Wie teilnahmslos manche Leute doch sind....

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Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von nane75 16.02.11 - 13:10 Uhr

Ich bin wütend, denn auch mein Sohn hätte in folgender Situation stecken können :
Gestern nachmittag gehe ich mit 4 kl.Kindern zum Kinderschwimmen, wir sammeln uns vor der Schwimmhalle.Die Kids laufen vor und bleiben mit einem Mal wie erstarrt stehen.
Unter einem LKW (Bauarbeiter arbeiten an der Halle)sehe ich nur mehrere Füße.
Als ich um die Ecke bog sah ich wie 2 Teenies sich prügeln, aber wie.Der eine hatte schon eine Platzwunde an der Schläfe und am Mund,er blutete stark.Ca.5 Jungs feuerten den Schläger an.
2 Bauarbeiter standen 2 meter daneben und taten nichts.
Ich bin sofort dazwischen und habe 2x gewarnt er soll den Jungen loslassen oder ich rufe die Polizei . Er lies los und der Junge wollte keinen Arzt nur heim.Er war körperlich dem Schläger auch völlig unterlegen.
Ich hielt noch eine Rede an die Zuschauer , aber alle entfernten sich kleinlaut.
Ich will kein Lob, für mich war das Eingreifen selbstverständlich.
Die Bauarbeiter (2 Meter Männer) waren als erstes weg.
Wo sind wir nur hingekommen?

Beitrag von alpenbaby711 16.02.11 - 13:12 Uhr

Das sind doch echte Drecksäcke wenn die nur zuschauen und vorher nichts tun.
Ela

Beitrag von spatzl27 16.02.11 - 13:25 Uhr

Die könntest Du problemlos wegen unterlassener Hilfeleistung belangen.
Ich verstehs auch nicht, wie man da noch zuschauen kann. Wenn man Angst hat, was ich legitim finde, da ja einige couragierte Helfer selbst böse zugerichtet - oder getötet - worden sind, dann rufe ich wenigstens die Polizei.

Könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren GAR NICHTS zu tun.

Beitrag von nane75 16.02.11 - 13:29 Uhr

Zwei gestandene Bauarbeiter gegen vielleicht 14-jährige
dürre Hemdchen... , wovon einer mehr Kraft hatte als der andere....

Beitrag von spatzl27 16.02.11 - 13:40 Uhr

Du ich glaubs Dir, ich verstehs auch nicht.. #blume

Beitrag von metalmom 16.02.11 - 13:28 Uhr

Von mir kriegst Du trotzdem ein Lob!
Ich find`s toll, dass Du eingeschritten bist.
Zu den Bauarbeitern kann ich nicht viel sagen. Entweder sie waren zu feige oder es war ihnen echt egal.
Schon traurig, dass man nicht mit Hilfe rechnen darf, wenn man in Sichtweite anderer Menschen angegriffen wird.
LG,
Sandra

Beitrag von robingoodfellow 16.02.11 - 13:33 Uhr

Das ist die "ach sind doch genug da" Einstellung.

Ich hab vor 2 Jahren im Urlaub mal ein kleines Mädchen (ca. 3) aus dem Wasser gezogen das von der Rutsche kam und nicht mehr hoch kam. Also sie war unter Wasser und wusste nicht mehr wo oben oder unten ist, ohne Flügel natürlich!

Um mich waren unendlich viele Menschen und ich musste noch knapp 1,5 Meter durch das Wasser, das mir kleinem Weibchen bis zum Schritt ging, pflügen um hinzukommen.
Dann hatte ich sie auf dem Arm, die Kleene völlig verwirrt und panisch, und hab sie gefragt wo denn ihre Eltern sind. Da dreht sich ein Mann NEBEN mir zu uns um und sagt "Ja Schatzi was machst du denn?". Nimmt sie und geht an den Beckenrand.
Hätte ich nicht meinen Sohn auffangen müssen (mit Flügel) wär ich nach.

1. Kein Mensch hilft und 2. der Vater checkt nicht das neben ihm seine Tochter unter Wasser rumpaddelt.

Seitdem bin ich in Pools und im Wasser noch vorsichtiger geworden weil wirklich die wenigsten Leute sich um andere kümmern. Traurig.

Beitrag von medina26 16.02.11 - 14:14 Uhr

Willkommen in der Realität! Traurig aber wahr!

Beitrag von echtjetzt 16.02.11 - 16:58 Uhr

Das müssen deswegen keine schlechten Menschen sein und im Nachhinein finden sie es vielleicht selber scheiße.

Die Wege der Psyche sind unergründlich oder wie war das?

Beitrag von miau2 16.02.11 - 17:41 Uhr

Schöne Ausrede, echt.

"Eigentlich bin ich gar nicht so, und eigentlich finde ich das jetzt auch total Sch... von mir. "

Das entschuldigt natürlich alles.

