Von der Stadt ins Dorf gezogen

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von nadineayleen 17.02.11 - 15:28 Uhr

Hallo ihr lieben!
Im dez. letzten Jahres bin ich mit meiner Tochter 3 Jahre 350 km entfernt zu meinem Freund gezogen.Den ich auch erst bis dahin 3 Monate kannte.die beziehung läuft soweit ganz gut.Bis auf kleinere Diskusionen die langsam auftreten.Und das Alltagleben was sich einschleicht.Aber irgendwie fühle ich mich hier im Dorf nicht wohl.Es ist sehr schwierig in Kontakt zu kommen.Dachte das wird besser wenn die kleine hier im Kindergarten geht.Aber Pustekuchen...Die anderen Muttis packen schnell ihr Kind im Kindergarten,haben ihren Autoschlüssel in der Hand und müssen schnell los.Ich vermisse meine Heimat sehr.Die kleine wohl auch.Wir waren für 3 Tage in unserer Heimatstadt und jetzt jammert die kleine noch mehr.Sie will nicht bei ihren ´´neuen´´Papa wohnen sondern bei Oma in unserer alten Heimat.dabe Wohnen wir erst seit 3 Monaten hier.Jeden morgen wache ich mit dem gedanken auf meine alte Heimat.
Ob sich das legt?
Und wie soll ich damit umgehen wenn die kleine auch Heimweh hat wo ich selbst ja auch Sehnsucht nach meiner Heimat habe?
Danke für alle Komentare...

Beitrag von cinderella2008 17.02.11 - 15:42 Uhr

Hallo,

Dein Umzug ist ja nun noch nicht wirklich lange her. Vielleicht braucht Ihr beide einfach noch etwas Zeit, um heimisch zu werden.

Gehst Du arbeiten? Wenn ja, gibt es dort evtl. Kolleginnen, mit denen Du Kontakte knüpfen kannst, die vielleicht in der Nähe wohnen?

Wie ist das Verhältnis Deiner Tochter zu Deinem Freund? Ich finde es ehrlich gesagt etwas merkwürdig, dass ein Kind in dem Alter den Wunsch äußert, lieber bei der Oma wohnen zu wollen. Eigentlich gewöhnen sich gerade kleine Kinder sehr schnell um.

Ich will Dir jetzt keine Vorwürfe machen: Aber ich finde, gerade angesichts der Tatsache, dass Du ein Kind hast, hast Du Deinen Umzug zu Deinem neuen Partner doch etwas übereilt. Ich meine, eigentlich seid Ihr noch in der Kennenlernphase. Ich glaube, ich hätte wenigstens ein Jahr abgewartet, ob die Beziehung wirklich hält.

Daher geh in Dich. Frage Dich, was Du wirklich willst. Bringt Dir diese Beziehung das, was Du erwartet hast? Wenn nicht, wenn es nicht nur das Heimweh ist, was an Dir zerrt, dann überlege Dir, ob es nicht besser ist, wieder zurück in Deine Heimatstadt zu gehen.

LG, Cinderella

Beitrag von risala 17.02.11 - 15:45 Uhr

Hi,

aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen:

Es dauert, bis man Kontakt bekommt. Und mit vielen wird man nie Kontakt haben. Vor allen, je nach Region ist es sehr schwer.

Im Rheinland habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sofort und schnell zumindest oberflächliche Kontakte bekommt. Hier bei uns in der Eifel noch dazu auf dem Dorf - dauert es ewig. Und mit den gebürtigen Anwohnern fast nie. Die Leute, die wir kennen gelernt haben, sind alles Zugezogene - und dazu zählen Leute, die seit fast 60 Jahren im Ort wohnen (die bekommen in manchen Situationen auch noch zu hören "was willst Du eigentlich - Du bist doch nur zugezogen!").

Unser Sohn ist allerdings fest hier im Ort verwurzelt - er war 2 als wir hier gezogen sind. Geht in den Fußballverein, war hier im Kindergarten und geht auch hier zur Grundschule, hat seine Freunde hier etc. Wir kennen mittlerweile viele, aber nur mit wenigen haben wir gerne und regelmäßig Kontakt.

Geholfen bei der "Integration" auch bei den gebürtigen Anwohnern hat uns aber auch unser Job als Zeitungsausträger der Tageszeitung. Das machen wir sit 4 Jahren - und darüber kommt man mit sehr vielen Leuten ins Gespräch, wird gegrüßt (seid sie wissen, wer wir sind ;-)) - und das Trinkgeld an Weihnachten wir jährlich mehr.

