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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieber-so 16.02.11 - 17:26 Uhr

Hallo,

ich weiss nicht, ob es mir viel weiterhilft, wenn ich die Meinungen Anderer lese....aber Liebe macht ja bekanntlich blind...wer weiss, vielleicht bringt es mir was.

folgende Situation:

in meinem Leben herrscht im Moment eine ziemliche Baustelle...ich habe gerade angefangen einige Veränderungen anzugehen.
Ich habe mit einer "Sucht" (kein alk oder Drogen oder so, aber schon etwas, was ich bei mir als Sucht bezeichnet habe) aufgehört, ich möchte viele Ängste, die es in meinem Leben gibt, und die mich von so Vielem abhalten angehen, indem ich erstmal der Ursache auf den Grund gehen möchte.
Hierfür habe ich mir psychologische Hilfe gesucht, die ab 1.3. beginnt und worauf ich mich wirklich freue!

Ich habe depressive Verstimmungen,noch keine Arbeit, bin alleinerziehend mit einem 3 jährigen Kind und schaffe es nicht diesem Kind jeden Tag wirklich gerecht zu werden im Moment.
Das ist auch mein erstes und dringenstes Ziel...aber ich will auch noch viel mehr schaffen!

Also...es gibt viel zu tun, das weiss ich.

Vor einiger Zeit habe ich im Internet einen Mann kennengelernt....wir reden und schreiben sehr viel, wir haben uns auch schon einmal gesehen.
Es kam zum Sex, spart euch die Steine, denn ich bereue es nicht! Es war wunderschön und einzigartig.
Gefühle sind von meiner Seite aus da....und auch von seiner Seite.
Aber er ist wohl vernunftgeleiteter als ich.
Er sagt, (und sagte das auch schon vorher) dass da noch kein Platz für uns ist.
Dass es erst um mich und meinen Sohn geht, dass ich erst mein Leben in den Griff kriegen muss, weil Alles andere sonst nicht richtig wäre.
Irgendwo in meinem Verstand weiss ich auch, dass es so richtig wäre.

Die andere Seite:
es fühlt sich Alles so verdammt gut an mit diesem Mann, so einfach.
Wir haben soetwas wie ein Team gebildet, das Ziel dieses Teams ist aber erstmal Stabilität in meinem Leben.
Wir haben beide schon festgestellt, dass dieses Team zusammen wohl Alles schaffen kann was es will!
(hört sich vielleicht kitschig an, ist aber so)
Ich habe das Gefühl mit ihm an der Seite könnte ich riesige Berge besteigen. ^^

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis es in meinem Leben wirklich so läuft, wie ich es mir vorstelle!
Ein Ziel davon ist, eine Ausbildung zu machen. Ich habe keine gemacht, bin jetzt 30 Jahre alt, weiss aber, dass ich das schaffen kann wenn ich es möchte...und ich möchte!
Meine Gedanken jetzt: eine Ausbildung bindet mich definitiv 3 Jahre!
sowohl finanziell, als auch örtlich.

Ach, ich gehe den Gedanken jetzt mal nicht weiter, kann sich der Ein oder Andere ja vielleicht auch schon so denken.

die grosse Frage ist für mich:
muss ich es wirklich komplett nach hinten stellen mit ihm?
Muss ich wirklich warten, bis ich mein Leben so hinbekommen habe wie es laufen soll?
Kann man Gefühle so lange "aufschieben" und völlig hinten anstellen??
Oder gäbe es nicht die Möglichkeit das zusammen zu legen?

Mein Sohn ist das Wichtigste...das ist gar keine Frage! Aber auch darum herum, gibt es viele , viele Dinge, die da mit dazu spielen...kann denn eine Partnerschaft da noch nicht dazu gehören?

Vielleicht fällt ja Jemandem etwas dazu ein.

VG

Beitrag von bruchetta 16.02.11 - 17:40 Uhr

Meinst Du nicht, dass es möglich ist, eine Therapie zu machen und Ziele zu verfolgen UND in einer Partnerschaft zu sein?

Mein Mann hat mir, einfach dadurch, dass er mein Partner war, in der Anfangszeit sehr "geholfen".

Wieso schließt das eine das andere aus, das verstehe ich nicht so recht.

Beitrag von lieber-so 16.02.11 - 18:06 Uhr

Doch, ehrlich gesagt meine ich genau das!
Oder fühle es...wie gesagt, ich bin nicht immer in der Lage Kopf und Herz so wirklich zu trennen und handle wohl eher gefühlsorientiert.
Deswegen bin ich mir jetzt auch einfach nicht sicher, ob das nur mein Herz ist, dass es so haben möchte. :-)

Aber anscheinend schliesst es das in seinen Augen aus.
Er meint ganz klar, die Konzentration muss erstmal bei mir und meinem Kind liegen, und wir zwei (also Er und Ich) hätten da erstmal keinen Platz.