Beitrag von echtjetzt 16.02.11 - 20:53 Uhr

Jaja und du hast sicher noch nie einen Fehler gemacht, ne?

Aber hauptsache mit dem Finger auf jemanden zeigen können..

Beitrag von miau2 17.02.11 - 09:32 Uhr

Ich mache einen Unterschied zwischen einem Fehler der eben passieren kann und einer bewußten Handlung.

Und in einer eindeutigen Situation GAR NICHTS zu machen hat für mich nichts mit einem Versehen, das mal eben passieren kann zu tun.

Und wieso Hauptsache? Woher weißt du, dass das für mich die Hauptsache ist?

Und nein, ich bin nicht fehlerfrei. Aber es ist definitiv nicht meine Sache, danebenzustehen, wegzugucken und abzuhauen, ohne irgend etwas zu unternehmen. Zumindest ein (kostenloses...) Telefonat sollte ja wohl drin sein.

Ist halt Pech für das Kind das von seinen Eltern oder anderen geschlagen wird, Pech für die Frau, Pech für das Opfer das ich gerade einen soooooo schlechten Tag habe, dass ich nicht mal zu einer dart einfachen und harmlosen Handlung wie einem Telefonat in der Lage bin.

Aber Hauptsache, man hat immer eine Ausrede parat, oder?

Beitrag von echtjetzt 17.02.11 - 11:01 Uhr

Wieso Hauptsache? Woher weisst du, dass das für mich die Hauptsache ist? :-(

Mir geht das nur auf den Kranz, dass hier einfach anhand von ein paar Bruchstücken an Informationen Leute abgeurteilt werden, als hätten sie wunder was verbrochen.

Menschen wissen halt manchmal nicht, was sie tun sollen und ich nehme an das Ganze hat sich innerhalb von ein paar Sekunden zugetragen.

Wenn du in jeder Situation immer weißt, was zu tun ist und die Courage besitzt, das durchzuziehen, schön für dich. Es gibt aber auch Menschen, die das nicht können. Betonung liegt auf nicht KÖNNEN.

Ist natürlich schade für diese Leute, erschwerend kommt für sie dazu, dass andere Leute deshalb noch auf sie herab sehen. Macht die Sache nicht besser, wenn das Selbstbewusstsein sowieso schon am Boden schleift.

Dass es Idioten gibt, die sich sowas gerne anschauen, will ich natürlich nicht abstreiten, aber wie gesagt, wir haben keine Ahnung, was sich hier genau abgespielt hat.

Beitrag von miau2 17.02.11 - 13:01 Uhr

Wieso sehe ich auf sie herab?

Verstehe ich nicht. Wieso ist es jetzt verboten, so eindeutig falsches Verhalten, das durchaus schwere Folgen gehabt haben könnte zu kritisieren?

Sie haben nun mal etwas komplett falsch gemacht. Und deine Vorstellung von "wenige Sekunden" deckt sich nicht wirklich mit der Beschreibung.

Ich verlange nicht, dass die Leute dazwischen gehen, selbst Schläge oder schlimmeres riskieren. Ich verlange nicht, dass sie in den Fluss hinterherspringen oder was auch immer. Würde ich auch nicht. Muss man auch nicht.

Einfach nur ein einfaches, schnelles Telefonat. Meinetwegen aus sicherer Entfernung.

Und sorry, ein Erwachsener mit normalem IQ, der behauptet, das nicht zu können sucht für mich genau eines: eine Ausrede. WARUM er die sucht ist mir eigentlich egal. Und mit Selbstbewußtsein hat DAS nun auch nicht wirklich viel zu tun.

Eben weil ich NICHT in jeder Sekunde genau weiß was zu tun ist und das dann auch alleine tun kann greife ich im Zweifel zum Telefon, um genau die anzurufen, die eben wissen sollten, was zu tun ist. Und o.g. Situation wäre für mich so eine gewesen (ICH wäre - alleine mit kleinen Kindern dabei und ohne, dass die Zuschauer Interesse zeigen - nicht dazwischengegangen).

Nun ja, muss jeder wissen, was er tut. Ich für meinen Teil hoffe, dass ich, wenn ich mal mit dem Auto im Graben liege nicht auf die vielen, die ja überhaupt nicht wissen können was man tun kann (achtung, Ironie) treffe sondern auf die wenigen, die immerhin zum Allermindesten bereit sind. Ja, BEREIT sind.








Beitrag von echtjetzt 17.02.11 - 14:08 Uhr

>>Wieso sehe ich auf sie herab? <<

Deshalb:
>>Schöne Ausrede, echt.<<

Na zum Glück ist es nicht verboten, du darfst kritisieren, wen du magst und warum du magst.

