Firmenwagen ja oder nein?

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Beitrag von kornflakes 17.02.11 - 15:45 Uhr

Hallo,
bei meinem Mann stehen demnächst Gehaltsgespräche an.
Firmenwagen war am Anfang seiner Karriere mal Gesprächsthema. Wir sind nun am Überlegen, ob es für uns Sinn macht oder nicht...
Wir haben momentan zwei private Fahrzeuge. Eigentlich kann man sagen, dass mein Mann mit einem fast ausschließlich geschäftlich unterwegs ist. Hierfür werden natürlich alle km erstattet.
Unsere Fahrzeuge sind noch total in Ordnung, kommen jetzt aber auch so in die Jahre, dass demnächst wohl öfter Reparaturen etc. anfallen werden. Noch dazu brauchen wir aufgrund der vielen km doch des öfteren Reifen, Bremsbeläge etc. Irgendwann in eher näherer Zukunft muss bestimmt auch einmal ein Wagen ausgetauscht werden...
Welche Vor- und Nachteile sprechen für einen Firmenwagen. Was würdet ihr uns empfehlen. Soll mein Mann in diese Richtung verhandeln oder nicht?
Freue mich über Eure Tipps und Empfehlungen
Danke
Kornflakes

Beitrag von birkae 17.02.11 - 16:02 Uhr

Ich hatte mal in einem Job einen Firmenwagen zur Verfügung. Man muss sich nicht um die Reparaturen kümmern, das Benzin muss man nicht selbst zahlen, man muss nicht groß die Kilometer zusammen zählen, die man dem Chef in Rechnung stellt, wenn man ein eigenes Auto benutzt...
Mein Mann hatte sogar ein Firmenwagen, den er auch privat nutzen durfte. Da hat er monatlich nur einen Festbetrag bezahlt und konnte so viel fahren, wie er wollte. Keine Extrakosten. Somit brauchten wir damals nur ein Auto und hatten mehr Geld in der Haushaltskasse.

Es kommt natürlich darauf an, was der Chef deines Mannes für Regeln aufstellt. Aber grundsätzlich kann ich Firmenwagen nur empfehlen.

LG
Birgit

Beitrag von falkster 17.02.11 - 17:15 Uhr

Firmenwagen mit privater Nutzung kriege ich demnächst auch.
Interessant ist der steuerliche Effekt.
1% des Listenpreises wird dir vor Berechnung der Steuer aufs Gehalt gerechnet und mitversteuert und hinterher wieder abgezogen.

Heisst im Klartext, dass Du weniger Geld haben wirst als vorher, aber dafür eben auch nicht die Scherereien mit Reparaturen, Versicherungen, Steuern etc...

Unter dem Strich lohnt es sich also meines Erachtens absolut, denn der Sorgenfrei-Effekt ist eigentlich unbezahlbar und wiegt die paar Euro locker auf. Für ein eigenes Auto würde man defo mehr bezahlen...

Beitrag von krokolady 17.02.11 - 17:16 Uhr

Wenn die Firma es macht:
Firmen-PKW leasen, z.B. über Leaseplan.........der Firma kostet es immer den gleichen Beitrag, egal was am Auto mal gemacht werden muss!
Und Dein Mann bekommt halt private Nutzung für den Wagen, d.H. er darf damit privat soviel fahren wie er möchte, und zahlt monatlich einen geringen Anteil

Beitrag von kornflakes 17.02.11 - 18:50 Uhr

Hallo,
zahlt man denn dann weniger als die 1% des Listenpreises?
Ich denke, dass der Pkw in jedem Fall geleast werden würde und man dann entsprechend regelmässiger ein Austauschmodell bekommen würde.
Viele Grüße
Kornflakes

Beitrag von krokolady 17.02.11 - 18:55 Uhr

da gibt es wohl unterschiedliche Varianten wie man das abrechnen kann.

Ich weiss nicht als was Dein Mann arbeitet.......ist er Angestellter oder arbeitet er nach Stundenlohn?
Vielleicht hat die Firma die Möglichkeit den Wagen als Monteurswagen laufen zu lassen......somit kommt er für die Firma günstiger - und Dein Mann müsste gar nix dafür zahlen!
Das geht aber halt nur wenn er "auf Baustellen" oder so fährt.

Google am besten Mal welche unterschiedlichen Berechnungsarten es da gibt.
Mein Mann z.B. hat noch seinen alten Arbeitsvertrag und zahlt gar nix für sein Firmanwagen.......und er bekam erst diese Woche nen nagelneuen Ford S-Max!
Eben weil er ab und zu selber Hand anlegt auf ner Baustelle.......drum gilt sein Wagen als Monteurswagen, obwohl mein Mann nicht als Monteur sondern als Supervisor eingestellt ist.

Beitrag von falkster 17.02.11 - 22:29 Uhr

lest doch einfach, was ich vorher geschrieben habe.

SO wird es gemeinhin mit den Firmenwagen mit privater Nutzung gemacht.
Nix von wegen "man zahlt ein bisschen was"...

Beitrag von joy1975 18.02.11 - 00:26 Uhr

Ich habe gerade in meiner diesjaehrigen Gehaltsverhandlung einen Firmenwagen verhandelt. Wir haben uns das vorher genau durchgerechnet und das solltet ihr auch tun.
Wie schon geschrieben, muss 1% vom Listenpreis versteuert werden und gleichzeitig auch die Entfernung zwischen Wohnen und Arbeitsstaette.
Wichtig ist m.E. dass in der Firmenwagenregelung steht, dass auch Du damit fahren darfst.
Fuer uns rechnet es sich, da wir so nah an meiner Firma wohnen, dass ich zu Fuss gehe. Ich bin hoechstens 1-2 Tage im Monat mit dem Auto beruflich unterwegs, d.h. mein Partner faehrt den Firmenwagen fast ausschliesslich privat (wir haben auch jetzt nur ein Auto). Den Sprit zahlt die Firma.
Dadurch hat es sich fuer uns gerechnet. Duerfte er den Wagen nicht fahren, haette ich es nicht gemacht, denn die Gehaltsverluste haette ich niemals "reinfahren" koennen.
Wir haben uns auch extra fuer einen nicht ganz so teueren Wagen entschieden (Listenpreis 33.000 Euro). Viele fangen bei einem Firmenwagen das unnoetige Protzen an und vergessen total, dass sie das alles irgendwie durch die Versteuerung auch bezahlen muessen. Ich habe jetzt circa Netto-Gehaltseinbussen von 180 Euro, das ist in Ordnung, das verfahren wir auch bzw. sparen wir an Steuern, Sprit und Versicherung fuer unser jetziges Auto, das wir dann verkaufen werden.

Also genau hingucken. Firmenwagen wird einem gerne schmackhaft gemacht, aber ich kenne auch viele im Buero, die eigentlich effektiv draufzahlen bzw. fuer die das ein Statussymbol ist, wo sie gar nicht so realisieren, was sie der Spass im Monat so kostet.