Alternativ-Schule bei angeblich ADHS?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von schwarzesetwas 16.02.11 - 19:06 Uhr

Guten Abend!

Mich beschäftigt z. Zt eine Freundin von mir mit ihrem Kind (grad mal 5), was angeblich ADHS hat oder eine Tendenz dazu. Was auch immer das bedeuten mag, ich denke der Kleine nimmt einfach viel von der Mutter auf, die oft launisch und sprunghaft ist.
Aber ich bin kein Psychologe und kein Arzt.

Ich hab ihr nur geraten, diese Krankheit wirkliche genauestens diagnostizieren zu lassen und nicht von irgendeinem Kinderarzt, sondern das SPZ einzubeziehen.

Jedenfalls möchte sie ihr Kind gern in eine alternative Schule einschulen.
Kinder die bodenständig sind und ihren Alltag im Griff haben: Ok.
Aber Kinder, die noch nichtmal den Kindergarten-Alltag verstehen bzw. sich integrieren können oder zu Hause?
Vielleicht wäre eine Förderschule besser oder einfach eine normale.
Förderschule möchte sie nicht...

Was meint ihr?

Lg
SE

Beitrag von leiahenny 16.02.11 - 20:06 Uhr

Eine Förderschule ist da nicht unbedingt der richtige Rahmen - Ads - ler sind genau so begabt oder nicht wie andere - bis hin zu Hochbegabung ( habe so ein Exemplar) - wichtig ist eine Schule wo die Lehrer klare ansagen machen, ein Rahmen geschaffen wird und Erfahrungen mit ADS - Jungs vorliegen.
Aber mit gerade mal 5 würde ich auch erstmal zum SPZ und nicht gleich von ADS sprechen, es gibt nämlich auch wilde, schlecht gelaunte Kinder.

Beitrag von schwarzesetwas 16.02.11 - 20:24 Uhr

Eben.
Das meine ich ja. Ich denke nicht, dass da eine solche Schule von Vorteil wäre.

Ob der Junge nun ADHS oder was auch immer hat, bezweifel ich eh.
Allerdings kann ich sie verstehen, wenn die Ärzte sie bequatschen und in die Richtung drängen.
Verstehen kann ich nicht, dass sie drauf eingeht.
Sie meinte auch, gegen einen Medikamenten-Gabe hätte sie nichts. So viel dazu.

Will nur versuchen, sie vielleicht aus dem Schulding rauszuholen, sie muß ja nicht mit ihm ins offene Messer rennen.

Beitrag von leiahenny 16.02.11 - 22:42 Uhr

Gut das Du da nachfragst - Schick Sie in ein SPZ und ein Junge ist kein Mädchen, der ist wild und laut und als Pubsi echt viel lieber.

Beitrag von ilva08 16.02.11 - 20:24 Uhr

Kann mich leiahenny nur anschließen.

Klare Strukturen sind sehr wichtig. Auf alternativen Schulen, die viel Wert auf selbstständiges Lernen legen haben es AD(H)Sler oder Kinder mit ähnlichen Verhaltensauffälligkeiten schwer.

Der Rahmen an der Schule muss nicht 100 pro geführt sein. Wichtig ist: Wenn eine Schule mit freien Arbeitsformen unterrichtet, nimmt sie dabei Rücksicht auf AD(H)S Kinder? Werden sie in selbstständigen Phasen besonders begleitet (zum Beispiel, indem sie bei einem Arbeitsplan die Reihenfolge vorgegeben bekommen, wo andere Kinder frei wählen dürfen)?

Wie schon gesagt wurde: Erstmal eine gute Diagnostik machen lassen, dann weiter überlegen.

Ganz wichtig: Auch die Mutter sollte sich schlau machen und nicht nur alles in "Expertenhände" geben!!!

Beitrag von ilva08 16.02.11 - 20:25 Uhr

... und der Vater natürlich auch. ;-)

Beitrag von schwarzesetwas 16.02.11 - 20:58 Uhr

Die Mama denkt leider, dass sie ihrem Kind nur Gutes tut, wenn sie ihn in diese Schule gibt.

Das sehe ich, ebenso wie Du, anders.

Wie treibe ich ihr bloß diesen Floh wieder aus dem Ohr?

Ich möchte doch bloß, dass es ihr mit ihrem Kind wieder besser geht.
U9 hatten sie gerade, Kind ist gut entwickelt, nur sozial eben nicht.
Das scheint doch keine Diagnose für ADHS zu sein.

Ob diese Schule auf das Kind in dem Bezug eingehen kann, halte ich für bedenklich.
Diese Schule hat selbst in unserem lockeren Stadtteil keinen guten Ruf, allerdings hab ich nur Konzept u.a. nachgelesen, war noch nicht dort wegen Besichtigung, weil es für meine Kids nicht in Frage kommt.
Aber meine Kinder sind auch 'normal'. Zumindest jetzt noch.

