Abtreibung gegen den Willen der Mutter

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von murdock 17.02.11 - 12:00 Uhr

Hallo zusammen,

ich hab im Moment ein Problem mit einer sehr guten Freundin von mir bzw. möchte ich ihr gerne bei ihrem Problem helfen.

Und zwar wünscht sie sich sehr stark ein Kind. 2010 war sie dann auch schwanger und wollte das Kind natürlich gern haben. Ihr Freund aber leider nicht. Zunächst hat er es im Gespräch versucht ihr auszureden. Da kam sowas wie "wir können einem Kind doch nichts bieten" usw. Sie hat sich aber nicht davon abbringen lassen bis er irgendwann ausgerastet ist und sie so sehr unter Druck gesetzt hat, dass sie große Angst vor ihm bekommen hat und dann gegen ihren Willen die Abtreibung vorgenommen hat.

Nun ist sie seit Monaten völlig fertig und macht sich riesige Vorwürfe. Sie hat so große Schuldgefühle, weil sie sagt, dass sie sich mehr dagegen hätte wehren müssen. Sie sagt, sie kann sich das nicht verzeihen und kann es einfach nicht verarbeiten. Habe ihr geraten zu einer Therapeutin zu gehen und sich professionell bei der Verarbeitung dessen helfen zu lassen. Das will sie aber nicht, weil sie sich dafür schämt und es niemandem erzählen will. Sie gibt sich allein die Schuld dafür und meint, sie hätte es verdient, dass es ihr nun so schlecht geht.

Ich möchte ihr aber irgendwie helfen und würde einfach nur gerne weitere Meinungen dazu hören. Ich selbst denke, dass sie sich zwar dagegen hätte wehren müssen und das gegen ihren Willen nicht hätte zulassen dürfen und kann deshalb auch verstehen, dass sie sich Vorwürfe macht. Aber ich versuche auch ihr klar zu machen, dass nicht sie, sondern in erster Linie mal er das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle haben müsste. Sie hat leider aus der Angst heraus einen Fehler gemacht...

Beitrag von manolija 17.02.11 - 12:03 Uhr



Ich glaube in dem Forum bist du ein wenig falsch mit deinem Anliegen...

Beitrag von erbse2011 17.02.11 - 12:08 Uhr

ich finde das wirklich konen aller sau das der freund sie dazu gezwungen hat kann man schon so nennen zwecks abtreibung.
wenn er schon was in die welt setzten kann dann kann er auch dazu stehen und verantwortung zeigen. aber es gibt leider manche männer die meinen ja wenn sowas passiert gibt es einrichtungen die das weg machen können, jetzt ganz hart ausgedrückt. ich selber spreche von erfahrung ich habe die scheiße auch schon durchgemacht.

geb deiner freundin das gefühl das du für sie da bist und sie halt gibst.
sie sollte sich wirklich mal jemanden anvertrauen der ihr auch helfen kann weil sie macht sich ja so total kaputt.

ist sie mit dem kerl den noch zusammen? wenn ja würd ich den in den wind schmeisen weil so ein kerl wär dann kein mann fürs leben wenn er sie so behandelt und nicht, ganz doof ausgedrück jetzt, zu seinen fehler steht.

steh ihr bei und gib ihr ein gutes gefühl das sie kein schlechter mensch ist. sie ist auch nur ein mensch und enttscheidet falsch. leides gottest ist das menschlich.

ich wünsche ihr alles gute und das sie wieder schnell auf den damm kommt.

Beitrag von murdock 17.02.11 - 12:19 Uhr

Nein, die beiden sind nicht mehr zusammen. Er hat sich kurze Zeit später von ihr getrennt, während sie noch um die Beziehung gekämpft hat, aber das ist noch ein anderes Thema.

Unfassbar ist nur, dass er sie vorher dazu gedrängt hat und ihr sagte, dass das zu diesem Zeitpunkt doch nicht gut wäre, weil nur sie arbeitet und er noch im Studium ist. Sie sollte doch auch an ihre Beziehung denken usw.

Und dann trennt er sich kurz drauf von ihr...

