Probleme mit/in der Grundschule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von tiffysb 16.02.11 - 11:06 Uhr

Hallo Zusammen,

ich weiß eigentlich gar nicht so genau wo mein Problem liegt, daher fange ich einfach mal zu erzählen.

Unsere Tochter (8 Jahre) geht in die 3. Klasse der örtlichen Grundschule. 1 Klasse lief alles super. In der 2. Klasse gingen dann die Probleme los. Erstmal nur mit Lesen und Schreiben. Sie tut sich schwer damit aber das soll es ja halt geben, ein Genie ist keiner. In Mathe und auch in sonstigen Fächern haben wir keine Probleme.

Ende der zweiten Klasse ging es dann los, dass sie mit Hausaufgaben nach Hause kam, wo sie gar nicht wußte, was sie da überhaupt machen sollte. Es ging damals um das Dividieren. Der Lehrer hätte überhaupt nicht erklärt, wie man dividiert. Also ich habe es meiner Tochter erklärt und das ganze war in 3 Minuten gegessen. Dumm ist sie nicht, wie gesagt, wenn man ihr etwas erklärt, hat sie es schnell verstanden und kann es auch umsetzen.

In der Dritten Klasse, passierte es dann immer öfters, dass sie mit Hausaufgaben ankam und wieder nicht wußte, um was es überhaupt geht. Gut ich mich mit ihr hingesetzt und erklärt.

Dann fingen die Kinder an in Deutsch Aufsätze zu schreiben. Sie schrieben diese in der Schule vor, der Lehrer schaute sich diese an, schrieb Verbesserungsvorschläge darunter und die Kinder sollten dann den Aufsatz zu Hause ins Reine schreiben.
Problem an der Sache war nur, dass der Lehrer in einer solchen Sauklaue die Verbesserungsvorschläge unter den Aufsatz schrieb, dass selbst ich Probleme hatte diese zu lesen. Als ich meine Tochter fragte, ob sie denn überhaupt wisse, was unter dem Aufsatz steht, sagte sie natürlich nein, sie könne es nicht lesen. Auf meine Nachfrage hin, wieso sie dann den Lehrer nicht fragt, sagte sie mir dann, dass der dann immer gleich schreie und er das nicht bei allen Kindern erklären könne.

Weiter ging es dann mit diversen Rechtschreibregeln, wann z.B. ein langes i benutzt wird oder das scharfe s. Nun haben die Kinder eine solche Menge an Regeln und an Ausnahmen gelernt, dass praktisch keiner mehr weiß, wann welche Regel anzuwenden sind. Dementsprechend fallen auch die Diktate aus.
Man legte mir nache das Kind auf Legasthenie untersuchen zulassen. Gesagt, getan. Heraus kam, dass meine Tochter einen IQ von 108 hat - also ganz normler Durchschnitt - und keine Schwäche irgendwo vorliegen würde.

Dann habe ich mich mal mit anderen Eltern unterhalten, diese Probleme liegen nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Kindern in der Klasse. Manche Mütter, die auch schon ältere Kinder haben meinten, so schlechte Arbeitsergebnisse wie in dieser Klasse hätte es ja noch nie geben und man könnte sich da auch keinen Reim darauf machen.

Zudem haben die Kinder an machen Tagen wirklich ein Pensum an Hausaufgaben, dass an eine Freizeitgestaltung nicht mehr zu denken ist.
Den Lehrer drauf angesprochen haben wir mehrmals beim Elternabend. Wir ernten hier aber nur ein Schulterzucken und ein "Lehrplan einhalten" "Schulhjahr ist zu kurz" usw.
Die Eltern, die mehrere Kinder haben, sagten auch hier, das sei man gar nicht gewohnt, Hausaufgaben klar - aber nicht in solcher Menge.

O.k. als ich dann bei der Psychologin war wegen der Legastehnie, die ja nicht vorhanden ist, sagte sie mir, ich müsse halt mit meiner Tochter mehr üben oder sie in ein Lehrinstitut geben, die nachmittags mit ihr üben.