Eure Beziehung ist noch sehr frisch, du kanntest Deinen LG nicht lange und bist ein großes Risiko eingegangen, weil du das Gefühl hattest, es wäre das richtige. Gib der neuen Umgebung und eurer Beziehung eine Chance - sofern Du dich bei Deinem Freund wirklich aufgehoben fühlst! "Nach Hause" zurückgehen kannst du auch später immer noch.

Ach so, morgens im Kindergarten hatte ich auch nie Zeit - ich musste ja arbeiten. Mittags war oft besser - und man muss manchmal auch auf andere Mütter einfach mal zugehen. vielleicht ergibt sich ja auch was über Spielverabredungen Deiner Tochter oder vielleicht geht ihr zum Kinderturnen, etc.

LG
Kim

Beitrag von alocin1970 17.02.11 - 19:49 Uhr

Hallo, Kim,

ich musste sehr lachen über deinen Bericht. Ich bin auch Rheinländerin, wohne aber "nur" in der Voreifel, südlich von Bonn an der Grenze zu Rheinland-Pfalz (bin nach 10 Jahren Großstadt, u.a. München, hierhin zurück, der Liebe wegen, seufz, aber langsam genieße ich auch die Kleinstadt wieder). Als Kind bin ich auf einem Dorf 5 km von unserer Kleinstadt hier aufgewachsen, noch im Flachland. Aber selbst da sind alle Zugezogene, deren Eltern nicht dort geboren sind. Übrigens habe ich es nie ansatzweise geschafft, die Einheimischen zu verstehen, wenn ich im Laden im Dorf war, obwohl ich ja hier lebte, seit ich 4 Jahre alt war.

Wo in der Eifel wohnst du denn?

LG Nico

Beitrag von risala 18.02.11 - 08:20 Uhr

Hi Nico,

ich dachte gerade: na, so weit kann sie von mir nicht weg sein... :-) lt. PLZ irgendwo Meckenheimer Bereich schätze ich...

Wir wohnen seit 2005 in einem Dorf Nähe Mayen. Wenn man hier im Umkreis gefragt wird "wo wohnt ihr" - "in Rieden" ist die Reaktion immer gleich "und, wie kommt ihr mit den Riedenern klar?" :-D Die sind wohl als spezielles Völkchen bekannt - und die Eifler sind ja sowieso schon speziell.;-)

Voher habe ich in Sinzig und Remagen gewohnt und in BN-Auerberg gearbeitet. Da hat man sehr viel schneller Kontakte bekommen als hier im Ort.

LG
Kim

Beitrag von alocin1970 18.02.11 - 08:43 Uhr

Hi,

gut getippt - Rheinbach ist es. Da habe ich auch von 4-9 Jahre gewohnt, dann in dem Dorf bei Rheinbach, dann nach dem Abi wieder Rheinbach, dann 6 Jahre in Bonn, 4 Jahre München und seit 2002 wieder in Rheinbach.

Mayen, ja, die Ecke kenne ich ein bisschen, Maria Laach, ein Schulfreund von mir wohnte in Polch, ich hatte mal einen Freund in Mendig. Rieden kenne ich nicht.

Dann wünsche ich dir weiter gute Nerven mit den Eiflern ... in der Kleinstadt ist das ja alles gemäßigt.

LG

Beitrag von risala 18.02.11 - 09:11 Uhr

Danke!

Maria Laach und Mendig sind ca. 10km entfernt von uns (auf der anderen Seite der A61).

LG

Beitrag von gh1954 17.02.11 - 15:58 Uhr

Das mit dem Umzug war eine völlig übereilte Aktion. Du kanntest diesen Mann erst drei Monate, wie oft hattet ihr euch bis dain gesehen?

Und jetzt, nach sechs Monaten, schreibst du: >>>Und das Alltagleben was sich einschleicht.<<<

Nach erst sechs Monaten sollte der Himmel noch voller Geigen hängen.

>>>Und wie soll ich damit umgehen wenn die kleine auch Heimweh hat<<<

Jetzt schiebe nicht dein Kind vor...

Kinder äußern öfter mal, dass sie bei Oma bleiben wollen.

Wenn du der Meinung bist, dass der Wegzug eine Fehlentscheidung war, dann zieh wieder zurück, aber weil DU das willst und nicht, weil du das angeblich wegen deiner Tochter tust.

Drei Monate sind recht kurz, um sich irgendwo eingelebt zu haben.

Beitrag von blahblah 17.02.11 - 16:43 Uhr

Mir ging es ähnlich abgesehen davon das ich wusste das der Umzug aufs Land unsere einzige Chance war keine Fernbeziehung mehr führen zu müssen.

Ich war immer Stadtkind konnte mir nie vorstellen aufs Land zu ziehen.

Niemals musste ich mehr wie 500 Meter laufen um zu einem Geschäft zu kommen, meine Kids mussten nie Bus fahren zur Schule.

