Überforderung

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von felanca 15.02.11 - 22:04 Uhr

Hallo,

ich bin momentan mit meiner Situation überfordert und wollte mal Fragen ob ihr ein paar Tips für mich habt.

Zu meiner Situation, ich bin 29 Jahre und momentan in einer Schulischen Ausbildung (Teilweise bis 16:45 Schule). Ich bin alleinerziehend mit zwei 5 Jährigen Kindern, die von 7-17 einen Kita Platz haben. Momentan holt mein Opa (hat ne Staublunge) die Kids 2 mal wöchentlich ab, weil ich es nicht zeitig schaffe. Durch die Ausbildung kommt mein Haushalt und auch meine Kinder zu kurz. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Mein Sohn muss einmal in der Woche zum Logopäden.

Hinzu kommt, dass meine Mutter sehr krank ist und seit 3 Monaten im Krankenhaus ist. Beimamputation, wäre danach fast gestorben, und nun sind die Zehen vom 2. Beim abgenommen worden. Das erfordert von mir ebenfalls Zeit und vor allem Nerven ab, da man sie auch noch aufbauen will.

Bisher waren meine Noten in der Schule ganz gut, ich merke aber, dass ich mit den Schulsachen nicht mehr nachkommen kann.

Leider habe ich auch sonst niemanden der mir mal die Kinder abnehmen kann.

Hab nun bei der Diakonie im März einen Termin geben lassen, vielleicht können die mir weiterhelfen.

Wer hatte von euch noch mit Überforderung zu tun und kann mir Gute Tips geben um den Alltag besser zu meistern.

LG und dankeschön

Beitrag von 16061986 15.02.11 - 22:35 Uhr

Das klingt wirklich hart und als ich damals meine ausbildung gemacht hab (vollzeit arbeitenm,einmal die woche schule,dienstag immer noch abends bis halb 7 arbeiten) konnte ich auch nicht mehr. das einzige was ich dir sagen kann ist "augen zu und durch"
ich weiß es klingt schwer aber das,was mir immer geholfen hat war, ich mach das alles für die kinder! um ihnen später eine bessere zukunft bieten zu können usw. es ist eine schwere zeit aber wenn du das hinter dich gebracht hast dann hast du was!
Ich wollte zwischendurch gefühlte 100 mal alles hinschmeißen und hab es trotzdem durchgezogen. hab abends gelernt und die sachen für die schule gemacht und am wochenende mit zeit für die kinder.
haushalt: wenn du ne grundordnung drin hast ist das normal nicht schwer wenn man den ganzen tag nicht daheim ist. wäsche hab ich abends in die maschine,während sie lief gelern... es zerrt total an den nerven aber ich hab das auch geschafft,dann packst du das auch!
ich schick dir viele nerven und drück dich mal ganz fest!

Beitrag von lunacy 16.02.11 - 10:02 Uhr

In welchem Bundesland lebst Du denn? Hier bei uns in NRW ist es z. B. so, dass Du zusätzlich zur Kita eine Anschlussbetreuung durch eine Tagesmutter beantragen kannst, die Deine Kinder abholt und dann noch die notwendige Zeit betreut. Wende Dich doch mal an die zuständige Stelle bzw. das Jugendamt :-)

Beitrag von prettyfly1 16.02.11 - 10:38 Uhr

Hallo felanca
und erstmal #liebdrueck.
Mir geht es momentan genauso, ich mache ein Praktikum (Vollzeit), gehe nebenbei zweimal die Woche abends zur Weiterbildung und bin alleine mit meinen beiden (2,5 und 5). Mit meinem großen muß ich 1 X Woche zum Logopäden. Und ich hab noch nen Hund... Bei mir gibts Phasen wo alles super läuft und Phasen wo ich nicht mehr kann. Meine Tante wohnt zwar in der Nähe aber hat auch kaum Zeit, Oma nimmt sie abends wenn ich Weiterbildung habe, sonst nicht, weil sie auch noch arbeitet und ich ihr das nicht auch noch zumuten will. Ich bleibe momentan völlig auf der Strecke. Ich denke mir dann, ich genieße einfach die Zeit mit meinen beiden und wenn sie bißchen größer sind, hab ich wieder mehr Zeit für mich. Wenn ich mal keine Lust habe, dann lass ich den Haushalt einfach wie er ist, mache nichts und ruh mich aus. Einmal die Woche ist Großputz angesagt...auch wenn es nicht lange dauert bis es wieder so aussieht#augen. Ich versuche jetzt nicht so spät ins bett zu gehen damit ich frühs ausgeruht bin und mache manchmal yoga zur entspannung...gibt da gute dvds. Oder gehe mit meinem Hund spazieren, das ist auch sehr entspannend. Am WE versuche ich ich was schönes mit meinen kindern zu machen oder mich mit freunden und deren kindern zu treffen .
Ich denke du darfst nicht so hart sein mit dir, stresse dich nicht so. Laß den Haushalt einfach mal liegen wenn du keine Lust hast und mach was schönes für dich. Höre Musik oder mach bißchen Sport zum Ausgleich oder schau nen schönen Film, lade Freunde ein zum quatschen und zusammen kochen. Versuche vielleicht ab und zu nen babysitter zu organisieren, z.b. über DRK und nimm dir ein paar Stunden frei.
Viel #klee
prettyfly

