Der Sohn 17 von meinem Kollegen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kleinerlevin 16.02.11 - 15:33 Uhr

hat in der Schule einen anderen Jungen gegen ein Projektor geschupst. Nun hat Vati eine Rechnung über 142€ bekommen. Ist das normal? Hat die Schule für sowas keine Versicherung oder gilt das als Randale und muß deswegen privat gezahlt werden.
Gruß Annette

Beitrag von risala 16.02.11 - 15:57 Uhr

Hi,

ich denke, dass kommt darauf an... hat der Junge den anderen versehentlich geschubst / angerempelt und der fiel daraufhin gegen den Projektor? DANN sollte das die Schulhaftpflicht übernehmen.

War es Absicht - dann finde ich es ok, dass die Eltern das zahlen müssen. ABER ich würde mir das Geld nach und nach von meinem Sohn wieder geben lassen.

Gruß
Kim

Beitrag von manavgat 16.02.11 - 17:25 Uhr

Bei einem unter 7-jährigen haftet der Vater nicht, da er in der Schule keine Aufsichtspflicht hat. Ich würde ohnehin davon ausgehen, dass in der Grundschule keine Ersatzpflicht für beschädigtes Eigentum den Eltern aufgebürdet werden kann.

Gruß

Manavgat

Beitrag von manavgat 16.02.11 - 17:26 Uhr

der Vater haftet nicht, aber der Sohn.

Gruß

Manavgat

Beitrag von kleinerlevin 16.02.11 - 18:16 Uhr

Also es war wohl Absicht den anderen Jungen zu schupsen, ich glaube aber nicht das der Projektor dabei drauf gehen sollte. Das war wohl eher eine Kettenreaktion #schwitz
Wir dachten aber da er keine 18 ist würde es vielleicht über die Schulversicherung laufen.
Gruß Annette

Beitrag von ilva08 16.02.11 - 18:53 Uhr

Also, aus Versehen schubst man sicherlich niemanden.

Dass der Projektor dabei nicht kaputt gehen sollte, spielt keine Rolle.

Bei Vorsatz haftet keine Versicherung. Übrigens nicht mal in der Grundschule. Dein Kollege wird die Rechnung begleichen müssen und ich finde das auch richtig so.

Beitrag von parzifal 17.02.11 - 10:01 Uhr

Nichts für ungut aber Deine Antwort ist komplett falsch. Warum erteilst Du solch grob fahrlässigen Rechtsrat?

Der Vorsatz muss sich auf den Schaden beziehen. Nur dann zahlt keine Versicherung.

Wenn Du vorsätzlich zu schnell fährst und nicht vorsätzlich einen Unfall verursachst zahlt die Versicherung natürlich den Schaden.

Und der Kollege muss gar nichts zahlen, selbst wenn der Sohn den Schaden vorsätzlich angerichtet hätte.

Beitrag von ilva08 17.02.11 - 18:16 Uhr

Hallo,

Vielen Dank für den Hinweis. Sehr interessant!

Wir hatten so einen Fall nämlich mal an unserer Schule. Die Versicherung wollte nicht zahlen (ein ähnliches Verhalten galt hier komplett als Vorsatz, Verletzung der Aufsichtspflicht lag nicht vor!).

Wir haben die Rechnung dann unserem Schulträger übersandt und der hat die Eltern "zur Kasse gebeten".

Deshalb meine Auskunft. Vielleicht fahrlässig, weil nur auf Erfahrung und nicht auf Jurastudium beruhend. ;-) Entschuldigung hierfür.

Kann natürlich sein, dass unser Schulträger sich nicht "an den richtigen" gewandt hat. Doch die Eltern haben ohne zu klagen gezahlt, da sie auch der Meinung waren, hierfür sollte nicht die Stadt - und damit letztendlich der Steuerzahler - sondern sie als Eltern aufkommen.

