Kinderwunsch und arbeitslos...bzw bald befristeter Vertrag...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von blödesituation 16.02.11 - 03:37 Uhr

Hallo,

das Thema passt hier zwar nicht rein, aber wollte gerne anonym schreiben.

Ich bin 26 und mein Partner 28 und wir wünschen uns ein Kind. Seit Monaten reden wir, planen wir und gehen die finanzielle Seite durch.
Gewisse Grundvoraussetzungen müssen einfach stehn...zumindest meiner Meinung nach.
Es könnte alles perfekt sein, wenn ich nicht Ende letzten Jahres meinen Job verloren hätte bzw mir der Vertrag nicht verlängert wurde. :-(
Wäre er verlängert worden, dann hätte ich jetzt einen unbefristeten Vertrag und müsste mir keine Gedanken machen. Leider ist das in der Branche wohl so üblich, dass unbefristete Verträge die Ausnahme sind.

Das ärgert mich total, denn wie gesagt es war alles geplant und jetzt das. Wir haben ein schönes Nest bzw eine schöne Wohnung mit Garten, mein Freund hat einen sicheren Job, Rücklagen sind vorhanden...
Aber arbeitslos schwanger werden?! Ich möchte kein Sozialfall werden, aber es belastet mich sehr.

Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll mit unserem KiWu. #schmoll

Zur Zeit bin ich also arbeitslos und habe ab Mai eine befristete Stelle in Aussicht.
Allerdings fängt doch der ganze Mist dann schon wieder an. Ich wäre 1 Jahr befristet und dann nach Verlängerung noch ein Jahr..usw. Ein Festvertrag ist nicht in Aussicht und wird es vielleicht auch nie sein.

Schwanger werden während einer Befristung bringt mich doch eigentlich direkt wieder in die Arbeitslosigkeit zurück,oder?

Ich würde schon gerne wieder arbeiten gehn..zumindest so lange, bis ich einen dicken Bauch habe und nicht mehr arbeiten kann.

Vielleicht ist ja jemand schwanger geworden, während eines befristeten Arbeitsverhältnisses oder während der Arbeitslosigkeit und kann mir berichten. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll...Wollte laut unserer Planung Mitte bis Ende des Jahres die Pille absetzen und dann mit dem Üben beginnen.

Es wäre für mich auch das erste Kind und das möchte ich schon gerne vor 30 bekommen. :-(

Danke fürs Lesen..

LG

Beitrag von kenne ich! 16.02.11 - 06:05 Uhr

Guten Morgen!

Ich bin mit 26 Jahren schwanger geworden und hatte auch einen befristeten Vertrag!

Ich hatte schon zahlreiche Verträge bekommen, immer wieder befristet, aber immer vom gleichen Arbeitgeber. Das ist bei uns normal gewesen und es funktioniert auch, wenn man auf dem Papier immer auf einer anderen Stelle sitzt.

Trotzdem hatte ich natürlich große Sorge, wie es denn in Zukunft aussehen würde. Meine Geschäftsleiterin hat mir dann zum Glück einen ganz langen befristeten Vertrag geben können, damit ich sogar ein knappes Jahr in Erziehungszeit gehen konnte.

Ein halbes Jahr bevor mein Vertrag ausgelaufen wäre, habe ich dann wieder angefangen zu arbeiten (natürlich nur halbtags) und mein Sohn ist dann in die Kindertagesstätte gegangen.

Nach Ablauf des halben Jahres habe ich dann endlich einen Festvertrag bekommen (und das im öffentlichen Dienst). Ich bin sehr glücklich darüber und in ein paar Jahren unkündbar.

Wenn dein Freund einen sicheren Job hat, würde ich nicht mehr allzu lange waren. Wer weiß, wie schnell es klappt!

LG

Sabrina

Beitrag von veruihvuiehveu8r 16.02.11 - 08:18 Uhr

Hallo

Schön dass du dir gedanken machst.

