Stern TV gestern

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Beitrag von andrea761 17.02.11 - 11:00 Uhr

Hallo
Hat gestern jemand Stern TV geguckt? Ich meine das Thema "Missbrauch".
Da haben ja einige berichtet, dass sie vom eigenen Vater missbraucht worden sind-einfach schrecklich und unvorstellbar, wie ein Mensch so etwas machen kann!
Was mich aber sehr erstaunt hat und was ich nicht verstehen kann...
da hatte eine Frau berichtet, dass ihr Vater sie missbraucht hat und sie 30Jahre geschwiegen hatte, bis ihr eigenes Kind von demselbigen auch missbraucht worden ist! Ich verstehe nicht, wieso der Mann überhaupt eine Gelegenheit dazu bekommen hat, sein Enkelkind zu missbrauchen-ich meine die Mutter wußte doch, dass ihr Vater sowas macht und hat es ja selber durchgemacht. Verdrängt man dies über die Jahre so sehr, dass man demjenigen wieder soo sehr vertraut, dass man sein Kind bei ihm läßt oder zumindest das Kind mit ihm unbeaufsichtigt läßt? Irgendwie kann ich das nicht nachvollziehen.
Leider sind sie nicht so sehr darauf eingegangen, dass sie es erklären konnte, wie es dazu kam, aber mich beschäftigt es doch sehr!
lg

Beitrag von natascha88 17.02.11 - 12:13 Uhr

Hallo!

Ich hab es auch gesehen und mich ebenfalls gewundert, dass sie wohl noch so engen Kontakt zu den Eltern (Vater) hatte, das das passieren konnte...
Aber andererseits, ich habe so etwas nie durch machen müssen und weiß nicht, wie man sich dann fühlt und lebt...Ob man das verdrängt oder den Kindern nicht die Großeltern nehmen will...
Darum kann ich es nicht nachvollziehen, bin aber auch sehr vorsichtig mit Urteilen darüber, da ich eben Gott sei Dank nie missbraucht wurde...

Noch schlimmer fand ich dann, dass der Vater zu 1 Jahr auf Bewährung für den Missbrauch an der Enkelin verurteilt wurde... das ist ja lächerlich :-(
Schlimmes Thema :-(

Liebe Grüße,
Natascha

Beitrag von andrea761 17.02.11 - 12:27 Uhr

Ich verurteile sie auch nicht, aber ich hätte halt gerne näheres darüber erfahren, wie es dazu gekommen ist, weil ich es eben nicht verstehe! Weil so wie sie es erzählt hat, bleibt ja vieles offen und ich denke, dass viele sie deswegen dann verurteilen, weil sie ja wusste, dass ihr Vater pädophile Neigungen hat.
Mir ist GsD auch nie eine Vergewaltigung geschehen! Aber mir hat mal als Kind ein alter Mann die Zunge in den Mund geschoben und wollte bzw.hat mit mir geknutscht-das war ekelhaft und schokierend genug für mich-aber kann man auch nicht mit einer Vergewaltigung vergleichen! Aber mir sagt mein Verstand, dass ich mein Kind niemals in die Nähe eines pädophilen Menschen (von dem ich es weiss vorausgesetzt)lassen würde-ganz egal obs der Vater, Opa oder sonst wer ist-deswegen würde ich es gerne Verstehen, warum es dazu kam-ganz ohne Verurteilung, denn ich glaube nicht, dass die Mutter sich dessen wirklich bewusst war oder absichtlich ihr Kind in Gefahr gebracht hat.
Ja ein Jahr auf Bewährung ist echt lächerlich und sowas kann und will ich nicht verstehen, wie man sooo milde urteilen kann.
Lg

Beitrag von natascha88 17.02.11 - 12:40 Uhr

Ja,
ich hatte vergessen zu schreiben, das ich auch erwartet hätte, das sie die Situation erklären kann. Man kann sich doch so schlecht in einen Menschen hineinfühlen, da wäre es echt gut gewesen, wenn sie es erklärt hätte.
So macht man sich halt als Zuschauer seine Gedanken - vielleicht war ja alles plausibel erklärbar, nur sie wurde nicht in der Sendung leider nicht dazu befragt...

Beitrag von pupsismum 17.02.11 - 12:48 Uhr

>>Man kann sich doch so schlecht in einen Menschen hineinfühlen, da wäre es echt gut gewesen, wenn sie es erklärt hätte. <<

Vielleicht hat sie es einfach nicht erklärt, weil es so unglaublich schwer zu erklären ist. Und eine nicht plausible, nicht wirklich nachvollziehbare Erklärung oftmals zu Anfeidungen führt. Wer will sich dem schon aussetzen?

