Zwangsversteigerung

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von melli2261979 16.02.11 - 06:22 Uhr

Huhu, guten Morgen!

wir nehmen Anfang März an einer Zwangsvollstr. teil - kennt sich jmd damit aus, wie sowas abläuft und wenn wir das Haus wirklich ersteigern sollten, wie läuft es dann.
Die momentanen Besitzer wohnen noch da drinn. Wie lange hätten die dann noch zeit zum ausziehen etc...

wäre toll wenn mir jmd meine Fragen beantworten könnte...

Danke schon einmal

Melli

Beitrag von 280869 16.02.11 - 09:28 Uhr

Geht ihr richtig zu einer Versteigerung oder habt ihr eine Briefversteigerung(keine Ahnung wie das richtig heißt)?

Wir haben unser Haus ersteigert als es noch im Rohbau war. Besitzer(Privatperson) war keiner mehr da ,es ging schon an die Stadt über.Also die Stadt war Eigentümer.
Die Stadt hat Grundstücke zur Versteigerung ausgeschrieben, da haben wir uns einen Termin gemacht und die Objekte besichtigt, richtig von innen und vom Keller bis zum Dach.
Dann gab es einen Termin bis wann man sein Gebot schriftlich abgeben mußte.Beim 3. mal hatten wir Glück.:-)

Ich habe mal im Fernsehen gesehen,das war richtig eine Versteigerungsveranstaltung da hatte man nur Expose vom Haus, und hat das Haus ungesehen ersteigert.
In der Sendung wurde dann gezeigt wieviele Mängel die Häuser hatten und manche hatten auch noch Exeigentümer die trotz Klagen nicht ausgezogen sind , oder der Eigentümer hat vorher das noch supermoderne Bad (was ja im Preis inbegriffen war) total zerstört.

Wenn ihr ein Haus ersteigert dann seht es euch vorher an, am besten mit Gutachter. Und ein Bewohntes würde ich nie kaufen.es sei denn ein Mehrfamilienhaus wo für euch Wohnraum frei ist.

Vg 280869

Beitrag von wind-prinzessin 16.02.11 - 11:29 Uhr

Dem Punkt mit dem ungesehenen Haus möchte ich auch nochmal anführen. Mein Freund hat mir erzählt, dass das letztens im TV war. Von außen sah das Haus top aus, ein Paar hat das Haus ersteigert und von innen war das Haus die reinste Ruine! 20000 Euro bezahlt und das Zigfache an Renovierungskosten reingesteckt.

Würde ich auch nur machen wie meine Vorposterin. Da weißt du wenigstens, was du bekommst.

Beitrag von nadine3301 16.02.11 - 17:47 Uhr

Wir wollten auch mal ein Haus ersteigern, die ehemalige Besitzerin hat keinen rein gelassen und man musste sich mit dem Gutachten vom Gericht begnügen.

Es ging das Gerücht herum, das sie bei Versteigerung nicht freiwillig ausziehen würde.
Da haben wir die Finger von gelassen.
Es kam mal ein Bericht über einen ähnlichen Fall, da klagte man schon 2 Jahre und die das Haus ersteigert hatten, standen vor den Ruin.

Ich würde es nicht machen, nur wenn das Haus leer ist oder man die aktuellen Besitzer eventuell kennt.
Man muss doch auch eine bestimmte Summe gleich vorstrecken ( beim Gericht ) Ich glaube 10% von der Kaufsumme.


gruß

Beitrag von melli2261979 16.02.11 - 12:41 Uhr

Wir gehen richtig zu einer Versteigerung... da ich die noch besitzerin von früher kenn - hab ich die möglichkeit gehabt schon mal zu gucken (habe das aber unter einem anderen vorwand gemacht)... wollte ihr nicht zu nahe treten. Anstonsten haben wir auch nur das Gutachten vorliegen.

Das Haus ist ein Neubau (2007) und noch nicht ganz fertig gestellt... Garage und Treppenbelag fehlt noch... und noch andere Mängel. Lt. Gutachten rund 20.000,- Mängel. Also da wissen wir worauf wir uns einlassen.
Habe auch mal so einen Bericht im TV gesehen und mache mir ein bissl gedanken. Aber diese Haus ist PERFEKT für uns. Die Lage... die Ausstattung etc.
Wir suchen halt schon seit gut 4 Jahren und finden einfach nichts.
Da wo wir wohnen sind die Immo Preise ordentlich hoch. Aber wegziehen wollen wir nicht.

Danke für eure Antworten!!!

Beitrag von rollino 16.02.11 - 23:49 Uhr

Hi,
wir haben unser Haus auch ersteigert. Die Eigentümer wohnten noch drin. Für die war das ganz schön unangenehm, da wir in einem kleinen Ort wohnten und die Tante so ne Schnäpfe war. Die haben uns vorher nicht reingelassen, aber ich kannte die Nachbarin und wir haben von ihrem Haus aus geschaut.