Ich finde es nur schade, dass viele Leute sich oft sehr schnell eine Meinung über etwas bilden, ohne irgendwelche Hintergründe zu kennen.

Wir haben hier gerade mal ein paar Brocken: Schlägerei -- Blut -- Zeugen dort -- unternahmen nix.

WIE sich da WAS zugetragen hat.. Keine Ahnung.

Ja, die Leute haben etwas komplett falsch gemacht, streite ich ja nicht ab. Dafür kann es halt 1000 verschiedene Gründe (pardon.. "Ausreden") geben.

>>Und deine Vorstellung von "wenige Sekunden" deckt sich nicht wirklich mit der Beschreibung. <<

Nicht? Wie lange dauert denn so etwas..? Minuten? Stunden? In meiner Schulzeit dauerte sowas meist nur ein paar Sekunden.

Beitrag von miau2 17.02.11 - 18:12 Uhr

Du bleibst bei deiner Meinung, ich bei meiner. Lassen wir es dabei.

Und ich hoffe, dass ich oder meine Kinder auf niemanden mit deiner Meinung treffen, wenn wir mal Hilfe brauchen. Dir wünsche ich das natürlich auch nicht...

Beitrag von echtjetzt 17.02.11 - 18:32 Uhr

Huh, was hat denn jetzt meine Meinung damit zu tun?

Ich bin immer der erste der auf die Schnauze kriegt, weil ich überall dazwischen geh.. #gruebel

Beitrag von mansojo 16.02.11 - 19:00 Uhr

vielleicht fing es auch "nur" als rauferei an

wenn sich jugendliche hin und her schubsen würd ich auch nicht eingreifen



wenn das ne handfeste prügelei würd sieht das natürlich anders aus

allerdings würde ich nicht persönlcih dazwischen gehen
sondern mir einen besonders großen zuschauer schnappen und ihn konkret bitten zu helfen

und es funktioniert wirklich!


lg

Beitrag von schullek 16.02.11 - 22:01 Uhr

hallo,

ich durfte so etwas schon häufiger erleben.
da ich lehramt studiere komme ich natürlich auch in den genuss und später noch mehr, von kabbeleien unter schülern. da wird von den lehrern natürlich immer erwartet frisch udn fröhlich dazwischen zu gehen. auch wenns riesengroße 10klässler sind und man selber angst haben muss. aber die eltern dieser kinder, die von den lehrern absolut alles einfordern, sind es dann, die die gaffer beim nächsten unfall sind...

ein beispiel: mein mann und ich kommen mit dem auto an eine kruezung zweier landstraßen. ein auto auf dem kopf auf dem feld, ein anderes im graben. es wuselten ehrlich zig menschen überall rum. wir auch angehalten und uns aufgeteilt. ich hab nur viele menschen wahrgenommen aber niemanden, der auch geholfen hätte. aber ich hatte angenommen wenigstens einer hätte zumindest den notruf gewählt.
nachdem mein mann und ich 3 leute aus dem auto befreit hatten fragten wir, wer den notruf gewählt hatte. das tat ich dann#klatsch

zweites beispiel:
ich will in die straßenbahn einsteigen, hochschwanger, bullenhitze draußen. eine alte frau steigt aus, fällt und kommt n icht mehr hoch. alle drinnen udn draußen starrten und ich hab versucht sie hoichzuziehen.

dittens:
wir wohnen in der nähe einer grundschule und die schüler laufen in haufen bei uns vorbei. mehrmals bin ich schon dazwischen, wenn was war, während andere leute guckten udn weitergingen.

ich könnt noch mehr schreben, aber das ändert ja nix an der tatsache, dass die menschen tatsächlich lethargisch sind.

mein motto ist gerade bei kindern: wenn es mein kind wäre das etwas anstellt oder das angegrioffen wird bzw. in gefahr ist, würde ich wollen, dass jemand eingreift, also tu ich das auch für andere kinder.

lg

Beitrag von manavgat 17.02.11 - 14:03 Uhr

Warum hast Du keine Anzeige erstattet?

Gruß

Manavgat

Beitrag von leonie1984 17.02.11 - 18:42 Uhr

Hallo,

ich finde es auch toll, dass du eingegriffen und dem Jungen geholfen hast!
Das ist, wie du schreibst, heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich.
Ich denke, viele Passanten interessiert es gar nicht, weil es sie ja nicht betrifft, da hält man sich schön raus, das sollen "die" unter sich regeln... so ist doch die allgemeine Einstellung zum Thema Zivilcourage.
Ich bin Gott sei Dank noch nie in eine derartige Situation gekommen, aber für mich wäre Eingreifen auch selbstverständlich. Und wenn man sich alleine nicht traut (manchmal bestimmt zu Recht) dann sollte man weitere Passanten um Hilfe bitten.

LG Leonie