Der Papa hat nichts zu sagen, sie lebt getrennt und hat einen anderen Lebensgefährten. Der jedoch auch Erzieher ist. Deswegen kann ich das nicht so nachvollziehen.
Aber vielleicht muß der in dem Punkt auch den Mund halten.
Keine Ahnung.

Beitrag von ilva08 17.02.11 - 22:48 Uhr

"Wie treibe ich ihr bloß diesen Floh wieder aus dem Ohr?"

Was verspricht sich die Mutter denn von der alternativen Schulform?

Beitrag von kaffetante 17.02.11 - 06:50 Uhr

Ich bin immer wieder geschockt, wie schnell die Kinder in diese Schublade manövriert werden. Alles was sich schneller bewegt als eine Schlaftablette oder sonst etwas rüder ist hat gleich ADHS und alles was ein bisschen besonnener durch den Tag läuft halt ohne "H" in der Mitte. Mal ganz krass ausgedrückt.

Ich denke, wenn ein Kind es wirklich hat, zumindest eine Form, die eine Förderschule rechtfertigen würde, dann leiden sowohl Mutter als auch Kind massiv. Ein Kind mit einer leichten Form auf eine Förderschule zu schicken halte ich für ..... naja.

Alle Kinder haben Ihre Schwächen - gegen alle haben die Ärtze mittlerweile ein Mittel. Leider sind es immer wieder die "sozial" auffälligen Kinder, die verurteilt werden. Ehrlich, ein Kind, dessen Eltern sich trennen, hat vielleicht Probleme damit, neigt vielleicht dazu im sozialen Bereich etwas länger zu brauchen als alle anderen. Ausserdem kann sozial auffälliges Verhalten noch viele viele andere Gründe haben, die so rfein gar nichts mit ADHS zu tun haben.

LG

Beitrag von hezna 17.02.11 - 09:06 Uhr

Zum Thema AD(H)S sollte man nie auf einen Kinderarzt hören.

Das Kind gehört, wenn es auffällig ist, in ein SPZ zur Diagnose.

Sollte die Diagnose daraufhin lauten, kann das Kind mit einer Medikamentengabe zur Steigerung der Konzentration und Verhaltenstherapie zur Steigerung der sozialen Komponente unterstützt werden.

Der Weg ist lang, von daher sollte deine Freundin nicht warten, ihr Kind in einem SPZ anzumelden.

Die Schule muß nicht auf ADHS-Kinder spezialisiert sein, der Junge braucht lediglich einen Lehrer, der bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen und die Krankheit nicht verteufelt.

Daher wäre es letztendlich egal, wo der Junge schulisch landet.

Bei solch einer Diagnose ist es wichtig, dass sein Umfeld stabil und von klaren Regeln strukturiert ist.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von marion2 17.02.11 - 09:59 Uhr

Hallo,

Kindern, die gewisse Verhaltensweisen zeigen, die an AD(H)S erinnern, brauchen in vielen Fällen drei Dinge:

a) geregelte Tagesabläufe
b) viel Bewegung
c) eine kindgerechte Ernährung mit viel Obst und Gemüse OHNE Zuckerzusätze

Eine Förderschule ist wenig hilfreich.

Gruß Marion

Beitrag von marion2 17.02.11 - 10:00 Uhr

ich streiche ein "n"

Beitrag von hezna 17.02.11 - 10:08 Uhr

Warum OHNE Zucker?

#kratz

Beitrag von schwarzesetwas 17.02.11 - 10:11 Uhr

Weil Zucker die Kinder noch mehr hochpuscht.

Beitrag von marion2 17.02.11 - 11:07 Uhr

Weil Zucker die Symptome auf jeden Fall verstärkt - auch bei Kindern OHNE ADHS

Beitrag von hezna 17.02.11 - 11:19 Uhr

Zucker ist ein Energielieferant und da haben die Kinder ja eh genug von, schon klar :-)

Aber sie brauchen auch extrem viel Energie, da sie davon so viel verbrauchen.
Gesunde Ernährung ist halt immer besser.

Nur muß man nicht grundsätzlich darauf verzichten.

Auch hier gilt:in Maßen, nicht in Massen.

Beitrag von marion2 17.02.11 - 11:58 Uhr

Sieh dir die Ernährung der meisten Kinder an. Sie bekommen in der Regel eher Massen als Maße. Da muss man sich nicht wundern, wenn sie abgehen wie die Raketen.

Beitrag von goethes-erbin 18.02.11 - 14:29 Uhr

Meine Erfahrung in Bezug auf Adhs Kinder:

Meistens sind die Eltern selber davon betroffen, ergo:

Behandelt zuerst einmal die Eltern, dann die Kinder!