Das leben läuft leider nicht immer nach plan und du schreibst dass es in deiner branche üblich ist nur befristete verträge zu bekommen.
nun, wenn dich das abschreckt damit ein kind zu bekommen dann wirst du wohl nie eins bekommen ???
was hast du für eine wahl??

du schreibst, dein partner hat einen sicheren arbeitsplatz und verdient gut. würde sein gehalt denn reichen um euch, als familie, zu ernähren?
ihr bekommt elterngeld und kindergeld und sobald das kind in einer betreuung ist suchst du dir wieder einen arbeitsplatz, warum soltest du dann keine chancen mehr haben einen befristeten vertrag zu bekommen?

sicher, ein sicherer arbeitsplatz ist gold wert aber es ist auch viel wert wenn wenigstens ein partner diesen hat.

Beitrag von sneukje 16.02.11 - 08:49 Uhr

Hallo,

ich fühle mit dir.
Bin im Moment in einer ähnlichen Situation, mein Vertrag läuft am 30.04 aus, Suche läuft. Das schmeißt die ganze Planung über den Haufen.
Ich oder vielmehr wir wissen im Moment auch nicht was wir nun machen sollen.
Mein Partner verdient gut, das wäre also nicht das Problem. Ich habe einfach nur Angst nach der Elternzeit nichts mehr zu finden und dann ewig "abhängig" zu sein. Und wenn man einen neuen Job findet, möchte ich schon eine Zeit dort arbeiten bevor ich schwanger werde, damit man "entspannter" in die Elternzeit gehen kann.
Alles Mist irgendwie. Aber wie war das?

"Wir sind hier nicht bei wünsch dir was, sondern bei so isses!"

Bin gespannt was du noch für Antworten bekommst.

Alles Gute! #klee

Beitrag von frauke131 16.02.11 - 08:52 Uhr

Grundsätzlich hast Du natürlich recht, wenn Du schreibst, dass man Vorraussetzungen schaffen sollte für ein Kind. ABER: Das Leben lässt sich nicht immer planen. Selbst vermeintlich sichere Jobs können plötzlich in einer Kündigung enden. Es ist möglich, dass man Dich ewig befristen wird, weil man in Deinem Alter schon damit rechnet, dass Du schwanger wirst!

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Dein Mann könnte einen Teil der Elternzeit übernehmen, wenn Du ein gutes Jobangebot bekommst. Niemand sagt, dass Du das alles machen musst und dann lange aus dem Berfsleben rausbist.
Da Dein Mann genug verdient, endest Du ja nicht sofort in Hartz IV.
Du hast anscheinend eine Ausbildung und Berufserfahrung. Du wirst sicher wieder einen Job finden.

Manchmal muss man eben auch mutig sein. Wir haben 2 Kinder im Studium bekommen und das sind nach einem Studium auch nicht die besten Voraussetzungen für einen Job!

Beitrag von sunshine1176 16.02.11 - 09:08 Uhr

Guten Morgen,

ich hatte einen bis zum 31.12.2009 befristeten Vertrag und stand vor dem gleichen Problem wie du. Der Kinderwunsch war riesig und ich 33. Wir haben auch lange hin und her überlegt. Klar, ich hätte warten können, dann hätte sich der Vertrag wieder um ein Jahr verlängert, ich wäre 34 gewesen.
Und dann? Hätte ich vielleicht Glück gehabt und einen unbefristeten bekommen oder ich wäre arbeitslos gewesen.
Ausserdem weiß man ja nie wie lange es dauert, bis man dann schwanger ist. Und wir hätten gerne noch ein 2. Kind.

Also haben wir uns dazu entschlossen ein Kind zu bekommen. Ich bin direkt schwanger geworden, das Baby kam kurz vor Ende des Jahres und jetzt bin ich auf der Suche nach einem neuen Job. Was aber mit einer Ausbildung und ein wenig Erfahrung nicht so schwer ist.

Mein Mann hat einen Job und verdient Geld, ich bin kein Sozialfall und wir sind froh, diese Entscheidung getroffen zu haben!

LG sunshine

Beitrag von falkster 16.02.11 - 09:09 Uhr

also...

erstmal ehrt es Dich, Dir Gedanken zu machen.

Aber...

Ich würde (und wir haben) uns in der Familienplanung nicht vom materiellen leiten lassen.
Wir leben zum Glück in einem Staat, der hier immer noch ausreichend Hilfestellung bietet, auf die man als Staatsbürger einen Anspruch hat. Man würde also nicht zum Bittsteller.
Und ein jeder mit etwas gesundem Menschenverstand wird alles tun, um aus der temporären Bedürftigkeit rauszukommen. Bei euch verdient ja sogar noch Dein Mann recht gut...