Alles gut und schön. Aber das Kind verläßt und 7 Uhr das Haus. Zu Hause ist sie gegen 13 Uhr, 2mal die Woche erst um 13:30. Dann Essen und dann Hausaufgaben bis ca. 16:00h. Wer nachrechnet, wird feststellen, dass das Kind dann schon 9 Stunden im Dienst ist - und dann soll ich mich nochmal 2 Stunden mit ihr hinsetzen und üben ?
Ist es hier nicht die Aufgabe der Schule da irgendwie einzugreifen ? Zumal das Kind nicht dumm und auch willig ist. Wie gesagt, hätten wir alleine die Probleme würde ich nichts sagen aber die ganze Klasse tut sich etwas schwer und DAS kommt mir komisch vor.

Als ich mal beim Frisör war und mit anderen "Einheimischen" gesprochen hab, sagten mir die Leute schon, die Kinder die hier aus der Grundschule kommen, können alle nicht lesen und schreiben - da hätte ich schon stutzig werden müssen. Also kann es ja auch irgendwie nicht nur am Lehrer liegen.

Letzte Woche traf ich dann beim Einkaufen eine Bekannte. Ihre Tochter war bis letztes Jahr auf dieser Schule und hat nun auf die Realschule gewechselt. Von der Grundschule bekam sie nochnichtmal eine Empfehlung für die Realschule.
Nun ist sie dort Klassenbeste und die Lehrer fragen die Mutter, wieso das Kind nicht aufs Gymnasium gegangen ist, weil sie total unterfordert ist.

Nun haben wir noch ein halbes Jahr in der 3. Klasse. In der 4. müssen wir uns ja dann langsam mal nach der weiterführenden Schule umsehen und ich habe keine Ahnung was dann werden wird.

Was kann / soll ich denn noch tun ? Beschweren ? wenn ja wo ? und wie ? dass nicht das Kind nachher der Leidtragende ist.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von meringue 16.02.11 - 12:14 Uhr

Habt ihr Elternsprechtage, an denen du gezielt die Probleme ansprechen kannst? Hat sie nur einen Lehrer oder mehrere? Welchen Eindruck haben die anderen Lehrer?
Auf jeden Fall würde ich mit allen beteiligten Lehrern im Gespräch bleiben.

Die Probleme werden nicht von allein verschwinden, da trügt dich dein Gefühl nicht. Auch wenn die Schule ein sehr hohes Niveau hat oder schlechte Lehrer, haben sie allgemeine Lehrpläne. Auf www.klassenarbeiten.de und abfrager.de gibt es klassenbezogene Tests. Nicht dass sie nachher auch unterfordert auf der Realschule versauert ;-)

Und schließlich: Hast du in Erwägung gezogen, deine Tochter ein Jahr wiederholen zu lassen? Das ist kein Weltuntergang, sie kann dann vllt entspannter ihren Weg gehen.

Alles Gute.

Beitrag von tiffysb 16.02.11 - 12:21 Uhr

Hallo Meringue,

danke für Deine Antwort.

Sie haben nur diesen einen Lehrer, außer in Religion aber das zählt ja nicht.

Ich habe schon so vieles in Erwägung geszogen. Ich wollte sie ja schon letztes Jahr nochmal die Klasse wiederholen lassen, da riet der Lehrer davon ab.

Ich habe dann meiner Tochter vorgeschlagen, ob sie nicht in eine andere 3. Klasse möchte aber das lehnt sie kategorisch ab. Ich weiß nicht, ob es hier Sinn macht einfach über den Kopf des Kindes zu entscheiden, wenn sie dann blockt, ist es ganz vorbei.

Nur eine Lösung scheint dies alles nicht so sein. Ich weiß ja nicht wie es in anderen Grundschule aussieht, nur wenn ich mich an meine Grundschulzeit zurück erinnere, da ist doch niemand sitzen geblieben oder hat wiederholt. An dieser Schule ist das gang und gebe, da kenn ich sogar alleine 3 Kinder aus unserer Straße. Ich bin nach wie vor der Meinung in der Schule ist der Wurm drin :-(

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von simone_2403 16.02.11 - 14:59 Uhr

*einmisch* #schein

Wenn du der Meinung bist,das da der Wurm drin ist,sprich zuerst mit dem Pektor(beim Lehrer scheint ja nichts zu fruchten obwohl sich mehrere Eltern einig sind) Kommt ihr mit diesem auch nicht auf einen Nenner würde mich ans Schulamt wenden.