Tja und dann kam die Liebe und ich wollte zu meinem Mann. Der arbeitete aber 400 km weit weg, somit fiel pendeln aus.

Da er ne feste Stelle hat und ich nur einen Minijob war schnell klar endweder ich zieh zu ihm oder es wird nix.

Also suchten wir uns eine bezahlbare Wohnung in der Nähe seiner Arbeit.

Nun sind wir in Alzey, bzw einem Ortsteil davon, hier gibts Einfamilienhäuser, einen Kindergarten zwei Kirchen einen Bäcker und einen #huepf Pokalladen #huepf

Ich dachte die ersten paar Wochen ich gehe ein. 5 KM bis zur Bank 6 bis zum nächsten ALDI.#schock

Ich hatte kein Auto, bisher hatte ich ja alles zu Fuß erledigt.

Aber mittlerweile kenne ich viele Leute, habe Freunde gefunden und meine Kinder finden es klasse hier.
Sie können nämlich rennen wie sie wollen, in den Weinbergen spielen oder den Bach erkunden.

Sowas kannten meine Kids nicht.

Sie wachsen hier viel freier auf und ich merke bei jedem Besuch in der Stadt das mich mittlerweile viele Menschen und viel Verkehr ziemlich stressen.

Außerdem ist die Luft in der Stadt nicht so duftend wie hier aufm Land.

Gib dem ganzen eine Chance, du wirst sicher bald Leute kennen lernen.

Ich kann nach nun 2 Jahren Landleben nicht mehr in den Laden gehen ohne mindestens 3 Leute zu treffen die mit mir ein Schwätzchen halten wollen.

LG

die#bla

Beitrag von at_me 17.02.11 - 19:28 Uhr

Wow da warste aber echt Flott mit der Entscheidung.

Bevor du jetzt die nächste Triffst, überlege dir wirklich gut in in Ruhe wie sie ausgehen soll. So ein hin und her ist nicht gut für die Kleine.
Ein Jahr solltst du dir schon Zeit geben um in der neuen Heimat Fuß zufassen. Nach drei Monaten, noch dazu Wintermonaten, kann man gar nichts Beurteilen.

Die Spielplatzzeit fängt erst noch an und dort lernst du bestimmt andere Mütter kennen. Schau dich mal in ruhe im nächst größeren Ort um ob es dort Spielkreise oder andere Eltern-Kind Angebote gibt. Sportverein, Tanzen, Schwimmverein oder oder oder. Schreib hier bei Freundschaftskontakten doch mal ein gesuche.
Wie gesagt es ist ne kalte Jahreszeit, früh dunkel nix los. Da fällt jedem die Decke auf dem Kopf. Du fühlst dich noch nicht wohl, das belastet alles eine Beziehung. Gieb euch jetzt erstmal Zeit.
Gib deiner Tocher zu verstehen das sie diese Gefühle haben darf, das du selbst auch manchmal Heimweh hast und zeig ihr die schönen Seiten an Eurer neuen Heimat. Die kleine Verkraftet das sicherlich mit deiner hilfe, nur ein hin und her solltest du jetzt nicht starten.

Beitrag von derhimmelmusswarten 17.02.11 - 20:48 Uhr

Ich denke nicht, dass es am Dorf liegt. In einer anderen Stadt wäre es bestimmt nicht anders. Hast du dich mal nach Spielgruppen, Turnverein etc. umgehört? Vielleicht findet sich ja was, wo du mit deiner Tochter hin gehen kannst. Gehst du arbeiten? Das wäre dann natürlich auch eine Möglichkeit, zusätzlich Kontakte zu knüpfen.

Beitrag von meandco 18.02.11 - 11:02 Uhr

#kratz schwierig ...

kann dir nur sagen: mir gehts genauso und wird nix besser hier :-( (allerdings bin ich auch von ner richtigen großstadt in ein 300 seelendorf gezogen #schock#schwitz). mit den leuten hier kann ich gar nicht und selbst in der nächstgrößeren stadt tue ich mich schwer mit dem angebot. leider ist hier gar nix los oder zu kriegen was man so gerne hätte :-(

die kleine fühlt/e sich gleich mal wohl, wir waren ja schon früher hier. aber seit wir unsere wohnung komplett aufgegeben haben, will sie zurück (zumindest ab und an #schwitz) und ich tu mich schwer ihr zu erklären warum das so ist. letzens meinte sie dann, wir ziehen jetzt um zur anders-oma ... (dort ist der ort größer, mehr kinder, mehr anbindung und veranstaltungen die uns interessieren). sie wollte dann gar nicht mehr zurück als wir mal da waren :-(

keine ahnung wie ich das jemals auf ne gerade kriegen soll #kratz

wünsch dir alles gute
me