Eine Baranzahlung am Versteigerungstag ist NICHT mehr möglich.
Tja und mit dem Auszug der Dame. Das hat mich damals schon Nerven gekostet. Letztendlich waren die nach vier Monaten raus. Die Küche von denen war noch drin und ein riesen Esstisch. Wurde dann nach weiteren zwei Wochen abgeholt.
Wenn die nicht freiwillig ausgezogen wären, hatte wir eine Zwangsräumung beantragen müssen, dauert mindestens ein Jahr....

Also nicht so wie wir voreilig die Mietswohnung kündigen...

Ich würde es allerdings immer wieder machen.
So lange man zu einem vernünfigen Preis ein vernünftiges Haus bekommt ist das doch super.

(Die Dame hatte noch weitere vier Häuser zur Zwangsversteigerung ausstehen, die waren echt durch die Mieter runtergekommen (Heizungsanlage kaputt, hatten dann mit einem offen Feuerofen geheizt, Wasserschaden....)

Lasst euch nicht verunsichern und wartet wirklich bis die Bietstunde fast zu Ende ist, dann geht es meist echt los.
Sitz nicht vorne, hinter euch sitzende bekommen eure Gespräche mit und natürlich eure Mimik. Hinten sitzen.

Bei Ehepaaren beide mit, Personalausweise nicht vergessen.

Schaut einfach, wie viele Marklergeier da sind. Die warten echt bis die Rechtspflegerin die Stunde beenden will.
Die treiben auch oft die Preise hoch, manchmal hatte ich das Gefühl, die stecken mit den Banken unter einer Decke.

LG
Susanne

Beitrag von melli2261979 17.02.11 - 06:24 Uhr

DANKE!!! Das sind Tipps die ich hören wollte ;o) bzgl. am Ende, hinten sitzen und und und...
Das es Gefahren birgt ist uns ja durchaus bewusst... allein schon aus dem TV.
Die jetztige Besitzerin und ich haben ein paar gemeinsame Freunde (gleiches Alter). Wir lassen uns mal überraschen. Haben auch ein maximal gebot und wenn wir da überboten werden, dann suchen wir halt weiter bzw. warten ob wir ein Grundstück beim nächsten Baugebiet bekommen... DANKE noch einmal!

Beitrag von demy 17.02.11 - 11:41 Uhr

"hatte wir eine Zwangsräumung beantragen müssen, dauert mindestens ein Jahr.... "

Hm,
was ist denn da mit euren Gerichtsvollziehern los?

Der längste Zeitraum den ich bei meinem Freund gehört habe wenn er mit dem Räumungstitel zum Gerichtsvollzieher ging waren 2 Monate bis zur Räumung.
Der kürzeste 4 Tage ;-)

Den Räumungstitel gegen den ehemaligen Eigentümer hat man mit der Ersteigerung ja sofort, bzw. holt man sich mit dem Zuschlagsbeschluss sofort.

Einen Gerichtsvollzieher der 1 Jahr braucht um mit einem Räumungstitel eine beauftragte Zwangsräumung durchzuführen würde ich versuchen rechtlich zu belangen.

Gruß
Demy

Beitrag von demy 17.02.11 - 11:05 Uhr

Hallo,
die ehemaligen Besitzer haben überhaupt keine Zeit in dem ehemaligen Haus zu verbleiben.

Mit dem Zuschlagsbeschluss aus der Zwangsversteigerung hat man einen sofort vollstreckbaren Räumungstitel gegen die ehemaligen Eigentümer.

Vom Zeitansatz her ist es also sehr schnell und einfach möglich einen ehemaligen Besitzer aus dem ersteigerten Objekt zu bekommen.
Allerdings zahlt man die Räumungskosten natürlich aus der eigenen Tasche.

Was schwer aus einem zwangsersteigerten Objekt zu bekommen sein kann sind Mieter, das trifft aber in eurem Fall nicht zu.

Das darf hier also nicht verwechselt werden.
Mietern muss man ganz normal fristgerecht rechtswirksam kündigen z.B. wegen Eigenbedarf.
Das kann sich hinziehen weil ein Mieter sich ja gegen die Kündigung gerichtlich wehren kann und solange kann der Mieter wohnen bleiben.

Einen ehemaligen Eigentümer dagegen habe ich innerhalb kürzester Zeit draußen, notfalls geht der in ein Obdachlosenasyl wenn er sich weigert.

Gruß
Demy

Beitrag von melli2261979 17.02.11 - 21:02 Uhr

Danke für die Tipps.... ich werde euch berichten wie es gleuafen ist und ob wir den zuschlag erhalten haben ;o) sind ja noch ca. 3 Wochen bis zum Termin...

Beitrag von bine0373 18.02.11 - 16:09 Uhr

Hallo Melli,
ehrlich gesagt könnte ich mir nicht vorstellen, ein Haus zu ersteigern. Mich würde die Trauer und das Leid der Vorbesitzer zu sehr mitnehmen.
Muss wohl jeder selbst entscheiden.
Grüße
Sabine