Beitrag von xenotaph 16.02.11 - 17:43 Uhr

mein allererster gedanke:

einem mann, der dich liebt und will, ist es egal, ob die umstände nicht passen oder du etwas "neben der spur" bist und und und. der nimmt dich so, wie du gerade bist.

von daher ist das eher ein lieb gemeintes: nein, lass mal.

mein eindruck zumindest.
und ja, das drum rum darf es zu jeder geben.

LG

Beitrag von wartemama 16.02.11 - 17:50 Uhr

Ich war in einer ähnlichen Situation wie Du: Ich hatte seit meinem 13. Lebensjahr psychische Probleme; jedoch habe ich erst im Alter von 28 Jahren begriffen, daß ich ohne Hilfe nicht weiterkomme. Seelisch mein absoluter Tiefpunkt. Das war Mitte/Ende 2007 und genau zu diesem Zeitpunkt habe ich meinen jetzigen Ehemann kennengelernt.

Wir hatten sofort einen Draht zueinander; es ging mit uns relativ schnell. Von meinen Problemen hat er daher auch schnell erfahren - ich hätte es eh' nicht verbergen können. Acht Monate, nachdem wir zusammen gekommen sind, hatte ich meinen ersten Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik.

Danach ging es erst einmal ambulant weiter - dann wieder ein Klinikaufenthalt - dann wieder ambulant.

Heute geht es mir so gut wie noch nie und ich bin sicher, daß mein Mann einen ganz großen Teil dazu beigetragen hat. Ich weiß nicht, ob ich es ohne ihn geschafft hätte.

Unsere Anfangszeit war alles andere als einfach - aber wir haben sie zusammen gemeistert und ich glaube, daß auch zukünftige Probleme uns nicht mehr aus der Bahn werfen können.

Wenn Ihr Euch einig seid, sehe ich also keinen Grund zu warten.

Alles Gute! #blume

LG wartemama

Beitrag von gustav-g 16.02.11 - 18:01 Uhr

"muss ich es wirklich komplett nach hinten stellen mit ihm?"

Nein, ihr seid jetzt ein Team.


"Muss ich wirklich warten, bis ich mein Leben so hinbekommen habe wie es laufen soll?"

Nicht warten, sondern in eurem Team mitarbeiten.


"Kann man Gefühle so lange "aufschieben" und völlig hinten anstellen??"

Nein. Es wird auch ihm nicht gelingen. Möglicherweise läuft er davon, wenn er Angst bekommt.


"Oder gäbe es nicht die Möglichkeit das zusammen zu legen?"

Das ergibt sich von selbst. Mach keinen Druck.


Viel Glück ! #klee

Beitrag von asimbonanga 16.02.11 - 18:02 Uhr

<<<<Aber er ist wohl vernunftgeleiteter als ich.
Er sagt, (und sagte das auch schon vorher) dass da noch kein Platz für uns ist. <<<

Männer meinen fast immer was sie sagen#aha


<<<<Dass es erst um mich und meinen Sohn geht, dass ich erst mein Leben in den Griff kriegen muss, weil Alles andere sonst nicht richtig wäre. <<<

Er will nicht unter deinen jetzigen Umständen.
Ich würde mein Ding durchziehen ( Therapie , Ausbildung etc. )
Von ihm kannst du keine Hilfe erwarten.

L.G.

Beitrag von nick71 16.02.11 - 18:33 Uhr

"Er sagt, (und sagte das auch schon vorher) dass da noch kein Platz für uns ist. Dass es erst um mich und meinen Sohn geht, dass ich erst mein Leben in den Griff kriegen muss, weil Alles andere sonst nicht richtig wäre."

Für mich klingt das wie ne nett verpackte Abfuhr, weil der Mann sich eine Frau mit so vielen "Baustellen" als Partnerin nicht ans Bein binden will. Und ich kann das -ohne dir zu nahe treten zu wollen- auch verstehen...

Beitrag von joulins 16.02.11 - 20:15 Uhr

Ich sehe es wie Asimbonanga und Nick: er sieht zu viele Probleme in deinem Leben, und versteht sich nicht als dein Therapeut. Er mag dich, aber er hätte gern eine Beziehung auf Augenhöhe mit dir, und das empfindet er momentan offensichtlich nicht so.

Gegen gelegentliche schöne Nächte mit dir hat er vermutlich nichts. ;-)

Im Prinzip finde ich das nicht die schlechteste Variante: du kannst mit ihm eine zugeneigte erotische Beziehung haben, ohne dass er dir gleich total auf der Pelle hängt in einer Zeit, in der es vor allem um dich gehen sollte.

Genieße die schönen Stunden mit ihm, und ansonsten kümmerst du dich um dich selbst. Vielleicht wächst die Sache ja - das hat er immerhin nicht ausgeschlossen.