Bei uns war es noch ein wenig extremer. Ich bin arbeitslos aus England nach Deutschland zurückgekehrt, um uns hier was aufzubauen, während meine Frau erstmal noch in England blieb mit einem schlecht bezahlten Job.
Bei einem meiner Besuche passierte, was wir nicht mehr wirklich für möglich gehalten hatten. Trotz mehrerer Unterleibsoperationen wurde meine Frau tatsächlich schwanger, obwohl ihr Ärzte da in der Vergangenheit eher weniger Hoffnung machten.
Der Kinderwunsch meiner Frau war einfach das allerstärkste, was ich in ihr bisher so mitbekommen habe, von daher haben wir natürlich nicht auf unsere Rahmenbedingungen geachtet, die zu der Zeit absolut nicht ideal waren. Räumliche Trennung und keinen Job...

Aber wie sich das so fügt...
Im September heiratete ich meine Frau und holte sie nach Berlin, im Oktober fand ich Arbeit, die uns alle drei halbwegs über die Runden bringt und im Dezember kam Töchterchen Ava zur Welt. :-)
So musste ich also nicht mal uns alle drei ins Sozialsystem melden...

Du siehst, es kommt immer anders.

Von daher. Wenn der Kinderwunsch da ist würde ich nicht zögern. Das Leben geht manchmal Wege, sokrumm kann man gar nicht denken.

Viel Glück!

Beitrag von amory 16.02.11 - 10:03 Uhr

Hallo,

ich kenne das gefühl und bin sehr froh, dass ich mien Kind ungeplant direkt zum studienabschluss bekommen habe.
es war zwar hölle anstregend, weil auch ihr vater noch studiert hat und ich direkt nach dem mutterschutz überhaupt erst richtig angefangen habe zu arbeiten (allerdings freiberuflich und nur 3 tage/woche). aber seitdem geht das beruflich so weiter: ich arbeite teilzeit in befristeten verträgen, daneben freiberuflich, sicherheit ist was anderes.
ich denke schon über ein zweites kind nach, aber die jobsituation ist dermaßen zum kotzen (obwohl ich gut verdiene), dass ich bisher angst davor habe.
ich würde gerne bei einem zweiten kind einfach mal ein halbes jahr zuhause bleiben. das ginge jetzt nicht. deshalb schiebe ich das ganze seit 2 jahren vor mir her.....mittlerweile überwiegt aber das gefühl, dass ich es einfach machen möchte, wenn meine beziheung wieder gefestigt ist (hatten uns kurzfristig getrennt und leben in zwei wohnungen). beim ersten kind hat es beruflich ja auhc geklappt, ich hoffe einfach, das klappt nochmal so.
aber anstregend ist es schon, denn iene lange pause ist bei befristeten verträgen oder freiberufler-dasein nicht möglich.

aber für immer möcht eich mir mienen wunsch nach einem zweiten kind ncith von den gesellschaftlichen verhältnissen verbieten lassen....mal sehen. im moment bewerbe ich mich auf festanstellungen, vielleicht klappt das ja mal und dann kann ich in 1-2 jahren wirklich mal ne pasue machen (und das mache ich, auch wenn jetzt viele schreien werden: verat am arbeitgeber...)

grüße, amory

Beitrag von ayshe 16.02.11 - 12:33 Uhr

Hallo,

so ging es mir auch damals ;-)

Man kann aber eben nicht ewig warten und alles nur davon abhängig machen.

Ich habe es so gemacht, daß ich es auf eine Schwangerschaft angelegt hatte, als ich den neuen Vertrag hatte, dann war ich also innerhalb des Vertragsverhältnisses schwanger, die Kleine kam, 5 Monate später mußte ich wieder (voll) arbeiten, damit ich die Chance auf die nächste Verlängerung nicht vertat.
Und so lief das eben.

Man wird doch nicht gleich zum Sozialfall, schon gar nicht, wenn man eben auch weiter arbeitet.
3 Jahre Elternzeit würde ich mir dan allerdings nicht unbedingt gönnen.

Du mußt eben wissen, ob du noch innerhalb des Vertrages anfangen willst, was ja eine neue Verlängerung wahrscheinlicher macht oder ob du eben nach Schwangerschaft und Kind und Pause irgendwann ganz woanders einen neuen Job suchen willst.