Es ist nun mal so,das die Kinder heutzutage mehr zu leisten haben als wir zur damaligen Zeit.Die Klassen sind in manchen Schulen sehr groß,die Lehrkräfte haben "Druck" und da bleiben Kinder tatsächlich auf der Strecke. Wenn dann Gespräche mit der Lehrkraft und dem Schulleiter nichts bringen würde ich definitiv zum Schulamt gehen zumal der Ruf dieser Schule ja schon länger im Argen liegen zu scheint

#winke

Beitrag von tiffysb 16.02.11 - 15:46 Uhr

Hallo,

auch Dir danke für die Antwort. Wenn ich wüßte, dass es was bringen würde, würde ich mir tatsächlich mal den Rektor schnappen. Von anderen Müttern weiß ich aber auch, dass man zwar Termine bekommt diese dann aber im Prinzip mehr schaden als nutzen.

Es ist ohnehinso, dass unser Lehrer ein paar "Lieblinge" hat, die tun und lassen können was sie wollen und der Rest muß sehen wo er bleibt. Die Eltern der "Lieblinge" geben das auch offen zu aber sie wären ja schön blöd sich zu beschweren, was ich auch verstehen kann.

Je öfter man als Elternteil in der Schule aufläuft umsomehr hat das Kind zu leiden. Sehe ich an der besten Freundin meiner Tochter. Ihre Mutter meint es halt auch nur gut und will dem Kind helfen, erreicht damit aber das genaue Gegenteil.

Wenn ich mich ans Schulamt wende, kann ich das doch mit Sicherheit nicht anonym tun, und dann wären wir schon beim nächsten Problem. Das Schulamt wird mit der Schule sprechen und sie wissen direkt von wem es kam. MIr gehts dann zwar besser, weil ich da meinen Frust abladen konnte aber meine Tochter kann dann noch 1,5 Jahre Spiesrutenlaufen und das möchte ich nicht.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von anja1968bonn 16.02.11 - 20:59 Uhr

Also, es geht ja nicht darum, dass du dir den Rektor schnappst - besser ist ein gemeinsames Gespräch von Elternvertretung, Lehrer und Schulleitung.

Wir haben so etwas gerade hinter uns - es gab mehrere Gespräche des Elternrats, z. T. auch mit Einbezug der Schulleitung. Und tatsächlich hat die Lehrerin die eine oder andere Verhaltensweise geändert. Wichtig war in diesem Zusammenhang übrigens, dass, obwohl die Lehrerin ausdrücklich danach gefragt hat, keine Namen von sich beschwerenden Kindern oder Eltern genannt wurden.

Trotz des natürlich höheren Lerntempos in der 3. Klasse kann es nicht sein, dass die Kinder über Stunden für die Hausaufgaben brauchen und diese nicht alleine bewältigen können. Aber solange viele Eltern das hohe Pensum mittragen (einmal vorausgesetzt, das betrifft wirklich einen Großteil der Klasse), wird der Druck so hoch bleiben.

LG

Anja

Beitrag von tiffysb 16.02.11 - 12:24 Uhr

Ich nochmal :-)

Habe mir jetzt mal Deinen Link mit den Klassenarbeiten angesehen. Und was hier über das komplette 3. Schuljahr in Mathe abgefragt wird, hatten wir schon vor den Weihnachtsferien ereldigt.

Wieso striezen die dann die Kinder so ?

Verstehe ich nicht.

Beitrag von meringue 16.02.11 - 21:06 Uhr

Da habt ihr aber wirklich eine ambitionierte Schule erwischt. Gibts bei euch heftigen Konkurrenzkampf unter Grundschulen?
Das hohe Niveau ist natürlich nicht schlecht: So ist deine Tochter für später gut gerüstet- sofern sie nicht die Lust auf Schule verliert.

Ich würde ihr erzählen, dass sie außergewöhnlich viel lernen muss, dann kann sie sich besser einschätzen und ist nicht so frustriert.

Habt ihr verbindliche Schulempfehlungen oder könnt ihr selbst wählen? Da weißt du schon mal, dass du deine Tochter besser einstufen kannst, als die Noten es aussagen.