Beitrag von shanthi-dd 16.02.11 - 11:57 Uhr

Hallo,

ich kann Dir vielleicht nicht wirklich Tips geben aber möchte Dir gern sagen was mir ganz gut geholfen hat.
Ich bin mit 3 Kids allein, habe auch Ausbildung dazwischen gehabt allerdings mit arbeiten und später war ich 30 - 40 Stunden arbeiten.
Also das allerwichtigste für mich war folgendes- klare Prioritäten setzen!!!
Was soviel heißt wie- werde Dir darüber klar was wirklich absolut wichtig für dich ist und was warten kann!!! Setze Dich selbst nicht unter zu hohen Druck zB. HAushalt- wenn eine gewisse Grundordnung vorhanden ist, ist nicht allzuviel zu machen, somal ihr alle auswärts seit über den Tag!! Mach Deinen Haushalt beispielsweise Freitagabend und nutze die Zeit am WE für Deine Kids und Dich!!! Ohne zu feste Planung und Termine sondern so entspannt wie möglich. Genieße die Dinge mit ihnen die euch gefallen und die ihr liebt. Dadurch tankst Du Kraft!!! Versuch Deine Situation in einem Positiven Licht zu sehen!!! Wir empfinden alles so wie wir es betrachten!
Erkundige Dich nach freien Vereinen die Patenomi, Opis und andere Mütter zur Verfügung haben und zu helfen. Viell gibt es auch so etwas wie Nachbarschaftshilfe.....Bei uns in DResden gibt es solche Vereine.... Oder Du wendest Dich ans Jugendamt und fragst um Rat.....Wenn Du einen guten Hausarzt hast kannst Du es auch mit seiner Hilfe über einen Haushaltshilfe bezahlt durch die Krankenkasse probieren....

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute!!:-)

Shanthi

Beitrag von mum2010 16.02.11 - 13:11 Uhr

Hallo, ich bewunder dich echt wie du das bis jetzt geschafft hast! Woher kommst du denn? Vielleicht gibt es ja hier im forum sogar jemanden der dir mal helfen kann? lg Bianca

Beitrag von kati543 16.02.11 - 16:21 Uhr

Es ist gut, dass du selber feststellst und es auch zugibst, überfordert zu sein. Nur so kann man wirkliche Hilfe bekommen. Leider schaffen viele Mamas diesen Schritt nicht.

Organisiere dein Leben - das Wichtigste sind deine Kinder und deine Ausbildung. Alles andere kann warten. So schlimm die Erkrankungen deiner Familie ist - das kommt erst nach den Kindern und deiner Ausbildung. Die Ausbildung ist ja nun nicht soooo lange und auch irgendwann zu Ende. Vielleicht kannst du sie verkürzen?
Was ist mit dem Vater der Kinder und den anderen Großeltern? Können die Kinder vielleicht öfter zu denen?
Haushalt ist nicht so wichtig. Eine Grundsauberkeit reicht völlig, Und mit 5 Jahren können deine Kinder auch schon helfen.
Gibt es einen Logopäden, der den Kiga aufsucht und bereit ist, deinen Sohn mit zu therapieren? Dann frage mal den und wechsle den Logopäden.
Hast du Freunde, die du miteinbeziehen kannst? Also sie passen mal ein paar Stunden auf deine Kinder auf und du dafür ein anderes mal auf ihre.
Ansonsten gibt es auch die Familienhilfe des Jugendamtes.
Sei mit deiner Zeit geizig. Besuche bei deiner Mama müssen auf ein Minimum gestrichen werden. Zerreißen kannst du dich nicht. Und wenn du jetzt auch noch zusammenbrichst, ist niemanden geholfen. Das muß jedem in deiner Familie klar sein.
Ich hatte letztes Jahr diesen Moment, wo ich fast zusammengebrochen wäre, aber da ist zum Glück rechtzeitig Hilfe eigetroffen. Meine Söhne sind beide schwerbehindert und bekommen Leistungen der Pflegeversicherung und darüber finanziere ich jetzt meine Freizeit.