und wenn dem so ist wird die Befreiung für's restliche Jahr 2011 ausgestellt und das was man zuviel gezahlt hat wird einem zurückerstattet.

Bei manchen Krankenkasse kann man bereits am Anfang des Jahres die Zuzahlung in einmal leisten und sie stellen einem dann die Befreiung fürs restliche Jahr aus.

Beitrag von jade_ffm 14.02.11 - 23:54 Uhr

Warum gehst du nicht direkt bei der Aok vorbei?

Wenn du alle wichtigen Unterlagen deines Onkels mitnimmst, er die Voraussetzungen für die Befreiung erfüllt und den noch zuzahlenden Betrag abbuchen läßt, kriegst du direkt den Befreiungsausweiss mit.

lg

Beitrag von marion0689 15.02.11 - 10:08 Uhr

Das Problem ist, dass er ursprünglich aus Franken kommt. Also BAyern.
Wir wohnen in BaWü und die Leute bei der AOK haben uns gerade, ihn bei der AOK Bayer zu belassen. 2 mal waren wir schon bei der AOK dort, aber es sind halt jedes mal 250 km. In eine Richtung.

Aber Danke!!

Beitrag von goldtaube 15.02.11 - 07:02 Uhr

Habt ihr alle Nachweise über die Zuzahlungen von Januar bis Juli 2010 beigefügt?
Einfach so bekommt man keine Zuzahlungsbefreiung. Man muss als chronisch Kranker (muss anerkannt sein) 1 % seines Einkommens zuzahlen.
Der Onkel deiner Mutter muss also im Jahr 2010 erst einmal seine Zuzahlungsgrenze erreicht haben und kann dann die Befreiung beantragen. Dazu braucht die Krankenkasse die Nachweise über die Zuzahlungen. Also Quittungen über die Praxisgebühren, Quittungen über die Zuzahlungen die er in Apotheken geleistet hat usw. Es muss eindeutig daraus hervorgehen, dass es seine Quittungen sind. Sein Name muss drauf stehen.
Die Krankenkasse rechnet dann nach ob er die Grenze erreicht oder überschritten hat. Wenn dem so ist bekommt er eine Befreiung für das restliche Kalenderjahr und eventuell zuviel gezahlte Zuzahlungen bekommt er zurück.
Bei der AOK ist es möglich die Zuzahlungen bereits im Voraus zu leisten und dann wird einem direkt der Befreiungsausweis ausgestellt für das laufende Kalenderjahr.

Für 2010 hat sich die Sache erledigt. Für 2011 solltet ihr euch nochmal ransetzen.

Hier gibt es einiges nachzulesen:
http://www.aok.de/hessen/leistungen-service/leistungen-und-beitraege-befreiung-zuzahlung-23618.php#23763

Dort steht auch was als Einkommen gilt. Du schreibst ja nicht was er da hat.
Zitat:
Berechnungsgrundlagen
...
Die Belastungsgrenzen gelten auch für Bewohner und Bewohnerinnen in Alten- und Pflegeheimen. Die Belastungsgrenze errechnet sich aus Ihren Bruttoeinnahmen und den Bruttoeinnahmen Ihres Lebenspartners (eingetragene Lebensgemeinschaften wie Ehe und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft) und aller Angehörigen, die in Ihrem Haushalt leben.

Andere Angehörige als die Kinder oder Partner können nach Einzelfallprüfung durch die Krankenkasse bei der Berechnung einbezogen werden, wenn sie ihren gesamten Lebensunterhalt mit der Familie bestreiten. Ebenso werden alle Zuzahlungen zusammen berücksichtigt, die Sie und Ihre in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Angehörigen und Lebenspartner leisten. So lassen sich Zuzahlungs- und Einnahmenhöhe errechnen und in ein Verhältnis zueinander setzen. Sobald Sie die Belastungsgrenze der Bruttoeinnahmen erreicht haben, sind Sie und Ihre mitversicherten Familienmitglieder für den Rest des Kalenderjahres von allen weiteren Zuzahlungen befreit.
Zitatende
Quelle: http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/belastungsgrenze.html

Beitrag von zwiebelchen1977 15.02.11 - 10:06 Uhr

Hallo

So stimmt daS auchn nicht. Ich zahle immer im Okt 43, 82 an die KK meiner Oma und sie bekommt dann fürs nächste Jahr eine Befreiung.

Genauso machen wir das für unsere Bewohner im Altenheim, die meisten haben eine Befreiung.

Bianca

Beitrag von goldtaube 15.02.11 - 15:16 Uhr

Hier wird das nicht so gemacht. Hier gilt es immer nur für das Kalenderjahr. Und man kann frühestens im Januar für das laufende Kalenderjahr die Gebühren im Voraus zahlen.

Ist also unterschiedlich.

Beitrag von marion0689 15.02.11 - 10:11 Uhr

Hallo!!

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!!

Der Onkel bekommt Betriebsrente und Rente vom Versorgungsamt Bayreuth.

Die Nachweise über die Zahlungen haben wir damals mit eingereicht. Wir haben dort auch schon einige Male angerufen, um uns zu informieren, wurden aber regelmäßig "abgewimmelt".

lg