Beitrag von anyca 16.02.11 - 16:48 Uhr

Ich und meine Kollegen haben alle befristete Verträge - und fast alle haben Kinder. Wie Du selber sagst, in machen Branchen sind unbefristete Verträge kaum zu kriegen.

Wenn Du einen kinderwilligen Partner mit Job hast, ran an den Speck ... besser, als mit 38 dann zwar einen unbefristeten Job haben, aber nicht mehr schwanger werden ...

Beitrag von blödesituation 16.02.11 - 17:29 Uhr

Hallo,

ich möchte mich erstmal für die netten Antworten bedanken. Die haben mir doch ein wenig Mut gemacht. :-)
Mein Partner hat einen sicheren Job,aber er verdient nicht die Welt. Würde wohl irgendwie hinhauen, da ich schon ziemlich hohe Rücklagen habe, auf die ich zur Not zurückgreifen könnte.
Zudem würden meine Schwiegereltern in Spe unterstützend zur Seite stehn.

Ich mache mir auch keine Gedanken darüber, dass ich nach der Schwangerschaft keinen Job mehr finden würde, denn ich arbeite in einer Branche, die eigentlich immer Leute sucht.
Mein Problem ist halt einfach mein schlechtes Gefühl, in einer solchen Situation ein Kind zu planen.

Das ist das erste Mal, dass ich arbeitslos bin und allein die Vorstellung, ich könnte schwanger in Hartz 4 reinrutschen macht mir Angst. :-(

Ich werde mich mit meinem Partner zusammen setzen und wir werden mal alle Möglichkeiten durchgehen und dann hoffentlich zu einer Lösung kommen.

LG

Beitrag von anyca 16.02.11 - 17:55 Uhr

"Mein Problem ist halt einfach mein schlechtes Gefühl, in einer solchen Situation ein Kind zu planen. "

Lös Dich vom "beide müssen Jobs auf Lebenszeit haben und / oder genug Kohle, daß Mama ewig Hausfrau sein kann" Ideal - so ist das Leben heute einfach nicht mehr!

Hey, Dein Partner will Kinder (bei vielen Frauen scheitert es schon daran!), er hat einen Job, Du wirst auch wieder einen kriegen, ihr habt großelterliche Unterstützung - für die heutige Arbeits- und Lebenswelt habt ihr eine gute Basis für ein Kind!

Wärst Du jetzt ungeplant schwanger, würdest Du sicher keine Abtreibung in Erwägung ziehen, oder? (Ich finde es hier immer ziemlich schizo, daß ungeplant Schwangeren auch mit 16 ohne Partner und Abschluß "ach, mach mal, wird schon werden" suggeriert wird, aber wehe, man PLANT ein Kind, ohne den 150% festen Job und einen gutverdienenden Ehemann zu haben ... #kratz)

Beitrag von ayshe 16.02.11 - 18:10 Uhr

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(Ich finde es hier immer ziemlich schizo, daß ungeplant Schwangeren auch mit 16 ohne Partner und Abschluß "ach, mach mal, wird schon werden" suggeriert wird, aber wehe, man PLANT ein Kind, ohne den 150% festen Job und einen gutverdienenden Ehemann zu haben ... )
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#pro #rofl Ja, da hast du wirklich recht!

Beitrag von ayshe 16.02.11 - 18:09 Uhr

Weißt du, die Uhr läuft aber leider.

Und man kann einfach nicht ewig warten.
Die Entscheidung, Kinder haben zu wollen, ist eine Lebensentscheidung, eine sehr wichtige.
Ich rede ja jetzt nicht davon, daß man mit ALG2 jetzt sein drittes Kind plant, aber ob eben überhaupt, wollte ich nicht von anderen abhängig machen, es ist mein Leben.


Du sagst doch, die Chancen sind bei dir ganz gut.
Ich hatte 6 Jahre befristete Verträge und habe auch so etwas gedacht wie du und mein Mann hat mir da Mut gemacht und gemeint, es wäre doch nicht so schlimm, wenn man mal arbeitslos ist.

Ich steh seit 20 Jahren im Berufsleben und war nur einmal für 3 Monate arbeitslos.
Und ja, ich habe es genossen und mir einen Faulen gemacht.

Je nachdem, was man macht, heißt es doch nicht gleich, daß man ewig arbeistlos ist.