Beitrag von erbse2011 17.02.11 - 12:28 Uhr

ich bin an dem punkt jetz mal ehrlich.
bei mir und meinem freund passt eigentlich jetzt auch noch kein kind so richtig, weil das geld nich hinhaut, oder auch andre dinge. aber wir haben gesagt wir werden das schon irgentwie schaukeln auch wen wir beide riesen bammel davor hatten was auf uns zu kommt.
weil er selber ist festangestellt was gut ist und ich zeitarbeit und auch bisschen geld bekomme aber halt nich so die welt.
aber wir haben uns gesagt wir haben ganz liebe leute um uns rum die uns unterstützen und uns halt geben wenn wir mal nicht weiter wissen.
wenn man das will schafft man alles irgentwie. auch wenns mal auf kurzen drücker mit ach und krach ist.
und das von ihrem freund finde ich wirklich eine schweinerrei, mir kommt das so vor erst das große problem auf der welt schaffen und dann fliege machen das man ja nix zahlen muss.
und das sie noch um die bezihung kämpfen wollte versteh ich auch nicht so ganz, ich hätt den a*** gehn lassen.

Beitrag von murdock 17.02.11 - 13:07 Uhr

Ja, Du triffst es aus meiner Sicht schon ziemlich genau auf den Punkt. Er wollte das "Problem" loswerden, um sich dann aus dem Staub zu machen. Mittlerweile ist klar, dass er schon vor der Schwangerschaft mit dem Gedanken gespielt hat sich von ihr zu trennen und das der eigentliche Grund war, weshalb er das Kind nicht wollte. Aber dann schläft man eben auch nicht vorher mit ihr, wenn man weiß, dass sie sich ein Kind wünscht und deshalb die Pille nicht nimmt. Von ihm ist es einfach verantwortungslos.

Aber wie mache ich ihr klar, dass sie nicht allein dafür verantwortlich ist und sich dafür nicht schämen muss?? Denn sie muss den Mut finden sich jemandem anzuvertrauen, also einer Therapeutin. Allein bzw. "nur" mit meiner Hilfe wird sie das nicht verarbeiten können, wie ich befürchte. Bin ja sehr gerne für sie da, aber ich bin leider kein Therapeut.

Beitrag von schnaddel79 17.02.11 - 12:11 Uhr

Hallo!

Schwierige Situation...
Sie sollte sich auf jeden Fall therapeutische Hilfe holen, sie frisst alles in sich hinein. Auf Dauer geht das natürlich nicht gut. Biete ihr an, sie zu einem Therapeuten zu begleiten.

Andere Frage: Ist sie noch mit dem Typen zusammen der sie zur Abtreibung gedrängt hat? Ich denke diese Beziehung wird dieser Belastung nicht standhalten. Und wenn sie noch zusammen sind: Ist er ihr eine Stütze?

Bleib weiter an der Seite deiner Freundin, ich glaube diese Hilfe kann sie gut gebrauchen.

Liebe Grüße Schnaddel

Beitrag von bomimi 17.02.11 - 12:19 Uhr

huhu,

na ja, ich würde sagen dazu müsste man schon mehr zu dem hintergrund wissen.
warum haben die beiden nicht verhütet wenn klar war das er kein kind möchte? kann es sein dass sie vorher wusste das er eingentlich nicht will und gedacht hat er würde sich schon noch umstimmen lassen wenn sie ihn vor vollendete tatsachen stellt? leider gibt es einige solcher frauen und ich muss sagen in diesem fall wäre ihr schlechtes gewissen durchaus berechtigt.
sollte dies alles nicht der fall sein frage ich mich wie kann man sich nur zu so einem schritt gegen seinen willen drängen lassen? ich hätte meine sachen gepackt und wäre weg gewesen!
es hört sich doch alles nach einer sehr unreifen aktion an.
und meine nächste frage wäre ob sie denn nun noch mit ihrem freund zusammen ist? falls ja, ist ihr eh so einfach nicht zu helfen.
sie soll sich hilfe suchen. proffessionelle. du kannst das nicht übernehmen.


lg bomimi mit engelchen#verliebt (1jahr) und #ei (16.ssw)

Beitrag von murdock 17.02.11 - 12:29 Uhr

Nein, die beiden sind nicht mehr zusammen (s. o.)!

Ihm war durchaus klar, dass sie sich stark ein Kind wünscht und deshalb die Pille nicht nimmt. Sie wollte es ihm also nicht "unterjubeln", sondern er hat immer gesagt, dass das kein Problem für ihn ist. Und er hat ja auch trotzdem ohne Verhütung mit ihr geschlafen und wollte dann nicht zu seiner Verantwortung stehen.

Mir ist allerdings nicht klar, was daran unreif ist. Ok, von seiner Seite her ja, aber sie hat leider aus ihrer Angst heraus einen Fehler gemacht. Ich gebe Dir ja soweit Recht, dass sie ihn sofort hätte in den Wind schießen müssen, aber sie hat ihn nun mal auch geliebt und war von der Beziehung überzeugt. Und deshalb hatte sie dann nicht die Kraft dazu zu gehen, sondern hat sich leider falsch entschieden.