Und statt ihre Zeit mit rechtlichen Fragen zum Vorfall zu vertun, haben sie sich an eine Erziehungsberatungsstelle gewandt und an ihre Problem gearbeitet. :-) Davon hatten sie sicherlich mehr, doch das bleibt jedem selbst überlassen.

LG

Beitrag von parzifal 17.02.11 - 19:46 Uhr

Zunächst mal danke für die Rückmeldung. Leider begründen die meisten bei kritischen Rückfragen nicht wie sie zu einer Auskunft kommen.

Bei Deinem Fall galt halt "wo kein Kläger da auch kein Richter".

Zusätzlich haben die meisten Eltern Angst sich mit der Schule anzulegen, weil ja das Schulkind es am Ende "abbekommt".

Wenn man eine private Haftpflicht hat die aukommen würde warum sollte man diese nicht in Anspruch nehmen? Dafür hat man doch Beiträge bezahlt?

LG

Beitrag von ilva08 17.02.11 - 20:45 Uhr

Hallo,

dann haben wir aneinander vorbeigeredet.

Also, ich hatte dich so verstanden, dass die Eltern nicht zu zahlen brauchen, ergo der Schulträger auf dem Schaden sitzenbleibt.

Das mit der Haftung des Kindes habe ich wohl nicht richtig verstanden. Okay, in diesem Fall wars ein Jugendlicher, aber ganz konret: Der Schüler würde dann für den Schaden haftbar gemacht? Mal angenommen, es gäbe keine private Haftpflicht... wie treibt man das Ganze dann ein, vor allem bei jüngeren Kindern? Und was ist mit dem berühmten "Eltern haften für ihre Kinder"? Das hatte ich hier nämlich im Hinterkopf und dachte deshalb, wenn die Eltern nicht zahlen müssen, dann automatisch der Schulträger.

Klar, wenn eine Haftpflicht besteht, spricht nichts gegen Inanspruchnahme. Wie gesagt, schwierig fände ich nur die Einstellung: "Vater Staat soll zahlen."

LG

Beitrag von manavgat 18.02.11 - 08:48 Uhr

Das ist gar kein Problem. Entsteht durch ein zivilrechtlich haftendes Kind (ab 7 Jahre) ein Schaden, dann kann der Geschädigte den Anspruch geltend machen und wartet dann, bis derjenige alt genug ist und arbeiten geht. Oft kommen dann auch Versicherer die einen Schaden reguliert haben und nehmen den Verursacher in Regreß. Bedeutet bei einem abgefackelten Haus dann Privatinsolvenz mit 18, früher kam man da gar nicht raus oder nur mit Vergleich.

Wer keine Haftpflicht hat, ist imho ein Vollpfosten. Es passiert so schnell was und die Policen für die ganze Familie sind wirklich nicht teuer.

Gruß

Manavgat

Beitrag von parzifal 18.02.11 - 10:37 Uhr

Der Satz Eltern haften für ihre Kinder war schon immer falsch.

Eltern haften nur für eigenes Verschulden. Klassischer Fall ist die Aufsichtspflichtverletzung.

Wenn keine Versicherung eintrittspflichtig ist, ist zu prüfen ob der Schüler den Schaden fahrlässig verursacht hat und die dafür notwendige Einsichtsfähigkeit besaß. Falls das bejaht wird haftet er für den Schaden.

LG

Beitrag von ilva08 18.02.11 - 13:01 Uhr

#danke euch beiden für die Info!!! :-)

Beitrag von parzifal 17.02.11 - 10:11 Uhr

Besteht eine private Haftpflichtversicherung? Dann sollte die Rechnung dort eingereicht werden.

Die Versicherung muss den Schaden bezahlen, wenn der Projektor nicht beschädigt werden sollte.

Der Kollege muss keinesfalls etwas zahlen, sondern allenfalls der Sohn.

Wie die Versicherung der Schule aussieht entzieht sich meiner Kenntnis. Auch hier sollte/könnte man nachfragen was für Schäden durch bestehende Versicherungen abgedeckt sind.

Gruß
parzifal