Ist aber nur eine Mutmaßung meinerseits...

Beitrag von andrea761 17.02.11 - 12:51 Uhr

das fand ich auch sehr merkwürdig und habe mich gefragt, ob ich die Einzige bin, die es interessiert-nicht aus sensationsgeilheit, sondern weil mich so ein schlimmes Thema sehr beschäftigt und ich mir auch Gedanken darüber mache, wie ich meine Tochter, vor sowas am besten schützen kann und falls es doch passieren sollte, dass sie den Mut hat, dann zu mir zu kommen und mir das zu erzählen-möglichst sofort.
Ist ein ganz schlimmes Thema und ich finde man kann nicht genug darüber aufklären...

Beitrag von romance 17.02.11 - 12:31 Uhr

Hallo,

meine SM wurde jahrelange missbraucht von ihrem Stiefvater, ihre Schwester auch. Beide wussten, was passiert wenn er rein kam.

Als Jahre später, er war schon tot ihre Mutter starb und es ging um das Haus ausräumen. Meine SM bekam Weinkrampf sie wollte nicht rein, nicht in das Horrorhaus. aber sie mußte. Ihre Schwester ist damals ausgewandert und sie mußte alles regeln. Das ganze Erbe, mit Erblass vom Haus.

Es war komisches Gefühl zu wissen, das es darin passiert ist.

Ich glaube mann kann nur versuchen es zu verstehen aber wenn mann es selbst nicth durchgemacht hat. Ist es schwer zu verstehen. Warum Opfer so handeln wie sie handeln.

Warum umarmt die Tochter ihr Vater, obwohl er sie jahrelang missbraucht hat und mit der Stieftochter 8 Kinder gezeugt hat. (Aktueller Fall)
Das wird keiner Verstehen, der es nicht selbst erlebt hat.

Meine SM ist 60 Jahre alt, macht seit mehr als Jahrzehnt Therapie. Nur deswegen!

LG NEtti

Beitrag von andrea761 17.02.11 - 12:39 Uhr

Ja da hast du Recht, man kann es nicht nachempfinden wenn man nicht selber in so einer Situation gesteckt hat!
Ich glaube ja auch nicht, dass sie ihr Kind absichtlich in so eine Situation gebracht hat, sie wird schon ihre Gründe gehabt haben.Ich fand es Schade, dass die Berichterstattung eben diese offenen Fragen, bei mir und ich denke bei vielen anderen auch, hinterlassen hat.
lg

Beitrag von pupsismum 17.02.11 - 12:45 Uhr

Na ja, das Problem ist, dass man in Bezug auf die Eltern eher selten rein rationale Entscheidungen treffen kann.

Kinder z.B., die von ihren Eltern geschlagen werden, lieben sie ja auch trotzdem. Weil sie denken, dass es dazugehört, dass es normal ist, dass sie das verdient haben etc. pp.

Etwas anderes ist es eigentlich bei Kindern, die von ihren Eltern missbraucht werden, auch nicht. Auch wenn die "Legitimationen" für den Missbrauch andere sind, bzw. der emotionale Druck, unter den die Opfer gestellt werden.

Vielleicht hat diese Frau auch gedacht, der Vater hätte das nur mit ihr gemacht, andere Kinder würde er nicht anfassen. Oder aber, dass die Mutter (sofern es diese noch gab), das Kind schützen würde vor ihm?

Das Kind wird sicherlich auch selber dorthin gewollt haben (zumindest am Anfang). Wie willst du dem Enkelkind auch begreifbar machen, dass es nicht zu Opa darf, weil der die Mama missbraucht hat, ohne ihm die Wahrheit zu erzählen und dann selber konsequent zu handeln?

Ich glaube, dass ist eine wirklich schwierige Situation für die Betroffenen. Der Kopf weiß: Es war nicht recht, war verboten, hat mich verletzt, hat mich geprägt. Aber es dreht sich um die Eltern. Da ist es für viele nicht einfach bis unmöglich, komplett den Kontakt abzubrechen.