Beitrag von bomimi 17.02.11 - 12:40 Uhr

na dass sie nicht mehr zusammen sind ging ja dann von ihm aus, sie hätte also an der beziehung mit dem mann der sie zu so einem schritt gedrängt hat festgehalten......#kratz ausserdem hast du oben geschrieben dass er meinte es sei der falsche zeitpunkt, da nur sie arbeitet und er sich mitten im studium befindet- da musst du doch zugeben das es nicht gerade von reife bei ihr zeugt den wunsch nach dem kind auf teufel komm raus durchzusetzen ohne gesicherten halt oder rücklagen. so gesehn kann ich verstehn das er zu diesem zeitpunkt kein kind wollte. was natürlich nicht damit zusammen passt das er laut deiner aussage wusste das sie keine pille nimmt und auch sonst nicht verhütete.
es ist auf jeden fall eine schwierige situation. das sie damit nicht klar kommt verstehe ich. aber wie gesagt ich befürchte du bidt nicht in der lage ihr dabei zu helfen, sie muss sich therapeutische hilfe suchen.

Beitrag von murdock 17.02.11 - 13:00 Uhr

Ja, ich weiß, dass ich ihr da nur bedingt helfen kann und sie sich deshalb lieber therapeutische Hilfe suchen sollte. Das tut sie aber bislang nicht, weil sie sich dafür schämt darüber zu reden, d. h. ich will sie dazu bringen, dass sie das ein wenig ablegt und den Mut findet sich jemanden anzuvertrauen. Bisher bin nämlich nur ich das, weshalb ich im Moment einfach nach einer Möglichkeit suche ihr zu helfen.

Gut, es ist natürlich immer schwierig, wenn man die jeweilige Person und deren Situation nicht genau kennt. Ich glaube aber, dass sie durchaus in der Lage gewesen wären mit einem Kind fertig zu werden, also finanziell usw. Er hat aber scheinbar zu dem Zeitpunkt schon mit dem Gedanken gespielt sich von ihr zu trennen und wollte ihr das Kind deshalb unbedingt ausreden bis er schließlich ausgerastet ist. Es war eher eine Ausrede, dass es alles nicht funktionieren würde. Mittlerweile ist klar, dass der wahre Grund eher die Trennungsabsicht war. Aber wenn man sich trennen will und deshalb kein Kind will, dann schläft man nicht ohne Verhütung mit ihr. Da hätte er zu seiner Verantwortung stehen müssen. Sie hat ihn eben noch geliebt und hat an die Beziehung geglaubt. Man sagt nicht umsonst "Liebe macht blind". Scheinbar war sie damals blind und hat sich zu einer Entscheidung drängen lassen, die sie heute so sehr bereut.

Beitrag von bomimi 17.02.11 - 13:13 Uhr

ja du sagste es, es ist schwierig das so zu beurteilen.

ich denke auch das er schon vorher die absicht hatte sich zu trennen, natürlich hätte er in dem fall verhüten müssen. ich möchte ihn da keineswegs in schutz nehmen. was er gemacht hat ist grauenvoll.

sie wird da sicherlich nicht so einfach drüber hinwegkommen. es ist nur für dich so halt auch eine sehr schwierige situation. aber sehr gut finde ich dass du für die da bist ihr zuhörst und versuchst ihr zu helfen. vielleicht braucht sie einfach noch etwas zeit bis sie es schafft sich auch jemand anderem gegenüber zu öffnen. das einzige was du im moment machen kannst ist ihr halt zu sagen das sie sich dafür nicht zu schämen braucht, denn es ist nicht ihre alleinige schuld und rückgängig machen lässt sich dieser schritt leider nicht mehr, deswegen hilft es nicht zu sagen: was wäre wenn...., und hätte ich nur...., usw. sie muss irgendwie damit klar kommen.
sie kann auf jeden fall froh sein einen guten freund wie dich zu haben.

lg und ich wünsche euch alles gute und das deine freundin es irgendwann schafft einfach damit leben zu können.

Beitrag von jenny133 17.02.11 - 12:20 Uhr

Hallo

egal was sie sagt oder du denkst, ich glaube der Weg zu einem Therapeuten ist tatsächlich wichtig und richtig für sie!!
Sie muss sich nicht schämen dafür was sie zugelassen hat, sie stand unter starkem Druck. Mach ihr klar, das sie das nur verabeiten kann wenn sie sich Hilfe holt. Vielleicht sollte auch klar sein, das es sein kann, das sie nicht mehr so einfach SS wird, solange sie diese Sache nicht verabeitet hat und das ist doch absolut ein Grund, sich Hilfe zu holen oder?

