Frage an Rechtsanwalt/Notar/Betroffene -> Kauf vor Testamenteintritt

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Beitrag von gabi-123 15.02.11 - 13:56 Uhr

Hallo, hätte folgende Fragen, die habe ich zwar schon bei "Fianzen..." stehen, aber ich dachte, vielleicht bekomme ich hier auch Antworten, die weiterhelfen.

Es geht um zwei Wohnungen, mit Gartenhaus und Grundstück, welches die Großeltern gebaut haben. Die setzten ein Testament auf, indem steht, dass nach ihr Ableben dies der Tochter gehört und nach deren Tod den 3 Enkelkindern alleine und der Ehemann soll nichts erben, da er auch nichts mitbrachte/zahlte.

Falls die Tochter der Großeltern vor ihrem Ehemann stirbt, gilt das Testament dann, dass alleine die 3 Enkelkinder erben oder bekommt der Ehemann einen Pflichtanteil von 50 %, obwohl das gegen den Willen der Großeltern ist?
Sie haben nur ihre Tochter und die 3 Enkeln im Testament, das sie beschrieben haben, bedacht.
Gibt es ein Gesetz, das über dieses Testament wirkt, Zweck Pflichtanteil?

Kann die Tochter jetzt bei Lebzeiten, ihr Erbe an eine ihrer Töchter verkaufen und die Tochter würde ihre zwei Geschwister sofort ausbezahlen?
In diesem Fall würde man doch dem Pflichtanteil des Ehemannes entgehen, da alles noch bei Lebzeiten geschieht und nach dem Willen der Tochter?
Und so sollte es fortgeführt werden, wie es der letzte Wille der Großeltern war.

Würde mich über viele Antoworten freuen!

Grüße Gabi

Beitrag von derhimmelmusswarten 15.02.11 - 13:58 Uhr

Am Besten würde man doch den Notar fragen, der das Testament aufgesetzt hat. Ist es ein Testament oder ein Erbvertrag?

Beitrag von gabi-123 15.02.11 - 14:01 Uhr

Ein Testament von der Tochter ihren Eltern.

Beitrag von windsbraut69 15.02.11 - 14:22 Uhr

Von wem???

Beitrag von gabi-123 15.02.11 - 14:37 Uhr

Die Großeltern haben ein Testament geschrieben, indem steht, dass nach ihrem Tod die Tochter den Nachlass erbt.
Und nach dem Tod der Tochter, die 3 Enkelkinder.
Der Ehemann der Tochter ist vom Testament ausgeschlossen, das haben die Großeltern so bestimmt und festgeschrieben.

Dies soll aber jetzt nicht nach dem Tod der Tochter passieren, sondern eine Tochter will jetzt das Anwesen kaufen, somit die zwei Geschwister auszahlen und der Mutter das Wohnrecht bis zu ihrem Ableben geben.

Die Frage war jetzt, ob trotz Testament, der Ehemann einen Pflichtteil bekommen würde?

Beitrag von christinamarie 15.02.11 - 15:05 Uhr

"Von der Tochter ihren Eltern"#schock#rofl#schock

Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod.

Beitrag von christinamarie 15.02.11 - 15:06 Uhr

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Wenn schon so, dann auch richtig ;-)

Beitrag von bezzi 15.02.11 - 15:30 Uhr

Für ein Testament braucht man aber nicht unbedingt einen Notar.
Du setzt das einfach voraus.

Beitrag von christinamarie 15.02.11 - 15:12 Uhr

Der Ehemann ist aber erbberechtigt. Egal, ob er etwas mit in die Ehe gebracht hat oder nicht. Wie viel hängt davon ab, ob eine Gütergemeinschaft, Gütertrennung, Zugewinngemeinschaft etc. bestand und wie viele Kinder vorhanden sind. Ich glaube, dass ihm mindestens 1/4 zusteht.

Sollte der Ehepartner -wider Willen- testamentarisch umgangen werden, so kann er selbstverständlich sein Erbe einklagen. Sollte er diesem Vertrag zustimmen und pflegebedürftig werden, so kann zurückgefordert werden (Schenkung)

LG
C.

Beitrag von bezzi 15.02.11 - 15:29 Uhr

Ich denke, Deine Antwort ist falsch.
Der Ehemann ist hier außen vor. Er mit den Großeltern nicht verwandt, hat also KEIN Anrecht auf einen Pflichtteil, wenn die Frau stirbt.
Es ist das Testament der Großeltern, die bestimmen können, in welcher Reihenfolge ihr Erbe zu verteilen ist. Die Großeltern haben bestimmt, dass ihr Vermögen an die Enkel gehen soll, wenn die Tochter stirbt. Das konnen sie, ohne auf den SChweiegersohn Rücksicht nehmen zu müssen.
Das nennt sich Vor- bzw. Nacherbschaft.
Sonst könnten sie sich das mit dem Vor- und Nacherben ja sparen und NUR die Tochter einsetzen. Dann wäre es so wie Du schreibst und der Schwiegersohn hätte einen gesetzlichen Erbanspruch.