Eine typische Zwickmühle ist ja auch: Der Vater hat den Missbrauch betrieben, aber die Mutter hat (angeblich?) nichts mitbekommen. Dann wollen diese Kinder trotzdem Kontakt zur Mutter (weil die ja nichts dafür kann), würden aber gern dem Vater aus dem Weg gehen. Aber die Mutter gibt es nicht allein, weil die immer noch mit dem Vater zusamnmen ist (wei, oder manchmal auch obwohl, sie von dem Missbrauch weiß). Und dann musst du dich entscheiden: Entweder gar kein Kontakt, oder darauf hoffen/vertrauen, dass der Vater nichts macht bzw. die Mutter aufpasst (wie schon oben erwähnt).

Ich sag's ja immer wieder, das sind Situationen, bei denen keiner gewinnen kann, weil so viel anderes dran hängt.

Gruß
p

Beitrag von andrea761 17.02.11 - 12:57 Uhr

Danke für deine Erklärung, von der Seite hatte ich es bisher noch gar nicht betrachtet und klingt einleuchtend-so könnte es gewesen sein!
Ist ein schwieriges und schreckliches Thema!
Ich fands einfach blöd, dass sie die Frau nicht die ganze Geschichte erzählen lassen haben, denn nur durch Aufklärung, kann man andere Kinder schützen und auch Betroffenen Mut machen, dass Schweigen zu lösen und eventuell ihre eigenen Kinder zu schützen.
lg

Beitrag von ...melle... 17.02.11 - 13:32 Uhr

Hallo

ich habe die Sendung gestern nicht gesehen..

aber ich wurde als Kind auch sexuell missbraucht, vom Nachbar meiner Oma..
und auch das älteste Enkelkind vom Nachbarn wurde missbraucht..

der Mann lebt immer noch dort, als meine Oma starb zog mein Vater in das Haus...

und war mit diesem besagten Nachbarn befreundet..er war auf jedem Geburtstag mit eingeladen, auf der Hochzeit, bei Gartenfesten..einfach überall...
mein Vater hat meine kleine Schwester alleine bei ihm spielen lassen..

ich empfinde Abscheu und Hass dem Mann gegenüber und meide es mit ihm zu sprechen bzw. ihm über den Weg zu laufen..

mein Vater versteht mein Verhalten nicht.

Er ist der Meinung wenn man in einem kleinen Dorf wohnt braucht man eine gute Nachbarschaft...

ich wiederrum verstehe nicht wie man als Vater mit einem Mann befreundet sein kann, der sein eigenes Kind missbraucht hat.

Naja mittlerweile kann ich damit leben, mein Vater ist weggezogen, ich werde diesen Mann also nie wieder sehen.

Allerdings sieht der Nachbar seine mittlerweile 3 Enkelkinder weiterhin regelmäßig...

Liebe Grüssle Melle

Beitrag von andrea761 17.02.11 - 13:53 Uhr

Das tut mir sehr leid, was du durchmachen musstest! Habt ihr ihn nie angezeigt?
Dein Vater weiss davon und hielt kontakt zu ihm? Das kann ich jetzt auch nicht nachvollziehen. Das tut mir echt leid und ich hoffe, dass du irgendwann damit leben kannst und es soweit, wie möglich verarbeiten kannst.
lg

Beitrag von asimbonanga 17.02.11 - 14:00 Uhr

Hallo,
hier im Familienforum kannst du z.B. ganz oft lesen, das Mütter sich nicht von ihren Eltern lösen können.Obwohl sie nur Ablehnung und Gleichgültigkeit erfahren, wollen sie einen Kontakt erzwingen und können sich nicht auf ihr Leben konzentrieren.Man hat den Eindruck, das nur sehr wenige zu einem Kontaktabbruch in der Lage sind.Zutiefst verunsicherte "Kinder" ohne Selbstbewußtsein werden sich daher noch weniger lösen können.So erkläre ich mir das.Auch wenn das unvorstellbar für mich ist.

L.G.

Beitrag von ...melle... 17.02.11 - 14:13 Uhr

Wir haben ihn damals angezeigt, er bekam nur eine Geldstrafe, weil es ja keine Vergewaltigung war :-[

das mit meinem Vater kann ich auch nicht nachvollziehen, aber ihm war schon immer alles andere wichtiger als seine eigenen Kinder...

Beitrag von andrea761 17.02.11 - 18:00 Uhr

Das ist ja echt nicht nachvollziehbar, mit welcher Begründung nur eine Geldstrafe verhängt wurde-unfassbar!!! Da fällt mir echt nichts mehr zu ein.
Das mit deinem Vater tut mir leid-es muss ja doppelt schlimm für dich gewesen sein-auch da fehlen mir einfach die Worte! Ich hoffe es geht dir jetzt gut und das du ein halbwegs normales Leben führen kannst!
lg