Wünsch euch alles gute!

LG
Melanie (21+4)

Beitrag von murdock 17.02.11 - 14:13 Uhr

Ja danke, so sehe ich das auch und genau dafür war die Eintrag gedacht. Wenn ich ihr nämlich sage, dass sie sich nicht schämen muss und vor allem er das schlechte Gewissen haben müsste, dann meint sie immer ich würde das nur sagen, weil ich sie mag. Deshalb will ich ihr zeigen, dass nicht nur ich so denke und sie sich wirklich nicht dafür schämen muss und sich damit durchaus einer Therapeutin anvertrauen kann. Aktuell hab ich nämlich wirklich das Gefühl, dass sie daran zerbricht und das macht mich gleich mit fertig...

Beitrag von janine92 17.02.11 - 12:52 Uhr

Manche männer sind doch wirklich krank der eine zwingt sie zu ner abtreibung die anderen hauen ab wenn sie erfahren dass sie vater werden mal ganz ehrlich wir sind doch nicht allein dran schuld und das baby kann ja wohl mal gar nichts dafür die arme frau wird das doch niemals verkraften:( sie tut mir so leid sie sollte wirklich eine therapie machen und mit jemand neutralen reden...
Sorry für meine wut aber der vater meines babys und ich sind seit gestern getrennt habe einfach nur sehr viel wut in mir-.-

Beitrag von blaue-rose 17.02.11 - 17:43 Uhr

Hallo murdock,


es ist schön das du ihr helfen möchtest.

Ich denke das der Abbruch noch nicht lange her ist und sie erst einmal zu sich finden muss.

Sei für sie da, biete ihr deine Hilfe an , setze sie aber bitte nicht unter Druck auch wenn es noch so gut gemeint ist.

"Ich selbst denke, dass sie sich zwar dagegen hätte wehren müssen und das gegen ihren Willen nicht hätte zulassen dürfen und kann deshalb auch verstehen, dass sie sich Vorwürfe macht."


Ich hoffe nur das du es ihr nicht so gesagt hast wie du es hier geschrieben hast. Ich denke sie wird sich gewehrt haben und hat aus lauter Verzweiflung zugestimmt da sie keinen anderen Ausweg mehr wusste. Sie wird ganz allein dagestanden haben und dann kommt noch erschwerend dazu das ein Abbruch nur in einer sehr begrenzten Zeit möglich ist. Dieser Zeitdruck hat ihr die Sache noch zusätzlich erschwert.


Wenn du möchtest kannst du ihr einmal die Seite :

www.nachabtreibung.de

zeigen. Dort kann sie sich mit betroffenen Frauen austauschen und braucht keine Angst haben das sie nicht verstanden oder sogar verurteilt wird.

Freundliche Grüße





Beitrag von salida-del-sol 17.02.11 - 21:27 Uhr

Hallo, liebe Murdock,
ich finde es total klasse, dass Du jetzt Deiner Freundin helfen willst, wo sie Deine Hilfe so nötig brauchen kann. Google doch unter Hilfen nach Abtreibung. Vielleicht ist da eine Selbsthilfegruppe in der Gegend Deiner Freundin dabei. Denn sie steht da nicht alleine da mit ihren Erfahrungen, ihrer Scham und Not. Der Austausch darüber wird ihr weiterhelfen. Denn sie hat eine Verlusterfahrung hinter sich, und die wird leichter, wenn man mit anderen reden kann.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von lebenslichter 17.02.11 - 21:58 Uhr

Hallo,

es ist wirklich toll, dass du deiner Freundin helfen möchtest!
Sie sollte sich wirklich therapeutische Hilfe suchen, damit ihre Seele wieder zur Ruhe kommt und sie Frieden findet. Es gibt einige sehr gute Therapeuten, die sich speziell mit Frauen nach einer Abtreibung beschäftigen (es ist wichtig, dass sie speziell zu solch einem geht, denn "normale" Therapeuten kennen sich meist viel zu wenig mit dem Leiden der Frauen nach einer Abtreibung aus). Bei Interesse kann ich dir eine Adresse schicken.
***
Lg,
Lebenslicht



Beitrag von murdock 21.02.11 - 13:29 Uhr

Hallo,

danke für die nette Reaktion. Also nachdem hier nun verschiedene positive Antworten kamen hab ich ihr den Thread hier mal gezeigt und das hat ihr offenbar schon ein bisschen was gebracht. Langsam ist sie nun soweit und will wirklich zu einem Therapeuten gehen.
Wie kommt man denn wohl an einen Therapeuten, der auf dieses Thema spezialisiert ist?

Viele Grüße
Murdock