Beitrag von christinamarie 15.02.11 - 15:42 Uhr

NIcht der Ehemann der Tochter. Ich dachte, der OPA (EHEMANN der Großmutter) sollte "enterbt" werden". SO hatte ich das verstanden....

Beitrag von bezzi 15.02.11 - 15:44 Uhr

Für mich ist ganz klar der Mann der Tochter, also der Schwiegersohn gemeint.
Es ist ja immer nur von DEN GROßELTERN die Rede, nicht von der Oma oder dem Opa.

Beitrag von christinamarie 15.02.11 - 16:01 Uhr

Ich glaube - nach erneutem Lesen des Textes -, dass die TE tatsächlich nicht den Ehemann der Großmutter, sondern den Ehemann der Tochter meint. Dann ist meine Antwort natürlich komplett falsch. Und ich dachte der arme Opa soll umgangen werden ....

Beitrag von bezzi 15.02.11 - 16:03 Uhr

So sehe ich das auch. Schön, dass wir das klären konnten.

#winke

Beitrag von risala 15.02.11 - 15:42 Uhr

Hi,

das sehe ich aber anders.

Wenn meine Oma stirbt erbt meine Mutter das Haus. Stirbt zuerst meine Mutter (was Gott verhüten möge!) und dann meine Oma erbe ich. Trotz Zugewinngemeinschaft ist mein Mann hier nicht erbberechtigt.

Sollte (was Gott verhüten möge!) nicht nur meine Mutter sondern auch ich vor meiner Oma versterben, erbt mein Sohn alleine.

Anders sieht es aus, wenn ich erst erbe (von meiner Mutter/Oma) und dann sterbe. Dann stehen meinem Mann und Sohn je 50% zu.

Für diese Erbfolgen braucht man KEIN Testtament.

Gruß
Kim

Beitrag von bezzi 15.02.11 - 15:48 Uhr

Das ist zwar alles richtig, hier aber nicht das Problem.

Hier geht es um Vor- und Nacherbschaft.

Oma und Opa legen fest, dass nach ihrem Tod die Tochter erben soll und nach dem Tod der Tochter die Enkel.
Das können sie.

Beitrag von risala 16.02.11 - 10:24 Uhr

Hi,

aber das ist die gesetzliche Erbfolge! Das braucht man nicht extra festzuhalten.

Stirbt die Tochter VOR ihren Eltern, erben automatisch ihre Kinder, wenn irgendwann die Großeltern sterben. Der Ehemann ist hier generell außen vor.

Anders ist es, wenn erst die Eltern der Tochter sterben:
Dann erbt die Tochter - das Erbe fließt in die Zugewinngemeinschaft (sofern vorhanden!). Stirbt dann die Tochter, erben die Kinder und der Ehemann je zur Hälfte (bei mehreren Kindern wird die Hälfte entsprechnd aufgeteilt).

Genau so ist es in unserer Familie gewesen, als mein Opa starb.

Gruß
Kim


Beitrag von bezzi 16.02.11 - 20:28 Uhr

"aber das ist die gesetzliche Erbfolge! Das braucht man nicht extra festzuhalten.

Stirbt die Tochter VOR ihren Eltern, erben automatisch ihre Kinder, wenn irgendwann die Großeltern sterben. Der Ehemann ist hier generell außen vor. "

Nochmal:
Ja, Du hast völlig Recht, aber das ist hier nicht das Thema !

"Anders ist es, wenn erst die Eltern der Tochter sterben:
Dann erbt die Tochter - das Erbe fließt in die Zugewinngemeinschaft (sofern vorhanden!). Stirbt dann die Tochter, erben die Kinder und der Ehemann je zur Hälfte (bei mehreren Kindern wird die Hälfte entsprechnd aufgeteilt). "

DAS ist das Thema und genau das wird mit dem vorhandenen Testament der Großeltern verhindert.

Beitrag von bezzi 15.02.11 - 15:42 Uhr

Die Großeltern haben genau festgelegt, was mit Ihrem Vermögen passieren soll. Erst soll die Tochter erben, dann die Enkel.
Das ist durchaus so üblich und nennt sich Vor- bzw. Nacherbschaft.
Den Schwiegersohn können sie da selbstvertändlich ausschließen, er ist ja kein Nachkomme. Stirbt die Tochter, geht das Erbe an die Enkel über.
Die Tochter kann nicht in einem eigenen Testament jemanden dritten (auch nicht den Ehemann) zum Erben des Vermögens der Großeltern machen. Wenn die Tochter stirbt, gilt wieder das alte Testament der Großeltern und die Enkel erben.
Ob die Tochter die Immobilien zu Lebzeiten veräußern darf, sollte im Testament stehen. Wenn da nichts steht, würde ich sagen, sich kann.
Wenn sie das tut, könnten aber möglicherweise für den ERLÖS andere Regeln gelten, der Mann also möglicherweise einen Zugewinnausgleich/Pflichtanteilsanspruch daran haben, wenn die Tochter stirbt.